Bayerisches Armeemuseum

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Koordinaten: 48° 45′ 53,2″ N, 11° 25′ 48,7″ O

Bayerisches Armeemuseum
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Alter Haupteingang des Bayerischen Armeemuseums (bis 2018)
Daten
Ort Ingolstadt
Art
Militärgeschichtliches Museum
Architekt Ludwig von Mellinger (Armeemuseum München)

unbekannt (Hauptgebäude Neues Schloss)
Leo von Klenze und Michael von Streiter (Reduit Tilly und Turm Triva)

Eröffnung 1879 Ersteröffnung in München,
1946 Wiedereröffnung nach dem Krieg als Abteilung des Bayerischen Nationalmuseums,
1972 Wiedereröffnung in Ingolstadt,
1994 Eröffnung der Dauerausstellung im Reduit Tilly,
2011 Eröffnung des Bayerischen Polizeimuseums im Turm Triva
Leitung
Website
ISIL DE-MUS-913911

Das Bayerische Armeemuseum ist das militärhistorische Museum des Freistaats Bayern. Es wurde 1879 in München gegründet. Ein Teil des ehemaligen Münchner Museumsbaus bildet heute den Zentralbau der neuen Bayerischen Staatskanzlei. Das Museum befindet sich seit 1972 in Ingolstadt. Die Hauptsammlung ist im Neuen Schloss untergebracht, die 1994 eröffnete Dauerausstellung zum Ersten Weltkrieg im Reduit Tilly und das 2012 dem Armeemuseum eingegliederte Bayerische Polizeimuseum im Turm Triva. Unter der Leitung des Historikers Ansgar Reiß entwickelte sich die Einrichtung zu einem Lernort auf modernem museumspädagogischen Niveau.[1]

Uniform eines Hartschiers (bayerischer Hofgardist)
Bayerischer Infanterist um 1870 (Gemälde von Louis Braun)

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Museum in München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum wurde von König Ludwig II. auf Anregung General Friedrich von Bothmers und des Kriegsministers Joseph Maximilian von Maillinger im Jahr 1879 gegründet. Es sollte die in ganz Bayern verstreuten Sammlungen zusammenfassen. Erster Direktor war Josef Würdinger (1822–1889). Bis 1905 befand es sich in München im Zeughaus der bayerischen Armee und zog dann nach fünfjähriger Bauzeit in einen nach Plänen von Ludwig von Mellinger neu errichteten Monumentalbau am Hofgarten in München um; an dieser Stelle hatte zuvor die Hofgartenkaserne gestanden.

Im Zweiten Weltkrieg wurde das Bauwerk teilweise zerstört. Die erhaltene Kuppel des alten Museumsbaus in München bildet heute den Zentralbau der neu errichteten Bayerischen Staatskanzlei. Von 1946 bis 1969 war das Armeemuseum im Bayerischen Nationalmuseum in München untergebracht und wurde von Alexander von Reitzenstein geleitet.

Museum in Ingolstadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Leitung Peter Jaeckel (1972–1979)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sammlung zur Militärgeschichte gelangte 1969 in das Neue Schloss in Ingolstadt. Die Stadt war Sitz der Herzöge von Bayern-Ingolstadt gewesen war und wies als ehemalige bayerische Hauptlandesfestung eine reiche militärische Tradition und zahlreiche Bezüge zur Bayerischen Armee auf. 1972 wurde das Museum unter Leitung von Direktor Peter Jaeckel eröffnet. Die damals konzipierte und eingerichtete Dauerausstellung hatte unverändert bis 2014 Bestand.

Leitung Ernst Aichner (1979–2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1979 wurde Ernst Aichner Museumsleiter und erweiterte die Sammlungen des Museums erheblich. Besonderes Augenmerk legte er auf den Ersten Weltkrieg und auf die bayerische Militärmalerei wie z. B. durch Künstler wie Anton Hoffmann oder Louis Braun. Auch eher unbekannte Künstler, die das Geschehen der bayerischen und europäischen Militärgeschichte malerisch verewigt haben, wurden von Aichner gesammelt und stellen heute einen wichtigen Bestand des Museums dar.

Andere Erwerbungen, wie 1986 ein Konvolut von 6000 NS-Propaganda-Kunstwerken, die von den Vereinigten Staaten bei Ende des Zweiten Weltkrieges sichergestellt worden waren, wurde nie museal aufgearbeitet, obwohl die USA dies zur Bedingung gemacht hatten. Etwa 700 der Kriegsgemälde ließ Aichner dem Deutschen Historischen Museum in Berlin und dem Militärhistorischen Museum der Bundeswehr in Dresden zukommen. Mit der Aufarbeitung der in Ingolstadt verbliebenen Objekte wollte er allerdings warten, bis die geplante Abteilung zum Zweiten Weltkrieg eingerichtet sei.[2] 1986 stellte man auch einen Starfighter aus, wobei Militärhistoriker anmerkten, dass dessen Bezug zur Geschichte der ehemaligen bayerischen Armee schwer erkennbar sei.[3]

Im Zusammenhang mit der bayerischen Landesgartenschau 1992 in Ingolstadt entwickelte Aichner ehrgeizige Erweiterungspläne für das Museum. So sollten zusätzlich zum bisherigen, noch nicht voll genutzten Stammhaus im Neuen Schloss sämtliche historischen Militärbauten am südlichen Donauufer der Ingolstädter Altstadt für eine Erweiterung genutzt werden. Das Armeemuseum wäre damit das drittgrößte militärhistorische Museum Europas geworden. Aus Sorge um Ingolstadts Ruf als Kulturstadt gründete sich um den örtlichen SPD-Landtagsabgeordneten Manfred Schuhmann die Bürgerinitiative „Kultur statt Kanonen“, der Ingolstädter Autohersteller Audi fürchtete gleichfalls um das Image seines Hauptsitzes.[4] Letztlich wurden die Erweiterungspläne nicht zuletzt aufgrund der Haushaltslage nur zum Teil umgesetzt.

Im März 1993 wurden ein Museumswärter wegen des Verkaufs von SS-Runen am Souvenirstand der Museumskasse wegen Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen zu einer Geldstrafe verurteilt. Gegen Aichner, der vergeblich versucht hatte, die Affäre zu vertuschen, wurde zwar wegen versuchter Strafvereitelung ermittelt. Da er damit jedoch auch Strafverfolgungsmaßnahmen gegen sich selbst abwenden hatte wollen, ging er straffrei aus der Sache hervor.[5]

Während vom Freundeskreis des Museums gesammelte 700.000 DM für Neuerwerbungen ausgegeben wurden[6], die meist in den umfangreichen Depots des Museums gelagert wurden, eröffnete wegen fehlender 20.000 DM für museumspädagogische Informationstafeln die Ausstellung zum Ersten Weltkrieg mehr als zwei Jahre nach dem geplanten Termin erst im Sommer 1994.[7] Für diese Ausstellung wurde auch ein bereits 1988 bayerischen Landtag beschlossenes museumspädagogisches Konzept umgesetzt, während dies für die Hauptausstellung erst mit der Neuordnung nach der Landesausstellung von 2015 realisiert wurde. Das Reduit Tilly entwickelte sich in den letzten Jahren zu einem der wenigen Spezialmuseen des Ersten Weltkrieges. Nicht zuletzt da in ihm die Kriegswirklichkeit physisch begreifbar gemacht wird, fand es allgemein Anerkennung. Zum 100. Jahrestag des Kriegsbeginns steigerte sich nicht nur das Publikumsinteresse, auch die Ausleihen von Exponaten an andere Museen nahm deutlich zu.

Zusätzlich wurde im Jahr 2007 die polizeigeschichtliche Sammlung der Bayerischen Polizei aus Bamberg in das Armeemuseum überführt. Sie enthält Historisches über die bayerische Gendarmerie, die bayerische Polizei während der Zeit des Nationalsozialismus und allgemein die Entwicklung der Gemeinde- und Stadtpolizei sowie der Landes-, Wasserschutz-, Grenz- und Bereitschaftspolizei. Unter dem organisatorischen Dach des Armeemuseums wurde die Sammlung als eigenes Bayerisches Polizeimuseum erst nach mehrjähriger Verzögerung am 19. Dezember 2011 mit einem unter dem neuen Leiter Ansgar Reiß erarbeiteten Konzept eröffnet. Das Polizeimuseum ist im Turm Triva in unmittelbarer Nachbarschaft zum Reduit Tilly untergebracht.[8]

Aichner verfolgte seine Erweiterungspläne bis zu seiner Ende Januar 2010 erfolgten Pensionierung: Seine letzte größere Amtshandlung war die Eröffnung einer Ausstellung zur Geschichte der deutschen Gebirgstruppe von 1915 bis heute, bei der auch die Stiftung „Deutsche Gebirgstruppen“ gegründet wurde. Der wegen seines Verhältnisses zu Kriegsverbrechen der deutschen Wehrmacht umstrittene Kameradenkreis der Gebirgstruppe hat seine sämtlichen Exponate und alle Unterlagen in die Stiftung als Grundstock mit eingebracht.[9] Unter Aichners Amtsnachfolger nahm sich das Museum mit einer Sonderausstellung über die Anfänge der deutschen Gebirgstruppen (17. September 2014 bis 27. September 2015) dieser Fragestellung kritisch an.[10] Weitere Sonderausstellungen zu dieser Thematik wurden 2017 eröffnet bzw. sind in Vorbereitung.

Leitung von Ansgar Reiß (seit 2010)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Februar 2010 trat Ansgar Reiß den Posten als neuer Museumsleiter an. Nach einer Ausstellung über afroamerikanische US-Soldaten in der Besatzungszeit gastierte 2011 die Wanderausstellung der „Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ zum Thema NS-Militärjustiz.

Es folgten Ausstellungen zu Themen wie Die Polizei im NS-Staat[11], König Ludwig II.[12], Militärischer Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime[13], Fotografien aus dem Afghanistan Einsatz der Bundeswehr[14] oder zur Krankenpflege im Ersten Weltkrieg[15].

Im Jahr 2014 legte das Museum einen Schwerpunkt auf das Gedenkjahr 100 Jahre Erster Weltkrieg[16]. Eine Vielzahl von Sonderausstellungen, Veranstaltungen und Publikationen griff dieses besondere Jahr auf und bescherte dem Museum einen großen Zuwachs an Besuchern.

Das Museum sieht heute seine Aufgabe in der „kritische[n] und historisch genaue[n] Reflexion von Militär und kriegerischer Gewalt in der Geschichte und ihrer Auswirkungen auf Mensch, Gesellschaft und Staat“[17]. Nicht zuletzt durch die Veröffentlichung eines Jahresberichts für die Jahre 2010 bis 2014 legt das Museum sich und der Öffentlichkeit hierüber Rechenschaft ab.[18]

Ankunft Napoleons in München am 24. Oktober 1805 von Nicolas-Antoine Taunay. Das Gemälde war ein Exponat der Bayerischen Landesausstellung
Sonderausstellung Nord gegen Süd

Vom 30. April bis zum 31. Oktober 2015 fand im Neuen Schloss die Bayerische Landesausstellung Napoleon und Bayern statt, die mit fast 150.000 Besuchern sehr erfolgreich war.[19] Dafür wurde die bisherige Dauerausstellung ab-, und das Museum barrierefrei ausgebaut. Nach dem Ende der Landesausstellung bezieht das Armeemuseum mit einer neu gestalteten Ausstellung sukzessive die gleichen Räumlichkeiten wieder. Dabei werden auch Objekte gezeigt werden, die bislang kaum oder noch nie in einer Ausstellung des Armeemuseums präsentiert wurden. Besonders ein modernes Konzept soll dabei die Ausstellungsstücke dem Besucher besser erklären und in einen klarer nachvollziehbaren historischen Zusammenhang stellen, als das bislang der Fall war.[1] Ein erster Abschnitt wurde am 3. Juni 2019 eröffnet.[20]

Ein erster Schritt zur Erneuerung der ständigen Ausstellung, die im Juni 2019 in einem ersten Teil unter dem Titel "Formen des Krieges 1600-1815"[21] eröffnet wurde, stellte die Sonderausstellung Nord gegen Süd. Der Deutsche Krieg 1866 dar (ab Juli 2016). Sie zeigt erstmals umfassend die Bestände des Museums zu dieser Thematik und wird mit einem umfangreichen Sammlungskatalog begleitet.[22]

Ende 2017 legte das Museum mit dem Band "The Bavarian Army Museum. A Selection of Baroque and Renaissance Arms and Armour" erstmals einen in Fachkreisen vielbeachteten Sammlungskatalog zur alten Sammlung des Museums vor.[23]

Am 7. September 2018 wurden mit der Sonderausstellung „Im Visier des Fotografen. Alte Waffen in neuem Licht“ und der Eröffnung des neuen Museumseinganges zwei wichtige Projekte zur Erneuerung der Ausstellung im Neuen Schloss vollzogen. Wesentliche Räume des neuen Schlosses sind nunmehr wieder zugänglich, das Museum ist barrierefrei erschlossen und verfügt über einen modernen Eingangsbereich.

Die Ausstellung "Friedensbeginn? Bayern 1918-1923" im Museum des Ersten Weltkriegs ist die umfangreichste Schau zum 100-jährigen Bestehen des Freistaats im Jubiläumsjahr.

Einrichtungen und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dauerausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Museum besteht heute aus drei Häusern:

Ausstellungsraum des Bayerischen Armeemuseums im Neuen Schloss
Nachbildung einer Stellung im Ersten Weltkrieg im Reduit Tilly
  • Das Haupthaus im Neuen Schloss widmet sich in seiner neuen Dauerausstellung (seit Juni 2019) dem Thema "Formen des Krieges 1600-1815".[24] Im Erdgeschoss des Neuen Schlosses zeigt das Museum neben einer Schatzkammer mit seltenen Objekten seiner Sammlung (u. a. die Kleidung eines europäischen Konquistadors) eine große Inszenierung mit Stangenwaffen. In der Dürnitz erfährt der Besucher viel über die wechselvolle Geschichte des Museums. Von den Ursprüngen in den bayerischen Zeughäusern bis zum Aufbau der neuen Dauerausstellung reicht die Bandbreite dieses mit dem Titel "Arsenal und Museum" überschriebenen Raumes. Im Obergeschoss zeigt der große Raum "Die Schlacht" Waffen, Ausrüstungsgegenstände und Gemälde einer kriegerischen Epoche, die den Zeitraum von 1600–1815 umfasst. Die Besucher erwartet neben einer Inszenierung einer Schlachtszene aus dem Dreißigjährigen Krieg aber auch Funde aus einem Massengrab aus der Schlacht von Alerheim (1645). Sie zeugen von Leid und Tod der Männer, die hier kämpften und starben. Der Turmraum "Die Belagerung" führt vor Augen, dass große Schlachten weit weniger häufiger waren als Belagerungen. Hier findet man neben einem Planungsmodell der Festung Ingolstadt aus dem Jahr 1566 auch die wohl älteste Schubkarre Europas (1537), die bei Ausgrabungen direkt neben dem Schloss gefunden wurden. Sie zeugt von den Mühen, die bei der Errichtung von Festungen in früheren Jahrhundert aufgewandt wurden. Der historisch als "Kleiner Krieg" bezeichnete Alltagskrieg waren die Kampfhandlungen abseits der großen Schlachten. Hierunter litt die Zivilbevölkerung besonders stark. Plünderungen, Vergewaltigung, Brandschatzung und Mord waren häufige Begleiterscheinungen der Feldzüge. Zwei Schützenhauben von Marodeuren, die wohl von Bauern erschlagen wurden, veranschaulichen die Brutalität dieses Kriegsalltags abseits von Festungen und Schlachtfeldern.
  • Im Reduit Tilly befindet sich heute das "Museum des Ersten Weltkriegs", eine der größten ständigen Ausstellung zum Ersten Weltkrieg in Europa. Das Haus zeigt neben seiner Dauerausstellung mit 1500 m² im Obergeschoss diverse Sonderausstellungen im Erdgeschoss des Festungsbaus, die sich mit dem Thema Erster Weltkrieg beschäftigen.
  • Der Turm Triva beherbergt das Bayerische Polizeimuseum, das eine Abteilung des Armeemuseums darstellt, jedoch aufgrund seiner Thematik als Museum bezeichnet wird. Hier findet der Besucher auf über 600 m² einen Überblick über die Geschichte der bayerischen Polizei von den Wirren der Revolution 1918/19 bis zu den Kämpfen um die atomare Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf.

Darüber hinaus verwahrt das Museum in seinen Depots einen umfangreichen Bestand an Gemälden, Graphiken, Musikinstrumenten, Fahrzeugen, Modellen, Spielzeugen, Zinnfiguren, Fotoalben, Tagebüchern, Archivalien und vieles mehr, das auch der wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung gestellt wird.

Bayerische Armeebibliothek[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bestände der 1822 als Hauptkonservatorium der Armee in München errichteten Bayerischen Armeebibliothek wurden bei Ende des Zweiten Weltkrieges größtenteils von den US-Streitkräften beschlagnahmt und 1962 zurückgegeben. Bis 1984/85 wurden sie von der Bundeswehr verwaltet, dann wurde die Bayerische Armeebibliothek als Teil des Armeemuseums wiedergegründet und bezog Räume in der ehemaligen Heeresbäckerei in der Ingolstädter Innenstadt.

Sonderausstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auswahl ab 2010:

  • 2010: Auf Sand gebaut – Der Atlantikwall (Fotografien von Gerd Treffer)
  • 2010: Andenken an die Militärzeit
  • 2011: Der Kampf um die Bürgerrechte. Afroamerikanische GIs und Deutschland
  • 2011: Vom Tatort ins Labor. Rechtsmediziner decken auf
  • 2011: „Was damals Recht war ...“ Soldaten und Zivilisten vor Gerichten der Wehrmacht
  • 2011: Die etwas andere Schule. Fotoausstellung der Pionierschule und Fachschule des Heeres für Bautechnik
  • 2012: Ordnung und Vernichtung. Die Polizei im NS-Staat[25]
  • 2012: Schein und Sein. Holzskulpturen von Andreas Kuhnlein[26]
  • 2012: Götterdämmerung. König Ludwig II.[27]
  • 2012: (Un-) „Frohe Weihnacht´!“ Weihnachtskarten aus dem Ersten und Zweiten Weltkrieg
  • 2013: Aufstand des Gewissens. Militärischer Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime 1933–1945
  • 2013: Jo Röttger. Landscapes & Memory[28]
  • 2013: Wanted. „Steckbrief, Fahndungsplakat, Phantomzeichnung“ von der Antike bis zum Beginn des Digitalen Zeitalters[22]
  • 2013: Apokalyptik als Widerstand. Sammlung Tom Biber[29]
  • 2014: Who cares. Geschichte und Alltag der Krankenpflege[30]
  • 2014: „Ihr könnt Euch keine Vorstellung von diesem Schrecken machen und niemand, der’s nicht mitgemacht.“ (Feldpostbrief eines Infanteristen)[31]
  • 2014: „Dieser Stellungs- und Festungskrieg ist fürchterlich“. Kriegsbeginn 1914[32]
  • 2014: Im Maschinenraum des Krieges. Ingolstadt 1914–1918[33]
  • 2014: Die Alpen im Krieg – Krieg in den Alpen. Die Anfänge der deutschen Gebirgstruppe 1915
  • 2015: Der Große Krieg im Kleinformat. Graphik- und Medaillenkunst zum Ersten Weltkrieg[34]
  • 2015: European Tribal Wars[35]
  • 2015: Bayerische Landesausstellung "Napoleon und Bayern"[36]
  • 2016: Nord gegen Süd. Der Deutsche Krieg 1866[22]
  • 2016: Mythos Hinterkaifeck. Auf den Spuren eines Verbrechens[22]
  • 2016: André Butzer: ...und sah den Frieden des Himmels"[22]
  • 2017: Verheizt – vergöttert – verführt. Die deutsche Gebirgstruppe 1915 bis 1939[37]
  • 2018: Im Visier des Fotografen. Alte Waffen in neuem Licht[38]
  • 2018: Friedensbeginn? Bayern 1918–1923[39]

Wissenschaftliche Mitarbeiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wissenschaftliche Mitarbeiter des Museums sind:[40]

In den 1970er Jahren arbeitete mit Rotraud Wrede eine ausgewiesene Expertin für Uniformkunde am Museum. Von 1979 bis 2011 war Jürgen Kraus Konservator bzw. Hauptkonservator am Museum.

Freundeskreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit Jahrzehnten begleitet die Geschicke des Museums der „Verein der Freunde des Bayerischen Armeemuseums“ mit Sitz in München. Neben diversen Vertretern von bayerischem Hochadel und Offizierskorps zählte 1967 auch Museumsleiter Ernst Aichner als Student zu den Gründungsmitgliedern. Vorsitzender war von 1989 bis 2016 der ehemalige CSU-Landtagsabgeordnete und langjährige Leiter Außenbeziehungen von Eurocopter, Manfred Dumann. Nachdem das seit 2009 unter FDP-Führung stehende Bayerische Wissenschaftsministerium ohne Beteiligung des Freundeskreises für Aichner einen Nachfolger auswählte, zeigten sich führende Mitglieder des Freundeskreises wie Ingolstadts Zweiter Bürgermeister Albert Wittmann (CSU) zunächst irritiert und wollten eine FDP-Intrige gegen Horst Seehofer nicht ausschließen.[41] Nachdem sich der Kontakt zwischen Dumann und dem neuen Museumsleiter zwischenzeitlich normalisiert hatte[42], sorgte die Sonderausstellung zur NS-Militärjustiz und ihren Opfern für einen Tiefpunkt der Beziehungen. Dumann kritisierte unter Berufung auf seinen Status als Sohn eines gefallenen Wehrmachtssoldaten eine „pauschale Diffamierung“ der Juristen und „Voreingenommenheit“ der Ausstellungsmacher, was Reiß zur Feststellung veranlasste, dass das Museum „kein Sanatorium für gekränkte Wehrmachtsseelen“ sei.[43] Durch eine Satzungsänderung wurden die Grundlagen der weiteren Zusammenarbeit zwischen Museum und Freundeskreis neu geregelt und die Zuständigkeiten klarer gezogen. Neu berufen wurde ein Kuratorium für den Verein unter der Leitung von Prinz Wolfgang von Bayern.

Im August 2016 gab Dumann altersbedingt den Vorsitz ab. Neuer Vorsitzender wurde Ernst Aichner, der ehemalige Direktor des Armeemuseums. Dem Vorstand gehören unter anderem Bürgermeister Albert Wittmann sowie die Abgeordneten Robert Brannekämper und Reinhard Brandl (jeweils CSU).[44]

Am 7. Oktober 2017 wurde im Donaukurier ein Artikel veröffentlicht, in dem auf revisionistische und rechtslastige Texte auf der Internetseite des Vereins der Freunde hingewiesen wurde. Museumsdirektor Reiß wies auf Nachfrage durch die Zeitung darauf hin, dass er Aichner bereits im Juli brieflich auf diesen "offensichtlichen Missstand"[45] hingewiesen und den Verein aufgefordert habe, die Texte zu löschen. Als dies nicht geschah, ging der Museumsleiter „öffentlich auf Distanz zum Verein“ und kritisierte „die Veröffentlichung dieser „rechtslastigen Texte“ heftig“[46]. Sämtliche Links zum Verein wurden von der Homepage des Museums entfernt. Aichner selbst gab an, er habe nach dem Hinweis durch Reiß den Administrator der Vereinswebsite angewiesen, die Texte, die im Übrigen von ihm nicht abgesegnet gewesen seien, aus dem Netz zu entfernen. Danach habe er angenommen, die Sache sei erledigt.[47] Tatsächlich waren aber nur die Links auf die Texte entfernt worden, der direkte Zugriff war jedoch weiterhin möglich.[48] Inzwischen ist dem Administrator laut Aichner der Zugriff auf die Vereinswebsite entzogen worden.[49]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bayerisches Armeemuseum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Für den Krieg bereit, Donaukurier vom 19. Mai 2016, eingesehen am 5. Mai 2019
  2. Dolce Vita für den Endsieg. Der Spiegel 09/2001, S. 194ff abgerufen am 22. Januar 2010
  3. Abendzeitung vom 22. September 1993, S. 19
  4. Einen Leo will ich auch. Der Spiegel 09/1992 S. 95.
  5. Bernd Siegler: Wenn es Nacht wird im Armeemuseum. In: taz, 25. November 1993, S. 11
  6. Donaukurier vom 19/20. Juni 1993, S. 31
  7. Donaukurier vom 22. September 1993, S. 19
  8. Vom Angriff zur Verteidigung auf www.sueddeutsche.de
  9. Donaukurier vom 18. Januar 2010
  10. Donaukurier vom 10. September 2014
  11. Ausstellung Polizei im NS-Staat auf www.armeemuseum.de (Memento des Originals vom 11. Oktober 2014 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.armeemuseum.de
  12. Ausstellung Götterdämmerung - Ludwig II. auf www.armeemuseum.de@1@2Vorlage:Toter Link/www.armeemuseum.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  13. Ausstellung Widerstand gegen Hitler und das NS-Regime auf www.armeemuseum.de
  14. Ausstellung Landscapes and Memory von Jo Röttger auf www.armeemuseum.de
  15. Ausstellung „Who cares“ auf www.armeemuseum.de
  16. 100 Jahre Erster Weltkrieg auf www.armeemuseum.de
  17. Startseite www.armeemuseum.de
  18. Jahresbericht 2010-2014 als PDF-Download
  19. Bayerische Landesausstellung 2015 „Napoleon in Bayern“ in Ingolstadt
  20. Donaukurier: Neue Dauerausstellung im Schloss eröffnet. 4. Juni 2019, abgerufen am 4. Juni 2019.
  21. Formen des Krieges 1600-1815. Abgerufen am 3. Juli 2019.
  22. a b c d e Sonderausstellung "André Butzer ...und sah den Frieden des Himmels"
  23. Neuer Katalog zur alten Sammlung erschienen. Bayerisches Armeemuseum, abgerufen am 2. Juni 2018.
  24. Bayerisches Armeemuseum: Formen des Krieges 1600-1815. 4. Juni 2019, abgerufen am 4. Juni 2019.
  25. Sonderausstellung "Polizei im NS-Staat"@1@2Vorlage:Toter Link/www.armeemuseum.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  26. Sonderausstellung "Schein und Sein"@1@2Vorlage:Toter Link/www.armeemuseum.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  27. Sonderausstellung "Ludwig II."@1@2Vorlage:Toter Link/www.armeemuseum.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  28. Sonderausstellung "Landscape & Memories"
  29. Sonderausstellung "Apokalyptik als Widerstand"
  30. Sonderausstellung "Who cares"
  31. Schülerprojekt Erster Weltkrieg
  32. Sonderausstellung "Kriegsbeginn"
  33. Virtuelle Ausstellung "Im Maschinenraum des Krieges"
  34. Sonderausstellung "Der Große Krieg im Kleinformat"
  35. Sonderausstellung "European Tribal Wars"
  36. Bayerische Landesausstellung "Napoleon und Bayern"
  37. Verheizt – vergöttert – verführt: Die deutsche Gebirgstruppe 1915 bis 1939
  38. Im Visier des Fotografen. Alte Waffen in neuem Licht. Abgerufen am 12. September 2018 (deutsch).
  39. Friedensbeginn? Bayern 1918-1923. Abgerufen am 26. Oktober 2018.
  40. Internetseite des Museums mit detaillierteren Unterseiten zu jedem Wissenschaftler, abgerufen am 16. September 2018
  41. Freunde des Armeemuseums machen Front Donaukurier vom 8. September 2010.
  42. Interview mit Ansgar Reiß: Man darf Waffen nicht einfach toll finden Donaukurier vom 1. Februar 2010
  43. Christian Silvester: Die Freunde eröffnen das Feuer. Donaukurier vom 17./18. September 2011, S. 13.
  44. Auf Dumann folgt Aichner, Donaukurier vom 9. August 2016
  45. Christian Silvester: Ingolstadt: Förderverein des Bayerischen Armeemuseums verbreitet revisionistische und rechtsradikale Texte. In: donaukurier.de. 6. Oktober 2017 (Online).
  46. Förderverein hat Klärungsbedarf. In: Augsburger Allgemeine. 17. Oktober 2017 (Online).
  47. Förderverein hat Klärungsbedarf. In: Augsburger Allgemeine. 17. Oktober 2017 (Online).
  48. Christian Silvester: Ingolstadt: Förderverein des Bayerischen Armeemuseums verbreitet revisionistische und rechtsradikale Texte. In: donaukurier.de. 6. Oktober 2017 (Online).
  49. Förderverein hat Klärungsbedarf. In: Augsburger Allgemeine. 17. Oktober 2017 (Online).