Beja (Portugal)

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Beja
Wappen Karte
Wappen von Beja
Beja (Portugal)
Beja
Basisdaten
Region: Alentejo
Unterregion: Baixo Alentejo
Distrikt: Beja
Concelho: Beja
Koordinaten: 38° 1′ N, 7° 52′ WKoordinaten: 38° 1′ N, 7° 52′ W
Einwohner: 35.854 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 1 146,43 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner pro km²
Kreis Beja
Flagge Karte
Flagge von Beja Position des Kreises Beja
Einwohner: 35.854 (Stand: 30. Juni 2011)[1]
Fläche: 1 146,43 km² (Stand: 1. Januar 2010)[2]
Bevölkerungsdichte: 31 Einwohner pro km²
Anzahl der Gemeinden: 12
Verwaltung
Adresse der Verwaltung: Câmara Municipal de Beja
Praça da Republica
7800-427 Beja
Präsident der Câmara Municipal: Jorge Pulido Valente (PS)
Website: www.cm-beja.pt

Beja ist eine Stadt in der südportugiesischen Region Alentejo. Das Stadtgebiet umfasst die vier Gemeinden Salvador, Santa Maria da Feira, Santiago Maior und São João Baptista, mit denen Beja zusammen ca. 40.000 Einwohner hat. Eine eigene Gemeinde (Freguesia) mit dem Namen Beja gibt es nicht.

Die Wurzeln der Stadt reichen bis in keltiberische Zeit zurück. Die ältesten Relikte stammen aus römischer Zeit, aus westgotischer Zeit stammt eine der beiden Kirchen des Frühmittelalters in Portugal. Anfang des 8. Jahrhunderts wurde die Stadt muslimisch und blieb dies – mit einer Unterbrechung von 1162 bis 1167 – bis zum Jahr 1228. Sie brachte sowohl in muslimischer als auch in christlicher Zeit bedeutende Dichter und Humanisten hervor.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wahrscheinlich wurde Beja im 5. Jahrhundert v. Chr. von Kelten gegründet[3], doch die ersten Erwähnungen erfolgten erst im 2. Jahrhundert v. Chr. durch Polybios und Ptolemaeus.

Die Römer nannten die Stadt Pax Julia, bauten eine Straße und die Stadt erhielt eine der unter Augustus geschaffenen vier Kanzleien Lusitaniens.

Im 5. Jahrhundert erschienen Alanen, Sueben und Vandalen auf dem Gebiet Portugals, die Region um Beja wurde zunächst von Alanen besetzt, dann von Sueben. Alanen und Vandalen verließen die Iberische Halbinsel jedoch bereits 428, um Nordafrika zu erobern. Ihnen folgten um 430 die Sueben, die um 440 Beja eroberten. Die Westgoten besetzten im Jahr 473 Sevilla und dürften bald auch Beja erobert haben; die Sueben zogen sich in den Nordwesten der Iberischen Halbinsel zurück. Beja wurde erstmals Sitz eines Bistums und erhielt den Namen Paca.

Die als Mauren bezeichneten Araber und Berber unter Führung der Umayyaden, die zwischen 661 und 750 das arabische Großreich führten, und Anfang des 8. Jahrhunderts die Region eroberten, umgaben die Stadt mit einer neuen Mauer. Die muslimische Herrschaft hielt sich bis zum Jahr 1162 unter wechselnden Herren. Dabei spielten nach den Omaijaden die Abadiden von Sevilla eine herausragende Rolle. In dieser Zeit erhielt die Stadt den Namen Beja. Sie wurde zum Geburtsort Al-Mutamids, der nicht nur Herr der Stadt war, sondern zu einem der bedeutendsten Dichter wurde. Im Jahr 756 floh einer der Umayyaden vor den Abbasiden, die ab 750 das arabische Weltreich beherrschten und Damaskus zu ihrer Hauptstadt machten, nach Westen und gründete ein Reich auf der Iberischen Halbinsel. Bis zum Jahr 760 gelang es Abd ar-Rahman I., das dortige muslimische Gebiet zu erobern. Die von ihm gegründete Dynastie herrschte bis 929, zunächst als Emire, dann als Kalifen.

Nach dem Sturz des Kalifats von Córdoba im Jahr 1031 entstanden zahlreiche Teilherrschaften, die Taifa-Königreiche. Beja unterstand zunächst den Aftasiden, bis es an das Königreich Sevilla fiel. In den Jahren 1162 bis 1167 gelang es christlichen Einheiten, unter deren Führern sich vor allem Geraldo sem Pavor hervortat, erstmals, eine größere Offensive durchzusetzen, und einer der Anführer, Fernando Gonçalves aus Santarém, eroberte Beja im Jahr 1162 kurzzeitig.[4]

Mit der Eroberung durch die Almohaden-Berber wurde Beja wieder Bestandteil eines Großreichs mit Kontakten zu Nordafrika. Diese Periode dominierten Herrscher wie Ibn Al-Mundhir, Ibn Qasi und der letzte maurische König, den die Portugiesen „Aben Afan“ nannten. Ibn Wazir aus Silves beherrschte einige Jahre lang bis 1157 neben Beja auch Évora.

Ab dem Jahr 1228 begann Paio Peres Correia im Auftrag des portugiesischen Königs mit der endgültigen Eroberung der Algarve, im Jahr 1235 fiel Beja. Auch in der christlichen Epoche brachte die Stadt bedeutende Dichter hervor, wie Diogo de Gouveia (1471–1557), den Lehrer von Francisco de Xavier und Ratgeber König Joãos III., dann den Humanisten und Rektor der Universität Paris André de Gouveia (1497–1548), der zudem das Real Colégio das Artes e Humanidades in Coimbra gründete. Aus dieser Familie stammte auch der Humanist António de Gouveia.

In den Jahren zwischen 1250 bis 1267 stritten Portugal und Kastilien um die Algarve, doch einigten sie sich unter Vermittlung des Papstes auf einen Vertrag. Kastilien verzichtete schließlich endgültig auf seine Rechte an der Algarve.

Im Jahr 1517 erhielt Beja die Stadtrechte. Im Jahr 1770 wurde die Stadt durch Papst Clemens XIV. erneut zum Sitz eines eigenen Bistums erhoben, nachdem es zuvor zum Erzbistum Évora gehört hatte.

Zwischen Mitte der 1960er und Anfang der 1990er Jahre gab es im Zusammenhang mit der Nutzung des nahen Militärflugplatzes durch die Luftwaffe eine deutsche „Kolonie“.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Burg von Beja (Castelo)
  • Kathedrale von Beja (Sé)
  • Das Regionalmuseum von Beja (Museu Rainha D. Leonor), im ehemaligen Convento de Nossa Senhora da Conceição mit der Kirche Nossa Senhora da Conceição. Das Gebäude selber enthält zahlreiche wertvolle Azuleijos, aus dem 16. und 17. Jahrhundert; die Kirche verfügt über ein Wanddekor aus barocker Talha dourada.
  • Der Pelourinho wurde anlässlich der Verleihung des Stadtrechts im Jahr 1517 aufgestellt.
  • Kloster São Francisco
  • Die Igreja da Misericórdia war ursprünglich eine Markthalle, deren Laubengänge heute vor dem Gotteshaus noch erhalten sind.
  • Die Igreja de Santa Maria, möglicherweise eine Gründung der Westgoten, wurde während der maurischen Zeit zu einer Moschee umgestaltet. Nach der Rückeroberung der Stadt im Jahr 1162 wurde sie in eine Kirche umgewandelt.
  • Regionalmuseum Núcleo Visigótico in der ehemaligen Kirche Santo Amaro, die im 5. Jahrhundert zur Zeit der Westgoten erbaut wurde und eine der vier ältesten Kirchen Portugals ist[5].
  • Unweit der Burg von Beja ist am Largo Dr. Lima Faleiro ein Bogen der römischen Stadtmauer erhalten, ebenso im Osten der Altstadt in der Travessa Funda. Im Süden der Altstadt steht am ehemaligen Stadttor Porta de Mértola ein auffallend hohes Stück der römischen Stadtmauer.
  • Ermida de Santo André
außerhalb

Verwaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beja ist Hauptstadt des Distrikts Beja und Verwaltungssitz eines Kreises (Concelho). Die Nachbarkreise sind (im Uhrzeigersinn im Norden beginnend): Cuba, Vidigueira, Serpa, Mértola, Castro Verde, Aljustrel sowie Ferreira do Alentejo.

Mit der Gebietsreform im September 2013 wurden mehrere Gemeinden zu neuen Gemeinden zusammengefasst, sodass sich die Zahl der Gemeinden von zuvor 18 auf 9 verringerte.[6]

Die folgenden Gemeinden (Freguesias) liegen im Kreis Beja:

Kreis Beja
Gemeinde Einwohner
(2011)
Fläche
km²
Dichte
Einw./km²
LAU-
Code
Albernoa e Trindade 1.032 209,38 5 020519
Baleizão 902 139,74 6 020502
Beja (Salvador e Santa Maria da Feira) 11.133 22,51 495 020520
Beja (Santiago Maior e São João Baptista) 14.015 51,27 273 020521
Beringel 1.301 15,04 86 020503
Cabeça Gorda 1.386 78,16 18 020504
Nossa Senhora das Neves 1.747 53,14 33 020506
Salvada e Quintos 1.352 199,72 7 020522
Santa Clara de Louredo 864 71,88 12 020510
Santa Vitória e Mombeja 981 167,10 6 020523
São Matias 569 70,23 8 020516
Trigaches e São Brissos 572 68,26 8 020524
Kreis Beja 35.854 1.146,43 31 0205

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einwohnerzahl im Kreis Beja (1801–2011)
1801 1849 1900 1930 1960 1981 1991 2001 2011
14.971 14.824 25.382 37.143 43.119 38.246 35.827 35.762 35.730

Kommunaler Feiertag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Christi Himmelfahrt

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bahnhof von Beja

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beja liegt an der Eisenbahnstrecke Linha do Alentejo.

Die Stadt ist in das landesweite Busnetz der Rede Expressos eingebunden.

Die Autobahn A26 soll bis Beja weitergebaut werden. Bisher ist Beja nicht direkt an das Autobahnnetz des Landes angeschlossen. Die IP2 führt 53 km südlich zur A2. Auch die IP8, hier auch Nationalstraße N260, verbindet Beja mit der A2, an der ebenfalls 53 km westlich gelegenen Anschlussstelle Nr. 10 (Grândola-Sul), und mit der etwa 65 km östlich gelegenen Grenze zu Spanien.

Der Flughafen Beja auf dem Gelände des Militärflugplatzes wird seit seiner Eröffnung 2011 für Privatflugzeuge und touristische Charterflüge genutzt. Die Erwartungen konnten nicht erfüllt werden, da bisher keine Fluggesellschaft den Flughafen in ihr Streckennetz aufgenommen hat (Stand: Winter 2013). Jedoch wird mit Anschluss an die Autobahn A26 und dem Abschluss von Verträgen u. a. mit Fracht- und Billigfluglinien eine Steigerung der Auslastung ab 2017 von den Verantwortlichen erwartet.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Beja – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b www.ine.pt – Indikator Resident population by Place of residence and Sex; Decennial in der Datenbank des Instituto Nacional de Estatística
  2. a b Übersicht über Code-Zuordnungen von Freguesias auf epp.eurostat.ec.europa.eu
  3. Beja Online, História (Memento des Originals vom 1. Juni 2007 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.bejaonline.web.pt.
  4. María Helena da Cruz Coelho, Manuel Fernández Álvarez, Slobodan Pajovic u. a.: Pueblos, naciones y estados en la historia. Universidad de Salamanca, 1994, S. 20.
  5. Wilhelm Voss-Gerling: Portugal. München 1972, S. 57.
  6. Veröffentlichung der administrativen Neuordnung im Gesetzesblatt Diário da República vom 28. Januar 2013, abgerufen am 16. März 2014
  7. www.anmp.pt, abgerufen am 4. Januar 2012