Bell Laboratories

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Bell Labs)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Alcatel-Lucent Bell Labs in Murray Hill, New Jersey

Die Bell Laboratories (auch Bell Labs, früher Bell Telephone Laboratories, kurz BTL) sind die ehemalige Forschungsabteilung der Telefongesellschaft AT&T, in der im Laufe des 20. Jahrhunderts zahlreiche wichtige Durchbrüche in der Telekommunikationstechnik, Mathematik, Physik, Materialforschung und Informatik erzielt wurden. Für an den Bell-Laboratories durchgeführte Forschung wurden acht Nobelpreise und mehrere Turing-Awards verliehen.

Heute sind die Bell Laboratories Teil der Forschungs- und Entwicklungsabteilung von Nokia. Der Hauptsitz der Bell Labs ist in Murray Hill, New Jersey, in den Vereinigten Staaten. Die Bell Labs betreiben mehrere Forschungs- und Entwicklungseinrichtungen weltweit.

Die Bell Labs sind organisatorisch in drei Divisionen eingeteilt: Forschung, Systemtechnik und Entwicklung.

In der Forschung gewann man grundlegende Erkenntnisse für die Telekommunikation aus den Bereichen Mathematik, Physik, Materialforschung und Informatik.

In der Entwicklung, der größten Division, wurde die Hard- und Software entwickelt, mit der das Telekommunikationsnetz des Bell-Systems aufgebaut wurde.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Luftbild der Bell Labs in Murray Hill

Die Bell Telephone Laboratories Inc. wurde 1925 durch Walter Gifford (später Präsident von AT&T) als separate Einheit für die Forschungs- und Entwicklungsarbeit von Western Electric gegründet. Erster Präsident wurde Frank B. Jewett. Anteilseigner waren zu gleichen Teilen Western Electric und AT&T. Die Hauptaufgabe bestand im Entwickeln von Vermittlungsstellen für Western Electric, die an Firmen verkauft wurden, die das Bell Telephone System einsetzten.[1]

Später wurden auch militärische Projekte, wie zum Beispiel der Bau der Rakete Nike, unterstützt.

1996 gliederte AT&T die Bell Labs, zusammen mit dem größten Teil der Geräteherstellung, in das neue Unternehmen Lucent Technologies aus. AT&T behielt eine kleinere Anzahl Forscher, aus denen die AT&T Laboratories gebildet wurden.

Mit der Übernahme von Alcatel-Lucent durch Nokia im Jahr 2016 kamen auch die Bell-Labs zu Nokia.[2]

Meilensteine

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jon Gertner: The Idea Factory: Bell Labs and the Great Age of American Innovation. Penguin Books, New York 2012, ISBN 978-1-59420-328-2.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bell Labs im Engineering and Technology History Wiki
  2. Jürgen Berke: Fusion mit Alcatel-Lucent. Das ist der neue Nokia-Konzern. In: Wirtschaftswoche. 13. Januar 2016, abgerufen am 2. März 2016.

Koordinaten: 40° 41′ 0,3″ N, 74° 24′ 2,7″ W