Bernd Stegemann (Dramaturg)

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Bernd Stegemann (* 1967 in Münster) ist ein deutscher Dramaturg und Autor.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stegemann studierte Philosophie und Germanistik an der FU Berlin und der Universität Hamburg sowie Schauspieltheater-Regie an der Hamburger Theaterakademie. Er promovierte bei Manfred Brauneck mit einer Systemtheoretischen Dramaturgie Die Gemeinschaft als Drama, die 2001 erschien. 1999 bis 2002 war er Chefdramaturg am Frankfurter TAT. Von 2004 bis 2007 war er Dramaturg am Deutschen Theater Berlin. 2005 wurde er zum Professor für Theatergeschichte und Dramaturgie an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch berufen. Von 2008 bis 2017 war er Dramaturg (2009 bis 2011 Chefdramaturg) an der Schaubühne am Lehniner Platz in Berlin. Seit 2018 arbeitet er als Dramaturg am Berliner Ensemble.

Er war bis 2007 Mitherausgeber der Blätter des Deutschen Theaters. 2007 erschien sein Stanislawski-Reader im Henschel-Verlag Berlin. Im Frühjahr 2009 erschienen im Verlag von Theater der Zeit die beiden ersten Bände der neuen Reihe Lektionen: Band 1 Dramaturgie und Band 2 Regie (zusammen mit Nicole Gronemeyer). 2010 erschienen die beiden nächsten Bände: Band 3 und 4 Schauspielen Theorie. Im Verlag Theater der Zeit erschien 2013 Stegemanns Monographie Kritik des Theaters und 2015 sein Buch Lob des Realismus. Weitere Einzelveröffentlichungen zu Kunst und Theater erschienen u. a. in Lettre International, The Routledge Companion to Dramaturgy und Theater der Zeit.

Er arbeitete als Dramaturg wiederholt mit Regisseuren wie Michael Thalheimer Friederike Heller, Nicolas Stemann und Robert Schuster zusammen. Er war als Gastdramaturg unter anderem auf Kampnagel Hamburg, den Wiener Festwochen und den Salzburger Festspielen tätig.

Politische Positionierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfang 2017 veröffentlichte er das Buch Das Gespenst des Populismus. Ein Essay zur politischen Dramaturgie (Verlag Theater der Zeit).„Das Zeitalter des Populismus“ nennt er das beginnende 21. Jahrhundert und sieht als eindeutige Zeichen,"Trump, Brexit und Wahlsiege rechtspopulistischer Parteien in Europa." Die üblichen Reaktions- und Lösungsvorschläge greifen seiner Ansicht nach zu kurz. Stegmann fordert eine grundsätzliche Auseinandersetzung und sieht als einzige Lösung in der Selbstkritik des Liberalismus; im Kern gehe es um die Auseinandersetzung „zwischen der globalen Macht des Kapitals und den Menschen“.[1] Der Tagesspiegel resümiert, dass Stegmann einen „linken Populismus [fordert], der sich gegen den rechten und gegen den liberalen Populismus der Mehrheitsgesellschaft stellt“.

Stegmann unterstützt die Idee Oskar Lafontaines und Sahra Wagenknechts zur Gründung einer linken Sammlungsbewegung, einer überparteilichen Initiative, die die zerstreute Linke zusammen führen soll.[2]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Lob des Realismus. Die Debatte Theater der Zeit, Berlin 2017.
  • Das Gespenst des Populismus: Ein Essay zur politischen Dramaturgie Theater der Zeit, Berlin 2017.
  • Lob des Realismus Theater der Zeit, Berlin 2015.
  • Kritik des Theaters Theater der Zeit, Berlin 2013.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Portal für Politikwissenschaft - Das Gespenst des Populismus. Ein Essay zur politischen Dramaturgie. Abgerufen am 24. Mai 2018 (deutsch).
  2. https://www.tagesspiegel.de/berlin/lafontaine-und-wagenknecht-sehnsucht-nach-schutz-durch-den-staat-ist-nicht-rechts/22631826.html