Lettre International

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Lettre International
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Beschreibung Kulturzeitschrift
Verlag Lettre International Verlagsgesellschaft mbH
Erstausgabe 26. Mai 1988
Erscheinungsweise vierteljährlich
Verkaufte Auflage 16.000–23.000 Exemplare
Chefredakteur Frank Berberich
Weblink lettre.de
Artikelarchiv kein Volltext, nur selektives Schlagwort-Verzeichnis
ISSN 0945-5167

Lettre International ist eine von Frank Berberich in Berlin gegründete deutsche Kulturzeitschrift. Sie erscheint seit Mai 1988 als deutsche Ausgabe der 1984 in Paris von Antonin J. Liehm gegründeten, französischen Publikation Lettre Internationale.

Beschreibung[Bearbeiten]

Die erste Ausgabe der deutschen Lettre International wurde am 26. Mai 1988 in West-Berlin auf dem internationalen Schriftstellerkongress Ein Traum von Europa vorgestellt. Seither erscheint die Zeitschrift vierteljährlich. Heute liegt die Druckauflage im Mittel bei 23.000 Exemplaren. Anlässlich von Sonderausgaben und Themenheften kann sich die Auflage auf bis zu 33.000 Exemplare erhöhen. Zuletzt war dies im September 2009 anlässlich des 20. Jahrestages des Mauerfalls der Fall.

Als Chefredakteure waren bis zum Herbst 2003 (Heft 62) Frank Berberich und Antonin J. Liehm gemeinsam tätig. Seither verantwortet allein Berberich den Inhalt der Zeitschrift, der auch Geschäftsführer der Verlags GmbH ist. Im Gegensatz zu Liehm, der in Paris "immer die besten Übersetzer, aber sonst keinen Cent" hatte,[1] bestand Berberich stets darauf, schwarze Zahlen zu schreiben: "Mit Anzeigen im Heft, bis heute nur fünf Angestellten und bescheidenen Honoraren."[2] Der französische Lettre-Herausgeber Liehm musste 2006 zugeben: "Die einzigen, die wir nach Tarif entlohnten, waren die Übersetzer." Über die Verhältnisse in der deutschen Redaktion berichtete Uwe Kalkowski 2013, dass zumindest auf Einhaltung des Achtstundentags "von 11 bis 19 Uhr" bestanden wird.[3] Als fester Redakteur wurde im Sommer 1992 (Heft 17) Dirk Höfer eingestellt, zuvor Korrektor und dann Redaktionsassistent. Höfer gab seine Anstellung im Winter 1998 (Heft 43) zeitweise auf und war dann wieder vom Winter 2001 (Heft 55) bis zum Frühjahr 2011 (Heft 92) Redakteur. Seine Stelle wurde von 1998 bis 2001 übernommen von Sophie Schricker. Von Herbst 2011 (Heft 94) bis zum Winter 2012 war Jochen L. Stöckmann Redakteur, mit Heft 100 rückte im Frühjahr 2013 Esther Gallodoro auf diesen Posten auf, die seit Herbst 2001 (Heft 54) zuerst für Projektabwicklung, dann als Bildredakteurin angestellt war. Seit 2014, nachdem er aus der Redaktionsleitung von Theater der Zeit ausgeschieden war, ist auch Frank M. Raddatz dauerhaft für die Redaktion tätig.[4] Als „Berater“ und „Mitarbeiter“ begleitete Ulrich Müller-Schöll die Redaktion der Zeitschrift vom Frühjahr 2002 (Heft 56) bis in den Winter 2005 (Heft 71). Für die ersten zwölf Ausgaben, bis zum Frühjahr 1991, lagen „Werbung und Beratung“ in den Händen der Düsseldorfer Werbe- und Projektagentur von Michael Schirner.[5]

Die Zeitschrift ist zu 100 % Eigentum der Lettre International Verlagsgesellschaft mbH und erscheint im Eigenverlag.[6] Öffentlich lehnt der Herausgeber staatliche Subventionen oder finanzielle Förderung prinzipiell ab. Die Subventionierung des Konkurrenzblattes "Volltext" durch den Deutschen Literaturfonds attackierte Berberich in einem Gastbeitrag für die Frankfurter Allgemeine Zeitung 2006 als "'unlauteren Wettbewerb' durch Marktstörung". Der Geschäftsführer von Lettre International forderte stattdessen die "Offenlegung", etwa von "Honorarabrechnungen".[7] Lettre International wurde für den Jahrgang 1991 sowie mit zwei Ausgaben 2014 vom Deutschen Literaturfonds gefördert. Weder über die Höhe dieser Subvention noch darüber, ob die Gelder - wie vom Literaturfonds intendiert - direkt den Übersetzern zugute kamen, wurden nähere Angaben gemacht.[8]

Lettre International erscheint im halben Nordischen Format, 270 mm Breite auf 370 mm Höhe, mit durchschnittlich 116 bis 140 Seiten. Die Zeitschrift wird am Kiosk, über den Buchhandel und im Abonnement in der Bundesrepublik, Österreich und der Schweiz und an ausgewählten Verkaufsorten europäischer Hauptstädte vertrieben.

Das Lettre-Netzwerk[Bearbeiten]

Ziel der vierteljährlich erscheinenden Publikation war es, ein Forum für den intellektuellen Austausch zu schaffen, das es erlaubte, wichtige Texte und relevante Themen mittels eines sprach-, grenz-, und kulturüberschreitenden Forums einem internationalen Publikum zugänglich zu machen. Dem „Provinzialismus der großen Kulturen“ entgegenzuarbeiten und dazu beizutragen, „sich mit den Augen anderer sehen zu können“ gehört auch heute noch zu den zentralen Anliegen von Lettre International.[9]

Essays, Reportagen, Interviews, Analysen, Erzählungen, Poesie, Dokumente, Briefe, Kommentare und Korrespondenzen waren die literarischen Formen, in denen ernsthafte, lebendige und genaue Beschreibungen der Welt zum Ausdruck kommen sollten. Ein wichtiges Thema der weltoffen konzipierten Zeitschrift war von Beginn an die des geteilten Europas und des intellektuellen Austauschs über die politischen Grenzen des Kontinents hinweg. Schriftsteller und Intellektuelle aus den Ländern östlich des „Eisernen Vorhangs“, darunter auch zahlreiche Dissidenten und Emigranten, zählten zu den regelmäßigen Mitarbeitern.

Der internationalen Konzeption der Zeitschrift entsprechend wurde 1985 in Rom eine italienische Ausgabe, Lettera Internazionale, gegründet,[10] 1986 folgte in Madrid eine spanische Ausgabe, Letra Internacional.[11] 1988 folgte die deutsche Ausgabe. Die verschiedenen finanziell und organisatorisch unabhängigen Ausgaben arbeiteten auf der Basis des gemeinsamen Konzepts – Primat der Internationalität, Interdisziplinarität, keine Einmischung in die jeweilige nationale Politik – in enger Kooperation, aber redaktioneller Selbständigkeit und Eigenverantwortlichkeit, wobei jede Ausgabe auch vor dem Hintergrund ihrer publizistischen Kontexte besondere Akzentuierungen entwickelte.

Die vier vor 1989 erscheinenden Ausgaben, darunter auch die deutsche, wurden bald zu einem Forum, in dem einige der wichtigsten Essays, Analysen und literarischen Reportagen zu den Umwälzungen in Europa veröffentlicht wurden. Autoren wie Adam Zagajewski, Wenedikt Jerofejew, Adam Michnik, Jens Reich, Milan Kundera, D. S. Lichatschow, Czesław Miłosz, György Konrád, Timothy Garton Ash, Václav Havel, Andrei Sinjawski aus Osteuropa veröffentlichten ebenso auf den Seiten von Lettre wie Hans Magnus Enzensberger, Edgar Morin, Marina Warner, Norberto Bobbio, Nancy Huston, Joseph Brodsky, Juan Goytisolo, Octavio Paz, Nadine Gordimer, Tzvetan Todorov, Edward Said, John Berger,Vasilis Vasiliadis, oder Inger Christensen.

Nach dem Ende der Teilung Europas konnten landessprachliche Ausgaben von Lettre International in der Tschechoslowakei, Polen, Ungarn, Rumänien, Bulgarien, Russland, Kroatien, Serbien und Mazedonien erscheinen. Im Jahre 2003 wurde in Kopenhagen auch eine dänische Ausgabe publiziert. Viele der Ausgaben konnten aus finanziellen Gründen nur einige wenige Jahre erscheinen und mussten ihre Arbeit einstellen. Neben der deutschen erscheinen 2010 noch die italienische, die rumänische,[12] die spanische und die ungarische Ausgabe regelmäßig.[13] Eine russische Ausgabe[14] gibt es ausschließlich online.

Die deutsche Ausgabe[Bearbeiten]

Das „Lettre-Mobil“ bei einer Promotion-Kampagne 2009

Die deutsche Ausgabe von Lettre International wurde von Frank Berberich mit einer Anschubfinanzierung der durch ihn mitbegründeten taz ins Leben gerufen.[15]

Auf der Basis des von allen Lettre-Ausgaben geteilten Grundverständnisses entwickelte die deutsche Ausgabe neue konzeptionelle Komponenten und ein eigenständiges Profil. Der Titel und bis zu zehn Seiten im Innenteil werden, in Anlehnung an André Bretons berühmte surrealistische Zeitschrift Minotaure (1933 bis 1939 in Paris), eigens von einem bildenden Künstler gestaltet. Zu diesen Künstlern gehören Jörg Immendorff, der die erste Ausgabe gestaltete, Miquel Barceló (2004), Francesco Clemente (2004), Anne-Mie van Kerckhoven (2007), Daniel Richter (2009), Markus Lüpertz (1988), A. R. Penck (1988), Ai Weiwei (2009), Georg Baselitz (1989), Sigmar Polke (1989), Rebecca Horn (1990), Martin Kippenberger (1990), Marina Abramović (1993), Geneviève Cadieux (1994), Rosemarie Trockel (1994) und Gerhard Richter (1996).[16]

Ein weiteres Augenmerk gilt der Fotografie. Ein umfangreiches Fotoportfolio sowie internationale konzeptionelle, künstlerische, essayistische, dokumentarische oder Reportage-Fotografie sind wichtige visuelle Bestandteile des Heftes geworden.

Die in Lettre International veröffentlichten Beiträge sind überwiegend deutsche Erstveröffentlichungen; etwa 80 Prozent werden aus anderen Sprachen übersetzt. Erste deutsche Übersetzungen, die dann zumeist in erweiterter Form als Buch von deutschen Verlagen herausgebracht wurden, kamen von Autoren wie Liao Yiwu (2007), Jan Stage (1995) oder Slavoj Žižek (1991). Bei ihrer Veröffentlichungspolitik setzt Lettre International auch auf die Sprachunkundigkeit des deutschen Publikums: Viele Texte sind bereits in Zeitschriften wie The New York Review of Books, London Review of Books, Esprit (Zeitschrift), New Left Review oder Granta erschienen, als Buch auf englisch bezw. französisch verfügbar oder sie kursieren neuerdings schon seit geraumer Zeit im Internet. So war beispielsweise in der Ausgabe 98 im Herbst 2012 entgegen der in der Verlagswerbung stets behaupteten und hervorgehobenen "Exklusivität" ein Aufsatz von Hans Kühner "Zerschlagt alles Alte" in weiten Teilen zuvor in der Neuen Zürcher Zeitung zu lesen. [17] Bernard Sèves Essay "Mächte der Musik" stand in der Originalfassung "Pouvoir de la musique" im Januar 2003 in der französischen Esprit (Zeitschrift). [18] Selbst bei dem zentralen Text "Das Schicksal des modernen Griechenland" handelte es sich nur um eine Publikation von Esprit aus dem Jahr 1954. [19] Der "Herr der Drohnen" von Heathcote Williams war im Internet verfügbar als "Lord of Drones". [20] Die Betrachtung von Victoria Newhouse über Architektur von Opernhäusern stammte aus "Site and Sound", einer Buchveröffentlichung der Autorin im April 2014.[21]

Weltpolitik und Geschichte, Philosophie und Religion, Literatur und Theater, Film und Oper, Musik und Kunst, Wissenschaft und Forschung, Psychoanalyse und Ethnologie, Ökologie oder Ökonomie gehören ebenso zu den Themen von Lettre International wie politische Gewalt, Krieg, internationalen Institutionen, Architektur, Astronomie, Sport, Natur, Medien, Erotik, Netzkultur oder Fragen von Lebenskunst und Lebensstil.

Die deutsche Ausgabe räumt insbesondere der literarischen Reportage umfangreichen Platz ein und bemüht sich um Hintergrundtexte zur Interpretation zeitgenössischer Ereignisse. In zahlreichen international geprägten Projekten versucht Lettre International, Berlin, sein kosmopolitisches Konzept auch in Form von Wettbewerben, Preisen, Veranstaltungen, Ausstellungen und Publikationen fruchtbar zu machen. Mit monothematischen oder Schwerpunktheften hat Lettre versucht, zu brennenden Fragen des Zeitgeschehens zu intervenieren.

Sonderhefte, Projekte und Kontroversen[Bearbeiten]

Auch wenn der Lettre-Herausgeber öffentlich den "Mangel an Sponsoren" und "die Missachtung durch die deutsche, europäische Kulturpolitik" beklagt,[22] so haben sich bis ins Jahr 2005 immer wieder Wirtschaftspartner, kulturelle oder politische Institutionen und Stiftungen gefunden, die Projekte der Zeitschrift zu Fragen kosmopolitischer Kreativität oder Formen fruchtbarer interdisziplinärer und intellektueller Zusammenarbeit unter Bedingungen der Globalisierung finanziell unterstützten.[23]

Überblick
  • HOMMAGE À SARAJEVO (1995)

Ein Schwerpunktheft zum Krieg in Jugoslawien in deutscher und in serbokroatischer Sprache mit mehr als 50 internationalen Schriftstellern, Dichtern, Journalisten, Photographen, Künstlern aus dem belagerten Sarajevo. In Zusammenarbeit mit Auswärtiges Amt und Heinrich-Böll-Stiftung.

  • INTERNATIONALER ESSAY-WETTBEWERB (1997–1999)

Essay als Antwort auf eine philosophische Preisfrage in den sechs UNO-Sprachen Arabisch, Chinesisch, Englisch, Französisch, Russisch, Spanisch und Deutsch. Gewinnerin war unter fast 2500 Einsendungen aus 126 Ländern die damals 20-jährige russische Autorin Ivetta Gerasimchuk. In Kooperation mit dem Goethe-Institut und Weimar 1999, Kulturstadt Europas.

  • WELTREPORTER UNTERWEGS – DIE KUNST DES SPURENLESENS (1998)

Sieben Reportageautoren und Schriftsteller sowie ein Fotograf waren eingeladen, in verschiedene Regionen der Welt aufzubrechen und sich mit Vorträgen oder Ausstellungen über ihre Erfahrungen sowie über die Beziehung von Literatur und Wirklichkeitsbeschreibung auszutauschen. Organisiert mit dem Haus der Kulturen der Welt.

  • WELTENBÜRGER – AUGENZEUGEN DER GESCHICHTE (1998–2000)

Eine Reihe kulinarisch aufwendiger literarischer Soirées in Hannover und Berlin mit internationalen Reporter, Schriftstellern und Dichtern über deren Sichtweisen und Analysen der politisch-kulturellen Entwicklungen in unterschiedlichen Weltregionen. Durch den von Mitarbeitern der Volkswagen AG gegründeten Weltenbürger e.V. wurden elf Lettre-Autoren wie Ryszard Kapuściński, Urvashi Butalia, Breyten Breytenbach, Derek Walcott und Édouard Glissant herangezogen, dann beschloss VW-Sprecher Klaus Kocks im Frühjahr 2000 auf Lettre International zu verzichten und deren „postmoderne Sentimentalität“ durch eine seiner Meinung nach publikumsträchtigere Verbindung von Literatur mit Bildender Kunst zu ersetzen.[24]

  • BORDERS (2001)

In vier Sprachen publizierter Sammelband mit Reportagen und Essays (u. a. von Juan Villoro, Juan Goytisolo, Pedro Rosa Mendes) über die Grenzen Polen / Deutschland, Spanien / Marokko, Mexiko / USA, Indien / Bangladesch und die heterogenen Kriegsgebiete Angolas, parallel zur gleichnamigen Fotoausstellung. In Kooperation mit der Schweizer Stiftung Pro Helvetia.

  • DER SCHOCK DES 11. SEPTEMBER UND DAS GEHEIMNIS DES ANDEREN (2002)

Internationale Künstler waren eingeladen, auf die terroristischen Ereignisse des 11. September zu reagieren. Die mehr als 30 eingehenden Arbeiten (darunter von Rebecca Horn, Marina Abramović, John Baldessari, Jörg Immendorff) wurden in Lettre 55 veröffentlicht, die Originale in der Galerie Haus am Lützowplatz, Berlin ausgestellt, begleitet von einem Katalog in deutscher und englischer Sprache. Eine Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung und der Bundeszentrale für politische Bildung.

  • WELTERFAHRUNGEN (2002–2003)

Vortragsreihe mit Lettre-Autoren (darunter Abdelwahab Meddeb, Dževad Karahasan, Ahmed Rashid, Swetlana Alexijewitsch, Amitav Ghosh) zu Weltereignissen, Weltentwicklungen und den Tumulten der Kulturen. In Kooperation mit der Stiftung Schloss Neuhardenberg, einer hundertprozentigen Tochter des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV).

  • EINSTEIN-EXPERIMENT (2005)

Aus Gedanken und Ideen von Wissenschaftlern, Philosophen, Künstlern, Schriftstellern, Politikern und Personen des öffentlichen Lebens zu Albert Einstein entstand der „Einstein-Komplex“, eine Mischung aus literarischer Texte, die das Phänomen Einstein auf sehr persönliche Weise erkunden. In Kooperation mit dem Büro Einsteinjahr des Wissenschaftsministeriums.

  • 20 JAHRE LETTRE INTERNATIONAL – THE WAY WE LIVE NOW – SO LEBEN WIR JETZT (2008)

Im Juni 2008 erschien aus Anlass des 20. Geburtstages der deutschen Ausgabe das Jubiläumsheft The Way We Live Now – Wie wir heute leben, um Energien und Potenziale der Zeitschrift zu bündeln und etwas von der Beschaffenheit dieses Zeitabschnitts von 20 Jahren sichtbar werden lassen. 150 Schriftsteller, Dichter, Philosophen, Essayisten, Reporter, Künstler und Fotografen aus aller Welt trugen mit Originalbeiträgen von Analysen bis hin zu persönlichen Erfahrungen dazu bei.

  • BERLIN AUF DER COUCH (2009) und Sarrazin-Interview

Im Oktober 2009 erschien ein Themendoppelheft (256 Seiten) aus Anlass des 20. Jahrestags des Mauerfalls. Mehr als 130 Autoren und Künstler analysierten Ereignisse und Auswirkungen des Jahres 1989 für die Großstadt Berlin und diskutierten die Rolle von „Berlin“ in Europa – als internationale Metropole, als Stadt der Künste, als Schnittpunkt der Kulturen, als urbanes Modell, als deutsche Hauptstadt, als Provinz.

Die Themenbreite des Heftes wurde in der öffentlichen Wahrnehmung durch ein ebenfalls in der Sonderausgabe platziertes Interview mit Thilo Sarrazin verdrängt.[23] Das Interview bescherte Lettre International große Aufmerksamkeit, führte aber auch zu „Sensationalisierung und Skandalisierung“.[25] Patrick Bahners, damals Feuilleton-Chef der Frankfurter Allgemeine Zeitung, monierte, dass der „Bevölkerungspolitiker Sarrazin“ im Lettre-Interview unwidersprochen auf „das angeblich unbestrittene Wissen der Wissenschaft über die Vererbung der Intelligenz und die Verdummung der Großstädte“ verweisen konnte: „Berlin soll sich, wie Sarrazin seinem Interviewer Frank Berberich allen Ernstes erklärte, durch Abdrängung der Nichtintegrierten sanieren. ‚Die Schulen müssen von unten nach oben anders gestaltet werden. Dazu gehört, den Nichtleistungsträgern zu vermitteln, dass sie ebenso gerne woanders nichts leisten sollten.‘“[26] Kritiker wie der Schriftsteller und Orientalist Navid Kermani warfen der Kulturzeitschrift vor, sie habe "mit ihrem vollständig widerspruchsfreien Interview" einem Wirtschaftsexperten ein Forum gegeben, dessen Äußerungen sich als "wahre Fundgrube für die politische Arbeit der national-identitären Rechten" entpuppten. Dadurch habe Lettre International "für die Popularisierung des völkischen Nationalismus, dem Uwe Mundlos anhing, mehr bewirkt als der Nationalsozialistische Untergrund". [27] Die Bildzeitung geriet in einen urheberrechtlichen Konflikt mit Lettre International:[28] Sie hatte das Interview mehrfach für Schlagzeilen benutzt, den Text zum großen Teil abgedruckt und zum Download zur Verfügung gestellt.[25] Lettre International erwirkte, vertreten vom Berliner Rechtsanwalt Johannes Eisenberg, eine einstweilige Verfügung[29] und bereitet eine Schadensersatzklage vor.[30] Bild-Chefredakteur Kai Diekmann behauptete, eine „Erlaubnis zur Veröffentlichung“ erhalten zu haben.[31] Am 8. März 2011 einigten sich der Springer-Verlag und Lettre International schließlich außergerichtlich auf ein Schadensgeld in Höhe von 60.000 €.[32]

  • 25 JAHRE LETTRE INTERNATIONAL - NIVEAU SANS FRONTIERES (2013)

Anlässlich des 25-jährigen Bestehens der Zeitschrift erschien im März 2013 das 192 Seiten umfassende Sonderheft Nr. 100, in dem Autoren wie Héctor Abad, Swetlana Alexijetwitsch, Stéphane Hessel und Frank Rieger die Transformationen und Brüche seit der Gründung im Mai 1988 Revue passieren lassen. In Medienreaktionen beschrieb Volker Weidermann Lettre International in der FAZ als „interessanteste und bestaussehende Kulturzeitschrift Europas“.[33] Arno Widmann, neben Berberich einst Mitbegründer der tageszeitung (taz) und nunmehr in leitender Position bei Berliner Zeitung und Frankfurter Rundschau tätig, begann seinen Artikel mit den werbenden Worten: "Die beste Kulturzeitschrift der Welt ist die deutsche Lettre International."[34]

Lettre Ulysses Award[Bearbeiten]

In Zusammenarbeit mit der Aventis Foundation und in Kooperation mit dem Goethe-Institut begründete Lettre International 2003 einen jährlich vergebenen Weltpreis für die besten literarischen Reportagen, den Lettre Ulysses Award. Neben Preisgeldern in Höhe von insgesamt 100.000 Euro finanzierte das Goethe-Institut zahlreiche Arbeitsstipendien. Die Texte der Finalisten standen Lettre International für Veröffentlichungen zur Verfügung. Der Preis wurde bis 2006 viermal verliehen und ist seitdem suspendiert.

Dieser erste Weltpreis für literarische Reportage vereinigte Jurymitglieder aus elf Sprachkreisen – Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Türkisch, Portugiesisch, Arabisch, Russisch, Hindi, Chinesisch, Japanisch. Er sollte die besten Leistungen der Reportageliteratur würdigen und dadurch die Autoren ins Zentrum internationaler Aufmerksamkeit rücken. Der Lettre Ulysses Award wurde für Erstveröffentlichungen der jeweils zwei vorangegangenen Jahren vergeben.

  • 2004 gewann das chinesische Autorenpaar Wu Chuntao und Chen Guidi den mit 50.000 Euro dotierten ersten Preis für das Buch A Survey on Chinese Peasants (zur Lage der chinesischen Bauern). Zweiter und dritter Preis gingen an die US-Amerikaner Tracy Kidder (Mountains beyond Mountains) und Daniel Bergner (Soldiers of Light). Textauszüge in Lettre 66.
  • 2005 wurde die britische Autorin Alexandra Fuller für ihr Buch Scribbling the Cat. Travels with an African Soldier mit dem ersten Preis ausgezeichnet. Der zweite Preis ging an den Marokkaner Abdellah Hammoudi für Une saison à la Mecque. Récit de pèlerinage. Den dritten Preis erhielt Riverbend aus dem Irak für Baghdad Burning. Girl Blog from Iraq. Textauszüge in Lettre 70.
  • 2006 erhielt die britische Schriftstellerin Linda Grant den ersten Preis für ihr Buch The People on the Street. A Writer’s View of Israel. Der zweite Preis wurde an den Franzosen Érik Orsenna für Voyage aux pays du coton. Petit précis de mondialisation vergeben. Der dritte Preis ging an die kolumbianische Autorin Juanita León für País de plomo. Crónicas de guerra. Textauszüge in Lettre 74.[35]

Kunsteditionen[Bearbeiten]

Der Verkauf von Kunsteditionen stellt für den Verlag eine finanzielle Unterstützung seiner redaktionellen Arbeit dar.

  • PORTFOLIO LETTRE INTERNATIONAL (1992)

Im Dezember 1992 entstand in Zusammenarbeit mit der Galerie Bernd Klüser eine Edition mit Grafiken von 14 Künstlern, darunter Jörg Immendorff, Georg Baselitz, Tony Cragg und Juan Muñoz.

  • THE WAY WE LIVE NOW (2011)

Die Mappe The Way We Live Now mit 10 Arbeiten von Künstlern wie Ai Weiwei, John Baldessari, Olafur Eliasson und Robert Longo wurde mit Hilfe der Kunstmarktexpertin und Kunsthändlerin Joelle Romba[36] im Dezember 2012 aufgelegt.

  • PICO RISTO - BERLINER SCHULE (2012)

Zeitgleich mit dem in der Frühjahrsausgabe LI96 veröffentlichten Foto-Portfolio Berliner Schule brachte Lettre International acht analoge und handkolorierte Mehrfachbelichtungen des international renommierten Fotografen Pico Risto heraus.

  • NIVEAU SANS FRONTIERES (2013)

Zum 25-jährigen Jubiläum von Lettre International kombinierte der Schweizer Künstler Max Grüter das LI-100-Titelmotiv NIVEAU SANS FRONTIERES mit dem Lettre-Schriftzug.

Trotz intensiver Eigenwerbung hält sich der Erfolg auf dem Kunstmarkt in Grenzen. Sowohl The Way we Live Now (30 Expl.) als auch Pico Risto - Berliner Schule (15 Expl.) und Niveau sans Frontières (30 Expl.) werden vom Verlag kontinuierlich weiterhin zum Verkauf angeboten.[37]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Für Verdienste an der internationalen Presselandschaft wurde Lettre International mehrfach ausgezeichnet

  • 1997 erhielt der Lettre Gründer Antonin J. Liehm stellvertretend für das gesamte Netzwerk den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung der Leipziger Buchmesse.
  • 2010 erhielt Chefredakteur Frank Berberich den Preis Kulturjournalist des Jahres 2009 durch das Medium Magazin.[38]
  • Am 18. März 2010 erhielt Frank Berberich den Will-Grohmann-Preis der Berliner Akademie der Künste.[39]
  • 2010 wurde Frank Berberich für das Interview Klasse statt Masse mit Thilo Sarrazin in Lettre International 86 für den Henri-Nannen-Preis, in der Kategorie: Sonderpreis nominiert.[40]
  • 2012 erhielt Stavros Papadopoulos für sein in Lettre International 95 erschienenes Fotoportfolio „Griechenland“ den LeadAward in Bronze in der Kategorie „Reportagefotografie des Jahres“.[41]

Stimmen zu Lettre[Bearbeiten]

Mit dem Erscheinen der ersten Ausgabe wurde Lettre International zum Gegenstand der Feuilletons. Seither fand das Blatt anlässlich von Sonderausgaben oder Projekten immer wieder publizistische Resonanz.

„Von Anfang an war der journalistische Anspruch der ‚Lettre‘-Redaktion auch ein literarischer: Man wollte gut geschriebene, spannend zu lesende Texte, angesiedelt zwischen Essay und Reportage; und man bot den Raum dazu, den Zeitungen und Zeitschriften heute selten bieten. Das Ergebnis ist ein wunderbar reichhaltiges, von der ersten bis zur letzten Seite lesenswertes Panorama.“

Neue Zürcher Zeitung[42]

„Ach wissen Sie, Martin Luther hat als junger Mönch sein Lettre-Interview an die Tür der Schlosskirche von Wittenberg genagelt.“

Thilo Sarrazin[43]

„Ein Wunder – Lettre International ist da. Alles spricht gegen den Plan: dieser Ehrgeiz, berühmte Schriftsteller zu gewinnen, diese Hoffnung, in allen europäischen Ländern vertreten zu sein, dieser strenge Glaube, neue Debatten anfeuern zu können, diese Verachtung für die Moden, diese Liebe zur Ausführlichkeit und dann diese ständigen Geldverlegenheiten. Kein Intellektueller, der nicht irgendwann eine Zeitschrift gründen wollte. In jeder Stadt wird davon geträumt. An den Stammtischen der Bohème wird gebrütet, geplant, wieder verworfen. Vielleicht hat das bei Antonin Liehm, dem Begründer von Lettre, auch so begonnen. Aber sein Erfolg spricht gegen die Stammtische. Hier eröffnet sich eine Chance für die europäischen Intellektuellen, die ihre angelsächsischen Kollegen durch Organe wie das Times Literary Supplement seit Jahrzehnten ergriffen haben: künftig können sie Gespräche gleichzeitig und in fast allen Ländern des Kontinents führen. Lettres Zukunft ist ein wenig auch die Zukunft der europäischen Intellektuellen.“

Frank Schirrmacher zur ersten Nummer 1988[44]

“Language remains the greatest barrier, not just between people and nations but between intellectuals and artists who might be especially eager to overcome such barriers. And that is why the hydra-headed, multi-lingual magazine Lettre International is so interesting.”

The New York Times[45]

„Wenn es eine kulturelle Stimme des alten Kontinents gibt, die europäischen Eigensinn gegenüber den USA behaupten kann, so artikuliert sie sich in Lettre International. Es ist der Versuch, Europas Spaltungen publizistisch zu überwinden ohne die Weite und Vielfalt der Kulturen aufzugeben.“

Neue Zürcher Zeitung[46]

„In Lettre kann man nicht nur erstrangige deutsche, ost- und westeuropäische und amerikanische Autoren, sondern auch Philosophen und Schriftsteller aus China, Indien oder Afrika lesen, die hierzulande sonst nirgendwo vorkommen. Diese Öffnung zu fremden Denkwelten folgt der besten aller europäischen Traditionen: Die Fähigkeit, fremde Ideen verstehend nachzuvollziehen und deren Anstöße ins eigene Selbstverständnis aufzunehmen. Wenn es ein Credo gibt, dem Lettre folgt, dann ist es das Bekenntnis zur uneingeschränkten, universalen Geltung der Menschenrechte.“

Die Zeit[47]

„Der Lettre-Leser ärgert sich nicht über Irritationen. Er sucht sie. Weil er weiß, alle Erkenntnis beginnt damit, dass man aus seinen Gewohnheiten hinausgekickt wird. Lettre macht einen nicht nur klüger. Lettre ändert einen.“

Frankfurter Rundschau[48]

„Schnell ist man mittendrin im Universum der Lettre International, dieser geradezu unglaublichen Ausnahmeerscheinung auf dem Zeitschriftenmarkt: sperriges Format, anspruchsvoller Inhalt, sehr viel Text. Rein publizistisch ein Wahnsinn.“

die tageszeitung[49]

„In Berlin gegründet, aber von Anfang an transnational angelegt, hat Lettre immer die verschiedenen, die ganz anderen Blickwinkel gesucht und die Themen, die allen staatlichen oder sprachlichen Verengungen zuwiderlaufen.“

Der Standard[50]

„Was Lettre ausmacht lässt sich so charakterisieren: ein radikal kosmopolitisches Konzept, das die europäische Nabelschau überwinden will, weil sie einer globalisierten Welt nicht mehr angemessen ist: die Präsentation einer Vielfalt von literarischen Formen, wo Essays neben Kurzgeschichten, Gedichte neben Reportagen ihren Platz finden: und die Mischung von Textbeiträgen mit den Werken von Malern und Fotografen.“

Stuttgarter Zeitung[51]

„Lettre ist in Deutschland der einzig wirkliche Zugang zur globalisierten Welt. Die anderen – auch und gerade die von großen Verlagen oder Akademien – herausgegebenen Zeitschriften mögen ihre Meriten haben, aber sie sind – verglichen mit Lettre – von einer geradezu weltflüchtigen Enge. Sei es inhaltlich, sei es geografisch.“

Berliner Zeitung[52]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Roman Schmidt, Enzyklopädist des Internationalen - Ein Gespräch mit Antonin Liehm, in: sens publique - Internationale Web-Zeitschrift. http://www.sens-public.org/IMG/pdf/SensPublic_RSchmidt__EntretienLiehm.pdf
  2. Publizistischer Wahnsinn. In: taz, 2. Juni 2008
  3. http://kaffeehaussitzer.de/ausflug-ins-intellektuelle-herz-europas/
  4. http://www.theaterderzeit.de/person/frank_raddatz/
  5. Impressum, in: Lettre international: Europas Kulturzeitung. (Nr. 1 ff.), Berlin 1988-2015
  6. Sara Hoegen u. a, Friedrichstraße/Ostsee für Lettre International, Berlin 2006, S. 41–51.
  7. http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/debatten/literaturfonds-bitte-klartext-zum-volltext-1332150.html
  8. http://www.deutscher-literaturfonds.de/?k=7&sk=28
  9. Editorial, in: Lettre international: Europas Kulturzeitung. (Nr. 1), Berlin 1988
  10. letterainternazionale.it
  11. revistasculturales.com
  12. icr.ro/bucuresti/reviste/lettre-internationale/
  13. lettre.c3.hu
  14. letterra.org
  15. Publizistischer Wahnsinn. In: taz, 2. Juni 2008
  16. lettre.de
  17. http://www.nzz.ch/es-gibt-keine-teehaeuser-mehr-1.17350843
  18. http://www.esprit.presse.fr/archive/review/article.php?code=8187
  19. http://www.lettre.de/beitrag/axelos-kostas_das-schicksal-des-modernen-griechenland
  20. http://www.counterpunch.org/2012/05/25/the-lord-of-the-drones-by-heathcote-williams/
  21. http://www.penguinrandomhouse.com/books/201881/site-and-sound-by-victoria-newhouse/
  22. Publizistischer Wahnsinn. In: taz, 2. Juni 2008
  23. a b lettre.de
  24. „Telegramm“-Kurznachrichten im Radioprogramm von NDR Kultur, 16. März 2000
  25. a b Wendelin Hübner: Dilettantismus, Phrasen, Irreführung, Parolen. In: V.i.S.d.P. Magazin für Medienmacher. 23. Oktober 2009.
  26. Patrick Bahners, Die Panikmacher. Die deutsche Angst vor dem Islam - Eine Streitschrift, C.H.Beck, München 2011, S. 24. ISBN 978 3 406 61645 7
  27. Navid Kermani, Vergesst Deutschland! Eine patriotische Rede zur Eröffnung der Hamburger Lessingtage 2012. Ullstein, Berlin 2012.
  28. Christian Meier: „Lettre“-Chef Frank Berberich über seine Erfahrungen mit „Bild“: „Schlichter Diebstahl“. In: Kress. Der Mediendienst, 26. Oktober 2009.
  29. Rechtsanwälte Eisenberg, Dr. König & Dr. Schork: Diebstahl des Sarrazin-Inzerviews von lettre international durch Bildzeitung von LG Berlin gestoppt. Auf: eisenberg-koenig.de, 12. Oktober 2009.
  30. Peter Mühlbauer: Es geht auch ohne Leistungsschutzrechte. In: Telepolis, 28. Oktober 2009.
  31. Kai Diekmann: Return to Sender. In: kaidiekmann.de, 27. Oktober 2009.
  32. Interview-Klau: „Bild“ muss 60.000 Euro zahlen auf DWDL.de
  33. Volker Weidermann, in: Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung, 14. April 2013
  34. Berliner Zeitung, 27. März 2013 und in: Frankfurter Rundschau, 27. März 2013, http://www.berliner-zeitung.de/medien/lettre-international-werkstatt-der-geistesgegenwart,10809188,22218562.html
  35. lettre-ulysses-award.org
  36. http://www.brigitte.de/wohnen/wohnen/wohnen-stil-1104752/
  37. http://www.lettre.de/kiosk/kunsteditionen
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