Beulah Bondi

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Beulah Bondi (* 3. Mai 1888 in Chicago, Illinois; † 11. Januar 1981[1] in Los Angeles, Kalifornien) war eine US-amerikanische Schauspielerin.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl in Chicago geboren, wuchs Beulah Bondi in Valparaiso im Bundesstaat Indiana auf. Nach einem Besuch der örtlichen Valparaiso University begann sie ihre Karriere als Schauspielerin in den 1910er-Jahren beim Theater. 1925 schaffte sie den Sprung an den Broadway, wo sie sich mit einer Rolle in Kenneth S. Webbs Stück One of the Family schnell als Charakterdarstellerin etablieren konnte. Es folgten Auftritte in beliebten Broadway-Stücken von Maxwell Anderson, Clemence Dane, Philip Barry und Sidney Howard. Ihr größter Erfolg war wohl das Stück Street Scene von Elmer Rice aus dem Jahre 1929. Für die Verfilmung von Street Scene wurde Bondi im Jahre 1931 nach Hollywood engagiert, wofür die bereits 43-jährige ihr Filmdebüt machte. Fortan sollte sie in zahlreichen Hollywood-Filmproduktionen vor allem die Mütter der Hauptdarsteller verkörpern, später deren Großmütter.

Für ihre Auftritte in The Gorgeous Hussy (1936) und Of Human Hearts (1938) erhielt Bondi zwei Oscar-Nominierungen in der Kategorie Beste Nebendarstellerin. Die Mutter von James Stewart spielte sie in gleich vier Filmen, unter anderem in den Frank-Capra-Filmklassikern Mr. Smith geht nach Washington und Ist das Leben nicht schön?. Ein fünftes und letztes Mal trat sie 1971 in einer Episode der Jimmy Stewart Show als dessen Mutter auf. Zu ihren bekannteren Auftritten gehören eine Adoptionsvermittlerin in Akkorde der Liebe (1941) neben Cary Grant und Irene Dunne, eine streitsüchtige Großmutter in Jean Renoirs Western Der Mann aus dem Süden (1945) sowie die Rolle der Miss Greer im Drama Die Schlangengrube (1948) neben Olivia de Havilland. Beulah Bondi galt als eine vielseitige Charakterdarstellerin, die auch ohne Probleme Rollen spielen konnte, die eigentlich deutlich älter als sie selbst waren. Einen Höhepunkt ihrer Karriere (und eine ihrer wenigen Hauptrollen) hatte sie 1937 im Film Kein Platz für Eltern. Hier spielte sie eine von der Weltwirtschaftskrise getroffenen Greisin, die wegen finanzieller Problemen von ihrem geliebten Ehemann getrennt leben muss.

Neben ihrer Filmarbeit spielte Bondi auch weiterhin regelmäßig auf den Bühnen des Broadways. Mit Beginn des Fernsehens in den 1950er-Jahren war die Darstellerin auch dort regelmäßig zu sehen. In den 1960er- und 1970er-Jahren arbeitete Bondi angesichts ihres Alters seltener als Schauspielerin. Einen späten Erfolg feierte sie im Jahre 1977, als sie für ihren Auftritt als Tante Martha Corinne Walton in zwei Folgen der Familienserie Die Waltons einen Emmy als Beste Gastdarstellerin gewinnen konnte. Sie starb 1981 im Alter von 92 Jahren an Lungenproblemen, die sie sich bei einem Sturz über ihre Katze zugezogen hatte. Obwohl Bondi auf der Leinwand regelmäßig Mütter spielte, war sie nie verheiratet und hatte keine Kinder. Ihr ist ein Stern auf dem Hollywood Walk of Fame gewidmet.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Beulah Bondi – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Die Schauspieler, Regisseure, Kameraleute, Produzenten, Komponisten, Drehbuchautoren, Filmarchitekten, Ausstatter, Kostümbildner, Cutter, Tontechniker, Maskenbildner und Special Effects Designer des 20. Jahrhunderts. Band 1: A – C. Erik Aaes – Jack Carson. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-340-3, S. 463.