Spur in den Bergen

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Filmdaten
Deutscher TitelSpur in den Bergen
OriginaltitelTrack of the Cat
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1954
Länge102 Minuten
Stab
RegieWilliam A. Wellman
DrehbuchA. I. Bezzerides
ProduktionRobert Fellows,
John Wayne
MusikRoy Webb
KameraWilliam H. Clothier
SchnittFred MacDowell
Besetzung

Spur in den Bergen ist ein US-amerikanischer Western unter Regie von William A. Wellman aus dem Jahre 1954. Er basiert auf dem 1949 erschienenen Roman Track of the Cat von Walter Van Tilburg Clark.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die dysfunktionale Familie Bridges lebt um das Jahr 1900 zurückgezogen fernab der Zivilisation auf ihrer Ranch in Nordkalifornien. Der alte Vater, ein ehemaliger Gelehrter, ist zum Alkoholiker verkommen; die bigotte Mutter ist eine christliche Fundamentalistin und mit ihrem Mann zerstritten. Das Ehepaar hat drei Söhne: den verantwortungsvollen älteren Sohn Arthur, der den Frieden in der Familie mühsam erhält; als mittleren Sohn den draufgängerischen und brutalen Curt, der sich mit harter Hand um die Ranch kümmert; sowie als jüngsten Sohn den schüchternen Harold, dessen Verlobte Gwen Williams gerade auf der Ranch zu Besuch ist. Einzige Tochter der Familie ist die alte Jungfer Grace, welche ein trübes Dasein fristet. Außerdem lebt auf der Ranch noch als Helfer der uralte Joe Sam, ein ehemaliger Paiute-Häuptling. Joe Sam ist es auch, der entdeckt, dass eine mysteriöse Raubkatze in den Bergen – die in der Gegend schon seit vielen Jahren gelegentlich streift – mit dem Schnee zurückgekehrt ist und nun das Vieh der Familie reißt. Die Raubkatze hatte bereits vor vielen Jahren das letzte Familienmitglied von Joe Sam gerissen.

Curt macht sich über Gwen lustig, da er sie als Bedrohung sieht. Der ängstliche Harold erträgt dies schweigend, was wiederum für Verstimmungen mit seiner Verlobten sorgt, die von ihm mehr Selbstbewusstsein einfordert. Als Arthur vorschlägt, dass man die Ranch so umgestalten solle, dass Harold einen Teil bewirtschaften und so seine eigene Familie gründen könne, lehnt Curt das sofort ab. Später begeben sich Arthur und Curt auf die Suche nach der Wildkatze, doch Arthur wird hierbei von der Katze getötet, als Curt gerade auf der Farm Schneeschuhe und neue Verpflegung für die weitere Jagd holt. Als Curt den toten Körper seines Bruders entdeckt, macht er sich grimmig alleine auf die Jagd nach der Wildkatze, während er das Pferd mit dem toten Körper von Arthur nach Hause schickt. Dort kommt es inzwischen zu weiterem Ärger, als Ma Bridges Harold und Gwen küssend sieht. Pa wirft seiner Frau betrunken vor, sie würde sich stets gegen die Liebe stellen. Harold und Gwen wollen gehen, doch er wird von seiner Mutter überredet, bis zur Beerdigung von Arthur zu bleiben.

Curt übernachtet in einer Schlucht, muss jedoch entdecken, dass die gesamte Verpflegung in seinem roten Mantel ist, den er auf dem Pferd mit Arthur nach Hause geschickt hatte. Der hungrige Curt verfällt immer mehr in den Wahnsinn, als er aus einem Gedichtband von John Keats liest. Nach Arthurs Beerdigung wollen Gwen und Harold nun wirklich abreisen, doch Ma kann ihren Sohn erneut zum Bleiben überreden. Er solle ein großes Feuer bauen, um Curt den Weg nach Hause zu weisen. Zum Ärger von Gwen bleibt Harold tatsächlich und entzündet ein Feuer. Curt, inzwischen wahnsinnig geworden, sieht das Feuer und versucht ihm zu folgen, fällt jedoch über eine Klippe in den Tod. Nach drei weiteren Tagen des Suchens machen sich Harold und Joe Sam auf die Suche nach Curt, obwohl dessen Fehlen der Familie inzwischen Frieden gebracht hat. Ma bereut, dass sie Curt immer gegen die Familie aufgestachelt habe und dieser nun sündhaft sterbe. Auch entschuldigt sie sich dafür, dass sie ihre Familie aus religiösen Gründen von der Zivilisation in die karge, lebensfeindliche Landschaft geführt habe.

Mithilfe von Joe Sams Kenntnissen findet Harold die Leiche seines Bruders an der Klippe. Die Wildkatze erscheint plötzlich, doch Harold kann sie erschießen. Harold und Joe Sam kehren nach Hause zurück, wo eine nunmehr dezimierte, aber nach den Krisen vereinte Familie wartet.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Regisseur William A. Wellman drehte diesen experimentellen Western zwar in Farbe, „beließ die winterliche Szenerie aber vorwiegend in schwarz und weiß, so daß die rote Jacke der Hauptfigur wie auch andere gezielte Farbtupfer sich kontrapunktisch abheben.“[1] Wellman hatte bereits länger vorgehabt, eine Art „Schwarzweißfilm in Farbe“ zu drehen, wie er selbst bezeichnete. 1943 hatte Wellman bereits mit Ritt zum Ox-Bow mit Henry Fonda in der Hauptrolle einen Roman von Walter Van Tilburg Clark verfilmt. Wie auch bereits bei Ritt zum Ox-Bow galt die düstere Handlung von Track of a Cat den Hollywood-Produzenten aus kommerzieller Sicht wenig versprechend, weshalb Wellman lange nach einer Finanzierung suchen musste. Produziert wurde der Film letztlich unter der von John Wayne gegründeten Filmproduktionsfirma Batjac Productions, in den Kinos wurde Track of the Cat dann von Warner Brothers vertrieben.

Die Außenszenen drehte Wellman am Mount Rainier im US-Bundesstaat Washington. Hauptdarsteller Mitchum beschrieb die Dreharbeiten später als die härtesten in seiner gesamten Filmkarriere.[2] Der frühere Kinderstar Carl Switzer, bekannt durch seine Rolle als „Alfalfa“ bei den Kleinen Strolchen, wurde als hochbetagter Indianer Joe Sam besetzt – obwohl er keinerlei indianische Vorfahren hatte und zum Drehzeitpunkt erst 26 Jahre alt war.

Seine Premiere feierte der Film am 27. November 1954 in den Vereinigten Staaten. In Deutschland wurde der Film erstmals am 13. Dezember 1997 im ZDF ausgestrahlt.[3] In der deutschen Synchronfassung wird Robert Mitchum von Oliver Stritzel gesprochen.[4]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bosley Crowther gab dem Film in der New York Times vom 2. Dezember 1954 eine gemischte Kritik. Während er die Darsteller lobte, sei Wellmans Film meist eine „schwere und ungeschickte Travestie eines tiefen matriachalen Westerns oder Melodrams mit griechischen Untertönen.“ Der Film biete eine schöne Schneekulisse und biete eine Menge Dialoge über tiefsinnige Dinge, biete aber „keinen psychologischen Pfad, keinen dramatischen Punkt“.[5] Unter den gegenwärtigen Kritikern schrieb Dennis Schwartz hingegen sehr positiv über den Film, es sei ein „auf brillante Weise realisierter, anspruchsvoller, finsterer, grüblerischer Western“. Über den Farbeinsatz im Film schrieb Schwartz: „Das unvergessliche Aussehen war sehr effektiv darin, den Film mit der im Subtext vorhandenen sexuellen Energie aufzuladen“, außerdem gebe es dem Film eine Aura des Geheimnisvollen. Es sei einer „dieser übersehenen großartigen Filme, die irgendwie unter das Radar gerieten, in diesem Fall wahrscheinlich, weil es als ein Western so einzigartig ist.“[6]

Die Fernsehzeitschrift Prisma schrieb über Robert Mitchum, er zeige in der Hauptrolle des Curt eine „Glanzleistung“: „Spur in den Bergen ist eine seiner weniger bekannten Arbeiten. Seine darstellerische Leistung ist darum nicht weniger eindrucksvoll. (...) Nicht zuletzt sein intensives Spiel verhilft der düsteren Familiensaga zu ihrer beklemmenden atmosphärischen Dichte.“[7] Das Lexikon des internationalen Films urteilte: „Ein bizarres filmisches Experiment, zugleich ein düsterer psychologischer Western um Machtbesessenheit und Bigotterie, stellenweise etwas schwerfällig inszeniert, aber glaubhaft erzählt und hervorragend gespielt.“[8]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Spur in den Bergen bei Zweitausendeins
  2. Lee Server, Robert Mitchum: "Baby, I Don't Care", St. Martin's Press, 2001, S. 259.
  3. Spur in den Bergen bei Zweitausendeins
  4. Spur in den Bergen bei der Deutschen Synchronkartei
  5. Spur in den Bergen bei der New York Times
  6. Track of the Cat bei Dennis Schwartz
  7. Spur in den Bergen bei Prisma
  8. Spur in den Bergen bei Zweitausendeins