Bidar

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bidar
Bidar (Indien)
Red pog.svg
Staat: Indien
Bundesstaat: Karnataka
Distrikt: Bidar
Lage: 17° 54′ N, 77° 33′ O17.977.55670Koordinaten: 17° 54′ N, 77° 33′ O
Höhe: 670 m
Fläche: 43 km²
Einwohner: 216.020 (2011)[1]
Bevölkerungsdichte: 5024 Einw./km²

d1

Bidar (Kannada: ಬೀದರ Bīdara, Urdu: بیدار Bīdār) ist eine Stadt im indischen Bundesstaat Karnataka mit rund 220.000 Einwohnern (Volkszählung 2011). Sie war von 1430 bis 1492 Hauptstadt des Bahmani-Sultanats und anschließend bis 1619 Hauptstadt des Sultanats Bidar.

Geografie und Verkehr[Bearbeiten]

Blick vom Fort Bidar

Bidar liegt im äußersten Nordosten Karnatakas rund 640 Kilometer nördlich der Hauptstadt Bangalore und 140 Kilometer nordwestlich von Hyderabad, der Hauptstadt des Nachbarbundesstaates Andhra Pradesh. Zur Grenze Andhra Pradeshs sind es von Bidar nur acht Kilometer. Die Stadt liegt im Hochland von Dekkan auf einer Höhe von 670 Metern über dem Meeresspiegel. Nördlich von Bidar fließt der Fluss Manjira, ein Nebenfluss des Godavari, der die Stadt mit Trinkwasser versorgt. Bidar ist Hauptort des Distrikts Bidar.

Südlich von Bidar führt der National Highway 9 von Machilipatnam über Hyderabad nach Pune vorbei. Über den Bahnhof Bidar ist die Stadt an das Eisenbahnnetz angebunden. Rund 7 Kilometer westlich des Zentrums von Bidar befindet sich der von den indischen Luftstreitkräften genutzte Flughafen Bidar.

Geschichte[Bearbeiten]

Die verfallene Mahmud-Gawan-Madrasa in Bidar (Foto von 1875)

Die Stadt Bidar soll im 13. Jahrhundert von der Hindu-Dynastie der Kakatiya von Warangal gegründet worden sein. Mit der Eroberung durch das Sultanat Delhi begann 1321 die islamische Herrschaftsperiode im Bidar. 1347 Jahrhunderts kam die Stadt zum Bahmani-Sultanat, das sich von Delhi unabhängig gemacht hatte. Der Bahmani-Herrscher Ahmad Shah Wali ließ das Fort Bidar erbauen und verlegte 1430 seine Hauptstadt von Gulbarga nach Bidar. Nach dem Fall des Bahmani-Sultanats wurde Bidar 1492 Hauptstadt des Sultanats Bidar. 1619 wurde das Bidar vom Sultanat Bijapur unterworfen. 1656 eroberte wiederum der Mogul-Herrscher Aurangzeb die Stadt und nannte sie zwischenzeitlich in Zafarabad um. Als sich der Staat Hyderabad 1724 vom Mogulreich unabhängig machte, kam auch Bidar zu diesem. Während der britischen Kolonialzeit war Hyderabad ein nominell selbstständiger Fürstenstaat unter britischer Oberhoheit.

Nach der indischen Unabhängigkeit 1947 wurde Hyderabad als Bundesstaat in Indien eingegliedert. Als 1956 die indischen Bundesstaaten durch den States Reorganisation Act neugegliedert wurden, kam der südwestliche Teil Hyderabads samt der Stadt Bidar an den nach den Sprachgrenzen des Kannada geschaffenen Bundesstaat Mysore (1973 umbenannt in Karnataka).

Bevölkerung[Bearbeiten]

In einer Großküche in Bidar wird Biryani zubereitet.

Nach der Volkszählung 2011 hat Bidar 216.020 Einwohner. 55 Prozent der Bevölkerung sind Hindus, 35 Prozent sind Muslime, 7 Prozent Christen und 2 Prozent Buddhisten.[2] Die Hauptsprache ist Kannada, das nach der Volkszählung 2001 von 50 Prozent der Bevölkerung als Muttersprache gesprochen wird. Unter den Muslimen ist Urdu (35 Prozent) verbreitet. Kleinere Minderheiten sprechen Marathi (6 Prozent), Telugu (4 Prozent) und Hindi (3 Prozent).[3]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Die Bauweise der Mahmud-Gawan-Madrasa ist eine Reminiszenz an die Architektur aus der Zeit des Bahmani-Sultanats.
  • Das Fort Bidar unweit des Zentrums ist eines der größten Forts in Indien.
  • Aus Bidar stammt eine besondere Form des Metallhandwerks mit kunstvollen Einlegearbeiten, die als Bidriware bekannt ist.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011.
  2. Census of India 2011: C-1 Population By Religious Community. Karnataka.
  3. Census of India 2001: C-16 City : Population by Mother Tongue (Karnataka), abgerufen unter Tabulations Plan of Census Year - 2001.