Bornsen (Jübar)

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Bornsen
Gemeinde Jübar
Koordinaten: 52° 43′ 2″ N, 10° 54′ 53″ O
Höhe: 70 m ü. NN
Fläche: 8,07 km²
Einwohner: 216 (Jan. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 27 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2010
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039003
Bornsen (Sachsen-Anhalt)
Bornsen
Bornsen
Lage von Bornsen in Sachsen-Anhalt

Bornsen ist ein Ortsteil von Jübar im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt, Deutschland.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das altmärkische Dorf Bornsen liegt 22 Kilometer südwestlich der Kreisstadt Salzwedel und 12 Kilometer östlich des niedersächsischen Wittingen. Bis zur im Südwesten verlaufenden Bundesstraße 244 sind es rund acht Kilometer.

Im Westen des Dorfes fließt der Bornsener Bach, der nördlich von Dankensen auf den Molmker Bach trifft. Im Süden liegen der etwa 94 Meter hohe Petersberg und der etwa 105 Meter hohe Wolfsberg.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort war ursprünglich ein Rundplatzdorf, das sich später zu einer Streusiedlung entwickelte.[3]

Das heutige Dorf Bornsen wurde 1375 erstmals urkundlich als Bornsen im Landbuch der Mark Brandenburg genannt und gehörte dem Kloster Diesdorf.[4]

Rorlach[3] weist darauf hin, dass ein angeblich 1178 genanntes Borrensin nichts mit Bornsen zu tun hat, wie von Hermes und Weigelt beschrieben,[5] die sich wohl auf Riedel[6] beziehen, der selbst keine Quelle anführt.

Die historische Bevölkerung von Bornsen ist für die Jahre 1674 bis 1814 in einem Ortsfamilienbuch dokumentiert.[7]

Im Jahre 1953 wurde in Jübar die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft vom Typ III, die LPG „Die Bewährung“ gebildet. Die LPG Tierproduktion „Eichengrund“ wurde 1975 aus den LPGs „Eichengrund“ in Wüllmersen, „Bewährung“ in Bornsen und der LPG vom Typ I „Altmarkland“ in Wüllmersen gebildet, zu der 1986 eine Milchviehanlage Bornsen gehörte. Die LPG wurde 1992 in die „Milch-, Fleisch- und Agrarprodukte eG“ umgewandelt.[3]

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Juli 1950 wurde die bis dahin eigenständige Gemeinde Drebenstedt aus dem Landkreis Salzwedel in die Gemeinde Bornsen eingemeindet.[8] Bis Ende 2009 gehörte die Gemeinde Bornsen mit dem Ortsteil Drebenstedt der Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf an.

Durch einen Gebietsänderungsvertrag beschlossen die Gemeinderäte der Gemeinden Bornsen (am 25. Mai 2009), Hanum (am 3. Juni 2009), Jübar (am 3. Juni 2009), Lüdelsen (am 13. Mai 2009) und Nettgau (am 4. Juni 2009) beschlossen, dass ihre Gemeinden aufgelöst und zu einer neuen Gemeinde mit dem Namen Jübar vereinigt werden. Dieser Vertrag wurde vom Landkreis als unterer Kommunalaufsichtsbehörde genehmigt und trat am 1. Januar 2010 in Kraft.[9] [10]

Damit ist Bornsen seit dem 1. Januar 2010 ein Ortsteil von Jübar.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 45
1774 59
1789 58
Jahr Einwohner
1798 44
1801 43
1818 60
Jahr Einwohner
1840 100
1864 111
1871 119
Jahr Einwohner
1885 144
1895 158
1905 167
Jahr Einwohner
1925 194
1939 279
1946 425
Jahr Einwohner
1964 491
1971 462
1981 471
Jahr Einwohner
1993 464
2006 350
2008 348

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Letzte Bürgermeisterin von Bornsen war Sabine Munter.[11]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Im Monat August findet in Bornsen seit 2009 ein Trecker- und Oldtimertreffen statt.
  • Die die beiden Großsteingräber bei Bornsen am südlichen und östlichen Ortsrand weisen auf eine frühe Besiedlung schon in der Jungsteinzeit hin.
  • In Bornsen steht ein Denkmal für die Gefallenen des Ersten Weltkrieges in Form eines Hünengrabes.[12]
  • Der Friedhof liegt im Osten des Ortes.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Ort gibt es ein Gasthaus und mehrere kleine Gewerbebetriebe.

Vereine[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Rassegeflügelzüchterverein Jübar/Bornsen e.V.
  • Heimatverein Drebenstedt-Bornsen e.V. mit Sitz in Jübar
  • Fußballclub Jübar-Bornsen von 1950 e.V.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die evangelischen Christen aus Bornsen waren früher nach Jübar eingepfarrt (sie gehörten also zur Pfarrei Jübar)[13] und gehören heute zur Kirchengemeinde Drebenstedt im Pfarrbereich Rohrberg[14] des Kirchenkreises Salzwedel im Propstsprengel Stendal-Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf (Hrsg.): Findling: Amtsblatt mit Informationsteil. Die aktuellen Einwohnerzahlen. 10. Jahrgang, Nr. 2. Beetzendorf 3. Februar 2016, S. 14 (PDF; 4,7 MB [abgerufen am 25. Februar 2018]).
  2. Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)
  3. a b c Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 302–305.
  4. Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 406 (uni-potsdam.de).
  5. J. A. F. Hermes, M. J. Weigelt: Historisch-geographisch-statistisch-topographisches Handbuch vom Regierungsbezirke Magdeburg. Topographischer Teil. Hrsg.: Verlag Heinrichshofen. Band 2, 1842, S. 327 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3DHB4_AAAAcAAJ%26pg%3DPA327~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  6. Adolph Friedrich Riedel: Die Mark Brandenburg im Jahre 1250 oder historische Beschreibung der Brandenburgischen Lande und ihrer politischen und kirchlichen Verhältnisse um diese Zeit. Hrsg.: Berlin. Band 1. Dümmler, 1831, S. 80 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D0PhKAAAAcAAJ%26pg%3DPA80~IA%3D~MDZ%3D%0A~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  7. Ulf Queckenstedt: Ortsfamilienbuch Jübar. (online-ofb.de [abgerufen am 6. März 2017]).
  8. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Gemeinden 1994 und ihre Veränderungen seit 01.01.1948 in den neuen Ländern. Metzler-Poeschel, Stuttgart 1995, ISBN 3-8246-0321-7, S. 357, 361.
  9. Gebietsänderungsvertrag. Bildung einer neuen Gemeinde aus den Gemeinden Bornsen, Hanum, Jübar, Lüdelsen und Nettgau zum 01.01.2010. In: Altmarkkreis Salzwedel (Hrsg.): Amtsblatt für den Altmarkkreis Salzwedel. 15. Jahrgang, Nr. 7. Salzwedel 29. Juli 2009, S. 180–183 (hhttp://www.altmarkkreis-salzwedel.de/portaldata/1/resources/as_buerger/dokumente/amtsblatt_nr._07,_29.07.2009.pdf (Memento vom 20. Januar 2016 im Internet Archive) [abgerufen am 14. April 2018]). (PDF; 1,9 MB)
  10. StBA: Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2010
  11. Statistisches Landesamt Sachsen-Anhalt. Gemeinde Bornsen, Altmarkkreis Salzwedel. Endgültiges Ergebnis Wahl am 13.06.2004. Abgerufen am 4. März 2018.
  12. Onlineprojekt Gefallendenkmäler. Bornsen auf www.denkmalprojekt.org. 27. September 2009, abgerufen am 4. März 2018.
  13. Haase, Hilbert: Pfarr-Almanach oder die evangelischen Geistlichen und Kirchen der Provinz Sachsen der Grafschaften Wernigerode, Rossla und Stolberg. 19. Jahrgang, 1903, ZDB-ID 551010-7, S. 98 (wiki-de.genealogy.net [abgerufen am 3. März 2018]).
  14. Pfarrbereich Rohrberg. Abgerufen am 4. März 2018.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 302–305.
  • Wilhelm Zahn: Heimatkunde der Altmark. Nach Hinterlassenschaften des Verfassers bearbeitet von Martin Ehlies. 2. Auflage. Verlag Salzwedeler Wochenblatt, Graphische Anstalt, G.m.b.H., Salzwedel 1928, S. 147.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]