Wendischbrome

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Wendischbrome
Gemeinde Jübar
Koordinaten: 52° 37′ 4″ N, 10° 55′ 30″ O
Höhe: 72 m ü. NN
Einwohner: 95 (Jan. 2016)[1]
Eingemeindung: 1. Juli 1973
Eingemeindet nach: Nettgau
Postleitzahl: 38489
Vorwahl: 039003
Wendischbrome (Sachsen-Anhalt)
Wendischbrome
Wendischbrome
Lage von Wendischbrome in Sachsen-Anhalt
Blick vom Rundling entlang der Straße nach Nettgau

Wendischbrome ist ein Ortsteil der Gemeinde Jübar im Altmarkkreis Salzwedel in Sachsen-Anhalt.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendischbrome liegt östlich des Oberlaufs der Ohre. Nächste Ortschaft ist Benitz in Niedersachsen rund einen Kilometer südwestlich. Das namensgebende Brome liegt zwei Kilometer südlich. Nächstgelegener Ort in Sachsen-Anhalt ist Nettgau, das drei Kilometer nördlich liegt. Nahe Wendischbrome liegen die NaturschutzgebieteOhreaue“ und „Ohreaue bei Altendorf und Brome“.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wendischbrome wurde als wendische Siedlung gegründet, während sich die damaligen deutschen Siedler überwiegend in Brome bzw. Altendorf konzentrierten. Etwa von 1420 bis 1535 lag Wendischbrome wüst, bevor es als Rundling wiedererrichtet wurde.[2]

Politisch gehörte Wendischbrome bis 1692 zum Amt Knesebeck im Lüneburgischen[3] und danach zur Voigtei Steimke und später zum Salzwedelischen Kreis in der Mark Brandenburg (bis 1815) bzw. zur Provinz Sachsen (1815–1946), kirchlich dagegen gehörte es bis nach 1945 zu Brome im Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg (bis 1814) bzw. zum Königreich Hannover (1814–1866). Bis Mitte des 19. Jahrhunderts wurden die Toten des Dorfes auf dem Altendorfer Friedhof beerdigt, zu dem der Wendischbromer Totenweg führte.[4]

Nach der Ziehung der innerdeutschen Grenze, die hier abschnittweise entlang der Ohre verlief, lag Wendischbrome weniger als 100 Meter davon entfernt. Die Wendischbromer Schule wurde geschlossen. Kirchlich wurden die Wendischbromer von der evangelischen Gemeinde Jübar betreut, obwohl sie formal weiterhin zur Gemeinde Brome gehörten. 1952 und 1960 erfolgte in zwei Stufen die Kollektivierung. Da Wendischbrome in der 5-km-Sperrzone der Grenze lag, wurden viele Einwohner in der Aktion Ungeziefer (1952) und der Aktion Kornblume (1961) zwangsausgesiedelt oder flohen in den Westen, so dass die Einwohnerzahl stark sank.

Wendischbrome war bis zum 30. Juni 1973 eine selbstständige Gemeinde. Anschließend gehörte der Ort zur Gemeinde Nettgau, die am 1. Januar 2010 in der Gemeinde Jübar aufging.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner
1734 52
1774 52
1789 62
Jahr Einwohner
1798 64
1801 64
1818 50
Jahr Einwohner
1840 131
1864 146
1871 178
Jahr Einwohner
1885 163
1895 181
1905 190
Jahr Einwohner
1925 213
1939 207
1946 241
Jahr Einwohner
1964 171
1971 128
1988 77
Jahr Einwohner
2011 97

Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kreisstraßen führen nach Brome und Nettgau sowie Richtung Mellin. Wendischbrome ist per Rufbus der Personenverkehrsgesellschaft Altmarkkreis Salzwedel (PVGS) erreichbar.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 259–273
  • Wilhelm Köther, Hermann Winter: Aufzeichnungen aus Wendischbrome. Zur Geschichte eines Altmarkdorfes im 20. Jahrhundert. Museums- und Heimatverein Brome e.V. 2003.
  • Jens Winter: Häuserchronik von Wendischbrome. Eigenverlag des Verfassers, Brome 2012.
  • Peter P. Rohrlach: Historisches Ortslexikon für die Altmark. Berliner Wissenschafts-Verlag, 2018, ISBN 978-3-8305-2235-5, S. 337–339.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Verwaltungsgemeinschaft Beetzendorf-Diesdorf (Hrsg.): Findling: Amtsblatt mit Informationsteil. Die aktuellen Einwohnerzahlen. 10. Jahrgang, Nr. 2. Beetzendorf 3. Februar 2016, S. 14 (PDF; 4,7 MB [abgerufen am 25. Februar 2018]).
  2. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 259
  3. Fabri, Johann Ernst Fabri: Magazin für die Geographie, Staatenkunde und Geschichte. Band 2. Raspe, Nürnberg 1797, S. 70 (Digitalisathttp://vorlage_digitalisat.test/1%3D~GB%3D~IA%3D~MDZ%3D%0A10429213_00082~SZ%3D~doppelseitig%3D~LT%3D~PUR%3D).
  4. Johann Dietrich Bödeker: Das Land Brome und der obere Vorsfelder Werder, Geschichte des Raumes an Ohre, Drömling und Kleiner Aller. Braunschweig 1985, ISBN 3-87884-028-4, S. 266