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Brembo (Unternehmen)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Brembo N.V.
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Rechtsform Aktiengesellschaft (N.V.)
ISIN NL0015001KT6
Gründung 1961
Sitz Stezzano, Italien Italien (Hauptverwaltung)
Amsterdam, Niederlande Niederlande (Rechtssitz)[1]
Leitung
  • Daniele Schillaci (CEO)
Mitarbeiterzahl 15.875[1]
Umsatz 3,7 Mrd. EUR[1]
Branche Automobilzulieferer
Website www.brembo.com
Stand: 31. Dezember 2025

Brembo ist ein international tätiger Automobil- und Motorradzulieferer mit operativer Hauptverwaltung in Stezzano bei Bergamo (Italien) und Rechtssitz in Amsterdam (Niederlande).

Das Unternehmen entwickelt und produziert Bremsanlagen sowie Fahrwerkskomponenten für Kraftfahrzeuge und fungiert als Erstausrüster für Automobil- und Motorradhersteller.[3] Den Hauptanteil am Konzernumsatz bildet das Pkw-Segment, gefolgt von den Bereichen Motorräder, Nutzfahrzeuge und Rennsport.[1]

Brembo ist seit 1995 an der Borsa Italiana notiert.[1]

Unternehmensentwicklung

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Brembo-Pkw-Bremsanlage
Brembo-Motorrad-Bremsanlage

Das Unternehmen wurde am 11. Januar 1961 in Paladina von Emilio Bombassei und Italo Breda als mechanische Werkstatt gegründet.[4] Die Firmenbezeichnung leitet sich vom nahegelegenen Fluss Brembo ab. Kurz nach der Gründung spezialisierte sich der Betrieb auf die Nachbearbeitung und den Einbau von Scheibenbremsen, die damals aus dem Vereinigten Königreich nach Italien importiert wurden. 1964 schloss das Unternehmen einen ersten Erstausrüstungsvertrag mit Alfa Romeo ab, 1972 folgte eine Liefervereinbarung für Motorrad-Bremskomponenten mit Moto Guzzi.[4]

1975 begann Brembo die Belieferung der Scuderia Ferrari in der Formel 1. In den 1980er-Jahren expandierte das Unternehmen in die Serienausstattung von Fahrzeugen des Oberklasse- und Premiumsegments. Zu den Kunden zählten unter anderem BMW, Chrysler, Mercedes-Benz, Nissan und Porsche. 1995 erfolgte der Börsengang an der Borsa Italiana.[4]

Ab 2000 weitete Brembo seine internationale Präsenz durch den Ausbau von Produktions- und Entwicklungsstandorten sowie durch Übernahmen und strategische Kooperationen aus. Im Jahr 2000 übernahm das Unternehmen den britischen Rennsport-Bremsenhersteller AP Racing, zwei Jahre später folgte der auf geschmiedete Motorradräder spezialisierte Hersteller Marchesini.[4] 2007 verlegte Brembo seine operative Hauptverwaltung in den Technologie- und Forschungspark Kilometro Rosso in Stezzano und erwarb die Bremsenkomponenten-Sparte von Hayes Lemmerz, wodurch die Präsenz in Nordamerika ausgebaut wurde.[5] 2009 gründeten Brembo und SGL Carbon das Gemeinschaftsunternehmen Brembo SGL Carbon Ceramic Brakes, das auf die Entwicklung und Produktion von Carbon-Keramik-Bremsscheiben für die Automobilindustrie spezialisiert ist.[6] Im Jahr 2010 führte das Unternehmen die Marke ByBre („By Brembo“) für Motorräder und Motorroller kleiner und mittlerer Hubraumklassen ein, die insbesondere auf asiatische Märkte ausgerichtet ist.[7] 2014 investierte Brembo in den Ausbau seiner nordamerikanischen Produktionskapazitäten in den Vereinigten Staaten und Mexiko.[8] Im Jahr 2021 folgten die Übernahmen des dänischen Bremsbelagherstellers SBS Friction sowie des spanischen Motorradzulieferers J.Juan, der auf Bremsleitungssysteme spezialisiert ist.[9][10]

Am 24. April 2024 verlegte Brembo den juristischen Sitz von Italien in die Niederlande. Die operative Hauptverwaltung verblieb in Stezzano. Als Hintergrund der Umstrukturierung wurden unter anderem die im niederländischen Gesellschaftsrecht vorgesehenen Möglichkeiten zur Ausgabe von Aktien mit Mehrfachstimmrechten genannt. Diese Struktur ermöglicht es der Gründerfamilie Bombassei, die Kontrolle über das Unternehmen auch bei einer Verringerung ihrer Kapitalanteile beizubehalten, beispielsweise infolge einer Kapitalerhöhung im Zuge von Akquisitionen.[11]

Im Oktober 2024 veräußerte Brembo seine seit 2020 gehaltene Beteiligung am Reifenhersteller Pirelli im Rahmen einer Fokussierung auf das Kerngeschäft.[12]

Mit dem Erwerb des schwedischen Fahrwerksspezialisten Öhlins Racing Anfang 2025 weitete Brembo sein Geschäft erstmals umfassend auf Fahrwerkskomponenten aus.[13]

Brembo entwickelt und produziert Brems- und Fahrwerkskomponenten für Pkw, Motorräder, Nutzfahrzeuge und den Motorsport.[3] Das Produktspektrum umfasst Bremsscheiben, Bremssättel, Bremsbeläge, Kupplungs- und Hydrauliksysteme sowie elektronische Bremstechnologien.[1][3]

Zum Angebot zählen außerdem Carbon-Keramik-Bremssysteme für Hochleistungs- und Luxusfahrzeuge sowie Fahrwerkskomponenten für Automobile und Motorräder.[1]

Für Motorräder und Motorroller kleiner und mittlerer Hubraumklassen vertreibt das Unternehmen Bremskomponenten unter der Marke ByBre („By Brembo“). Die Marke wurde 2010 eingeführt und richtet sich insbesondere an Märkte in Asien sowie andere Schwellenländer. Die Komponenten werden überwiegend in Indien gefertigt.[14][15]

Brembo ist seit 1975 als Ausrüster im internationalen Motorsport aktiv. Der Einstieg erfolgte mit der Lieferung von Gusseisen-Bremsscheiben an die Scuderia Ferrari in der Formel 1.[16]

In den Saisons 2024, 2025 und 2026 stattete die Brembo-Gruppe alle Teams der Formel 1 mit Bremssätteln aus. Die Mehrheit der Fahrzeuge nutzte zudem hydraulische Komponenten sowie Carbon-Bremsscheiben und -beläge des Unternehmens.[17]

Im Motorradsport belieferte das Unternehmen unter anderem seit 2016 sämtliche Teams der MotoGP-Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft mit Bremsanlagen.[18] Darüber hinaus liefert die Brembo-Gruppe Komponenten für Kupplungs-, Rad- und Fahrwerkssysteme. Zudem tritt das Unternehmen als Titelsponsor des Großen Preises von Italien auf dem Autodromo Internazionale del Mugello auf.[19]

Zur Bekämpfung von Produktpiraterie und dem Handel mit gefälschten Bremsenkomponenten unterhält Brembo Maßnahmen zur Marktüberwachung und Produktauthentifizierung.[20] Seit 2021 setzt das Unternehmen für Teile des Aftermarket-Geschäfts das digitale Verifikationssystem Brembo Check ein, mit dem die Echtheit von Produkten anhand individueller Kennzeichnungen überprüft werden kann.[21]

Commons: Brembo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 4 5 6 7 Annual Report 2025. (pdf) Brembo N.V., 18. März 2026, abgerufen am 2. Juni 2026.
  2. Board of Directors. Brembo N.V., abgerufen am 2. Juni 2026.
  3. 1 2 3 Originalausrüstung für Autos. Brembo S.p.A., abgerufen am 2. Juni 2026.
  4. 1 2 3 4 The History of Brembo. Brembo N.V., abgerufen am 2. Juni 2026.
  5. Brembo and Hayes Lemmerz complete sale of Hayes Lemmerz' Automotive Brake Component division to Brembo North America. Brembo S.p.A., 9. November 2007, abgerufen am 2. Juni 2026.
  6. Brembo und SGL Carbon gründen Joint Venture für Keramikbremsen. In: Automobil Produktion. 28. Mai 2009, abgerufen am 2. Juni 2026.
  7. Brembo unveils 'Bybre' brand. In: The Auto Channel. 10. März 2010, abgerufen am 2. Juni 2026.
  8. Brembo to Invest $39 Million (€32 Million) for a New Aluminum Caliper Production Plant in Mexico. Brembo S.p.A., 2. Dezember 2014, archiviert vom Original am 2. April 2015; abgerufen am 2. Juni 2026.
  9. Arno Borchers: Brembo übernimmt Bremsbelaghersteller SBS Friction. In: Reifenpresse.de. 19. November 2020, abgerufen am 2. Juni 2026.
  10. Stephan Krückel: Fusion unter Großen: Brembo übernimmt J.Juan. In: World of Bike. 29. April 2021, abgerufen am 2. Juni 2026.
  11. Italy's Brembo to relocate to Netherlands despite voting rights change. Reuters, 22. Februar 2024, abgerufen am 2. Juni 2026.
  12. Successful completion of the accelerated bookbuilding offering launched by Brembo N.V. in Pirelli & C. S.p.A. Brembo N.V., 2. Oktober 2024, abgerufen am 2. Juni 2026.
  13. Brembo completes the acquisition of Öhlins Racing. Brembo N.V., 2. Januar 2025, abgerufen am 2. Juni 2026.
  14. Brembo unveils 'Bybre' brand. In: The Auto Channel. 10. März 2010, abgerufen am 2. Juni 2026.
  15. Bybre. Brembo N.V., abgerufen am 2. Juni 2026.
  16. The History of Brembo. Brembo N.V., abgerufen am 2. Juni 2026.
  17. All the numbers of the 2025 Formula1 Championship. Brembo N.V., 14. Januar 2026, abgerufen am 2. Juni 2026.
  18. Brembo in der MotoGP: Das Monopol der Verzögerung. In: Speedweek. 15. Februar 2024, abgerufen am 2. Juni 2026.
  19. Brembo presents 2025 MotoGP Championship. Brembo N.V., 24. Februar 2025, abgerufen am 2. Juni 2026.
  20. Michael Specht: Gefälschte Autoteile: Kaum zu bremsen. In: Spiegel Online. 31. August 2016, abgerufen am 2. Juni 2026.
  21. Brembo kämpft gegen gefälschte Produkte. In: Brembo N.V. Abgerufen am 2. Juni 2026.