Bruce McCandless

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Bruce McCandless
Bruce McCandless
Land: USA
Organisation: NASA
Datum der Auswahl: 4. April 1966
(5. NASA-Gruppe)
Anzahl der Raumflüge: 2
Start erster Raumflug: 3. Februar 1984
Landung letzter Raumflug: 29. April 1990
Gesamtdauer: 13d 0h 31min
EVA-Einsätze: 2
EVA-Gesamtdauer: 12h 12min
Ausgeschieden: August 1990
Raumflüge

Bruce McCandless II (* 8. Juni 1937 in Boston, Massachusetts; † 21. Dezember 2017[1]) war ein US-amerikanischer Astronaut. Er war der erste Mensch, der ohne Sicherungsleine frei im Weltraum schwebte.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bruce McCandless II war der Sohn des US-Navy-Offiziers Bruce McCandless (1911–1968), der während des Zweiten Weltkrieges mit der Medal of Honor ausgezeichnet wurde. McCandless besuchte die High School in Long Beach im Bundesstaat Kalifornien. Nach einem Studium der Elektrotechnik an der Universität Stanford erlangte er einen Abschluss in Betriebswirtschaft.[1] McCandless absolvierte 1958 die US-Marineakademie in Annapolis in Maryland, wo er Zweitbester von 899 Absolventen in seinem Jahrgang wurde. Anschließend wurde er in Pensacola, Florida, und in Kingsville, Texas, zum Marinepiloten ausgebildet. Nach Abschluss seiner Ausbildung 1960 diente er unter anderem auf den Flugzeugträgern USS Forrestal und USS Enterprise. 1964 arbeitete er zeitweise als Fluglehrer bei der Marine.

Raumfahrertätigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

McCandless bewarb sich bei der NASA als Astronaut und wurde im April 1966 mit 18 anderen als Mitglied der fünften Astronautengruppe vorgestellt.

Bei den Mondflügen von Apollo 10 und Apollo 11 im Jahre 1969 arbeitete er als Verbindungssprecher (Capcom). In dieser Funktion begleitete er den Ausstieg von Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf die Mondoberfläche. Im August 1969 wurde er in die Unterstützungsmannschaft von Apollo 14 berufen und arbeitete während des Fluges vom 31. Januar bis zum 9. Februar 1971 ebenfalls als Capcom.

Seine erste Nominierung für eine Reservemannschaft erhielt McCandless am 19. Januar 1972, als er zum Reservepilot für die erste Skylab-Besatzung Skylab 2 ernannt wurde. Dabei kam er nicht zum Einsatz, und so endete das Apollo-Programm, ohne dass er einen Weltraumflug absolvieren konnte.

McCandless wechselte zum Space-Shuttle-Programm und konzentrierte sich dort auf die Entwicklung eines Raketentornisters (Manned Maneuvering Unit, MMU), der erlauben sollte, sich bei Außenbordeinsätzen ohne Sicherungsleine zu bewegen.

McCandless schwebt dank seines MMU bei einem Außenbordeinsatz während STS-41-B frei und ohne Sicherungsleine im All

McCandless startete am 3. Februar 1984 mit der Raumfähre Challenger zur Mission STS-41-B. Zusammen mit Robert Stewart testete er die MMU, wobei er am 7. Februar den ersten Testflug unternahm. McCandless war damit der erste Mensch, der völlig frei im Weltraum schwebte.

Bei der durch das Challenger-Unglück abgesagten Atlantis-Mission STS-61-J sollte McCandless im Oktober 1986 auf seinem zweiten Raumflug das Hubble-Weltraumteleskop aussetzen. Diese Mission wurde im April 1990 mit der Raumfähre Discovery wiederum mit McCandless an Bord bei der Mission STS-31 nachgeholt.

Am 31. August 1990 verließ McCandless die NASA. Später arbeitete er für Martin Marietta, die 1995 in die Firma Lockheed Martin überging.

Bruce McCandless war verheiratet und hatte zwei Kinder.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bruce McCandless – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Raumfahrt: Der Mann mit dem Düsenrucksack ist tot. In: Deutsche Welle. 23. Dezember 2017, abgerufen am 24. Dezember 2017.