Budnikowsky

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Budnikowsky
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Rechtsform GmbH & Co. KG
Gründung 1912
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Cord Wöhlke
Julia Wöhlke
Christoph Wöhlke
Umsatz ca. 420 Mio. Euro (2014)
Branche Drogerie
Website budni.de
Filiale in Hamburg-St. Pauli
Filiale Rennbahnstraße 135 in Hamburg-Wandsbek

Budnikowsky (kurz Budni) ist eine Drogeriemarktkette mit Sitz in Hamburg, die von der Iwan Budnikowsky GmbH & Co. KG betrieben wird. Sie betreibt Filialen in Hamburg und dessen Umland.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Iwan Budnikowsky (1890–1968) übernahm von seinem Vater ein Bandagengeschäft und eröffnete am 2. Oktober 1912 in der Mühlenstraße 33 (heute: Schloßmühlendamm) in Harburg (Elbe) das erste Seifen-Spezialgeschäft. Im Jahr 1924 wurde die zweite Filiale in Rothenburgsort eröffnet. 1930 bezog die Zentrale des Unternehmens Büroräume im Chilehaus. 1933 wurde die 25. Filiale eröffnet. Durch alliierte Luftangriffe wurden während des Zweiten Weltkriegs zahlreiche Filialen zerstört.

Nach Kriegsende begann der Neuanfang des Unternehmens mit neun Filialen. 1967 erfolgte der Umzug der Firmenzentrale in die Wandsbeker Königstraße 62 in Hamburg-Wandsbek. Der Firmengründer schied Ende der 1950er Jahre aus dem aktiven Geschäftsleben aus. 1960 wurde das Sortiment um kosmetische Produkte erweitert und das Sortiment umfasste bis zu 3.000 Artikel. 1969 wurden frei verkäufliche Arzneimittel und medizinische Hilfsmittel in das Filialangebot aufgenommen. 1970 erfolgte die Umrüstung der Filialen auf das Selbstbedienungskonzept. Ab 1979 übernahm Cord Wöhlke die Geschäftsführung, der seit 1970 bereits im Unternehmen tätig war.

1980 waren rund 450 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. 1987 existierten in Hamburg 54 Filialen. Bis 1997 wuchs die Anzahl auf 72 und bis 1999 auf 80 Filialen. Von 1999 bis 2004 erfolgte der Vertrieb der Produkte auch über den BUDNI-Shop im Internet, dann wurde er zunächst eingestellt. Es blieb aber der Lieferservice in Hamburg für Bestellungen in Hamburg und im Hamburger Umland. Später wurde in die Website erneut ein Online-Shop integriert.

Im Jahr 2000 wurde in der Osterstraße 95 in Hamburg-Eimsbüttel eine 700 m² große Filiale eröffnet und die BUDNI Kundenkarte eingeführt. 2002 waren 1.600 Mitarbeiter im Unternehmen beschäftigt. 2003 existierten 92 Filialen mit mehr als 900 Mitarbeitern in Niedersachsen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg mit einem Umsatz von 225 Mio. Euro; der Neubau des Logistikzentrums – damals das modernste Dienstleistungszentrum (DLZ) Europas – in Hamburg-Allermöhe mit 14.395 m² bebauter Fläche und einer Lagerfläche von etwa 50.000 m² wurde eröffnet. 2004 folgten Neueröffnungen in Itzehoe und Harsefeld, 2006 im Alstertal-Einkaufszentrum in Poppenbüttel sowie des „Budnikowsky-Hauses“ als Hauptfiliale mit 1600 m² Fläche in der Europa Passage in der Hamburger Innenstadt. Im März 2006 erfolgte die Eröffnung 100. Filiale im Nedderfeld Center und der Umsatz betrug 275 Mio. Euro.[1] Von ca. 1.800 Mitarbeitern im Jahr 2006 lag der – gezielt angestrebte – Anteil der über 50-jährigen Beschäftigten bei mehr als 20 Prozent. Dafür erhielt das Unternehmen im Dezember 2006 vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales die Auszeichnung „Unternehmen mit Weitblick“.[2] Im Januar 2007 wurden sechs Märkte des ehemaligen Ihr-Platz-Franchisenehmers Peter Ahrling in das Filialnetz integriert; sie befinden sich im Raum Cloppenburg und werden als Franchise betrieben.[3]

Mitte 2011 gehörten zu Budnikowsky rund 154 Filialen[4], die überwiegend von der Firma selbst betrieben werden. Der Umsatz betrug 390 Mio. Euro. Daneben führte die Kette seit 1999 im Rahmen einer Kooperationsvereinbarung Eigenmarken der Firma dm.

Seit Oktober 2011 bietet die Drogeriekette als erster deutscher Händler auch den mobilen Online-Einkauf per QR-Code und Großplakat als virtueller Verkaufsfläche an U-Bahn-Stationen in rund 11 Städten an. Die Plakate zeigen dabei Regale mit Produkten aus dem Online-Shop.

Seit dem 1. Januar 2012 ist Budnikowsky Verrechnungspartner der in der Schweiz ansässigen Markant Handels- und Industriewaren-Vermittlungs AG, einer 100-prozentigen Tochter der gemeinnützigen Markant-Stiftung. Da es Unstimmigkeiten mit dem bisherigen Partner Edeka gab, verkündete man bereits im Sommer 2011 den Wechsel. Die Eigenmarken von dm wurden bis Ende 2013 weiterhin vertrieben.[5]

Seit Mai 2017 wird die Zusammenarbeit zwischen Budnikowsky und Edeka weiter verstärkt. Unter anderem soll eine gemeinsame, landesweite Drogeriemarktkette gegründet werden. Zudem ist der gemeinsame Einkauf geplant. Das Kartellamt hat diese Zusammenarbeit ausdrücklich begrüßt.[6]

Eigentümer und Geschäftsführung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen befindet sich im Besitz der Familie Wöhlke. Das Unternehmen wird seit 1979 von Cord Wöhlke (* 1949) geleitet. Sein Vater heiratete in den 1960er Jahren die Tochter von Iwan Budnikowsky. Am 29. September 2009 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Budnikowsky – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. wer-zu-wem.de: Iwan Budnikowsky GmbH & Co. KG
  2. www.mitnmang.de: Engagement für 50 plus: Müntefering zeichnet Hamburger Traditionsunternehmen aus (5. Dezember 2006)
  3. Hamburger Abendblatt: Budnikowsky setzt erstmals auf Franchise (24. Januar 2007)
  4. Seit 1912 ein echtes Hamburger Wahrzeichen – Wer wir sind
  5. Hinweis der Markant AG
  6. Kooperation mit Budnikowsky. Kartellamt erlaubt Edeka-Offensive im Drogeriemarkt. Wirtschaftswoche, 19. Mai 2017.