Bundesministerium für Landesverteidigung

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OsterreichÖsterreich  Bundesministerium für Landesverteidigung
Österreichische Behörde
Logo Österreichs Bundesheer
Staatliche Ebene Bund
Stellung der Behörde Oberste Bundesbehörde
Gründung 15. Juli 1956 Bundesministerium für Landesverteidigung
Hauptsitz Wien 9, Rossauer Kaserne
Behörden­leitung Mario Kunasek, Bundesminister für Landesverteidigung
Haushaltsvolumen 2,26 Mrd EUR (2018) [1]
Website www.bundesheer.at
Mario Kunasek, Bundesminister für Landesverteidigung
Sitz des BMLV in der Rossauer Kaserne

Die als Bundesministerium für Landes­verteidigung (kurz BMLV oder Verteidigungs­ministerium) bezeichnete österreichische Verwaltungs­einrichtung des Bundes ist für alle militärischen Angelegen­heiten, insbesondere das Österreichische Bundesheer betreffend zuständig.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Zeit der Österreichisch-Ungarischen Monarchie waren ein k.u.k. Kriegsministerium, das für die gesamte Monarchie zuständig war, und ein k.k. Ministerium für Landesverteidigung, das nur der Österreichischen Reichshälfte diente, eingerichtet. Von 1918 bis 1920 bestand ein Staatsamt für Heereswesen, von 1920 bis 1936 ein Bundesministerium für Heereswesen, von 1936 bis 1938 hieß die Behörde Bundesministerium für Landesverteidigung. In der Zeit der Zugehörigkeit zum Großdeutschen Reich existierte keine eigene österreichische Behörde. Von 1945 bis 1956, also in der Zeit der durch die Besatzungsmächte fremdkontrollierten Republik Österreich waren die Agenden der Landesverteidigung Sache des Amtes für Landesverteidigung, einer Sektion im Bundeskanzleramt. Danach wurde wieder ein eigenes Ministerium eingerichtet, das bis 2009 Bundesministerium für Landesverteidigung hieß.

In der Bundesregierung Faymann I wurden die bisher im Bundeskanzleramt angesiedelten Sportagenden dem Verteidigungsministerium angeschlossen. Sport wurde erstmals 1966 gesetzlich als Angelegenheit des Bundesministeriums für Unterricht erwähnt, 1984 kam durch die Bezeichnung Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Sport erstmals Sport in einer Ministeriumsbezeichnung vor. 1991 gelangte Sport zum Bundesministerium für Gesundheit, Sport und Konsumentenschutz, 1995 zum Bundeskanzleramt, 2000 zum Bundesministerium für öffentliche Leistung und Sport, 2003 wieder zum Bundeskanzleramt und schließlich 2009 zum Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport.[2] 2018 wurden die Sportagenden Teil des neu geschaffenen Bundesministeriums für öffentlichen Dienst und Sport, wodurch das Verteidigungsministerium wieder den Namen Bundesministerium für Landesverteidigung erhielt.

Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministerium für Landesverteidigung ist zuständig für:.[3]

  • Militärische Angelegenheiten. Dazu gehören insbesondere auch:
    • Angelegenheiten der Besorgung der verfassungsgesetzlich festgelegten Aufgaben des Bundesheeres.
    • Angelegenheiten der operativen und taktischen Führung des Bundesheeres.
    • Angelegenheiten der Militärluftfahrt.
    • Angelegenheiten der Bewaffnung und Ausrüstung des Bundesheeres sowie der personellen und materiellen Ergänzung des Bundesheeres.
    • Angelegenheiten des militärischen Waffen-, Schieß- und Munitionswesens.
    • Angelegenheiten der Wehrtechnik einschließlich der militär-technischen Forschung und Erprobung.
    • Angelegenheiten der militärischen Sperrgebiete.
    • Angelegenheiten des Schutzes der Gesundheit der Angehörigen des Bundesheeres einschließlich der militärischen Krankenanstalten und der militärischen Arzneimittelversorgung.
    • Angelegenheiten des militärischen Attachédienstes.
    • Angelegenheiten der Errichtung, Instandhaltung und Verwaltung aller Bauten, Anlagen und Liegenschaften des Bundes, die dem Bundesministerium, der Heeresverwaltung oder dem Bundesheer dienen, einschließlich des Heeresgeschichtlichen Museums.
    • Angelegenheiten der Schifffahrt, des Kraftfahrwesens, des Fernmelde- und des Vermessungswesens im militärischen Bereich.
    • Führung des Heeresgeschichtlichen Museums (Militärhistorisches Institut).
    • Angelegenheiten der militärischen Stiftungen und Fonds.
    • Angelegenheiten der Heeresforstverwaltung Allentsteig.
    • Angelegenheiten der Europäischen Verteidigungsagentur.

Organisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministerium für Landesverteidigung gliedert sich wie folgt.[4]

  • Bundesminister
    • Kabinett des Bundesministers (KBM)
  • Generalsekretär (GS)
    • Sektion I: Präsidiale, Personal, Recht
      • Büro der Parlamentarischen Bundesheerkommission (BürPBHK)
      • Gruppe Präsidium, Rechtswesen und Legislativer Dienst (GrpPräsRechtLeg)
        • Präsidialabteilung (Präs)
        • Rechtsabteilung (Recht)
        • Abteilung Eigenlegislative (ELeg)
        • Abteilung Fremdlegislative und internationales Recht (FLeg)
      • Gruppe Personal und Ergänzung (GrpPersErg)
        • Personalabteilung A (PersA)
        • Personalabteilung B (PersB)
        • Personalabteilung C (PersC)
      • Gruppe Bereitstellungsunterstützung (GrpBstgU)
        • Abteilung Personalführung (PersFü)
        • Abteilung Personalmarketing (PersMkt)
        • Personalprovider/Zentrales Lenkungselement (PersPro/ZLE)
    • Generalstab (GStb)
      • Generalstabsabteilung (GStbAbt)
      • Change Management IT 2020 (CMIT 2020)
      • Nachrichtendienstliche Abwehr (ndAbw)
      • Nachrichtendienstliche Aufklärung (ndAufkl)
      • Generalstabsdirektion (GStbDion)
        • Gruppe Grundsatzplanung (GrpGSPl)
          • Abteilung Militärstrategie (MilStrat)
          • Abteilung Wissenschaft, Forschung und Entwicklung (WFE)
          • Kontrollabteilung A (KontrA)
          • Kontrollabteilung B (KontrB)
        • Direktion für Sicherheitspolitik (DionSihPol)
          • Abteilung Verteidigungspolitik (VPol)
          • Abteilung Militärpolitik (MilPol)
          • Abteilung Attachéwesen (Att)
        • Gruppe Steuerung und Haushalt (GrpStrgHH)
          • Budgetabteilung (Budg)
          • Abteilung Betriebswirtschaft und Finanzmanagement (BWFin)
          • Abteilung Transformation (Transf)
      • Sektion III: Bereitstellung
        • Abteilung Rüstungspolitik (RüstPol)
        • Kaufmännische Abteilung (KA)
        • Gruppe Strukturen und Organisation (GrpStruktOrg)
          • Abteilung Strukturplanung (StruktPl)
          • Abteilung Organisation (Org)
          • Abteilung Informations- und Kommunikationstechnologieplanung (IKTPl)
          • Abteilung Infrastruktur (Infra)
        • Gruppe Logistik (GrpLog)
          • Quartiermeisterabteilung (Qu)
          • Abteilung Logistische Unterstützung (LogU)
          • Abteilung Militärisches Gesundheitswesen (MilGesW)
          • Abteilung Zentrale Technische Angelegenheiten (ZTA)
          • Abteilung Materialwirtschaft (MatWi)
        • Direktion Rüstung und Beschaffung (DionRB)
          • Abteilung Bereitstellungsprojekte (BstgProj)
          • Abteilung Fahrzeuge, Gerät und persönliche Ausrüstung (FGP)
          • Abteilung Waffensysteme und Munition (WSM)
          • Luftzeugabteilung (LzA)
          • Abteilung Informations- und Kommunikationstechnologie-Systeme (IKTS)
          • Abteilung Führungsunterstützung (FüU)
      • Sektion IV: Einsatz
        • Gruppe Laufende Einsätze (GrpLE)
          • Abteilung Einsatzführung (EFü)
          • Abteilung Lagezentrum (LZ)
          • Abteilung Militärluftfahrt (MLF)
        • Gruppe Einsatzgrundlagen (GrpEGL)
          • Abteilung Einsatzplanung (EPl)
          • Abteilung Einsatzvorbereitung (EVb)
          • Abteilung Programmplanung (ProgPl)
        • Gruppe Ausbildungswesen (GrpAusbW)
          • Abteilung Ausbildung A (AusbA)
          • Abteilung Ausbildung B (AusbB)
          • Abteilung Vorschriften und Terminologie (Vor)
          • Abteilung Heeressport (HSpo)
    • Gruppe Revision (GrpRev)
      • Revisionsabteilung A (RevA)
      • Revisionsabteilung B (RevB)
      • Abteilung Disziplinar- und Beschwerdewesen (DiszBW)
    • Zentrum für Information und Wehrpolitik (ZIW)
      • Abteilung Information & Öffentlichkeitsarbeit (Info&ÖA)
      • Abteilung für menschenorientierte Führung und Wehrpolitik (MFW)
    • Abteilung Parlaments-, Ministerrats- und Volksanwaltschaftsdienst (PMVD)**

Geschäftsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Bundesministerium für Landesverteidigung hat die nachgeordneten Dienststellen.[5]

Bundesminister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Bundesministerium für Landesverteidigung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Bundesfinanzgesetz 2018. Bundesministerium für Finanzen, abgerufen am 11. Juni 2018 (PDF; 4,12 MB, Seite 151).
  2. Mit der Bundesministeriengesetz-Novelle 2009 ging die Zuständigkeit für Angelegenheiten des Sports mit Wirkung vom 1. Februar 2009 vom Bundeskanzleramt an das dortige Ressort über und das Bundesministerium für Landesverteidigung wurde in Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport (BMLVS) umbenannt. Dabei wurde die Sektion VI (Sportsektion) des Bundeskanzleramtes als Sektion V in das BMLVS übergeleitet.
    BM für Landesverteidigung und Sport, Norbert Darabos, Bundesministerium für Landesverteidigung und Sport: Anfragebeantwortung S91143/265-PMVD/2011, 9. Jänner 2012, 9616/AB XXIV. GP, Eingelangt am 10. Jänner 2012, Zu 4 bis 6 (Webdokument, Parlamentarische Materialien, parlament.gv.at/PAKT)
  3. Bundesministeriengesetz 1986. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  4. Bundesministerium für Landesverteidigung. Abgerufen am 8. Januar 2018.
  5. Die Führungsstruktur des Österreichischen Bundesheeres. Abgerufen am 8. Januar 2018.

Koordinaten: 48° 13′ 7″ N, 16° 22′ 7″ O