Burg Battenberg

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Burg Battenberg
Burgruine Battenberg von Süden aus gesehen (2007)

Burgruine Battenberg von Süden aus gesehen (2007)

Entstehungszeit: 13. Jahrhundert
Burgentyp: Höhenburg, Spornlage
Erhaltungszustand: Ruine
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Battenberg (Pfalz)
Geographische Lage 49° 31′ 56″ N, 8° 8′ 41″ OKoordinaten: 49° 31′ 56″ N, 8° 8′ 41″ O
Höhe: 280 m ü. NHN
Burg Battenberg (Rheinland-Pfalz)
Burg Battenberg

Die Burg Battenberg ist eine ruinöse Burg im Landkreis Bad Dürkheim (Rheinland-Pfalz).

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ruine der Höhenburg liegt nahe dem Ende des Leininger Sporns am Nordostrand des Pfälzerwalds im Bereich der westlichen Schulter des Oberrheingrabens auf 280 m ü. NHN. Nördlich und südlich des Burgberges öffnen sich die Täler des Eckbachs und dessen rechten Zuflusses Krumbach zur Rheinebene. Unmittelbar westlich der Burg gruppiert sich die gleichnamige Ortsgemeinde.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am steilen Südhang unmittelbar unterhalb der Burgruine treten neben der kurvigen Kreisstraße 30 aus dem ockerfarbenen Sandstein die sogenannten Blitzröhren zutage. Das Naturdenkmal[1] ist allerdings nicht durch Blitzschlag, sondern durch Versinterung und Erosion stark eisenhaltiger Minerale entstanden.[2]

Das Naturschutzgebiet Haardtrand – Im Baumgarten schließt sich am Osthang des Burgberges an.

Anlage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Grundriss-Skizze
Infotafel im Burghof

Die Burg folgt im Grundriss dem auf drei Seiten (Nord, Ost, Süd) steil abfallenden Bergsporn. Gegen die offene vierte Seite, die nach Westen zu liegt, war sie durch einen heute völlig verflachten Graben geschützt.

Erhalten sind die Ringmauer mit dem Torbau, an der Westseite bzw. der Nordwestecke der Anlage und einem Batterieturm in der Mitte der Südseite, der eine Mundlochscharte aufweist. Außerdem existieren im östlichen Bereich das Erdgeschoß eines Wohnbaues über gewölbtem Keller, mit westlich angebautem, zweistöckigem Treppenturm, der später im oberen Bereich zu einem nach Osten gerichteten Pavillon umgebaut wurde. Sein Obergeschoss kann von der vorgelagerten Terrasse aus, durch eine nachträglich angebrachte eiserne Außentreppe erreicht werden. Diese Terrasse, mit weitem Blick in die Rheinebene, bildete früher den Fußboden vom 2. Stock des Wohnbaues. Von ihm zum Batterieturm führt innen ein Wehrgang hinter der Ringmauer entlang.

Nördlich an den Torbau schließen sich zwei Remisengebäude aus dem 18. Jahrhundert an, die derzeit, zusammen mit einem hübsch angelegten Teil des Burghhofes, als Gaststätte dienen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vermutlich wurde die Burg im 13. Jahrhundert von Graf Friedrich III. von Leiningen († 1287) auf Resten einer salischen Anlage erbaut. Sie stand im Besitz der Leininger Grafen, denen damals das Leiningerland gehörte. Zusammen mit der 1400 m nördlich gegenüber gelegenen Burg Neuleiningen kontrollierte sie den Eingang des Eckbachtals.[4] 5 km südwestlich liegt bachaufwärts die leiningische Stammburg Altleiningen. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg wurde die Anlage 1689 durch französische Truppen zerstört. Teilweise renoviert blieb sie aber noch bis 1747 eine der Leininger Residenzen.

Nach örtlicher Überlieferung, die auch auf der Informationstafel im Burghof festgehalten ist, nahmen hier am 22. Mai 1693 Marschall Tallard und General Melac ein opulentes Abendessen ein und betrachteten sich dabei von Weitem das brennende Heidelberg, das sie zuvor angezündet hatten.

In der Nacht zum 5. September 1794 vertrieb der spätere Fürst Blücher mit seinen Truppen hier die französische Revolutionsarmee, die den strategisch bedeutsamen Platz während des 1. Koalitionskrieges besetzt hatte. Am 18. des Monats kam es zu erneuten Gefechten um die Burganlage, wobei die späteren Generale Friedrich Wilhelm von Müffling und Joseph von Cloßmann den Sturm auf den Battenberg anführten. Beide Male hatten pfalz-bayerische Truppen entscheidenden Anteil an den Kämpfen.[5][6]

Heute steht die Ruine in Privateigentum, ist aber größtenteils der Öffentlichkeit zugänglich. Die exponierte Lage ermöglicht einen weiten Ausblick nach Osten auf Rheinebene, Bergstraße und Odenwald.

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jürgen Keddigkeit, Alexander Thon, Karl Scheurer, Rolf Übel: Pfälzisches Burgenlexikon. 2. Auflage. Band 1: A–E. Institut für pfälzische Geschichte und Volkskunde, Kaiserslautern 2003, ISBN 3-927754-51-X, S. 212–218.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Battenberg – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Landschaftsinformationssystem der Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz. Naturschutzverwaltung Rheinland-Pfalz, abgerufen am 15. Oktober 2013.
  2. Ortsgemeinde Battenberg – Naturdenkmal „Blitzröhren“. Landkreis Bad Dürkheim, abgerufen am 14. Oktober 2013.
  3. Bebilderte Webseite der Burgschänke
  4. Jürgen Keddigkeit, Alexander Thon, Karl Scheurer, Rolf Übel: Pfälzisches Burgenlexikon. Band 1: A–E, 2003, S. 212–218.
  5. Der Bayerische Soldat im Felde, Kriegsarchiv München, 1898, Band 1, S. 39 u. 40
  6. Oscar von Sichlern: Geschichte des königlich bayerischen 5. Chevaulegers-Regiments "Prinz Otto", München, 1876, S. 42; (Digitalscan)