Joseph von Cloßmann

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Familienwappen

Joseph von Cloßmann, vollständiger Name Johannes Joseph von Cloßmann, (* 7. Juni 1755 in Mannheim; † 19. Januar 1826 in Karlsruhe) war ein bayerischer und badischer Offizier, zuletzt im Rang eines Generalleutnants.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Er wurde geboren als Sohn des kurpfälzischen Hofkammerrates Georg Cloßmann († 1787) und dessen Gattin Leopoldine geb. Hartmann. In Anbetracht der Verdienste des verstorbenen Vaters erhob der pfalz-bayerische Kurfürst Karl Theodor, am 25. Mai 1790, zur Zeit des Reichsvikariats, Joseph Cloßmann und seinen Bruder Philipp Ludwig in den erblichen Adelsstand.[1]

Militärkarriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph von Cloßmann diente ab seinem 11. Lebensjahr in der kurpfälzischen bzw. pfalz-bayerischen Armee. Im 1. Koalitionskrieg befehligte er als Major das kurpfälzische Feldjäger-Bataillon und führte am 18. September 1794, unter dem Kommando des späteren Marschalls Blücher, zusammen mit dem preußischen Oberst Friedrich Wilhelm von Müffling, den Sturm auf den Battenberg an.[2] Für seine Tapferkeit in der Schlacht bei Kaiserslautern (Nov. 1794) erhielt Joseph von Cloßmann das Kurpfalz-bayerische Militär-Ehrenzeichen und den preußischen Orden Pour le Mérite. Infolge der Aufhebung des Militärehrenzeichens wurde er 1806 Ritter des neu gestifteten bayerischen Militär-Max-Joseph-Ordens.[3] Am 6. September 1802 nahm Joseph von Cloßmann die Reichsstadt Schweinfurt für Bayern in Besitz.[4]

1803 war die rechtsrheinische, kurpfälzische Heimat Cloßmanns an das Großherzogtum Baden gefallen, in dessen Militärdienste er übertrat. Cloßmann wurde Kommandeur eines Regimentes, 1805 avancierte er zum Generalmajor. Im Vierten Koalitionskrieg nahm er 1807 als kommandierender General des Badischen Kontingents an der Belagerung Kolbergs und an der von Danzig teil. Für die Erstürmung von Dirschau, am 23. Februar des Jahres, erhielt Joseph von Cloßmann das Komturkreuz des badischen Militär-Karl-Friedrich-Verdienstordens. Nach Beendigung des Feldzuges und Rückkehr in die Heimat (1807) zeichnete man ihn mit dem Großkreuz des Ordens aus. Er wurde Generalleutnant, Kommandeur des Leib-Infanterie-Regiments in Karlsruhe (später 1. Badisches Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109) und Militärgouverneur der badischen Hauptstadt. 1823 pensioniert, verstarb Cloßmann hier 1826.

Familie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Joseph von Cloßmann war seit 1787 verheiratet mit Christine geb. Minet. Einer ihrer Söhne war der Generalmajor und Kommandant der Festung Rastatt, Wilhelm von Cloßmann (1788–1855). Die Tochter Maria Gertrud (1792–1868) ehelichte den badischen Generalmajor Theodor August Seutter von Lötzen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Edmund von der Becke-Klüchtzner: Stamm-Tafeln des Adels des Großherzogthums Baden, Baden-Baden, 1886, S. 100; (Digitalansicht)
  2. Oscar von Sichlern: Geschichte des königlich bayerischen 5. Chevaulegers-Regiments "Prinz Otto", München, 1876, S. 42; (Digitalscan)
  3. Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Bayern, 1812, München, 1812, S. 42; (Digitalscan)
  4. Uwe Müller: Schweinfurt - von der kaiserlich freien Reichsstadt zur königlich bayerischen Stadt, in: Rainer A. Müller, Helmut Flachenecker, Reiner Kammerl (Hg.): Das Ende der kleinen Reichsstädte 1803 im süddeutschen Raum, Beihefte der Zeitschrift für bayerische Landesgeschichte, B 27, München 2007, 139-163; (Digitalansicht)