Battenberg (Pfalz)

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Battenberg (Pfalz)
Battenberg (Pfalz)
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Battenberg (Pfalz) hervorgehoben
Koordinaten: 49° 32′ N, 8° 8′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Bad Dürkheim
Verbandsgemeinde: Grünstadt-Land
Höhe: 300 m ü. NHN
Fläche: 5,45 km2
Einwohner: 406 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 74 Einwohner je km2
Postleitzahl: 67271
Vorwahl: 06359
Kfz-Kennzeichen: DÜW
Gemeindeschlüssel: 07 3 32 003
Adresse der Verbandsverwaltung: Industriestraße 11
67269 Grünstadt
Webpräsenz: www.gruenstadt-land.de
Ortsbürgermeister: Wolfgang Pahlke
Lage der Ortsgemeinde Battenberg (Pfalz) im Landkreis Bad Dürkheim
Bad Dürkheim Grünstadt Grünstadt Haßloch Meckenheim (Pfalz) Niederkirchen bei Deidesheim Ruppertsberg Forst an der Weinstraße Deidesheim Wattenheim Hettenleidelheim Tiefenthal (Pfalz) Carlsberg (Pfalz) Altleiningen Ellerstadt Gönnheim Friedelsheim Wachenheim an der Weinstraße Elmstein Weidenthal Neidenfels Lindenberg (Pfalz) Lambrecht (Pfalz) Frankeneck Esthal Kindenheim Bockenheim an der Weinstraße Quirnheim Mertesheim Ebertsheim Obrigheim (Pfalz) Obersülzen Dirmstein Gerolsheim Laumersheim Großkarlbach Bissersheim Kirchheim an der Weinstraße Kleinkarlbach Neuleiningen Battenberg (Pfalz) Neuleiningen Kirchheim an der Weinstraße Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Weisenheim am Sand Erpolzheim Bobenheim am Berg Bobenheim am Berg Dackenheim Dackenheim Freinsheim Freinsheim Herxheim am Berg Herxheim am Berg Herxheim am Berg Kallstadt Kallstadt Weisenheim am Berg Weisenheim am Berg Landkreis Alzey-Worms Worms Ludwigshafen am Rhein Frankenthal (Pfalz) Rhein-Pfalz-Kreis Landkreis Germersheim Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der Pfalz Kaiserslautern Landkreis Kaiserslautern Donnersbergkreis Kaiserslautern Landkreis SüdwestpfalzKarte
Über dieses Bild
Burg Battenberg von Süden
Battenberg von Süden

Battenberg (Pfalz) ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Bad Dürkheim von Rheinland-Pfalz. Sie liegt 20 km westlich von Ludwigshafen am Rhein – direkt am Abbruch des Rheingrabens – und gehört der Verbandsgemeinde Grünstadt-Land an.

Geographie und Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Battenberg liegt im Nordwesten der europäischen Metropolregion Rhein-Neckar und am Westrand der Oberrheinischen Tiefebene. Geologisch ist dies die Nahtstelle zwischen dem Mittelgebirge des Pfälzerwaldes (das hier nach Nordosten ausläuft) und dem tiefen Grabenbruch des Rheintals.

Battenberg sitzt genau am Ende dieses Randgebirges, am Leininger Sporn, wo es nach Nordwesten zum Eisenberger Becken absinkt. Am Ostabhang dieses Sporns verläuft jene Bruchlinie, an welcher der einstige Boden des Oberrheingrabens über 10 km in die Tiefe sank und mit jüngeren Sedimenten zur jetzigen Ebene aufgefüllt wurde. Der Gebirgsrand besteht großteils aus Buntsandstein, der hier vor 250 Millionen Jahren aus verwehtem Wüstensand entstanden ist.

In 300 m ü. NHN, etwa 150 m über dem rechten Ufer des Eckbachs, gruppiert sich das kleine Dorf westlich der gleichnamigen Burg.

Markante Erhebungen auf Gemarkung der Gemeinde sind der Harzweilerkopf (415 m) und die Pickelhaube (361 m). Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Neuleiningen, Kleinkarlbach, Bobenheim am Berg und Altleiningen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beim Ort liegt ein altpaläolithischer Fundplatz mit Amboßsteinen, Geröllgeräten, schweren Hausteinen, Spaltern und wuchtigen Schabern, aus dem Acheuléen zum Teil mit Wüstenlack behaftet. Der Raum war während der Eiszeit gletscherfrei. Sehr umstritten (siehe Altpaläolithische Kleinkunst) sind die von Kurt E. Kocher gefundenen Quarzitartefakte, in denen er Gesichtsprofile, Idole oder Tierplastiken erkennt, die er dem Homo erectus und dem Neandertaler zuordnet. Die meisten haben ein Alter von mehr als 120.000 Jahren. Ein ähnlicher Fund, der auf 230.000 Jahre datiert wird, stammt von den Golanhöhen.[2]

Schon früh übte die lothringische Abtei Glandern, die in Grünstadt und Mertesheim begütert war, das Patronatsrecht für die noch erhaltene Martinskirche aus, welches 1231 an das Wormser Domkapitel überging.[3] Die öfter genannte Ersterwähnung des Glanderer Besitzes in Battenberg, im Jahr 836, beruht jedoch auf einer gefälschten Urkunde.[4] Auch nach 1231 scheint Glandern noch Rechte an der Kirche gehabt zu haben, denn 1324 gab der dortige Abt seine Zustimmung zur 1315 erfolgten Stiftung einer Messpfründe auf einem neu errichteten Altar des Battenberger Gotteshauses.[5]

Burg Battenberg, seit dem Mittelalter im Eigentum des Grafengeschlechts der Leininger, denen damals das Leiningerland gehörte, kontrollierte zusammen mit der nördlich gegenüber gelegenen (Luftlinie 1400 m) Burg Neuleiningen den Eingang des Eckbachtales.

Von 1816 an gehörte das evangelische Pfarrdorf Battenberg zum Königreich Bayern und war Teil des Kantons Grünstadt im Rheinkreis. Im Jahr 1840 hatte der Ort 45 Häuser und 269 Einwohner, darunter 48 Mennoniten.[6]

Am 7. September 1966 erhielt die Gemeinde zwecks Unterscheidung von Battenberg (Eder) den Namenszusatz „Pfalz“.[7] 1969 endete die Zugehörigkeit der Gemeinde zum Landkreis Frankenthal (Pfalz), der in diesem Jahr aufgelöst wurde.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entwicklung der Einwohnerzahl von Battenberg; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen.[8][1]

Jahr Einwohner
1815 310
1835 269
1871 299
1905 206
1939 212
1950 244
Jahr Einwohner
1961 250
1970 274
1987 438
1997 405
2005 399
2015 406

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ortsgemeinderat in Battenberg besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[9]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Battenberger Wappen basiert auf der Verbindung der Leininger Grafen zur Benediktinerabtei Murbach im Oberelsass. Es ist geteilt und zeigt oben in Blau den silbernen Leininger Adler, unten in Weiß den springenden Schwarzen Hund von Murbach.

Sehenswürdigkeiten und Kultur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hauptsehenswürdigkeiten sind die bereits genannte Burg Battenberg und die gotische Dorfkirche St. Martin (um 1200), die auch ältere, romanische Bauteile enthält. Westlich der Gemeinde, im Pfälzer Wald, steht das barocke Jägerkreuz zur Erinnerung an ein Tötungsdelikt von 1702. Die Blitzröhren an der Auffahrt zum Ort sind als Naturdenkmal eingestuft.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Battenberger Hauptstraße
Ehemaliges gräfliches Hofgut, Hauptstr. 1–3

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Battenberg ist eine Wohngemeinde, in der auch Weinbau betrieben wird.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum nächsten Autobahnanschluss in Grünstadt (A 6 SaarbrückenMannheim) sind es 5 km, zum nächsten Bahnhof in Kirchheim (Pfälzische Nordbahn Neustadt an der WeinstraßeMonsheim) 4 km.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Battenberg (Pfalz) – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Emil Hoffmann: Lexikon der Steinzeit. C.H. Beck Verlag, München 1999, ISBN 3-406-42125-3, S. 38.
  3. Website über die Battenberger Kirche.
  4. Regest zur gefälschten Urkunde von 836.
  5. Regest mit Abbildung der Urkunde
  6. Max Siebert: Das Königreich Bayern topographisch-statistisch in lexicographischer und tabellarischer Form, Verlag Georg Franz, München 1840. S. 157 (Google Books).
  7. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006, Seite 203 (PDF; 2,6 MB)
  8. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  9. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen