Burg Elkofen

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Burg Elkofen
Burg Elkofen-9.jpg
Alternativname(n): Schloss Elkhofen, Unterelkhofen, Ölkhofen
Entstehungszeit: 1000 bis 1100
Burgentyp: Höhenburg
Erhaltungszustand: Erhalten
Ständische Stellung: Grafen
Ort: Grafing bei München-Unterelkofen
Geographische Lage 48° 1′ 50″ N, 11° 58′ 18″ OKoordinaten: 48° 1′ 50″ N, 11° 58′ 18″ O
Höhe: 514 m ü. NN
Burg Elkofen (Bayern)
Burg Elkofen

Die Burg Elkofen, auch Schloss Elkofen, Unterelkofen, Ölkofen genannt, ist eine der am besten erhaltenen Burgen in Oberbayern und befindet sich im Ort Unterelkofen auf 514 m ü. NN bei der Stadt Grafing bei München im Landkreis Ebersberg.[1] Die Burg wird noch heute vom Grafen von Rechberg bewohnt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Höhenburg, deren Bergfried vermutlich schon im 10. Jahrhundert als reiner Wohnturm entstand, wurde im 11. Jahrhundert von den Grafen von Sempt-Ebersberg, denen um 1000 Elkhofen unterstand, erbaut und um 1040 fand eine Erwähnung von „Ellencophan“ als Schenkung der Grafen von Ebersberg an das Kloster Ebersberg statt. 1382 bis 1384 ging die Burg an die Wittelsbacher über, wurde 1439 im bayrischen Hausstreit vereinnahmt und ging 1447 an Bayern-Landshut. 1506 wurde die Burg an den Rentmeister Wolf Lenkhofer verkauft, war 1515 bis 1585 im Besitz von Hildebrand Kutscher und war 1664 bis 1732 im Besitz der Grafen von Rechberg-Rothenlöwen, die von 1665 bis 1676 den Rechbergbau errichteten.

1632 zog das schwedische Heer im Rahmen des Dreißigjährigen Krieges durch die Umgebung, aber durch die geschützte Lage in einem Tal und umgeben von Wäldern soll die Burg von den Schweden nicht entdeckt worden sein und bliebe darum von der Zerstörung verschont. Diese Version wird jedoch vom Historiker Michael Weithmann als Legende eingestuft. Er führt den Erhalt der mittelalterlichen Anlage auf die Bemühungen der langjährigen Besitzerfamilie Rechberg zurück.[2]

Ende des 17. Jahrhunderts wurde die Burg zum Jagdschloss umgebaut und 1800 anstelle des Wassergrabens ein Park angelegt.

Seit 1871 ist das Jagdschloss im Besitz der Grafen von Rechberg-Rothenlöwen, die 1885 von Gabriel von Seidl im vorherigen Hundezwinger den Ludwig-Heinrichsbau errichten ließen. Im 19. und 20. Jahrhundert fand eine Neuausstattung und Restaurierung der Anlage statt.

Heute ist die Stelle als landschaftsprägendes Baudenkmal D-1-75-122-57 „Höhenburganlage, sogenanntes Schloss Elkofen, begonnen im 11. Jahrhundert, bestehend aus oberem Burghof mit Bergfried, Palas, Kemenate, Dürnitzstock und Wehrgang, meist spätgotisch, 14. bis 16. Jahrhundert, teilweise Neubau durch Gabriel von Seidl 1885, Vorburg mit Schlosskapelle St. Georg von 1516, Toreinfahrten und Nebengebäuden meist des 17. Jahrhunderts, z. T. neu gestaltet und erweitert im 19. Jahrhundert; Burgbefestigung mit ehem. Wassergraben und Auffahrten“ vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege erfasst.[3]

Beschreibung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marienaltar aus der Burgkapelle Elkofen (Meister von Rabenden und Werkstatt, um 1517–1520), Bayerisches Nationalmuseum München

Das heutige Erscheinungsbild der auf einem zum Teil künstlich abgeböschten Hügel liegenden Höhenburg ist im Kern spätgotisch und war bis 1800 von einem ringförmigen Wassergraben umgeben.

Charakteristisch ist der massive sechsgeschossige, rechteckige Bergfried mit Krüppelwalmdach, einem Hocheingang in 18 Metern Höhe und einer Mauerstärke von 2,25 Metern im Erdgeschoss.

Die Burganlage zeigt einen dreigeschossigen Palas mit spätgotischen Bauformen, an der Südseite, dem Turm vorgelagert, einen gotisch gemauerten Wehrgang auf einer älteren Ringmauer. Der Zugang zur Vorburg führt durch einen gewölbten Torbau mit Segmentbogen.

Die Burgkapelle, die dem Heiligen Georg geweiht ist, wurde 1516 erbaut und 1720 barockisiert. Der Flügelaltar von 1517 bis 1520 befindet sich im Bayerischen Nationalmuseum.

Die Burg befindet sich in Privatbesitz und dient heute auch als Tagungsort.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Michael W. Weithmann: Inventar der Burgen Oberbayerns. 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Herausgegeben vom Bezirk Oberbayern, München 1995, S. 450–454.
  • Werner Meyer: Burgen in Oberbayern - Ein Handbuch. Verlag Weidlich, Würzburg 1986, ISBN 3-8035-1279-4, S. 69–71.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Burg Elkofen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Lage der Burg im Bayern Atlas
  2. Michael Weithmann: Ritter und Burgen in Oberbayern. Bayerland Verlag, Dachau 1999, S. 23.
  3. Denkmalliste für Grafing beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege (PDF; 140 kB)