Canellaceae

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Canellaceae
Weißer Zimtrindenbaum (Canella winterana)

Weißer Zimtrindenbaum (Canella winterana)

Systematik
Abteilung: Gefäßpflanzen (Tracheophyta)
Unterabteilung: Samenpflanzen (Spermatophytina)
Klasse: Bedecktsamer (Magnoliopsida)
Magnoliids
Ordnung: Canellales
Familie: Canellaceae
Wissenschaftlicher Name
Canellaceae
Mart.

Die Canellaceae sind eine tropische Pflanzenfamilie mit immergrünen Bäumen.

Merkmale[Bearbeiten]

Habitus und Stamm[Bearbeiten]

Die Canellaceae sind immergrüne Bäume, seltener Sträucher. Der Stamm besitzt ein Kork-Kambium. Die Knoten sind tri-lakunär oder bi-lakunär mit drei Blattspursträngen. Ein internes Phloem ist nicht vorhanden. Das sekundäre Dickenwachstum erfolgt normal. Das Xylem enthält Tracheiden. Die Enden der Gefäßzellen sind schräg sowie leiterförmig oder netzförmig durchbrochen. Die Siebröhren-Plastiden gehören zum P-Typ.

Blätter[Bearbeiten]

Charakteristisch sind die ledrig-dicken, aromatischen, ganzrandigen Blätter ohne Nebenblätter. Die Spaltöffnungen sind meist paracytisch, seltener anomocytisch. Das Mesophyll der Blätter enthält sphärische Zellen mit ätherischen Ölen. Weiters finden sich im Mesophyll Kristall-Drusen aus Kalziumoxalat. Die kleinen Blattleitbündel (minor leaf veins) besitzen bei Canella keine Phloem-Transferzellen.

Blütenstand und Blüten[Bearbeiten]

Die Blütenstände sind unterschiedlich. Es gibt Einzelblüten, cymöse und razemöse Blütenstände. Die Blüten sind zwittrig. Die Blütenhülle ist in Kelch und Krone unterteilt, meist cyclisch angeordnet, seltener schraubig. Der Kelch ist dreizählig und ausdauernd. Es gibt (vier) fünf bis zwölf freie (selten verwachsene) Kronblätter. Einer anderen Deutung nach sind die drei Kelchblätter Hochblätter. Dann wäre das Perianth gleichartig.

Die sechs bis zwölf (bei Cinnamosma vielen) Staubblätter sind miteinander zu einer Röhre verwachsen. Alle Staubblätter sind fertil. Die Antheren stehen an der Außenseite der Röhre. Sie öffnen sich mit Längsschlitzen. Jede Anthere besteht aus zwei bisporangiaten Theken (tetrasporangiat). Die Antherenwand besitzt anfänglich mehr als eine Mittelschicht. Das Tapetum ist drüsig. Der Pollen wird als Einzelkörner verbreitet. Die Pollenkörner sind monosulcat, die Apertur kann auch V-förmig oder haarförmig sein. Der Pollen ist zweizellig.

Das Gynoeceum besteht aus zwei bis sechs verwachsenen Fruchtblättern. Der Fruchtknoten ist oberständig. Die Plazentation ist parietal. Im einzigen Samenfach gibt es zwei bis viele campylotrope, bitegmische, crassinucellate Samenanlagen. Die Samenanlagen stehen horizontal bis aufrecht an der Plazente in Einzel- oder Doppelreihen. Die Die Mikropyle ist zick-zackförmig. Der Embryosack entwickelt sich nach dem Polygonum-Typ. Der eine Griffel ist kurz und dick, die Narbe zwei- bis sechsfach gelappt.

Früchte[Bearbeiten]

Die Frucht ist eine Beere. Jede Beere enthält zwei bis 100 Samen. Die äußere Samenschale (Exotesta) ist sklerotisiert. Die Samen enthalten reichlich Endosperm. Dieses ist ruminiert (durch die Gewebefalten der Samenschale zerklüftet) oder nicht ruminiert. Das Endosperm ist ölhaltig. Der Embryo ist klein, aber deutlich entwickelt. Er besitzt zwei Keimblätter und ist leicht gekrümmt oder gerade.

Die Chromosomenzahl beträgt n = 11, 13, 14.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten]

Die Familie bildet Cyanogene Glykoside. Alle bisher untersuchten Vertreter der Familie enthalten Sesquiterpene des Driman-Typs. Diese Gruppe ist unter den Angiospermen relativ selten und tritt etwa noch bei den verwandten Winteraceae, aber auch bei Polygonum hydropiper.[1] Polygodial, das unter anderem in Warburgia stuhlmannii und W. ugandensis vorkommt, hat eine fungizide Wirkung.[2]

Verbreitung[Bearbeiten]

Die Familie ist in den Tropen beheimatet. Sie kommt in Südamerika, auf den Antillen und in Süd-Florida sowie in Afrika und auf Madagaskar vor.

Systematik[Bearbeiten]

Weißer Zimtrindenbaum (Canella winterana)
Weißer Zimtrindenbaum (Canella winterana)

Die Familie umfasst fünf bis sechs Gattungen mit 13 bis 21 Arten:

Quellen und weiterführende Informationen[Bearbeiten]

Der Artikel beruht vor allem auf folgenden Weblinks:

Literatur[Bearbeiten]

  • Jairo Kenupp Bastos, Maria Axuliadora Coelho Kaplan, Otto Richard Gottlieb: Drimane-Type Sesquiterenoids as Chemosystematic Markers of Canellaceae. In: Journal of the Brazilian Chemical Society. Bd. 10, Nr. 2, 1999, ISSN 0103-5053, S. 136–139, doi:10.1590/S0103-50531999000200011.
  • Walter Erhardt, Siegmund Seybold, Nils Bödeker, Erich Götz: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7, S. 1272.
  • David J. Mabberley: The Plant Book. A portable dictionary of the higher plants. Cambridge University Press, Cambridge u. a. 1987, ISBN 0-521-34060-8.
  • N. P. Seeram, L. S. Francis, O. L. Needham, H. Jacobs, S. McLean, W. F. Reynolds: Drimane and bisabolane sesquiterpenoids from Cinnamodendron corticosum (Canellaceae). In: Biochemical Systematics and Ecology. Bd. 31, Nr. 6, 2003, ISSN 0305-1978, S. 637–640, doi:10.1016/S0305-1978(02)00203-X.
  • Thomas K. Wilson: The Comparative Morphology of the Canellaceae. II. Anatomy of the Young Stem and Node. In: American Journal of Botany. Bd. 52, Nr. 4, 1965, ISSN 1537-2197, S. 369–378, doi:10.2307/2440331.
  • Thomas K. Wilson: Comparative Morphology of the Canellaceae. III. Pollen. In: Botanical Gazette. Bd. 125, Nr. 3, 1964, S. 192–197, Abstract.
  • Thomas K. Wilson: The Comparative Morphology of the Canellaceae. IV. Floral Morphology and Conclusions. In: American Journal of Botany. Bd. 53, Nr. 4, 1966, S. 336–343, doi:10.2307/2439873.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bastos et al., 1999.
  2. Isao Kubo, Makoto Taniguchi: Polygodial, an antifungal potentiator. In: Journal of Natural Products. Bd. 51, 1988, ISSN 1520-6025, S. 22–29, doi:10.1021/np50055a002, Abstract pdf.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Canellaceae – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien