Charlotte von Preußen (1831–1855)

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Charlotte von Preußen, Herzogin von Sachsen-Meiningen

Friederike Luise Wilhelmine Marianne Charlotte von Preußen (* 21. Juni 1831 im Schloss Schönhausen bei Berlin; † 30. März 1855 in Meiningen) war eine preußische Prinzessin und durch Heirat Erbprinzessin von Sachsen-Meiningen.

Leben[Bearbeiten]

Charlotte war die älteste Tochter des Prinzen Albrecht von Preußen (1809–1872), einem Bruder Kaiser Wilhelms I. und König Friedrich Wilhelms IV. von Preußen, sowie von Marianne von Oranien-Nassau (1810–1883), der jüngsten Tochter König Wilhelms I. der Niederlande. 1849 wurde die Ehe von Charlottes Eltern geschieden. Albrecht von Preußen hatte seit 1845 ein außereheliches Verhältnis mit Rosalie von Rauch, Hofdame Mariannes und Tochter des preußischen Kriegsministers, was Anlass für die Trennung des Ehepaares gewesen war. Marianne begann 1848 eine Liebesbeziehung mit ihrem Kutscher und späteren Kabinettssekretär Johannes van Rossum. Als sie 1849 von ihm ein Kind bekam, wurde sie vom preußischen Hof verstoßen.[1] Die Vormundschaft für Charlotte und ihre beiden jüngeren Geschwister Albrecht und Alexandrine ging an Königin Elisabeth über.[2]

Charlotte heiratete am 18. Mai 1850 im Schloss Charlottenburg den damaligen Erbprinzen von Sachsen-Meiningen (ab 1866 Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen) (1826–1914). Als einer ihrer Bewerber war auch der spätere sächsische König Albert aufgetreten.[3] Anlässlich der Hochzeit erhielt das Paar vom preußischen König den Nordflügel des Marmorpalais als Wohnstätte überwiesen.[4] Von ihrer Mutter erhielt Charlotte zur Hochzeit die italienische Villa Carlotta in Tremezzo am Comer See zum Geschenk, die Georg aufwändig umgestalten ließ.[5]

Am Hof in Sachsen-Meiningen, außerhalb Preußens, ermöglichte Charlotte ihrem Vater die Vermählung mit der nicht standesgemäßen Rosalie von Rauch. Charlottes Ehemann verlieh ihr den Titel einer Gräfin von Hohenau, und es wurde eine morganatische Ehe geschlossen. Die beiden mussten jedoch Preußen verlassen und ließen sich in Dresden das Schloss Albrechtsberg erbauen.[6]

Charlotte galt als musikalisch äußerst talentiert und wurde durch den Musikpädagogen und Komponisten Julius Stern ausgebildet.[7] Sie komponierte unter anderem den Geschwindmarsch (Marsch des Garde-Kürassier-Regiments) Nr. 55 und den Defiliermarsch für türkische Musik Nr. 162.[8] Ersterer wurde in die Armeemarschsammlung aufgenommen.

Charlotte starb nach der Geburt ihres letzten Kindes im Kindbett[9], sie wurde auf dem Parkfriedhof Meiningen beigesetzt.[10]

Nachkommen[Bearbeiten]

Aus ihrer Ehe gingen vier Kinder hervor:

∞ 1878 Prinzessin Charlotte von Preußen (1860–1919)
  • Georg Albrecht (1852–1855)
  • Maria Elisabeth (1853–1923)
  • Sohn (*/† 1855)

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Heinemann, Hartmut: "Prinzessin Marianne der Niederlande (1810-1883) und der Rheingau - Eine Frau zwischen Tradition und Emanzipation. In: Rheingau-Forum 2/2002, S. 4.
  2. Dorothea Minkels: Elisabeth von Preussen: Königin in der Zeit des Ausmärzens, Books on Demand, 2007, S. 465
  3. Silke Marburg: Europäischer Hochadel: König Johann von Sachsen (1801-1873) und die Binnenkommunikation einer Sozialformation, Akademie Verlag, 2008, S. 283
  4. Jörg Meiner: Möbel des Spätbiedermeier und Historismus, Akademie Verlag, 2008, S. 326
  5. http://www.altmeiningen.de/georg/vicarlotta.htm
  6. Heinemann, Hartmut: "Prinzessin Marianne der Niederlande (1810-1883) und der Rheingau - Eine Frau zwischen Tradition und Emanzipation. In: Rheingau-Forum 2/2002, S. 4.
  7. Richard Stern: Erinnerungsblätter an Julius Stern, BiblioBazaar, LLC, 2008, S. 143
  8. Adolf Moritz Hofmeister: Handbuch der musikalischen Literatur; oder, Allgemeines systematisch-geordnetes Verzeichnis der in Deutschland und in den angrenzenden Ländern gedruckten Musikalien auch musikalischen Schriften und Abbildungen, mit Anzeige der Verleger und Preise, Band 5, F. Hofmeister, 1860, S. 13
  9. Herzog Georg II. von Sachsen-Meiningen (Memento vom 25. September 2009 im Internet Archive)
  10. http://www.royaltyguide.nl/families/hohenzollern/hhzkings2.htm