Kai-lan

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Kai-lan
Kai-lan (mit weißer Blüte) – ältere Zuchtform

Kai-lan (mit weißer Blüte) – ältere Zuchtform

Systematik
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Brassiceae
Gattung: Kohl (Brassica)
Art: Gemüsekohl (Brassica oleracea)
Unterart: Kai-lan
Wissenschaftlicher Name
Brassica alboglabra
L.H.Bailey
Kai-lan u. Hybridart
(Anbau und Verkauf)
Kai-lan (mit gelber Blüte) – neuere Zuchtform
Kai-lan-Pflanze, Philippinen
Kai-lan-Feld, Philippinen
Kai-lan (mit weißer Blüte) als Gartenpflanze
Kai-lan aus Kōchi – Supermarkt, Japan 2015
„Broccolini“ / „Bimi“ – Kai-lan-Broccoli-Hybrid, USA
alternative Beschreibung
Kai-lan (Bildausschnitt) nach koreanischer Art

Kai-lan, auch Chinesischer Brokkoli (Brassica alboglabra, Syn.: Brassica oleracea var. alboglabra)[1][2][3] genannt, im Englischen auch bekannt als Gai lan, im Niederländischen meist: Kailan geschrieben, ist ein leicht bitteres Blattgemüse mit flachen, glänzend blau-grünen Blättern und dicken Stielen. Der Kai-lan gehört zur Gattung Kohl (Brassica) und als Art des Gemüsekohls (Brassica oleracea) ist er mit den Unterarten Brokkoli und Grünkohl verwandt, denen er im Geschmack ein wenig ähnelt. Er ist ein Verwandter des Pak Chois und Chinakohls. Es gibt sie in verschiedene Anbausorten mit unterschiedlichen Erntezeiten und Anpas­sung an regionale Anbau­tempe­raturen. Äußerlich weiße und gelbe Blüten dienen beispielsweise als Merkmal zur Unterscheidung, wobei der gelbblütige Kai-lan im Vergleich zum Kai-lan mit weißer Blüte eine Sorte neuere Züchtung darstellt.

Bezeichnung und Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Kai-lan (chinesisch 芥藍 / 芥蓝, Pinyin gàilán, Jyutping gaai3laam4) stammt aus dem Kantonesischen (芥蘭 / 芥兰, gàilán, Jyutping gaai3laan4*2). Kai-lan wird traditionell meist in warmen küstennahe Region seines Herkunftslands China angebaut, beispiels­weise in Guangdong, Guangxi, Fujian und Yunnan. Inzwischen gibt es auch Anbaugebiete in Nordchina, Taiwan, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia, Philippinen, Westafrika und Küstenregion des Mittelmeerraums.[4][5]

Äußerliche Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kai-lan-Pflanze kann eine Höhe von 0,5 bis 1 Meter erreichen, jedoch wird sie meist bei einer Größe von 30 bis 40 cm geerntet. Der Hauptstiel der Pflanze ist gerade und hat keine Härchen. Sein Stieldurchmesser beträgt meist 1,5 bis 2 cm. Die Blätter der Pflanze sind länglich oval und können bis zu 10 cm lang werden. Der Blattrand ist unregelmäßig geformt und kleinteilig gefranst. Der Blattstiel kann 3 bis 7 cm Länge erreichen. Die Blüte des Kai-lans gibt es je nach Art sowohl in weiß als auch gelb. Das Blütenblatt ist länglich oval und kann 1 bis 2,5 cm lang werden. Der Durchmesser der Blüte beträgt mind. 1,5 bis 2 cm.[4]

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kai-lan ist eine Pflanze, die warmes bis gemäßigtes Klima bevorzugt und weist unter den Kohlgemüsesorten die größte Wärmeresistenz auf. Der Samen und Setzling des Kai-lans gedeihen am besten zwischen 25 bis 30 Grad Celsius. Temperatur über 30 und unter 15 Grad Celsius verhindert das Keimen und Wachstum von Saat und Jungpflanze. Gewöhnlich wächst Kai-lan bei einer Temperatur von 15 bis 25 Grad Celsius. Sein Wachstum vermindert sich bei einer Temperatur unter 20 Grad Celsius und verlangsamt sich stark, wenn sie geringer als 15 Grad Celsius ist. Die Pflanze mag große Tag-Nacht-Temperatur­unterschiede und verträgt normales bis sandiges Erdreich bei 80 bis 90 % Erdfeuchte. Sie ist jedoch nicht gegen Trockenheit resistent. Übermäßige Bewässerung und Wasser­ansammlung auf den Feldern wirkt sich negativ auf die Pflanze aus.[4][6]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai-lan ist in der chinesischen Küche und vor allem in der südlichen Kanton-Küche sehr verbreitet, zum Beispiel sautiert mit Ingwer und Knoblauch oder einfach in heißem Wasser gegart serviert mit Austernsauce. Im Gegensatz zum Brokkoli, wo nur die Blüten-Teile verzehrt werden, wird Kai-lan in der Regel mit Blättern und Stielen zubereitet. In Asien hat Kai-lan auch Eingang in der Küche Myanmars, Thailands und Vietnams gefunden.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai-lan ist reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Zu seinen Inhaltsstoffen gehören z. B. Eisen, Kupfer, Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor, Selen, Strontium, Zink, β-Carotin (Provitamin A), verschiedene Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin K1, Folsäure, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und Zucker.[4][7][8]

100 g Kai-lan roh enthalten:
Brennwert Wasser Fett Eiweiß Kohlenhydrate Ballaststoffe Zucker Gesättigte Fettsäuren Einf. ungesättigte Fettsäuren Mehrf. ungesättigte Fettsäuren Folsäure
125,5 kJ (30 kcal) 93 g 0,8 g 1,2 g 4,7 g 2,6 g 0,9 g 0,12 g 53 mg 0,35 g 0,1 mg
100 g Kai-lan roh enthalten:
Eisen Kupfer Kalium Kalzium Magnesium Natrium Phosphor Selen Zink β-Carotin Vitamin A Vitamin B1 Vitamin B2 Vitamin B3 Vitamin B6 Vitamin C Vitamin K1
0,59 mg 64 µg 270 mg 110 mg 19 mg 7 mg 43 mg 1,4 µg 0,41 mg 1,03 mg 86 µg 0,1 mg 0,15 mg 0,46 mg 74 µg 29,6 mg 89,1 µg

Quelle zur Tabellen: [7]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine neue Kreuzung zwischen dem Broccoli und Kai-lan namens „Broccolini“ wurde 1993 von der japanischen Firma Sakata Seed Corporation in Yokohama erfolgreich gezüchtet und sowohl in Japan als auch in den USA auf dem Markt gebracht. Im deutschsprachigen Raum ist diese Gemüsekreuzung meist als „Bimi“ bekannt.[9][10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Kai-lan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kai-lan alias wiss. Bezeichnung "Brassica alboglabra (L. H. Bailey) / Brassica oleracea L. var. alboglabra (L. H. Bailey) Musil (芥藍 / 芥蓝, auch: 芥蘭 / 芥兰 - gailan)" - englisch, chinesisch: Flora of China In: efloras.org – Abgerufen am 17. Oktober 2018 - Online
  2. Kai-lan alias wiss. Bezeichnung "Brassica alboglabra (L. H. Bailey) / Brassica oleracea L. var. alboglabra (L. H. Bailey) Musil (芥藍 / 芥蓝, auch: 芥蘭 / 芥兰 - gailan)" - englisch, chinesisch: The Association for Hong Kong Catering Services Management Ltd. In: fooddb.com.hk – (Memento vom 3. Dezember 2016 im Internet Archive) - Online
  3. Kai-lan alias wiss. Bezeichnung "Brassica alboglabra (L. H. Bailey) / Brassica oleracea L. var. alboglabra (L. H. Bailey) Musil (芥藍 / 芥蓝, auch: 芥蘭 / 芥兰 - gailan)" - englisch: Germplasm Resources Information Network (GRIN). Agricultural Research Service (ARS), United States Department of Agriculture (USDA). Abgerufen am 17. Oktober 2018 - npgsweb.ars-grin.gov - Online
  4. a b c d Baidu-Baike: Gailan – Baidu (芥蓝 / 芥兰)百度百科. In: baike.baidu.com. Abgerufen am 17. Oktober 2018 (chinesisch).
  5. Kai-lan alias Chinesischer Brokkoli: [1] In: lebensmittellexikon.de – Abgerufen am 17. Oktober 2018 - Online
  6. Thaifood.de: Chinesischer Brokkoli – Kai-lan, Pak Kanaa (คะน้า). In: thai-thaifood.de. 31. Mai 2018, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  7. a b Vegane-Fitnessernaehrung.de: Chinesischer Brokkoli (Kai-lan) Nährwerte, Kalorien, Kohlenhydrate. Abgerufen am 19. Oktober 2018.
  8. Frank Massholder: Chinesischer Brokkoli. In: lebensmittellexikon.de. 9. Juni 2014, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  9. Washington State University: Vegetable Research & Extension Center. In: agsyst.wsu.edu. Abgerufen am 17. Oktober 2018 (englisch).
  10. Monika Preuk: Bimi – das neue Supergemüse gegen Krebs? In: lifeline.de. 9. Oktober 2014, abgerufen am 19. Oktober 2018.