Kai-lan

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Kai-lan

Kai-lan (mit weißer Blüte) – ältere Zuchtform

Systematik
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Tribus: Brassiceae
Gattung: Kohl (Brassica)
Art: Gemüsekohl (Brassica oleracea)
Unterart: Kai-lan
Wissenschaftlicher Name
Brassica alboglabra
L.H.Bailey

Kai-lan, auch Chinesischer Brokkoli (Brassica alboglabra, Syn.: Brassica oleracea var. alboglabra)[1][2][3][4][5] genannt, im Englischen auch bekannt als Gai lan[6], oder Chinese kale bzw. Chinese broccoli,[7][8] im Niederländischen meist Kailan geschrieben, ist ein leicht bitteres Blattgemüse mit flachen, glänzend blau-grünen Blättern und dicken Stielen. Der Kai-lan gehört zur Gattung Kohl (Brassica) und als Art des Gemüsekohls (Brassica oleracea) ist er mit den Unterarten Brokkoli und Grünkohl verwandt, denen er im Geschmack ein wenig ähnelt. Er ist ein Verwandter des Pak Chois und Chinakohls. Es gibt sie in verschiedenen Anbausorten mit unterschiedlichen Erntezeiten und Anpassung an regionale Anbautemperaturen. Äußerlich weiße und gelbe Blüten dienen beispielsweise als Merkmal zur Unterscheidung, wobei der gelbblütige Kai-lan im Vergleich zum Kai-lan mit weißer Blüte eine Sorte neuere Züchtung darstellt.

Bezeichnung und Herkunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Bezeichnung Kai-lan (chinesisch 芥藍 / 芥蓝)[5][6] stammt aus dem Kantonesischen (芥蘭 / 芥兰)[9]. Kai-lan wird traditionell meist in warmen küstennahe Region seines Herkunftslands China angebaut, beispiels­weise in Guangdong, Guangxi, Fujian und Yunnan. Inzwischen gibt es auch Anbaugebiete in Nordchina, Taiwan, Indien, Indonesien, Japan, Malaysia, Philippinen, Westafrika und Küstenregion des Mittelmeerraums.[10]

Äußerliche Merkmale[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kai-lan-Pflanze kann eine Höhe von 0,5 bis 1 Meter erreichen, jedoch wird sie meist bei einer Größe von 30 bis 40 cm geerntet. Der Hauptstiel der Pflanze ist gerade und hat keine Härchen. Sein Stieldurchmesser beträgt meist 1,5 bis 2 cm. Die Blätter der Pflanze sind länglich oval und können bis zu 10 cm lang werden. Der Blattrand ist unregelmäßig geformt und kleinteilig gefranst. Der Blattstiel kann 3 bis 7 cm Länge erreichen. Die Blüte des Kai-lans gibt es je nach Art sowohl in weiß als auch gelb. Das Blütenblatt ist länglich oval und kann 1 bis 2,5 cm lang werden. Der Durchmesser der Blüte beträgt mind. 1,5 bis 2 cm.

Anbau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai-lan u. Hybridart
(Anbau und Verkauf)
Kai-lan (mit gelber Blüte) – neuere Zuchtform
Kai-lan-Pflanze, Philippinen
Kai-lan-Feld, Philippinen
Kai-lan (mit weißer Blüte) als Gartenpflanze
Kai-lan aus Kōchi – Supermarkt, Japan 2015
„Broccolini“ / „Bimi“ – Kai-lan-Broccoli-Hybrid, USA

Der Kai-lan ist eine Pflanze, die warmes bis gemäßigtes Klima bevorzugt und weist unter den Kohlgemüsesorten die größte Wärmeresistenz auf. Der Samen und Setzling des Kai-lans gedeihen am besten bei 25 bis 30 Grad Celsius. Temperatur über 30 und unter 15 Grad Celsius verhindert das Keimen und Wachstum von Saat und Jungpflanze. Gewöhnlich wächst Kai-lan bei einer Temperatur von 15 bis 25 Grad Celsius. Sein Wachstum vermindert sich bei einer Temperatur unter 20 Grad Celsius und verlangsamt sich stark, wenn sie geringer als 15 Grad Celsius ist. Die Pflanze mag große Tag-Nacht-Temperatur­unterschiede und verträgt normales bis sandiges Erdreich bei 80 bis 90 % Erdfeuchte. Sie ist jedoch nicht gegen Trockenheit resistent. Übermäßige Bewässerung und Ansammlung von Wasser auf den Feldern wirkt sich negativ auf die Pflanze aus.[11]

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai-lan ist in der chinesischen Küche und vor allem in der südlichen Kanton-Küche sehr verbreitet, zum Beispiel sautiert mit Ingwer und Knoblauch oder einfach in heißem Wasser gegart serviert mit Austernsauce. Im Gegensatz zum Brokkoli, wo nur die Blüten-Teile verzehrt werden, wird Kai-lan in der Regel mit Blättern und Stielen zubereitet. In manchen Ländern wird das Gemüse auch als Zutat in Salat verwendet. In Asien hat Kai-lan auch Eingang in der Küche Koreas, Japans, Myanmars, Thailands und Vietnams gefunden.

Inhaltsstoffe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kai-lan mit Austernsoße – Einfache Chinesische Küche, 2020
alternative Beschreibung
Kai-lan nach koreanischer Art – Ausschnitt Systemgastronomie, 2015

Kai-lan ist reich an Vitaminen, Mineralien und Ballaststoffen. Zu seinen Inhaltsstoffen gehören z. B. Eisen, Kupfer, Kalium, Kalzium, Magnesium, Mangan, Natrium, Phosphor, Selen, Strontium, Zink, β-Carotin (Provitamin A), verschiedene Vitamin A, Vitamin B, Vitamin C, Vitamin E, Vitamin K1, Folsäure, Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate und Zucker. Die Werte dienen als allgemeine Orientierung, da Umweltbedingung des Anbaugebiets auch einen Einfluss auf diese Werte haben.[12][13][10]

100 g Kai-lan roh enthalten:1
Brennwert Wasser Fett Eiweiß Kohlenhy. Ballastst. Zucker
125,5 kJ
(30 kcal)
93 g 0,8 g 1,2 g 4,7 g 2,6 g 0,9 g
100 g Kai-lan roh enthalten:1
Gesätt. Fettsäuren Einf. ungesätt. Fettsäuren Mehrf. ungesätt. Fettsäuren Folsäure
0,12 g 53 mg 0,35 g 0,1 mg
100 g Kai-lan roh enthalten:1
Eisen Kupfer Kalium Kalzium Magn. Natrium Phosphor Selen Zink
0,59 mg 64 µg 270 mg 110 mg 19 mg 7 mg 43 mg 1,4 µg 0,41 mg
100 g Kai-lan roh enthalten:1
β-Carotin Vita. A Vita. B1 Vita. B2 Vita. B3 Vita. B6 Vita. C Vita. K1 Cholin
1,03 mg 86 µg 0,1 mg 0,15 mg 0,46 mg 74 µg 29,6 mg 89,1 µg 27 mg

Quelle zur Tabellen: [12][13]

Anmerkung
1 Die Nährstofftabelle ist unvollständig, d. h. es enthalten noch andere hier in der Tabelle nicht aufgezählte Nährstoffe des Lebensmittels! Gekocht enthält das Gemüse andere Nährstoffwerte. Siehe Originaltabelle (gekocht) in der Quellenangabe unten.

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine vergleichsweise neue Kreuzung zwischen Brokkoli und Kai-lan – Kai-lan-Brokkoli-Hybrid – wird seit etwa Ende der 1990er-Jahren unter einer Vielzahl von Handelsnamen, wie beispielsweise “Aspabroc”, “Broccolini”, „Bimi“, “Tenderstem” etc., vertrieben.[14]

Siehe[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Kai-lan – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kai-lan alias wiss. Bezeichnung „Brassica alboglabra“ (L. H. Bailey) / Brassica oleracea L. var. alboglabra (L. H. Bailey) Musil (芥藍 / 芥蓝, auch 芥蘭 / 芥兰 – gailan). In: efloras.org. Abgerufen am 17. Oktober 2018 (chinesisch, englisch).
  2. Kai-lan alias wiss. Bezeichnung „Brassica alboglabra“ (L. H. Bailey) / Brassica oleracea L. var. alboglabra (L. H. Bailey) Musil (芥藍 / 芥蓝, auch 芥蘭 / 芥兰 – gailan): The Association for Hong Kong Catering Services Management Ltd. – 莖葉類蔬菜. (Memento vom 3. Dezember 2016 im Internet Archive), In: fooddb.com.hk. Abgerufen am 3. Dezember 2016. (chinesisch, englisch)
  3. Kai-lan alias wiss. Bezeichnung „Brassica alboglabra“ (L. H. Bailey) / Brassica oleracea L. var. alboglabra (L. H. Bailey) Musil (芥藍 / 芥蓝, auch 芥蘭 / 芥兰 – gailan): Germplasm Resources Information Network (GRIN). Agricultural Research Service (ARS), United States Department of Agriculture (USDA). Abgerufen am 17. Oktober 2018 - npgsweb.ars-grin.gov – Online (englisch)
  4. Frank Massholder: Chinesischer Brokkoli. In: lebensmittellexikon.de. 9. Juni 2014, abgerufen am 26. Dezember 2019.
  5. a b Begriff „gailan aka chinesischer Brokkoli – 芥蓝 [芥藍]“. In: leo.org. Leo GmbH, abgerufen am 7. Januar 2022 (chinesisch, deutsch, Der Begriff gàilán芥蓝 [芥藍] stammt von der Pinyin-Umschrift im Chinesischen, hingehen hat die Bezeichnung Kai-lan oder Kailan芥兰 [芥蘭] ihren Ursprung im Kantonesischen in Südchina.).
  6. a b Gailan (chinesisch 芥藍 / 芥蓝, Pinyin gàilán, Jyutping gaai3laam4), im Deutschen als Kai-lan bzw. chinesischer Brokkoli bekannt.
  7. Brassica oleracea alboglabra (L.H.Bailey) Musil. Common Name: Chinese Kale. In: tropical.theferns.info. Useful Tropical Plants, abgerufen am 8. Januar 2022 (englisch).
  8. Begriff Chinese Broccoli. In: Leo.org. Leo GmbH, abgerufen am 8. Januar 2022 (deutsch, englisch, englische Bezeichnungen: Chinese broccoli, Chinese kale).
  9. Die Bezeichnung Kai-lan (kantonesisch 芥蘭 / 芥兰, gàilán, Jyutping gaai3laan4*2), ist ein Lehnwort aus der kantonesischen Sprache nach der Ad-hoc-Umschrift in englischer Sprache und englischer Schreibkonvention.
  10. a b Chinesischer Brokkoli (aka Kai-lan). In: lebensmittellexikon.de. Abgerufen am 17. Oktober 2018.
  11. Chinesischer Brokkoli – Kai-lan, Pak Kanaa (คะน้า). In: thai-thaifood.de. 31. Mai 2018, abgerufen am 19. Oktober 2018.
  12. a b Chinesischer Brokkoli (Kai-lan) – Nährwerte, Kalorien, Kohlenhydrate. In: vegane-Fitnessernaehrung.de. Abgerufen am 19. Oktober 2018.
  13. a b Chinesischer Brokkoli (Kai-lan), gekocht – Nährwerte, Kalorien, Kohlenhydrate. In: vegane-Fitnessernaehrung.de. Abgerufen am 19. Oktober 2018.
  14. Vegetable Research & Extension Center. In: agsyst.wsu.edu. Washington State University, abgerufen am 17. Oktober 2018 (englisch): „Sakata refers to the hybrid cultivar as ‘Aspabroc’ and owns the genetics on the ‘Aspabroc’ hybrid worldwide. In 1994, Sanbon Incorporated partnered with Sakata Seed Company to begin growing ‘Aspabroc’ commercially in Mexico under the name Asparation® suggesting the asparagus flavor undertones. Asparation® was first available in the U.S. markets in 1996. In 1998, Mann Packing Company partnered with Sakata to begin marketing ‘Aspabroc’ throughout the United States under the name Broccolini®. Sales topped $5.5 million in 2007, and Mann Packing celebrated Broccolini®’s 10th birthday in its November 2008 newsletter.