Christoph Jacob Trew

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Porträt veröffentlicht in seinem Werk Plantae selectae

Christoph Jacob Trew [trɔʏ̯] (* 26. April 1695 in Lauf an der Pegnitz; † 18. Juli 1769 in Nürnberg), auch „Treu“ geschrieben, war ein deutscher Arzt und Botaniker. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Trew“.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über seine ärztliche Praxis hinaus führte er medizinische Grundlagenforschung durch und lehrte an der Universität. Im Jahr 1727 wurde er zum Mitglied der Leopoldina gewählt.[1]

Besondere Bedeutung kommt ihm durch seine publizistische Tätigkeit zu: Trew gründete und betreute ab 1731 eine der ersten Medizinzeitschriften überhaupt, das Wochenblatt „Commercium litterarium ad rei medicinae et scientiae naturalis“.

Als akademischer „Netzwerker“ korrespondierte Trew 15 Jahre lang für diese Zeitschrift mit Fachkollegen in ganz Europa [2]. 1743 wurde er Director Ephemeridum der Kaiserlich-Leopoldinisch-Carolingischen Akademie der Naturforscher und gab als solcher die Zeitschrift der Leopoldina heraus [3]. Am 17. April 1746 wurde er als Mitglied in die Royal Society aufgenommen. Seine internationalen Kontakte nutzte er auch, um mehrere Sammlungen zusammenzustellen, die heute auf ihren jeweiligen Gebieten zu den umfangreichsten der frühen Neuzeit gerechnet werden: So hinterließ Trew die größte bekannte Briefsammlung mit medizinischem und naturwissenschaftlichem Schwerpunkt (sie enthält mehr als 19.000 Briefe, unter anderem von Albrecht von Haller, Conrad Gesner und Lorenz Heister).

Seine Bibliothek, die gut 34.000 Bände (darunter viele unschätzbar wertvolle Unikate) enthält, ist einer der größten naturkundlichen Wissensspeicher seiner Zeit. 1768 überließ er seine komplette Sammlung der Universität Altdorf. Nach Auflösung der Universität 1809 gelangte sie an die Universitätsbibliothek in Erlangen, die sie noch heute besitzt.

Sein Grab befindet sich auf dem Johannisfriedhof in Nürnberg.

Ehrungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Trew benannt ist die ostindische Pflanzengattung Trewia aus der Familie der Wolfsmilchgewächse. Sie wurde von Carl von Linné aufgestellt und umfasst zwei Arten, darunter die Trewia nudiflora (Gutelbaum).

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hortus nitidissimus …
  • Plantae selectae … pinxit Georgius Dionysius Ehret … doi:10.5962/bhl.title.816.
  • Plantae rariores … 1763.
  • Uitgezochte Planten … 1771. Holländische Übersetzung von Plantae selectae (s.o.).
  • Herbarium Blackwellianum … Nürnberg, doi:10.5962/bhl.title.567.
    , Neuauflage des von Elizabeth Blackwell geschaffenen A Curious Herbal (1737/39)
  • Tabulae Osteologicae … Nürnberg 1767 (online)..

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Briefsammlung Trew (auf 3204 Mikrofiches). Harald Fischer Verlag Erlangen 2006, ISBN 3-89131-477-9 (seit 2006 gegen Gebühr auch online zugänglich)
  • Susanne Grosser: Ärztekorrespondenz in der Frühen Neuzeit : der Briefwechsel zwischen Peter Christian Wagner und Christoph Jacob Trew ; Analyse und kommentierte Edition, Berlin; Boston, Mass. : De Gruyter 2015, zugleich Dissertation Universität Erlangen-Nürnberg 2014, ISBN 978-3-11-041140-9.
  • Thomas Schnalke: Wissensorganisation und Wissenskommunikation im 18. Jahrhundert: Christoph Jacob Trew, in: Europäische Geschichte Online, hrsg. vom Institut für Europäische Geschichte (Mainz), 2012, Zugriff am: 25. Januar 2012.
  • Thomas Schnalke: Medizin im Brief. Der städtische Arzt des 18. Jahrhunderts im Spiegel seiner Korrespondenz. (= Sudhoffs Archiv, Beihefte Bd. 37). Franz Steiner Verlag, Stuttgart 1997.
  • Thomas Schnalke: Natur im Bild. Anatomie und Botanik in der Sammlung des Nürnberger Arztes Christoph Jacob Trew. Eine Ausstellung aus Anlaß seines 300. Geburtstages. (= Schriften der Universitätsbibliothek Erlangen-Nürnberg, Bd. 27). Erlangen 1995.
  • Hubert Steinke (Hrsg.): Der nützliche Brief. Die Korrespondenz zwischen Albrecht von Haller und Christoph Jakob Trew 1733–1763. Basel 1999 (= Studia Halleriana, V)
  • Bernd Ullrich: Christoph Jacob Trews farbige Pflanzenzeichnungen. In: Kakteen und andere Sukkulenten. Band 44, Nr. 4, S. 80-85, 1993
  • Ernst Wunschmann: Trew, Christoph Jacob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 38, Duncker & Humblot, Leipzig 1894, S. 593–595.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Mitgliedseintrag von Christoph Jakob Trew bei der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina, abgerufen am 21. Februar 2016.
  2. Thomas Schnalke: Wissensorganisation und Wissenskommunikation im 18. Jahrhundert: Christoph Jacob Trew , in: Europäische Geschichte Online (EGO), hg. vom Institut für Europäische Geschichte (IEG), Mainz 2012.
  3. Marion Mücke,Thomas Schnalke: Briefnetz Leopoldina: die Korrespondenz der Deutschen Akademie der Naturforscher um 1750, Walter de Gruyter, 2009.