Christoph Sonntag (Kabarettist)

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Christoph Sonntag (2010)

Christoph Sonntag (* 1962 in Waiblingen) ist ein deutscher Kabarettist. Seine Auftritte sind geprägt durch den schwäbischen Dialekt.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christoph Sonntag studierte an der TU München sowie der TU Berlin und ist diplomierter Landschaftsplaner. Nach einer autodidaktischen Journalistenausbildung von 1984 bis 1988 arbeitete er unter anderem bei der Süddeutschen Zeitung, dem Umweltmagazin natur und beim Zeitungsverlag Waiblingen. Von 1985 bis 1988 nahm er Schauspielunterricht. Seine Karriere als Kabarettist begann er 1985 mit ersten Soloauftritten. Seit Ende der 1980er Jahre ist er in Rundfunk und Fernsehen präsent, vor allem beim SWR, insbesondere bei SWR3.

Daneben erfüllte Sonntag von 2004 bis 2005 einen Lehrauftrag der Hochschule Heilbronn im Fachbereich „Kultur– und Freizeitmanagement“.

In den Jahren 2007 und 2008 hatte Sonntag zwei Auftritte am Broadway: zunächst am Laurie Beechman Theater, Titel „Schwäbisches Kabarett am internationalen Tag der Toleranz“ und 2008 im Helen Mills Theater.[1]

Am 16. Februar 2013 feierte Sonntag mit dem „Jüngsten Ger(i)ücht“ in der Fellbacher Kelter Premiere, wo er seitdem jedes Jahr als „Bruder Christophorus“ vor rund 1000 Gästen bei Bockbier, Schillerwein und Gaisburger Marsch mit einer „Fastenpredigt“ Prominenten die Leviten liest.[2]

Christoph Sonntag lebt mit seiner Partnerin in Bad Cannstatt. Er hat mit ihr zwei Kinder sowie zwei weitere aus einer vorherigen Beziehung.[3]

Frühe Kabarett-Programme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sein erstes Programm hieß „Kein Volk, ein Teig, ein Rührer“ (1989–1995). Dann folgten die Programme „Gemein sind wir stark“ (1992–1998), „Tausendundeiner lacht“ (1996–2001), „Bescht oph Christoph Sonntag“ (1998 ff.), „Reich und schön – an einem Abend“ (2000 ff.), „Wenn der Mostmann zweimal tingelt“ (2000–2004), „Das Wort vom Sonntag“ (2005) und „Drin was drauf steht“ (2008).

Kabarett-Programme und Radio-Comedy bei SWR3[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christoph Sonntag tourt mit seinen Live-Programmen im SWR3-Sendegebiet in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz. Ab 2010 lief seine Radio-Comedy-Serie „AZNZ – Alte Zeiten Neue Zeiten“ bei SWR3. Im Januar 2011 startete die gleichnamige Live-Show, die in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz mehr als 200.000 Besucher sahen. Am 9. Mai 2012 wurde die Show live in der Stuttgarter Porsche-Arena für das SWR-Fernsehen aufgezeichnet und auf DVD veröffentlicht. Die Aufzeichnung wurde mehr als zwei Dutzend Mal im Fernsehen wiederholt. 2013 ging er mit der Radio-Comedy bei SWR3 „SWR3 Wissen Spezial – Halbwissen, Sonntagswissen, unnützes Wissen“ auf Tour. Mit seinem zehnten Live-Programm „SWR3 Comedy live mit Christoph Sonntag“ tourte er 2014[4] und – mit dem Zusatz „Muss des sei…?“ – 2015 durch ganz Baden-Württemberg. Im Jahr 2016 startete das Best Of-Liveprogramm „100 Jahre Christoph Sonntag“, dass von der Landesschau Baden-Württemberg präsentiert wurde. Seit 2017 tourt er mit seinem Live-Programm „SWR3 Comedy Live Tour mit Christoph Sonntag – #Bloss kein Trend verpennt!“.[5]

„Stiphtung“ Christoph Sonntag[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben seiner Arbeit als Kabarettist engagiert sich Christoph Sonntag zudem mit seiner Stiphtung Christoph Sonntag gGmbH, die im August 2007 gegründet wurde. Mit der Initiative „Der Max-Eyth-See Stuttgart soll sauber werden“ setzte sich die „Stiphtung“ ihr erstes Ziel. Im Mai 2012 wurde das Vorhaben, den Max-Eyth-See mit frischem Quellwasser komplett durchzuspülen, erfolgreich abgeschlossen.[6] Darüber hinaus sind im Laufe der Jahre weitere Projekte entstanden, etwa der Open-Air-Unterricht im „Klassenzimmer am See“ oder die „Ernährungswochen“. Für diese reist die Stiphtung seit 2010 jedes Jahr in zehn baden-württembergische Haupt- und Werkrealschulen, um Kinder und Jugendliche für „Gesunde Ernährung Tisch & Kultur“ zu begeistern. Mit dem Projekt „Sternchenfänger“ setzt sich die „Stiphtung“ für kranke, behinderte und arme Kinder ein und erfüllt ihnen „Herzenswünsche“. Für das Projekt „StreetCamp“ ist seit November 2012 ein von Streetworkern der Stuttgarter Jugendeinrichtung „Schlupfwinkel“ betreuter Van auf den Straßen Stuttgarts unterwegs, der jugendlichen Ausreißern und obdachlosen Kindern eine erste Anlaufstelle bietet. Mit dem Projekt „Herzensauto“ unterstützt die Stiphtung seit 2012 zehn soziale Einrichtungen, in dem sie ihnen kostenlos ein Fahrzeug für die karitativen Dienste zur Verfügung stellt. Im Jahr 2013 und 2016 fand der „Toleranzgipfel“, eine Mischung aus Symposium und Kabarettveranstaltung zum Thema „Toleranz“ statt. Das Projekt „Klassenzimmer am Fluss“ beinhaltet ein umweltpädagogisches Angebot auf der kleinen Erleninsel in Waiblingen.

Am 25. April 2015 erhielt Christoph Sonntag im Mannheimer Schloss den Verdienstorden des Landes Baden-Württemberg durch Ministerpräsident Winfried Kretschmann.[7]

Fernsehauftritte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Liveprogramme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auf der Bühne in Bad Cannstatt (2005)
  • 1989: Kein Volk, ein Teig, ein Rührer
  • 1992: Gemein sind wir stark
  • 1996: Tausendundeiner lacht
  • 1998: Bescht oph
  • 2000: Reich und schön – an einem Abend
  • 2002: Wenn der Mostmann zweimal tingelt
  • 2005: Das Wort vom Sonntag (2006 auf DVD erschienen)
  • 2008: Drin was drauf steht
  • 2011 und 2012: AZNZ – Alte Zeiten Neue Zeiten (im August 2012 auf DVD erschienen)
  • 2013: SWR3 Comedy „SWR3 Wissen Spezial – Halbwissen, Sonntagswissen, unnützes Wissen“.
  • 2014: SWR3 Comedy live mit Christoph Sonntag
  • 2015: SWR3 Comedy live mit Christoph Sonntag – Muss des sei…?
  • 2016: Die SWR Landesschau Baden-Württemberg präsentiert: 100 Jahre Christoph Sonntag – Die Jubeltour!
  • 2017: SWR3 Comedy Live Tour mit Christoph Sonntag – #Bloss kein Trend verpennt!

Diskographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995: Fundamt, Biberle & Co., Merkton C&P
  • 1997: Termin bei Zahnarzt Dr. Sonntag, Nullviernull Tonproduktion, Hamburg
  • 1998: Bescht oph Christoph Sonntag, SDR Holding / 2001 SWR Media GmbH u. VHS
  • 1998: Dr große Graba – Asterix auf schwäbisch, Les Editions Albert Rene / Sony
  • 1999: Zahnarzt Dr. Sonntag – das Beste von Bühne, Seh- und Hörfunk Kneifidelity / Sony
  • 2001: I hörs doch! Staatl. Fundamt für peinliche Verluste, Kneifidelity / BMG
  • 2003: Reich und schön – an einem Abend, Vertrieb Mäule & Gosch
  • 2003: Wenn der Mostmann zweimal tingelt, Vertrieb Mäule & Gosch
  • 2006: Das Wort vom Sonntag (Live-DVD), Sonntag – Santamaria – Tichy / Vertrieb Mäule & Gosch
  • 2008: Sowas könntsch im Radio net brenga, Vertrieb Mäule & Gosch
  • 2009: Drin was drauf steht, (Live-Doppel-CD), Vertrieb Silberburg-Verlag, ISBN 978-3-87407-980-8
  • 2011: AZNZ – Alte Zeiten Neue Zeiten. Die Original Comix aus dem Radio, Elchrecords – SWR3 Club
  • 2011: So senn mir (Schwabionalhymne). Ein Kabarettist spielt mit sich selber, Vertrieb Silberburg-Verlag, ISBN 978-3-8425-1904-6
  • 2011: AZNZ – Alte Zeiten Neue Zeiten (Live-CD), Vertrieb Silberburg-Verlag
  • 2012: AZNZ – Alte Zeiten Neue Zeiten (Live-DVD), Vertrieb Sony Music Entertainment
  • 2014: SWR3 Comedy mit Christoph Sonntag – Wissen Spezial (Live-CD), Elchrecords – SWR3 Club

Bücher[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Christoph Sonntag – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. „Wir machen unsere Löcher selbst“ Stuttgarter Nachrichten, 4. September 2008.
  2. Starkes Bier und starke Sprüche Stuttgarter-Zeitung.de, 10. März 2014, abgerufen am 26. Mai 2014.
  3. Christoph Sonntag – Comedian Interview in Stadtmagazin.com, 4. September 2012, abgerufen am 26. Mai 2014.
  4. Christoph Sonntag auf Tour Pressemitteilung SWR3, 13. März 2014, abgerufen am 26. Mai 2014.
  5. Stuttgarter Zeitung, Stuttgart, Germany: Christoph Sonntags neues Programm: Richtig böse werden kann er auch. In: stuttgarter-zeitung.de. (stuttgarter-zeitung.de [abgerufen am 24. April 2017]).
  6. Anzug statt Badehose Stuttgarter-Zeitung.de, 18. Mai 2012, abgerufen am 26. Mai 2014.
  7. Staatsministerium Baden-Württemberg: Liste der Ordensträger 1975–2017. 6. Mai 2017, S. 61, abgerufen am 16. Mai 2017 (PDF; 153 kB).
  8. Eröffnung 167. Cannstatter Volksfest SWR.de, 3. Oktober 2012, abgerufen am 9. Oktober 2012
  9. Einfach DIE BESTEN – Christoph Sonntag sucht im SWR-Fernsehen Talente Sonntag.tv, abgerufen am 9. Oktober 2012
  10. AZNZ - Alte Zeiten Neue Zeiten Wildmagazin.de, 26. September 2012, abgerufen am 9. Oktober 2012