Claudia Wissmann

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Die Lichtkünstlerin Claudia Wissmann 2015 in ihrem Atelier

Claudia Wissmann (* 6. Februar 1964 in Dingden[1] am Niederrhein) ist eine deutsche Lichtkünstlerin, wohnhaft in Hannover.

Im Mittelpunkt ihrer Kunst steht das Verhältnis von Natur, Architektur und Licht. Dabei setzt die Künstlerin Tages- und Kunstlicht zur Umdeutung und Interpretation von Bauwerken und Orten ein. Als bezeichnend für ihre Kunstwerke gilt die Auseinandersetzung mit der Entstehung, der Geschichte und der Funktion von Gebäuden, Räumen und Orten, denen Wissmann sich zuwendet.[2][3]

Biografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Claudia Wissmann wurde als Tochter einer Spielwarenhändlerin und eines Schmiedes in Dingden am Niederrhein geboren. Ab 1983 studierte sie Visuelle Kommunikation an der Fachhochschule in Krefeld. Von 1985 bis 1992 folgte ein Studium der Bildenden Kunst und des Films bzw. Videokunst an der Kunstakademie Münster bei Inge Mahn, Gunther Keusen und Lutz Mommartz. In der Zeit von 1988 bis 1989 verbrachte die Künstlerin ein Jahr an der University of Reading in England.[4] Dort studierte sie unter dem Einfluss der Installationskünstler Richard Wilson, Marc Camilla Chaimowicz und den beiden Lichtkünstlern Ron Haselden und dem Neuseeländer Bill Culbert.

1989 war Claudia Wissmans erste Lichtinstallation mit Tageslicht unter dem Titel Light movements - far five windows in der University Art Gallery in Reading zu sehen. Die Künstlerin wirkte in dieser Installation selbst als Akteurin, im Verhältnis von Licht, Schatten und Identität. 1991 kam der Kunsthistoriker und Kurator Schneckenburger an die Kunstakadamie Münster, der später einige Werke von Wissmann in verschiedenen Ausstellungen zeigte.

Nach weiteren Installationsexperimenten, wandte sie sich schließlich der Lichtkunst im Kontext von Architektur zu. Bedeutend und inspirierend für Wissmann waren dabei, neben ihrer Studienzeit an der Universität in Reading, die Filme und Bodysculptures von Rebecca Horn, Werke von Maya Deren sowie Performances und Projektionen der Künstlerin Nan Hoover im Kontext von Licht und Schatten.

Ihr Hauptinteresse liegt heute bei dem Verhältnis von Licht und Architektur sowie Licht und Natur. Wissmann verwendet sowohl Kunstlicht als auch Tageslicht in den verschiedensten Formen der Reflexion als Gestaltungsmedium. Ziel ist nicht die Beleuchtung von Gebäuden oder Naturformen, sondern eine Änderung der Wahrnehmung und Umdeutung durch Licht. Wissmann hat sich in den letzten Jahren außerdem auch vermehrt der Arbeit mit Kindern gewidmet. Das mit den Künstlerinnen Ute Heuer, Kirsten Mosel und Andrea von Lüdinghausen in Hannover gegründete Mobile Atelier veranstaltet einwöchige Workshops in Kindergärten und Kinder in der Altersgruppe von 3 bis 6 Jahren an die verschiedensten Ausdrucksformen der Kunst heranführt.

Einzelausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1989 "Five Days a Week", University Art Gallery, Reading, GB
  • 1993 "Umgehung", Wewerka Pavillon, Münster
  • 1996 "night falls - light falls", Kloster Plasy, (CZ)
  • 1997 "Kunst am Bau - Mögliche Projektionen", Museum am Ostwall, Dortmund
  • 2000 "Light Lift", Lönnströmin Art Museum, Rauma (SF). "Ex Architectura", Sprengel Museum Hannover, Hannover
  • 2002 "Legenda Aurea", St. Petri, Dortmund. "Die Stätte", Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna
  • 2004 "Lichtarchitektur", Kunstverein Siegen
  • 2006 "Winterlicht", Kloster Gravenhorst
  • 2009 "Spiegelungen", Schloss Agathenburg, Stade

Gruppenausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1996 "Villa Romana", Folkwang-Museum, Essen
  • 1999 "Übergänge", Recklinghausen
  • 2000 "Transfer", Centro Galego de Arte Contemporanea, Santiago de Compostela (SP), (auch: Sala de Expositiones Recalde, Bilbao, Stiftung Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Duisburg, Zeche Zollverein, Essen)
  • 2002 "MEGA - Manifeste der Anmaßung", forum für experimentelle architektur, k/haus, Wien (A)
  • 2004 "Stadtlicht - Lichtkunst", Stiftung Wilhelm-Lehmbruck-Museum, Zentrum Internationale Skulptur, Duisburg
  • 2005 "Re:MODERN - Zur Renaissance der ästhetischen Moderne", K/haus, Wien
  • 2007 "Nordskulptur:Licht", Kunstverein, Neumünster
  • 2010 "Gabriele-Münter-Preis 2010", Martin-Gropius-Bau, Berlin
  • 2010 White Box Art Museum, Beijing, China
  • 2011 lichtsicht internationale Projektionsbiennale, Bad Rothenfelde
  • 2012 Jetlag, Messe Hannover, Partnerland China

Kunst mit Architektur / Natur (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Permanente Lichtinstallationen/Lichtskulpturen im öffentlichen Raum

  • Light Gardens (2003), Prado Skulpturen Park, Vitoria-Gasteiz, Spanien
  • Wetter/Leuchten (2004), VKB Versicherungskammer Bayern, München
  • Glitzerbaum für Kastanie (2006),Lichtpromenade Lippstadt, Standort: Lippebug/Lipperesidenz
  • Dach Hoch² (2007), Landratsamt, Göttingen
  • Colour the Station (2007) Tramhalte Nieuwegein, Utrecht, NL
  • Schloßallee (2009), Kunststiftung Schloss Agathenburg
  • Colour the theatre (2013), Theater de Kom, Nieuwegein, Utrecht, NL

Werke in öffentlichen und privaten Sammlungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sammlung der Kulturstiftung der Stadtsparkasse Bocholt
  • Sammlung der Kunststiftung der Stadtsparkasse Magdeburg
  • Sammlung der Kulturstiftung der Westf. Provinzial-Versicherungen, Münster
  • Museum für Kunst- und Kulturgeschichte, Dortmund
  • Landschaftsverband Westfalen-Lippe, Münster
  • Kunstsammlung der Stadtsparkasse Siegen
  • Sammlung Don Bosco Stiftung, Bonn
  • Kunstsammlung Gemeente Nieuwegein, Niederlande

Preise und Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992 Förderpreis der Stadt Dortmund
  • 1993 Graduiertenstipendium des Landes NRW
  • 1996 DAAD Stipendium
  • 1997 PIXEL-digital imaging award der Kodak AG und des BFF Stuttgart
  • 1999 Förderpreis der Westfälischen Wirtschaft
  • 1999 1. Preis des Bildhauersymposiums Holzminden
  • 2000 Preisträgerin der Kunststiftung der Sparkasse Magdeburg
  • 2000 2. Preisträgerin des H.W. & J. Hector-Kunstpreis
  • 2003 Preisträgerin eines Wettbewerbs des Kulturprojektes Hellweg – ein Lichtweg in der Stadt Kamen
  • 2003 1. Preis des Kunstpreises Sickingen für Grafik
  • 2005 1. Preis des Wettbewerbs für die künstlerische Gestaltung des Frohsinnplatz, Aschaffenburg
  • 2006 1. Preis des Wettbewerbs Kunst am Bau mit Licht, Landratsamt Göttingen
  • 2007 Zukunftspreis Jugendkultur der PWC-Stiftung für das "Mobile Atelier"
  • 2008 Medien-RAUM-Preis der Emscher Genossenschaft, Skulpturenmuseum Glaskasten, Marl

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. o.V., Claudia Wissmann, in: Karl-Heinz Brosthaus, Friederike Meiselbach, Uwe Rüth, Stephan Wolters (Red.): Deutsche Video-Kunst 2006–2008. deutsche Video-Installations-Kunst 2006–2008. Medien Raum-Wettbewerb 2008.Dokumentation und Katalog zur Ausstellung zum 13. Marler Video-Kunst-Preis, 5. Marler Video-Installations-Preis, Medien-Raum-Wettbewerb 2008, Hrsg.: Marl: Skulpturenmuseum Glaskasten Marl, 2008 ISBN 978-3-924790-80-6, S. 112
  2. Norbert Nobis, Luxpartivagabundus, In: Claudia Wissmann, Norbert Nobis, Ex Architectura, Hannover: 2000, ISBN 3-89169-156-4, S. 2–3.
  3. Agosto Foundation : mediateka, Claudia Wissmann, Night Falls Light Falls, Night Falls Light Falls slide projection convent courtyard, Stand: 08.04.2018, 13:00 Uhr.
  4. Claudia Wissmann, Die Stätte, Hrsg.: Stadt Unna, Zentrum für Internationale Lichtkunst, Unna: 2002. S. 1.