Clemens Cassel

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Clemens Cassel (* 12. März 1850 in Salzgitter; † 23. Juni 1925 in Celle) war ein deutscher Lehrer an der Mittelschule, Heimatforscher und Chronist.

Clemens Cassel, Porträt
Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner. (in zwei Bänden) W. Ströher, Celle 1930/1934.
Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner (in zwei Bänden) W. Ströher, Celle 1930/1934.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clemens Cassel wurde in Salzgitter geboren. Sein Vater war Töpfermeister und seine Mutter stammte aus einer Hofbesitzerfamilie aus Beuchte. Seine Eltern verstarben recht früh und so wuchs Cassel bei einer kinderlosen Tante auf. Cassel wurde Lehrer und nahm Stellen als Hauslehrer in der Nordheide und in Eckernförde an. 1878 legte er sein Mittelschullehrerexamen an seiner Schulstelle in Kronenberg bei Elberfeld ab. Bereits zwei Jahre zuvor hatte er gemeinsam mit zwei Kollegen die "Chronik der Bürgermeisterei Kronenberg" verfasst. 1880 übernahm Cassel eine Lehrerstelle an der Mittelschule in Celle. Diese Stelle - zeitweise in Verbindung mit dem Amt des Waisenhausvaters - führte Cassel aus, bis er 1910 aufgrund seiner fortschreitenden Schwerhörigkeit vorzeitig pensioniert wurde. Seinen Ruhestand widmete Cassel fortan der Heimatgeschichte und Chronik. Seit 1894 besaß er ein Haus in der Braunhirschstraße. Aus zwei Ehen hatte er insgesamt vier Kinder.

Auf dem Boden des alten Celler Rathauses widmete sich Cassel den unsortierten und angesammelten Archivalien der Stadt Celle und verfasste, nach der ausdrücklichen Erlaubnis vom Oberbürgermeister Denicke, seine Chronik über die Celler Stadtgeschichte. Bei seiner Arbeit verband Cassel die wissenschaftliche Methodik mit seiner vortrefflichen Gabe anschaulich zu erzählen. Viele wissenschaftliche Kritiker zollten seinen Werken Respekt, da es Cassel überaus verstand, seine akademischen Defizite durch sein natürliches Talent und Verständnis für vergangene Epochen auszugleichen. Seiner Motivation und Hingabe ist es zu verdanken, dass die Celler Geschichte nach dem Ersten Weltkrieg um eine umfangreiche Chronik bereichert wurde.

Als er seine Stadtchronik im Jahr 1924 in der Entwurfsfassung vorlegte, wollte die Stadtverwaltung sie zunächst in mehreren Einzelabschnitten veröffentlichen. Dem widersprach Cassel, der stets für ein zusammenhängendes Geschichtsbild plädiert hatte. Im Alter von 75 Jahren, nur ein Vierteljahr nach seinem Geburtstag verstarb Cassel nach kurzer Krankheit. Seine Stadtchronik erschien zu seinem Geburtstag Ende Februar/März 1930.

Obwohl sich Clemens Cassel im Kontext der deutschen Klassiker sah und konservative Außenwirkung entfaltete, sind seine Werke von einer besonderen Gabe der Objektivität geprägt.

Leistungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Clemens Cassel widmete sich wie kein anderer zuvor der Aufarbeitung der Celler Stadtgeschichte. Ihm ist eine Vielzahl heutiger Erkenntnisse über das Stadtbild zu verdanken.

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Chronik der Bürgermeisterei Kronenberg. Selbstverlag, Kronenberg 1876.
  • Celle und seine Umgebung im Munde der Vorzeit. Selbstverlag, Celle 1892.
  • Erzählung der Bürgerschaftsbewegung von 1600. Selbstverlag, Celle 1895.
  • Die Stadt Celle zur Zeit Herzogs Ernst des Bekenners. Selbstverlag, Celle 1906.
  • Die Einsetzung der Viermänner in Celle. Selbstverlag, Celle 1907.
  • Die Stadt Celle historisch-topografisch. Selbstverlag, Celle 1908.
  • Die Schifffahrtsrechte der Bürger von Celle. Selbstverlag, Celle 1911.
  • Festschrift zur Gedenkfeier des sechshundertjährigen Bestehens der Stadtkirche von Celle. Cellesche Zeitung, Celle 28. – 30. August 1913.
  • Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner. (in zwei Bänden) W. Ströher, Celle 1930/1934.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

W. Ströher: Geschichte der Stadt Celle mit besonderer Berücksichtigung des Geistes und Kulturlebens der Bewohner. (in zwei Bänden), Celle 1930/1934.