Clemens Rostock

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Clemens Rostock (* 21. Februar 1984 in Eisenhüttenstadt) ist ein deutscher Politiker der Partei Bündnis 90/Die Grünen. Er ist Vorsitzender des Landesverbands Brandenburg.

Persönliches[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rostock wuchs in Eisenhüttenstadt auf. Nach dem Abitur (Deutsch-Polnisches Gymnasium Neuzelle) studierte er an den Universitäten von Potsdam und Münster Volkswirtschaftslehre und Wirtschaftswissenschaften. Nach dem Abschluss seines Studiums arbeitete Rostock beim Verkehrsclub Deutschland im Projekt „Klimaverträglich mobil 60+“.

Rostock ist verheiratet und hat zwei Kinder. Er wohnt mit seiner Familie in Hennigsdorf.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rostock ist seit 2001 Mitglied bei Bündnis 90/Die Grünen. Er war viele Jahre Mitglied im Landesvorstand der Grünen Jugend Brandenburg und mehrfach Direktkandidat seiner Partei bei Bundestags- und Landtagswahlen. Von 2008 bis 2014 war er Stadtverordneter in Eisenhüttenstadt. Bei den Landtagswahlen in Brandenburg 2009 verpasste Rostock mit Listenplatz 6 nur knapp den Einzug in das Landesparlament, errang seine Partei doch fünf Landtagsmandate.

Im November 2013 wurde Rostock, zunächst als Beisitzer, Mitglied im Landesvorstand des bündnisgrünen Landesverbands Brandenburg. Am 29. November 2014 wurde Rostock dann neben Petra Budke zu einem von zwei gleichberechtigten Landesvorsitzenden gewählt. Er trat die Nachfolge von Benjamin Raschke an, der sein Amt nach seiner Wahl in den Landtag Brandenburg niedergelegt hatte.[1] Im November 2015 wurde er mit 91,7 % als Landesvorsitzender bestätigt.[2]

Bruno Kramm und der sogenannte „GEMA-Hack“[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während die Verhandlung seiner Klage gegen die GEMA vor dem Berliner Kammergericht lief, trat Bruno Kramm in den Brandenburger Landesverband von Bündnis 90/Die Grünen ein. Rostock begrüßte Kramm damals und zeigte sich erfreut.[3] Am 14. November 2016 entschied das Berliner Kammergericht zu Gunsten von Kramm. Auf youtube verkündete er am selbigen Tag „ich war immer Pirat, ich bin Pirat und ich bin wieder Pirat“ und äußerte sich zum „GEMA Urteil“ gegen die Profite von Verwertungsgesellschaften.[4] Kramm hatte seine Mitgliedschaft bei Bündnis 90/Die Grünen somit nur vorgetäuscht. Ein Blogeintrag der „Drachenrose“ stellte anschließend einen Zusammenhang zwischen dieser vorgetäuschten Mitgliedschaft und dem Ausgang des Gerichtsurteils her. Da Renate Künast Vorsitzende des Rechtsausschusses sei, fiele die Klage „in ein von den Grünen geführtes Ressort“ und der vorgetäuschte Parteiwechsel sei ein „Hack“ gewesen, um das Gerichtsurteil im positiven Sinne zu beschleunigen.[5] Rostock nahm es mit Humor und gratulierte Kramm zum Gerichtsurteil. Er nahm aber auch die Vermengung von Judikative, Exekutive und Legislative mit den Worten aufs Korn

„Diejenigen, die glauben, dass eine Parteimitgliedschaft Einfluss auf Entscheidungen des Berliner Kammergerichts nehmen kann, gehen bitte zur Piratenpartei. Alle anderen, die nicht son verqueres Verschwörungszeug glauben, kommen bitte zu Bündnis 90/Die Grünen Brandenburg.“

(Clemens Rostock, 15. November 2016)[6]

Da zudem der Großteil der Berichterstattung zu dem Gerichtsurteil Kramm weiterhin den Grünen zuordnete[7][8][9], bedankte sich Rostock sogar noch für den angeblichen Hack und rief die Beteiligten dazu auf, sollten sie jemals wieder so etwas planen, dies doch „bitte bitte“ wieder bei Bündnis 90/Die Grünen zu tun.[6] Auf twitter wurde dieses Ereignis unter dem Hashtag „Gemahack“ diskutiert.[10]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Rostock führt Brandenburger Grüne an, abgerufen am 30. November 2014
  2. Grüne Doppelspitze wiedergewählt, abgerufen am 16. Februar 2016
  3. Ehemaliger Berliner Piratenchef wechselt zu Brandenburger Bündnisgrünen, abgerufen am 15. Januar 2017
  4. Piratenpartei: Bruno Kramm zum GEMA Urteil. 14. November 2016, abgerufen am 15. November 2016.
  5. ………… und dann haben wir einfach mal die Grünen gehackt Blogeintrag vom 14. November 2016
  6. a b Antwort von Clemens Rostock auf den angeblichen „Hack“ pdf-Datei, 126kb, 15.11.2016
  7. GEMA darf nicht automatisch Geld an Musikverlage ausschütten rbb-Bericht zum Urteil vom 14. November 2016
  8. Alles Recht den Urhebern Tagesspiegel-Bericht zum Urteil vom 15. November 2016
  9. GEMA-Urteil: Alles Geld den Kreativen. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 14. November 2016, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 15. November 2016]).
  10. Twitter Suche nach Hashtag „Gemahack“