Ska Keller

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Ska Keller 2018

Franziska Maria „Ska“ Keller (* 22. November 1981 in Wilhelm-Pieck-Stadt Guben) ist eine deutsche Politikerin von Bündnis 90/Die Grünen. Sie wurde 2009 im Alter von 27 Jahren erstmals ins Europäische Parlament gewählt. Dort ist sie seit 2016 gemeinsam mit Philippe Lamberts Kovorsitzende der Grünen/EFA-Fraktion. Bei der Europawahl 2014 war sie eine der beiden Spitzenkandidaten der Europäische Grüne Partei. Auch 2019 führt sie den grünen Europawahlkampf an.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Franziska Keller studierte Islamwissenschaft, Turkologie und Judaistik an der FU Berlin und der Sabancı-Universität in Istanbul. Sie schloss das Studium 2010 als Magistra ab.[1] Keller ist mit dem Finnlandschweden Markus Drake verheiratet, mit dem sie in Brüssel lebt.[2] Sie spricht neben Deutsch fließend Englisch, Französisch, Spanisch sowie etwas Türkisch[3] und minimal Arabisch.[4]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 2001 war Keller Mitglied der Grünen Jugend und von 2002 bis 2004 Beisitzerin in deren Bundesvorstand.[5] Von 2005 bis 2007 war sie Sprecherin der Vereinigung Junger Europäischer Grüner (FYEG).[5]

2002 trat sie der Partei Bündnis 90/Die Grünen bei und war seit 2005 Mitglied im Landesvorstand Brandenburg. Zwischen 2005 und 2009 war sie Geschäftsführerin des Grünen-Kreisverbandes Spree-Neiße. Im November 2007 wurde sie zusammen mit Axel Vogel zu einer von zwei gleichberechtigten Vorstandssprechern der Brandenburger Grünen gewählt. Bis 2009 war sie Vorsitzende des Landesverbands Brandenburg der Grünen.[5] In diesem Amt engagierte sie sich besonders für ein landesweites Volksbegehren gegen neue Tagebaue in Brandenburg, das gemeinsam von Parteien und Umweltverbänden initiiert wurde.

Europaabgeordnete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ska Keller kandidierte bei der Europawahl 2009 unter dem Motto Nicht nur Opa für Europa erfolgreich für das Europäische Parlament.[2] Bei der nächsten Europawahl 2014 bestimmte die Europäische Grüne Partei ihre Spitzenkandidaten erstmalig mittels einer für alle offenen europaweiten Vorwahl im Internet, an der sich knapp 23.000 Menschen beteiligten. Keller konnte die Vorwahl für sich entscheiden.[2][6][7] Auf der Bundesliste von Bündnis 90/Die Grünen für die Europawahl wurde Keller jedoch nur auf Platz 3 nominiert. Spitzenkandidatin war Rebecca Harms, die Keller in der europaweiten Vorwahl noch unterlegen war.[8]

Kellers politische Schwerpunkte im Europäischen Parlament sind Migration und Asyl, Handel und Entwicklung sowie die Beziehungen der EU zur Türkei. Seit 2016 ist sie gemeinsam mit dem Belgier Philippe Lamberts Co-Vorsitzende der Fraktion Die Grünen/EFA.[1] Von 2009 bis 2012 war sie Mitglied im Ausschuss für Entwicklung (DEVE) und von 2012 bis 2017 im Ausschuss für internationalen Handel (INTA). Seit 2009 ist sie stellvertretendes Mitglied im Ausschuss für bürgerliche Freiheiten, Justiz und Inneres (LIBE). Zudem gehört Ska Keller den Delegationen im Gemischten Parlamentarischen Ausschuss EU-Türkei (seit 2009) und im Parlamentarischen Ausschuss Cariforum-EU (seit 2014) an.[9][10]

Im November 2018 wurde Ska Keller neben dem niederländischen Europaabgeordneten Bas Eickhout zur Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen Partei gewählt. Ihre Europawahlkampagne hat das Motto "Let's Act. Together.".[11] Zudem führt Keller die Bundesliste der deutschen Grünen für den Europawahlkampf an.[12]

Im Januar 2019 besuchte Keller gemeinsam mit vier Bundestagsabgeordneten aus SPD, Linkspartei und Grünen ein Schiff der Sea Watch, die Flüchtlinge im Mittelmeer aus Seenot gerettet hatten.[13]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ska Keller – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Ska Keller MdEP: Vita. In: Homepage Ska Keller. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  2. a b c Claudia Kade, Christoph B. Schiltz: Ska Keller: Ex-Punkerin führt Grüne in EU-Wahl. In: Die Welt. 29. Januar 2014 (welt.de [abgerufen am 8. Mai 2019]).
  3. Lisa Caspari: Jung, freundlich, gefährlich. In: Zeit Online. 1. Februar 2014.
  4. „Das steht eigentlich nur auf dem Papier, dass ich das spreche“, in: „Ska Keller: 'Es geht darum, Europa zu verändern“, Interview mit DLR Kultur, 1. März 2014.
  5. a b c Lebenslauf | Ska KELLER | Abgeordnete | Europäisches Parlament. In: Website des Europäischen Parlaments. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  6. Claudia Kade: Europaparlament: Grüne stellen Europakandidaten online zur Wahl. In: Die Welt. 12. November 2013 (welt.de [abgerufen am 8. Mai 2019]).
  7. Ska Keller ist Spitzenkandidatin der Europäischen Grünen. In: Spiegel Online, 29. Januar 2014.
  8. Hannah Beitzer: Erfahrung schlägt Jugend. In: Süddeutsche Zeitung. 8. Februar 2014, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 8. April 2019]).
  9. 7. Wahlperiode | Ska KELLER | Abgeordnete | Europäisches Parlament. In: Website des Europäischen Parlaments. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  10. 8. Wahlperiode | Ska KELLER | Abgeordnete | Europäisches Parlament. In: Website des Europäischen Parlaments. Abgerufen am 8. Mai 2019.
  11. European Greens 2019 campaign - Let's act. Together! Abgerufen am 8. April 2019 (englisch).
  12. Europa-Wahl im Mai: Ska Keller ist Spitzenkandidatin der europäischen Grünen. In: Spiegel Online. 24. November 2018 (spiegel.de [abgerufen am 8. Mai 2019]).
  13. Seenotrettung: Italien will gerettete Mütter und Kinder von Schiffen aufnehmen. In: Die Zeit. 4. Januar 2019, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 8. Mai 2019]).