Neuzelle

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde Neuzelle in Brandenburg. Das namensgebende Kloster findet man unter Kloster Neuzelle.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Neuzelle
Neuzelle
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Neuzelle hervorgehoben
52.08305555555614.63305555555643Koordinaten: 52° 5′ N, 14° 38′ O
Basisdaten
Bundesland: Brandenburg
Landkreis: Oder-Spree
Amt: Neuzelle
Höhe: 43 m ü. NHN
Fläche: 135,91 km²
Einwohner: 4315 (31. Dez. 2014)[1]
Bevölkerungsdichte: 32 Einwohner je km²
Postleitzahl: 15898
Vorwahlen: 033652, 033656 (Henzendorf, Treppeln)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: LOS
Gemeindeschlüssel: 12 0 67 357
Gemeindegliederung: 11 Ortsteile
Adresse der Amtsverwaltung: Bahnhofstraße 22
15898 Neuzelle
Webpräsenz: www.neuzelle.de
Bürgermeister: Dietmar Baesler (FDP)
Lage der Gemeinde Neuzelle im Landkreis Oder-Spree
Bad Saarow Beeskow Berkenbrück Briesen Brieskow-Finkenheerd Diensdorf-Radlow Eisenhüttenstadt Erkner Friedland Fürstenwalde/Spree Gosen-Neu Zittau Groß Lindow Grünheide Grunow-Dammendorf Jacobsdorf Langewahl Lawitz Briesen (Mark) Mixdorf Müllrose Neißemünde Neuzelle Ragow-Merz Rauen Reichenwalde Rietz-Neuendorf Schlaubetal Schöneiche Siehdichum Spreenhagen Steinhöfel Storkow Tauche Vogelsang Wendisch Rietz Wiesenau Woltersdorf Ziltendorf BrandenburgKarte
Über dieses Bild
Findling am Brauereiplatz: Erholungsort Neuzelle 2003

Neuzelle (niedersorbisch Nowa Cala)[2] ist eine amtsangehörige Gemeinde im Südosten von Brandenburg im Landkreis Oder-Spree, ein staatlich anerkannter Erholungsort und vor allem durch das Kloster Neuzelle bekannt. Sie gehört zum Amt Neuzelle.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Gemeinde besteht seit Ende 2003 aus 17 Ortsteilen.[3] Bahro hat etwa 100 Einwohner und ist ein Gassendorf, das bis 1817 zum Kloster Neuzelle gehörte, hier wurden Wein, Hanf und Flachs angebaut.[4] Bomsdorf ist ein altes Gutsdorf und gehörte als einziges Dorf im heutigen Amt nie zum Kloster Neuzelle, es war Stammsitz der von Bomsdorff.[5] Göhlen ist bereits seit der Bronzezeit besiedelt; heute leben rund 170 Menschen im Dorf.[6] Henzendorf hat 149 Einwohner.[7] Möbiskruge liegt sechs Kilometer von Eisenhüttenstadt entfernt und hat etwa 350 Einwohner.[8] Der Ortsteil Neuzelle hat 2000 Einwohner und befindet sich zirka acht Kilometer von Eisenhüttenstadt entfernt. Schwerzko an der Dorche ist ein Sackgassendorf mit 155 Einwohnern. Nördlich von Streichwitz gab es im Jahr 1739 einen Weinberg, wegen des meist sandigen Bodens wurde das Gebiet später aufgeforstet.[9] Treppeln liegt am Naturpark Schlaubetal und wurde am 19. Oktober 1357 zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Geschichte[Bearbeiten]

Namensgebung[Bearbeiten]

Der Name Neu Zelle (Nova Cella) leitete sich von der im Jahr 1268 gegründeten Zisterzienserabtei ab.[10] Es handelte sich um eine Ausgründung des im sächsischen Nossen ansässigen Mutterklosters Altzella (Cella). Ursprünglich wurde der Ort in slowinzischer und sorbischer Sprache als Sławin erwähnt.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Die Gemeinde Neuzelle wurde zum 31. Dezember 2001 um zehn zuvor selbstständige Gemeinden vergrößert.[11] Ossendorf kam am 26. Oktober 2003 hinzu.[12]:

  • Bahro
  • Bomsdorf
  • Göhlen
  • Henzendorf
  • Kobbeln
  • Möbiskruge
  • Ossendorf
  • Schwerzko
  • Steinsdorf
  • Streichwitz
  • Treppeln

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1875 2344
1890 2069
1910 2175
1925 2207
1933 2483
1939 2466
1946 2658
1950 2747
1964 2626
1971 2214
Jahr Einwohner
1981 2135
1985 2065
1989 2035
1990 2006
1991 1990
1992 1994
1993 1996
1994 1994
1995 1946
1996 1953
Jahr Einwohner
1997 1949
1998 2009
1999 2055
2000 2089
2001 4408
2002 4365
2003 4623
2004 4680
2005 4641
2006 4592
Jahr Einwohner
2007 4582
2008 4539
2009 4497
2010 4471
2011 4404
2012 4344
2013 4319
2014 4315

Gebietsstand des jeweiligen Jahres[13][14], ab 2011 auf Basis des Zensus 2011

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014
Wahlbeteiligung: 62,1 %
 %
40
30
20
10
0
34,9 %
17,5 %
15,7 %
15,6 %
13,2 %
6,4 %
n. k.
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2008
 %p
   8
   6
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
+2,3 %p
-2,9 %p
-2,7 %p
+5,1 %p
+0,6 %p
+6,4 %p
-5,4 %p
Vorlage:Wahldiagramm/Wartung/Anmerkungen
Anmerkungen:
a Freie Wählergruppe Neuzelle
e Bürgervereinigung Neuzeller Forum
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Gemeinderat[Bearbeiten]

Die Gemeindevertretung hat seit der Kommunalwahl 2014 16 Sitze, die sich folgendermaßen auf Parteien und Vereinigungen verteilen:

Wahlen 2008[15] 2014[16]
Freie Wählergruppe Neuzelle 6 6
SPD 4 3
FDP 4 2
CDU 2 2
Bürgervereinigung Neuzeller Forum 3 2
Einzelbewerber Manfred Holzhey - 1
Einzelbewerberin Edeltraut Will 1 -

Wappen[Bearbeiten]

Das Wappen wurde am 8. August 1993 genehmigt, die Blasonierung lautet „in Blau ein silbernes Kleeblattkreuz“.[17]

Partnerschaft[Bearbeiten]

Partnergemeinde ist seit 1993 Langenberg in Nordrhein-Westfalen.[18]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Klosterkirche Neuzelle

In der Liste der Baudenkmale in Neuzelle und in der Liste der Bodendenkmale in Neuzelle stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Kulturdenkmale.

  • Kloster Neuzelle, die bedeutendste barocke Klosteranlage des Landes Brandenburg
  • Oper Oder-Spree
  • Gut Bomsdorf (Schlossgaststätte) mit einem 10 Hektar großen Gutspark, in dem alte Eichen, Silberpappeln, Blutbuchen und Eschen stehen
  • Finnhütten-Kirche in Henzendorf aus dem Jahr 1985
  • In Kobbeln liegt einer der schwersten Findlinge Deutschlands, der Kobbelner Stein. Er wurde mit der Eiszeit von der Insel Bornholm hierher geschoben, ist 7,10 Meter lang, 4,25 Meter hoch, 5,25 Meter breit und wiegt etwa 300 Tonnen.[19]
  • gotische Wehrkirche in Möbiskruge aus dem 14. Jahrhundert
  • Mahlmühle in Schwerzko aus dem 15. Jahrhundert. Sie kann besichtigt werden, das Mühlrad mit einem Durchmesser von 3,2 Meter ist funktionstüchtig.[20]
  • Sehenswürdigkeiten in der näheren Umgebung von Treppeln sind der Große Treppelner See, der Wirchensee, die Schlaubemühle und der Teufelsstein. Am oberen Ende der Dorfstraße befinden sich die Ende des 17. Jahrhunderts aus Feldstein erbauten ehemaligen Vorwerke des Klosters Neuzelle.[21]

Im Weiteren gehören die Alte Brennerei im Ortsteil Neuzelle sowie etliche gut restaurierte Wohnhäuser in allen Ortsteilen zu den sehenswerten Gebäuden.

Kultur und Sport[Bearbeiten]

Der Möbiskruger Sportverein wurde 1967 unter dem Namen BSG Traktor Möbiskruge gegründet.[22] Der Neuzeller SV 1922 spielt mit seinen Fußballmannschaft in der ersten Kreisliga.[23] Die Schützengilde Neuzelle e.V. wurde ursprünglich 1842 und 1991 wieder gegründet.[24] In Treppeln gibt es einen Reit- und Dressurstall mit 20 Pferden.[21]

Wirtschaft, Bildung und Infrastruktur[Bearbeiten]

Eines der wichtigsten Unternehmen der Gemeinde ist die Klosterbrauerei Neuzelle. Es gibt sechs Kitas[25], zwei Grundschulen, eine kombinierte Oberschule/Gymnasium[26] sowie elf Freiwillige Feuerwehren[27] und eine Revierpolizei.[28] Die Kommune verfügt über eine katholische und eine evangelische Kirchengemeinde.[29]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Neuzelle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung im Land Brandenburg nach amtsfreien Gemeinden, Ämtern und Gemeinden 31. Dezember 2014 (XLS-Datei; 83 KB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen) (Hilfe dazu).
  2. Wendischer Liederkranz. Lausitzer Rundschau, abgerufen am 12. Februar 2013.
  3. Ortschaften. neuzelle.de, abgerufen am 13. Februar 2013.
  4. Bahro. neuzelle.de, abgerufen am 13. Februar 2013.
  5. Bomsdorf. neuzelle.de, abgerufen am 13. Februar 2013.
  6. Göhlen. neuzelle.de, abgerufen am 13. Februar 2013.
  7. Henzendorf. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  8. Möbiskruge. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  9. Streichwitz. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  10. Neuzelle. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  11. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2001. destatis.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  12. Änderungen bei den Gemeinden Deutschlands, siehe 2003. destatis.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  13. Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Oder-Spree. S. 22–25
  14. Bevölkerung im Land Brandenburg nach kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden 1991 bis 2014
  15. Kommunalwahlen im Land Brandenburg am 28.09.2008. statistik-berlin-brandenburg.de, abgerufen am 15. Februar 2013 (PDF; 2,4 MB).
  16. Wahlergebnis auf der Seite der Gemeinde zuletzt abgerufen am 24. Oktober 2014
  17. Wappen Gemeinde Neuzelle. service.brandenburg.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  18. Partnergemeinde Neuzelle in Brandenburg. langenberg.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  19. Kobbeln. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  20. Schwerzko. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  21. a b Treppeln. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  22. Wir über uns. msv67.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  23. Historie. neuzeller-sv.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  24. Vereinsgeschichte. schuetzengilde-neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  25. Kitas. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  26. Schulen. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  27. Feuerwehr. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  28. Revierpolizei. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.
  29. Kirchen. neuzelle.de, abgerufen am 15. Februar 2013.