Cowboy Club München

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Logo am Eingangstor des Vereinsgeländes

Der Cowboy Club München 1913 e.V. (CCM) ist ein 1913 gegründeter Western-Club in München-Thalkirchen, der sich als kulturhistorischer Verein mit dem Leben um 1880 in Amerika befasst. Die im Besitz des Vereins befindlichen historischen Original-Kleidungsstücke aus den Vereinigten Staaten zählen zu den Exponaten des vereinseigenen Museums.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Verein ist der älteste existierende Cowboy-Club Deutschlands. Noch älter war nur der 1896 gegründete Münchener Velociped-Club Wild-West, ein Fahrradclub.[1][2]

Gegründet wurde der Cowboy Club München im April 1913 unter anderem von den Brüdern Fred und Hermann Sommer und dem befreundeten Martin Fromberger im damaligen Gasthaus „Zum Ruperthof“. Sie hatten bereits 1911 den „Losverein `Wild West'“ gegründet mit dem Ziel, von den Gewinnen aus Lotterieteilnahmen später in die Vereinigten Staaten auswandern zu können. Die Einnahmen durch den Losgewinn bei einer Vogelschutzlotterie reichten nicht für die ersehnte Auswanderung.[3]

Der „Longhorn Saloon“
Die „Ranch“
Tipi-Biwak

Alle drei waren Handwerker aus dem Schlachthofviertel.[4] Inspiriert wurden sie durch das aufkeimende Wild-West-Fieber, das nach 1890 entstand, nachdem Buffalo Bill während seiner Europatournee unter anderem auf der Theresienwiese auftrat und ausstellte. Zudem waren die Brüder Sommer von Kindesbeinen an von den Erzählungen ihres Großvaters Ludwig Sommer geprägt, dem königlichen Geheimsekretär im kgl. Staatsministerium d. Innern, der die Vereinigten Staaten durchreist hatte.[5] Fred Sommer, eigentlich Siegfried Sommer, alias „Fred Black“[6] oder auch „Häuptling Abendwind“[7] war der Vater von Sigi Sommer.[8] In Erinnerung an seine Kindheitserlebnisse schrieb Sigi Sommer die Geschichte Winnetou auf der Flaucherwiese.[9]

Durch den Ausbruch und die Kriegsteilnahme im Ersten Weltkrieg verblassten die Auswanderträume gänzlich und die Gründer entschieden sich für den Verbleib in München. Viele Jahre fand das Vereinsleben des damals noch als „Cowboy-Club München-Süd“ bezeichneten Vereins[10] in verschiedenen Gaststätten statt.[11] Alle Mitglieder waren verpflichtet, sich innerhalb des ersten Mitgliedsjahres ein Cowboy- oder Indianerkostüm zusammenzustellen. Diese wurden meist selbstgefertigt.[2] Unter anderem tauschte der Verein Adlerfedern aus den Alpen gegen originale Kleidungsstücke aus den Vereinigten Staaten und beteiligte sich auch an Faschingsveranstaltungen. Es bestand auch ein enger Kontakt zum Karl-May-Museum Radebeul.[10] Im Zweiten Weltkrieg kam das Vereinsleben zum Erliegen. Nach dem Tod des Zirkuschefs Carl Krone (Circus Krone) stellten dessen Witwe, die Raubtierdompteuse Ida Krone, und die Familie Sembach das Grundstück am Nockherberg, auf dem 1958 der Kronepark angelegt wurde, für ein Vereinsheim zur Verfügung.

Nach dem Tod von Ida Krone im Jahr 1957 war der Verein erneut heimatlos bis letztendlich das heutige Areal an der Isar durch die Stadt verfügbar gemacht wurde. Das Gelände zwischen Zentrallände und Isar-Werkkanal auf Höhe der Marienklausenbrücke wurde mit Unterstützung der US Army vorbereitet. Die Grundsteinlegung für den Bau der „Ranch“ am 22. Juli 1961 erfolgte durch Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel, die Einweihung gut zwei Jahre später am 10. August 1963.[11] Mitte 1958 verstarb der Vereinsmitgründer Fred Sommer, der lange Jahre Präsident des Vereins war, im Alter von 70 Jahren. Sein Leichnam wurde auf dem Ostfriedhof eingeäschert.[12]

Neben der Ranch mit originalgetreuem Saloon verfügt der Verein auch über eigene Pferde und eine Reitbahn. Im Außenbereich um das Saloongebäude ist ein Tipi-Biwak errichtet. Anlässlich des 100-jährigen Bestehens gab es vom 21. Juni bis zum 15. September 2013 im Münchner Stadtmuseum die Sonderausstellung „Sehnsucht nach dem Wilden Westen. 100 Jahre Münchner Cowboy-Club“.[11] Der Verein ist Mitglied im Western Bund e.V. Deutschland.[13]

Medienpräsenz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Über den Verein wurde unter anderem 2011 in der Welt sowie anlässlich seines 100-jährigen Bestehens im Bayerischen Fernsehen, in der Süddeutschen Zeitung, in der Abendzeitung, im Focus, bei münchen.tv, auf afk tv und bei Hufgefluester TV berichtet.[14][4][15][16][17][18][19][20]

Der CCM steuerte auch Kochrezepte zur Bayern 2-Sendereihe Zeit für Bayern bei.[21][22]

Bekannte Mitglieder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehrenmitglieder

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Cowboy Club München – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank Theis: Freizeitkultur – Die Lebenswelt der deutschen Country & Western Szene (Diplomarbeit), Institut für Soziologie, Universität Hamburg, März 2010.
  2. a b Cowboy-Club München-Süd – Erwachsene, die WIld-West spielen; in: Münchner Illustrierte Presse, Nr. 16, 1930. S. 543.
  3. Das Authentische ist für uns das Wichtigste, Sendlinger Anzeiger, 17. April 2013.
  4. a b Der Cowboy-Club-München: Sehnsucht nach dem Wilden Westen, Bayerisches Fernsehen, 17. Dezember 2013.
  5. Wild West in München – Cowboy Club feiert Geburtstag, Focus online, 20. Juni 2013.
  6. Bildbeschreibung zu Bild 5/9. In Sehnsucht nach dem Wilden Westen, muenchen.de. 2103.
  7. Mein Vater der Häuptling Abendwind. In: Werner Meyer (Hrsg.): Wie rasend verfliegen die Jahre - Sigi Sommer - Chronist, Journalist, Spaziergänger., Allitera Verlag; 2004, S. 20. ISBN 3-86520-068-0
  8. Sehnsucht nach dem Wilden Westen: 100 Jahre Münchner Cowboy Club, Münchner Stadtmuseum, 2013.
  9. Sigi Sommer: Winnetou auf der Flaucherwiese. In: Sendlinger G'schichten, Allitera Verlag; 2014, S. 14 ff.
  10. a b c d e f Elk Emil Eber, Galleria d'Arte Thule.
  11. a b c Ulrich Trebbin: Der erste Cowboy-Club Deutschlands, Bayern 2, 23. Juni 2013.
  12. Münchner Cowboy Siegfried Sommer gestorben; in: Stadtchronik 1958, Landeshauptstadt München.
  13. Mitgliedsvereine, Western Bund Deutschland.
  14. Alexandra Haderlein: Wildwest-Fieber in Thalkirchen: Sigi Dörschl zählt zu den letzten Cowboys in München., Die Welt, 14. Juli 2011.
  15. Jubiläum in Thalkirchen: Die Cowboys feiern, AZ, 20. Mai 2013.
  16. Wild West in München – Cowboy Club feiert Geburtstag, Focus, 20. Juni 2013.
  17. Nicole Werner: Besuch beim Cowboyclub München: Wilder bayerischer Westen, Süddeutsche.de, 14. September 2013.
  18. Jörg van Hooven: Menschen in München: Cowboy-Club, münchen.tv, 11. Juli 2013.
  19. Wild Wild West: Ein Besuch beim Cowboy Club München, afk tv, 22. Februar 2013.
  20. HUFGEFLUESTER TV Pferdefernsehen Bernhard Schormair: https://www.youtube.com/watch?v=VJKOG76YsFU Wild West Girls - Interview im Cowboy Club Muenchen am Tag der offenen Tuer 2015. 20. Juli 2015, abgerufen am 22. März 2017.
  21. Boston Baked Beans, BR2, 3. November 2013.
  22. Wildmedallions mit Lebkuchenkruste , BR2, 3. November 2013.
  23. Elk Eber, Painter, artroots.com.
  24. Gefangen im Wilden Westen, Badische Zeitung, 25. September 2009.
  25. Impressum, Winona News.
  26. Häuptling “Rote Feder” wird Ehrenmitglied im CCM, Juni 2013.

Koordinaten: 48° 5′ 32″ N, 11° 32′ 50″ O