Poing

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Poing
Poing
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Poing hervorgehoben

Koordinaten: 48° 10′ N, 11° 49′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberbayern
Landkreis: Ebersberg
Höhe: 516 m ü. NHN
Fläche: 12,92 km2
Einwohner: 16.096 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 1246 Einwohner je km2
Postleitzahl: 85586
Vorwahlen: 08121 (Angelbrechting und Poing),
089 (Grub)Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Vorwahl enthält Text
Kfz-Kennzeichen: EBE
Gemeindeschlüssel: 09 1 75 135
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Rathausstraße 3
85586 Poing
Website: poing.de
Erster Bürgermeister: Thomas Stark (CSU)
Lage der Gemeinde Poing im Landkreis Ebersberg
PlieningPoingVaterstettenZornedingOberpframmernEgmatingMarkt SchwabenForstinningAnzingAnzinger ForstEbersberger Forst (gemeindefreies Gebiet)Eglhartinger ForstHohenlindenSteinhöringFrauenneuhartingEmmering (Landkreis Ebersberg)AßlingBaiern (Landkreis Ebersberg)GlonnKirchseeonEbersbergGrafing bei MünchenMoosachBruck (Oberbayern)Landkreis ErdingLandkreis Mühldorf am InnLandkreis RosenheimMünchenMünchenLandkreis MünchenLandkreis RosenheimKarte
Über dieses Bild

Poing (Aussprache: [ˈpoːɪŋ][2]) ist eine Gemeinde im oberbayerischen Landkreis Ebersberg.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poing liegt in der Region München in der Münchner Schotterebene im östlichen Einzugsgebiet der rund 21 km entfernten Landeshauptstadt München. Der Gemeindeteil östlich des Reuterparks befindet sich bereits auf einer Altmoräne der Riß-Kaltzeit. Poing liegt außerdem 20 km südlich von Erding, 11 km nördlich von Zorneding und 19 km von der Kreisstadt Ebersberg entfernt mit eigenem Anschluss an die S-Bahn, welche im 20-Minuten-Takt verkehrt und nach rund 20 Minuten den Münchner Ostbahnhof erreicht. Zur A 94 (Anschlussstellen Parsdorf und Anzing) sind es jeweils 4 km, den Flughafen München erreicht man über die Flughafentangente Ost nach etwa 31 km. Ortsteile von Poing sind Angelbrechting und Grub.

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt drei Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[3]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postkarte ca. 1900

Vorgeschichte und Römerzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poing hat eine mehr als tausendjährige, urkundlich nachweisbare Geschichte. Die Besiedlung des Gemeindegebietes beginnt jedoch wesentlich früher. Archäologische Funde belegen, dass hier bereits um 3000 v. Chr. Menschen gesiedelt haben. Die zahlreichen Fundstellen, vor allem aber die neuesten Ausgrabungsergebnisse in den ehemaligen Siedlungen und Gräberfeldern erzählen von einer nahezu lückenlosen Besiedlung und weit reichenden Handelsverbindungen seit dem Ende der Jungsteinzeit um 2800 v. Chr. Wissenschaftlich interessante Funde sind das spätbronzezeitliche Fürstengrab von Poing aus der späten Bronzezeit (um 1300 v. Chr.) oder die 2004 entdeckten römischen Landgüter.[4][5]

Angesichts der mittelfristigen Bauplanungen wird Poing in Zukunft die größte zusammenhängende archäologisch untersuchte Fläche in Bayern aufweisen können. Wichtige Ausgrabungen fanden auf dem ehemaligen Siemens-Gelände, im neuen Ortszentrum und den vor allem nördlich gelegenen Wohngebieten „Am Bergfeld“ statt. Die Bestattungsplätze oder die landwirtschaftlich geprägten offenen Siedlungen und befestigten Einzelhöfe der vergangenen Jahrtausende erzählen eine abwechslungsreiche Geschichte hier am östlichen Rand der eiszeitlich geprägten Münchner Schotterebene. In der Zeit, in der die Römer das Land bis zur Donau besetzt hielten (15 v. Chr. bis Ende des 5. Jahrhunderts) verlief südlich des Ortes eine Heeres- und Handelsstraße. Sie verband Ovilava ((Wels) in Oberösterreich) mit Augusta Vindelicum (Augsburg). Ein Abzweig der Römerstraße führte zu den römischen Gutshöfen. Das nachgebaute römische Tor, die schützende Palisade und der Brunnen im Bauquartier 4 nördlich der Kirchheimer Allee geben einen Einblick in die Zeit zwischen dem 1. und 4. Jahrhundert nach Christus.

Allerdings scheinen die Siedlungsreste aus dem ersten und zweiten Jahrhundert nach Christus nicht von römischen Siedlern, sondern einheimischer Bevölkerung mit keltischen Wurzeln zu stammen. Man fand keine Reste von Mauerwerk aus Steinen oder Lehmziegel, die Häuser waren wohl nur aus Holz gebaut. Unter den Torpfosten wurden Hunde gefunden, die wohl als Torwächter hier begraben wurden. Tiere wurden im Ganzen in Gargruben für Festmahle zubereitet, die Ernährung bestand ansonsten aus Brei aus Einkorn, Emmer, Dinkel und Hafer. Gerste wurde zum Bierbrauen verwendet. Bei Römern wurde mehr Weizen angebaut und Bierkonsum war eher unüblich. Zur Zeit der Germaneneinfälle im dritten Jahrhundert wurde die römische Provinz Rätien praktisch entvölkert. Erst unter Kaiser Diokletian wurde die Region neu besiedelt, nun mit römischen Siedlern, von denen Töpferöfen und Münzen in Poing gefunden wurden.[6]

Mittelalter und Neuzeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postkarte ca. 1901

Der ursprüngliche Ortsname Piuuuingun leitet sich von einer Person namens Piuwo ab. Die Endung „ing“ weist auf die altbayerische Herkunft hin. Direkt übersetzt bedeutet der Ortsname bei den Leuten des Piuwo. Erstmals wurde Piuuuingun in den Aufzeichnungen des Hochstifts Freising in der zweiten Hälfte des 9. Jahrhunderts erwähnt. Im Laufe der Zeit änderte sich der Ortsname mehrfach (Biuwingun, Pivingen, Puingen, Pewing, Poying). Der heutige Name Poing ist seit 1813 im Gebrauch.

Graf Chunrat der Preysinger verkaufte 1398 die Hofmark Pewging an Ulrich Tichtel zu München. 1406 wurde jene von der Stadt München an den Herzog von Bayern-Ingolstadt verkauft. Im Landshuter Erbfolgekrieg (1502/1503) und im Dreißigjährigen Krieg (1618 bis 1648) wurde Poing in Mitleidenschaft gezogen. 1632 bis 1634 wütete die Pest. Am 1. März 1686 schenkte Kurfürst Max Emanuel dem Geheimsekretär Corbinian von Prielmair den Urbarshof zu Poyen. Er blieb bis ins 19. Jahrhundert im Besitz der Familie Prielmair. Am 1. Mai 1871 wurde die Bahnstrecke München–Simbach eröffnet, was zu einem wirtschaftlichen Aufschwung Poings führte.[7]

20. Jahrhundert[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2010 errichtetes Mahnmal in der Nähe des Bahnhofes

Ende April 1945 wurden anlässlich der Auflösung des KZ-Außenlagerkomplexes Mühldorf etwa 3.600 überwiegend jüdische Häftlinge in Güterwaggons verladen und Richtung Seeshaupt transportiert. Am 26. April 1945 stoppte der Evakuierungstransport in Poing aufgrund eines Lokschadens. Am 27. April 1945 kam es in den Waggons zu einem Aufstand unter den kranken und verzweifelten Häftlingen. Dabei versuchten viele Häftlinge zu fliehen und mindestens 50 wurden dabei getötet.

Laut sowjetischen Prozessakten soll der Luftwaffenangehörige Lothar Windmüller den Schießbefehl gegeben haben. Die Luftwaffe war vom damaligen Bürgermeister Poings um Unterstützung gebeten worden. 50 Menschen starben, 200 wurden verletzt, 250 Gefangene konnten entkommen.[8][9] Am 1. Mai 1945 um elf Uhr erreichten die ersten amerikanischen Militärfahrzeuge Poing. Auf der Neufahrner Straße kam es zu einem letzten Schusswechsel.[10] Drei der erschossenen Häftlinge ruhen heute auf dem Ehrenfriedhof der KZ-Gedenkstätte Flossenbürg. Zu den wenigen Überlebenden des Transports gehören Stephen Nasser[11] und Leszlie Schwartz, sie sind in die USA emigriert, Leo Wynreb, er blieb in Forstinning und verstarb 2013 im Seniorenzentrum Poing und Max Mannheimer. Er wurde nach 27 Monaten Konzentrationslager am 30. April 1945 bei Tutzing befreit. Am 23. September 2016 verstarb Max Mannheimer 96-jährig in München. In Erinnerung an Max Mannheimer hat die Gemeinde Poing ihr Bürgerhaus in Max-Mannheimer-Bürgerhaus umbenannt.[12] Zum Gedenken an die Opfer hat die Gemeinde Poing 2010 ein Mahnmal in der Nähe des Bahnhofes Poing errichtet, ausgeführt durch den Künstler Karl Orth.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 wuchs die Gemeinde von 6.599 auf 15.953 um 9.354 Einwohner bzw. um 141,8 % – der höchste prozentuale Zuwachs im Landkreis im genannten Zeitraum.

Einwohnerentwicklung von Poing von 1840 bis 2017 nach nebenstehender Tabelle
Jahr Einwohner[13]
1840 307
1871 322
1900 440
1925 726
1939 902
1950 1.589
1961 2.240
1970 4.363
1987 6.152
1991 7.344
1995 9.513
1999 10.461
2000 10.540
2001 10.721
2002 11.094
Jahr Einwohner[14][15]
2003 11.337
2004 11.685
2005 12.088
2006 12.601
2007 12.812
2008 13.022
2009 13.147
2010 13.425
2011 13.502
2012 13.750
2013 14.147
2014 14.449
2015 14.596
2016 15.217
2017 15.652

In den letzten Jahrzehnten entwickelte sich Poing von einem kleinen Dorf zur zweitgrößten Gemeinde im Landkreis Ebersberg hinter Vaterstetten. Von 1988 bis 2008 verdoppelte sich die Einwohnerzahl auf rund 13.000. 2006 ließ Poing bevölkerungsmäßig die bis dahin größeren Nachbargemeinden Kirchheim und Markt Schwaben hinter sich. Der starke Einwohneranstieg geht auf die vielen neuen Baugebiete zurück, die nördlich der Bahnstrecke München–Simbach immer weiter erschlossen werden. Die Bauaktivitäten im Neubaugebiet W6 (Seewinkel) sind nahezu abgeschlossen. In den geplanten Wohngebieten W7 und W8[16] entsteht in den nächsten 10 bis 15 Jahren Wohnraum für jeweils 2.000 Menschen. Dabei werden jeweils 40 % des Bauareals als bezahlbare Mietwohnungen errichtet[17]. In W7 nördlich des Zauberwinkel soll bis Herbst 2023 das fünfte Gymnasium im Landkreis in Betrieb gehen.[18]

Der Bergfeldsee wurde 2005 als Bade- und Freizeitsee eröffnet und 2011 auf eine Größe von 49.000 Quadratmeter erweitert.[19]

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Christentum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die neue Pfarrkirche Seliger Pater Rupert Mayer
Evangelisch-Lutherische Christuskirche
Evangelisch-Lutherische Christuskirche

Die Katholische Kirche St. Michael steht im südlichen Teil Poings. Diese existierte seit 1052. Seit 1960 hat Poing eine eigene Pfarrei, die nach der Kirche den Namen St. Michael trägt. Pfarrkirche ist aber seit 2018 die in dem Jahr fertiggestellte Kirche Seliger Pater Rupert Mayer, nördlich des S-Bahnhofs.

Die evangelisch-lutherische Christuskirche befindet sich in der Nachbarschaft zur neuen katholischen Pfarrkirche; die Einweihung fand im Oktober 2001 statt.[20] Seit April 2009 ist die vorher zur Markt Schwaben gehörende Gemeinde in Poing eigenständig.

Konfessionsstatistik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemäß der Volkszählung 2011 waren 15,3 % der Einwohner evangelisch, 41,9 % römisch-katholisch und 42,9 % waren konfessionslos, gehörten einer anderen Religionsgemeinschaft an oder machten keine Angabe.[21] Die Zahl der Protestanten und Katholiken ist seitdem gesunken und mit fast 51 % sind die Personen die keiner rechtlich-körperschaftlich verfassten Religionsgemeinschaft angehören eine Mehrheit der Bevölkerung. Ende 2019 hatte Poing 16.659 Einwohner, 6.083 (36,5 %) Katholiken, 2.109 (12,7 %) Protestanten und 8.467 (50,8 %) hatten entweder eine andere oder gar keine Religionszugehörigkeit.[22]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[23]
Wahlbeteiligung: 44,57 %
 %
40
30
20
10
0
34,41 %
31,00 %
17,42 %
12,53 %
4,64 %

Gemeinderat und Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen:

Partei/Liste Sitze
2020[24] 2014[25]
SPD Bürgerliste 6 8
CSU 7 8
FWG Poing: 4 4
GRÜNE 5 3
FDP 2 1

Bei den Kommunalwahlen 2020 wurde Thomas Stark (CSU) zum Ersten Bürgermeister gewählt.

Wappen und Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Flagge mit Wappen

Das Bayerische Staatsministerium des Inneren erteilte mit Entschließung vom 29. Mai 1961 der Gemeinde die Zustimmung zur Annahme des Wappens und Führung der Fahne.

Wappen von Poing
Blasonierung: „Über von Silber und Blau geteiltem Schildfuß in Blau ein goldener Sparren, der einen achtstrahligen silbernen Stern einschließt.“[26]
Wappenbegründung: Die Wappensymbole „goldener Sparren“ und „silberner Stern“ wurden aus dem Wappen der im späten 17. Jahrhundert in Poing begüterten Familie von Prielmair in das Gemeindewappen übernommen. Der von Silber und Blau geteilte Schildfuß weist auf die enge Verflechtung des Ortes mit den bayerischen Herzögen beziehungsweise Kurfürsten hin. Die Feldfarbe Blau gibt nochmals die bayerischen Farben wieder.

Beschreibung der Flagge: „Die Fahne der Gemeinde hat drei Streifen in der Farbenfolge Gelb-Blau-Weiß; sie kann auch mit dem Gemeindewappen geführt werden.“

Städtefreundschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

KroatienKroatien Poreč (Parenzo)[27]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Postkarte aus dem Jahr 2017
Greifvogelflugschau im Wildpark Poing

Poing entwickelte sich in den letzten 100 Jahren vom kleinen Straßendorf zu einem Siedlungsschwerpunkt und attraktiven Gewerbestandort. Nur in den Ortsteilen Angelbrechting und Grub ist die dörfliche Bebauung und ihr landwirtschaftlicher Charakter noch sichtbar. Durch den Strukturwandel, den damit verbundenen städtebaulichen Herausforderungen und beeinflusst durch den Zeitgeschmack, wandelte sich das Ortsbild.

Eine von der Gemeinde Poing eingerichtete „Kulturroute“ verweist direkt vor Ort auf abgegangene Höfe und veränderte Ortsstrukturen.[28]

Die Route „5000 Jahre Poing“ führt zu verschiedenen archäologischen Fundstellen: den Fundort des Fürstengrabs aus der Bronzezeit, an ein Gräberfeld der Glockenbecherzeit, an römische und an mittelalterliche Siedlungsorte.[29] Die Route zu den Wegmarken der vorgeschichtlichen Entwicklung Poings ist mit Schautafeln markiert.

1819
Ulrichskapelle Grub bei Poing

1819 errichteten die Brüder Jakob und Johann Huber die Ulrichskapelle am Staatsgut Grub.[30]

Ein bedeutender zeitgenössischer Bau ist die römisch-katholische Kirche Seliger Pater Rupert Mayer (2018).

In der Nähe des Ortes befindet sich der 1959 eröffnete Wildpark Poing, der hauptsächlich Tiere aus Europa präsentiert. Viele Tiere können gefüttert werden, und Damhirsche bewegen sich frei unter den Besuchern.

Von 1987 bis 1995 betrieb Heinz Bründl in Poing den Westernpark No Name City. Seit 2009 wird als Erinnerung an die Westernstadt das Festival Spirit of No Name City beim City Center in Poing veranstaltet.

Auf dem Lehrpfad in Grub präsentieren die Bayerischen Staatsgüter sowie die Landesanstalt für Landwirtschaft Artenvielfalt und Landwirtschaft.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Straßenverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Poing ist über Bundesautobahn 94, die im Endausbau von München nach Passau führen wird, über die Abfahrt Parsdorf/Poing erreichbar. Ende 2015 endete die Autobahn in der Nähe von Pastetten, Richtung Passau führt ab Forstinning die Bundesstraße 12 via Hohenlinden nach Ampfing zum nächsten fertiggestellten Teilstück der A94. Die Flughafentangente Ost, welche die A 94 mit dem Flughafen München verbindet, wurde am 20. Dezember 2010 fertiggestellt.

Eisenbahn[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Gemeinde Poing verläuft die Bahnstrecke München–Simbach, an der im Gemeindegebiet die Haltepunkte Poing und Grub (Oberbay) liegen. Die Königlich Bayerischen Staatseisenbahnen nahmen die Bahnstrecke mit dem Haltepunkt Poing am 1. Mai 1871 in Betrieb. Der Haltepunkt Grub südlich des Ortsteils Grub wurde am 1. Mai 1897 mit dem Ausbau des Münchner Vorortbahnnetzes eröffnet.[31] Seit 1972 ist die Strecke in das Netz der S-Bahn München integriert. An den Stationen Poing und Grub halten im 20-Minuten-Takt S-Bahn-Züge der Linie S 2 von Petershausen und Altomünster über München und Markt Schwaben nach Erding.[32]

Busverkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Vom Haltepunkt Poing aus bedienen sieben Buslinien sowie eine Rufbus- und eine Ruftaxilinie Poings Wohn- und Gewerbegebiete und mehrere Nachbarorte. Diese Linien sind wie die S-Bahn in den Münchner Verkehrs- und Tarifverbund (MVV) integriert.[33]

Ansässige Unternehmen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Avnet EM (Silica, Abacus, Memec, EBV, ALS)
  • BayWa, Bau- und Gartenmarkt
  • Canon Production Printing (bis Ende 2019 Océ), Hochleistungsdrucker, 1000 Mitarbeiter am Ort
  • Schustermann & Borenstein, Modevertriebsunternehmen
  • Stahlgruber, Automobilzubehör, gegründet 1923
  • Tschann-Bayern GmbH, Vertragshändler für DAF-Nutzfahrzeuge

Sonstige Einrichtungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Poing geboren wurden der Staatswissenschaftler und Hochschullehrer Franz Paul Schneider (1902–1970) und der Landrat des Landkreises Eggenfelden und Abgeordnete zum Bayerischen Landtag Ludwig Ostermeier (1912–2006). Die frühere bayerische Staatsministerin für Arbeit und Sozialordnung, Familie und Frauen, Christa Stewens, lebt mit ihrer Familie in Angelbrechting. Stewens ist Ehrenbürgerin der Gemeinde. Ebenfalls in der Gemeinde Poing wohnt der Jurist und Fußballfunktionär Rainer Koch. Auch das unter dem Namen Iny Lorentz publizierende Autorenduo Ingrid Klocke und Elmar Wohlrath, das durch historische Romane wie Die Wanderhure bekannt wurde, wohnt in Poing.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Poing – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. muenchen.tv: Ortschaft der Woche: Poing
  3. Gemeinde Poing in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 19. Mai 2021.
  4. merkur.de: Wo einst die Römer lebten
  5. historiabavariae.wordpress.com: Villa Rustica Poing
  6. Barbara Mosser: Doch nicht ganz so römisch, In: Süddeutsche Zeitung, 18. Februar 2019, abgerufen am 19. Februar 2019.
  7. Gemeinde Poing – Geschichte
  8. Broschüre der Ausstellung im Franz-Marc-Gymnasium (Markt Schwaben), 2009, S. 2 PDF (Memento vom 21. Dezember 2014 im Internet Archive)
  9. Karin Kampwerth: Aufstand der Verzweifelten, Süddeutsche Zeitung, 26. April 2017, abgerufen am 28. April 2017 (Druckausgabe vom 27. April 2017).
  10. Bastian Hosan: „Wir haben uns nicht näher dran getraut“. Süddeutsche Zeitung. 7. Mai 2015, abgerufen am 17. Mai 2015 (Druckausgabe vom 8. Mai 2015).
  11. Stephen Nasser: Interview with Stephen Nasser. YouTube. 11. April 2014, abgerufen am 27. Februar 2019.
  12. Armin Rösl: Neuer Name. „Max-Mannheimer-Bürgerhaus“. Münchner Merkur. 16. Januar 2018, abgerufen am 27. Februar 2019.
  13. Bayerisches Landesamt für Statistik, Einwohnerzahlen
  14. Bayerisches Landesamt für Statistik, Einwohnerzahlen
  15. Einwohnerzahlen. In: Stadt Poing. Abgerufen am 1. Oktober 2016.
  16. merkur.de: So sieht Poings Zukunft aus
  17. [1]
  18. merkur.de: Poinger Gymnasium könnte in fünf Jahren stehen
  19. Bergfeldsee, Mitterfeldweg, 85586 Poing: Gemeinde Poing Online - Badesee. Abgerufen am 23. März 2021 (deutsch).
  20. 50 Jahre Evangelische Gemeinde Markt Schwaben/Poing. Abgerufen am 14. Januar 2020.
  21. Poing Religion, Zensus 2011
  22. Poing Bürgerversammlung Statistik 2019, abgerufen am 9. Mai 2020
  23. Ergebnisse der Kommunalwahl 2014
  24. Fraktionen. Abgerufen am 18. Dezember 2020.
  25. ris.komuna.net: Fraktionen
  26. Eintrag zum Wappen von Poing in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte
  27. Jetzt ist's amtlich: Poing und Porec sind Freunde. 17. Dezember 2012, abgerufen am 23. März 2021.
  28. Gemeinde Poing Online - Zeitreise (historische Orte). Abgerufen am 23. März 2021 (deutsch).
  29. Gemeinde Poing Online - Vergangenheit. Abgerufen am 23. März 2021 (deutsch).
  30. Versuchs- und Bildungszentrum für Rinderhaltung. Abgerufen am 23. März 2021.
  31. Reinhard Wanka, Wolfgang Wiesner: Die Hauptbahn München–Simbach und ihre Zweigbahnen. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham 1996, ISBN 3-922138-59-4, S. 10, 42.
  32. Liniennetz vom Landkreis Ebersberg (PDF; 727 kB) In: mvv-muenchen.de. Münchner Verkehrs- und Tarifverbund. Archiviert vom Original am 1. April 2013. Abgerufen am 1. April 2013.
  33. Musterhauspark: Größte Hausausstellung Bayerns. Abgerufen am 23. März 2021.
  34. Website des Instituts für Tierzucht, aufgerufen am 15. November 2012
  35. Brunner eröffnet neues Kompetenzzentrum Tier. Abgerufen am 23. März 2021.