Cycloolefin-Copolymere

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Strukturformel
Strukturformel von Cycloolefin-Copolymeren
Allgemeines
Name Cycloolefin-Copolymere
Andere Namen
  • Bicyclo[2.2.1]hep-2-enpolymer mit Ethen
  • Ethylennorbornencopolymer
CAS-Nummer 26007-43-2
Kurzbeschreibung

farb- und geruchloser Feststoff[1]

Eigenschaften
Löslichkeit

praktisch unlöslich in Wasser[1]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [2]
keine GHS-Piktogramme
H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze [2]
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.

Cycloolefin-Copolymere (COC) sind eine Klasse von technischen Polymeren.

Synthese[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Cycloolefin-Copolymere werden durch metallocen-katalysierte Copolymerisation von Cycloolefinen (wie Norbornen) mit Alk-1-enen (wie Ethen) gewonnen.[3]

Synthese von Cycloolefin-Copolymeren

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obwohl nur aus Olefinen bestehend, sind COC im Gegensatz zu den teilkristallinen Polyolefinen wie Polyethylen und Polypropylen amorph und damit transparent. Die Eigenschaften von COC lassen sich durch Veränderung der Einbauverhältnisse von zyklischen und linearen Olefinen in einem weiten Bereich verändern. Im Wesentlichen wird damit die Wärmeformbeständigkeit in einem Bereich von 65 bis 190 °C eingestellt.[4][5]

Allen COCs gemeinsam sind eine Reihe von Eigenschaften wie gute thermoplastische Fließfähigkeit, hohe Steifigkeit, Festigkeit und Härte sowie niedrige Dichte und hohe Transparenz bei guter Säure- und Laugenbeständigkeit.

Verwendung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für optische Anwendungen ist die geringe Doppelbrechung interessant. Im Bereich Medizin/Diagnostik sind die hervorragende Biokompatibilität, insbesondere Blutverträglichkeit sowie die äußerst geringe Wasseraufnahme/Wasserdampfdurchlässigkeit hervorzuheben.

Kommerzielle Anwendungen von COCs sind daher verschiedene optische Funktionsfolien in Flachbildschirmen sowie Linsen und Sensoren. In der Medizin/Diagnostik werden vorgefüllte Spritzen, Mikrotiterplatten, Küvetten und Fläschchen eingesetzt. Auch als Blisterverpackung und Schrumpf- oder Twistfolie kommen COCs zum Einsatz.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Topas® Cyclic Olefin Copolymers
  2. a b Datenblatt Cyclic olefin copolymer, United States Pharmacopeia (USP) Reference Standard bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 19. Juli 2017 (PDF).
  3. Eintrag zu Cycloolefin-Copolymere. In: Römpp Online. Georg Thieme Verlag, abgerufen am 27. März 2015.
  4. Ju Young Shin, Jl Yong Park, Chenyang Liu, Jiasong He, Sung Chul Kim: Chemical Structure and Physical Properties of Cyclic Olefin Copolymers (IUPAC Technical Report). In: Pure Appl. Chem., Vol. 77, No. 05. IUPAC, 2005, S. 801–814, abgerufen am 12. April 2010 (PDF, 0,67 MB, englisch).
  5. Patent WO2009041448: White Film and Surface Light Sources with the Same. Angemeldet am 25. September 2008, veröffentlicht am 2. April 2009, Anmelder: Toray Industries Inc., Aoyama Shigeru, Kikuchi Akikazu, Takahashi Kozo, Erfinder: Aoyama Shigeru, Kikuchi Akikazu, Takahashi Kozo (vgl. Abschnitt 0177).