Dätwyler Holding

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Dätwyler Holding AG

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Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN CH0030486770
Gründung 1920
Sitz Altdorf UR, SchweizSchweiz Schweiz
Leitung
  • Dirk Lambrecht (CEO)
  • Walter Scherz (CFO)
Mitarbeiterzahl 6'700[1]
Umsatz 545,7 Mio. Fr.[1]
Branche Industrie
Website www.datwyler.com
Stand: 11. August 2020

Die Dätwyler Holding AG mit Sitz in Altdorf UR ist ein international tätiger Schweizer Industriekonzern, der als industrieller Zulieferer und Verteiler technischer und elektronischer Komponenten tätig ist. Die Unternehmensgruppe konzentriert sich dabei auf Nischenmärkte mit Wachstumspotential.

Dätwyler verfügt über ein Netz von über 20 operativen Gesellschaften in über 100 Ländern und beschäftigt circa 7'000 Mitarbeitende. 2020 weist der Konzern einen Umsatz in Höhe von 545,7 Millionen Schweizer Franken zum Halbjahr aus[2].[3] Das Unternehmen ist an der Schweizer Börse SIX Swiss Exchange kotiert.

Tätigkeitsgebiet[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Konzern umfasst die vier Bereiche Kabel, Gummi, pharmazeutische Verpackungen und technische Komponenten.

Der Konzernbereich Kabel, der als Dätwyler Cabling Solutions am Markt auftritt, ist auf Systemlösungen und Serviceleistungen in den Bereichen Datennetzwerke, Sicherheitskabelsysteme, Liftkabelsysteme und Kabelkonfektionierung spezialisiert.

Die Sparte Gummi, die als Dätwyler Sealing Technologies am Markt auftrat, ist auf Kautschuktechnologie spezialisiert und bietet als Zulieferer der Automobilindustrie und weiterer Industrien sowie für die Baubranche Dichtungs- und Dämpfungslösungen an.

Der Bereich pharmazeutische Verpackungen, der als Dätwyler Pharma Packaging am Markt auftrat, stellt Verschlüsse aus Gummi, Plastik und Aluminium für injizierbare Arzneimittel, Diagnostika und Verabreichungssysteme für Heilmittel her.

Im November 2012 wurden diese beiden Bereiche zum neuen Bereich Dätwyler Sealing Solutions zusammengefasst.[4]

Der Konzernbereich technische Komponenten umfasst den Handel. Die Hauptmarken sind BR Network Solutions und ELFA Distrelec.[5] Das Sortiment reicht von technischen und elektronischen Komponenten bis hin zu Büroartikeln für Industrie, Gewerbe und technische Schulen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen hat seine Wurzeln in den Schweizerischen Draht- und Gummiwerken, deren Leitung Adolf Dätwyler 1915 übernahm. 1917 wurden die damals finanziell angeschlagenen Schweizerischen Draht- und Gummiwerke auf Initiative Dätwylers von einem Finanzsyndikat übernommen. Durch ein Management-Buy-out wurde Adolf Dätwyler 1920 Mehrheitsaktionär.

1935 entstand in Pratteln die Firestone-Fabrik für Autoreifen. In der Folge tätigte das Unternehmen mehrere Akquisitionen, unter anderem übernahm es 1947 die Gummi Maag AG Zürich (heute Maagtechnic) und beteiligte sich 1949 an der Stahlrohr AG Rothrist (heute Rothrist Rohr (Schweiz) AG).

1958 wurden die Gruppenunternehmen in einer neu geschaffenen Holding zusammengefasst. Gleichzeitig übernahm mit Peter und Max Dätwyler die zweite Generation die operative Leitung der Firmengruppe.

Ab 1968 begann das Unternehmen eine selektive Expansion ins Ausland, mit dem Ziel, sich mit Marktnischenprodukten zu profilieren.

1986 öffnete sich die Dätwyler Holding durch einen Börsengang dem Publikum, wobei die Kapitalmehrheit weiterhin bei der Familie Dätwyler verblieb. Als letzter Vertreter der Gründerfamilie trat Max Dätwyler 1999 altershalber aus dem Verwaltungsrat der Dätwyler Holding AG zurück.

Im Jahr 2000 erwirtschaftete die Dätwyler-Gruppe erstmals einen Umsatz von mehr als einer Milliarde Schweizer Franken.

Der Bereich Präzisionsrohre wurde im Dezember 2007 an das deutsche Industrieunternehmen Benteler verkauft. Ebenfalls 2007 wurde die Handelssparte ausgebaut mit der Übernahme der schwedischen ELFA-Gruppe, die heute als ELFA Distrelec firmiert.

Im Jahr 2010 wurde der Versandhändler Reichelt Elektronik in die Dätwyler-Gruppe integriert.

Im Juni 2016 gab die Dätwyler Holding bekannt, den Elektronikdistributor Premier Farnell für 615 Mio. £ übernehmen zu wollen,[6] die Übernahme scheiterte aber.[7]

Im August 2016 gab Dätwyler die Übernahme der deutschen Firma Ott aus Cleebronn bekannt.[8]

Im August 2019 wurden die Marken Distrelec und Nedis aus den Geschäftsbereich Technical Components von der Private Equity Gesellschaft Aurelius übernommen.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b [1], abgerufen am 11. August 2020
  2. Dätwyler Halbjahresbericht 2020. 11. August 2020, abgerufen am 11. August 2020.
  3. Geschäftsbericht 2019, abgerufen am 9. März 2020
  4. Geschäftsbericht 2012
  5. Technical Components (Memento vom 18. April 2015 im Internet Archive)
  6. Dominik Feldges: Dätwyler verstärkt Handelsgeschäft massiv. In: Neue Zürcher Zeitung. 14. Juni 2016 (nzz.ch [abgerufen am 5. Januar 2020]).
  7. Dominik Feldges: Gescheiterte Grossübernahme von Premier Farnell: Eine bittere und teure Niederlage für Dätwyler | NZZ. In: Neue Zürcher Zeitung. 7. Februar 2017, ISSN 0376-6829 (nzz.ch [abgerufen am 25. September 2017]).
  8. Stefan Weinzierl: Dätwyler übernimmt Ott. In: www.produktion.de. 10. August 2016, abgerufen am 5. Januar 2020.
  9. AURELIUS übernimmt Technical Components-Geschäftsbereiche Distrelec und Nedis von der Schweizer Dätwyler Gruppe: - dgap.de. Abgerufen am 27. Februar 2020.