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Département de l’Ems-Supérieur

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Lage (um 1812)
Lage um 1812
Basisdaten (1811)
Bestehen:1811–1813
Kaiserreich:Frankreich
Präfektur:Osnabrück
Einwohner:415.818 (1811)[1]
Gliederung:4 Arrondissements
42 Kantone
Präfekt:Charles-Louis de Keverberg de Kessel
Aufgegangen in:Königreich Hannover
Königreich Preußen
Großherzogtum Oldenburg
Lage in den Hanseatischen Departments

Das Département de l’Ems-Supérieur, kurz Ems-Supérieur (deutsch: Departement der Oberen Ems oder Ober-Ems, kurz Oberemsdepartement oder Ober-Ems-Departement) war ein Département des ersten französischen Kaiserreiches im heutigen Nordwestdeutschland. Es bestand von 1811 bis November 1813 als eines der vier hanseatischen Departements.[2] Präfektur des Departements war Osnabrück.

Das Departement lag im äußersten Nordosten des Kaiserreichs Frankreich. Im Südosten begrenzte die Weser das Departement, im Süden die Werre, die Aa, der Johannisbach und der Teutoburger Wald. Im Westen reichte das Departement bis an die namensgebende Ems bis fast hinauf zu ihrer Mündung in den Dollart bzw. die Nordsee. Weitere Flüsse im Departement waren die Hase und die Hunte. Der Norden reichte bis etwa an eine Linie südlicher Dollart – südlicher Jadebusen. Das Gebiet hatte im Süden Anteil an den Mittelgebirgen Teutoburger Wald und Wiehengebirge, lag aber ganz überwiegend in der Norddeutschen Tiefebene. Größte Städte waren Minden und der Hauptort Osnabrück.

Das Departement grenzte zuletzt (1814) im Nordosten und Osten an das französische Departement der Wesermündungen, im Südwesten und Süden an das Königreich Westphalen (Departements der Fulda und der Aller), im Südwesten an das Großherzogtum Berg, im Westen an das Departement der Lippe und im Norden an das Departement Ost-Ems (letztere drei Departements alle zum Kaiserreich Frankreich gehörend).

Das Gebiet lag im heutigen Nordteil von Ostwestfalen und im Tecklenburger Land (beides Nordrhein-Westfalen) und im heutigen östlichen und südöstlichen Niedersachsen. Das ehemalige Departement umfasste im heute niedersächsischen Gebiet ganz oder teilweise das Osnabrücker Land, das Emsland und das Oldenburger Münsterland.

Die „Hanseatischen Departements“

Das Departement entstand als eines der vier hanseatischen Departements zum 1. Januar 1811 infolge der Annexion des Gebietes durch Frankreich. Dazu wurden im Wesentlichen herangezogen:

Nach der Niederlage Napoleons in der Völkerschlacht bei Leipzig wurde das Departement nach einer kurzen Zeit der Restaurierung der alten Territorien und provisorischer Verwaltungsgebiete folgendermaßen aufgeteilt:

  • Der überwiegende Teil des Departements kam zum Königreich Hannover. Dies waren im Wesentlichen der Distrikt Osnabrück (ohne Kantone Versmold, Tecklenburg und Ostbevern, und Lengerich), der Distrikt Lingen (ohne Kantone Bevergern und Ibbenbüren), Teile des Distrikts Quakenbrück (Kantone Diepholz, Vörden ohne die Kirchspiele Neuenkirchen und Damme, Ankum) und einen kleinen Teil aus dem Distrikt Minden (Kanton Uchte).
  • Ein weiterer Teil fiel an das wiederhergestellte und zum Großherzogtum erhobene Oldenburg. Diese Gebiete umfassten im Wesentlichen den Distrikt Quakenbrück (ohne Kantone Diepholz, Vörden bis auf die Kirchspiele Neuenkirchen und Damme, Ankum).
  • Die späteren bzw. ehemaligen preußischen Gebiete – also der Distrikt Minden (ohne Kanton Uchte) sowie der Südteil des Distrikts Osnabrück (Kantone Versmold, Tecklenburg und Ostbevern, und Lengerich) sowie der Südteil des Distrikts Lingen (Kantone Bevergern und Ibbenbüren) – wurden zunächst Teil des preußischen Zivilgouvernements zwischen Weser und Rhein und später Teil der Provinz Westfalen. Der tecklenburgische Teil bildete den Nordostteil des Regierungsbezirks Münster (Kreis Tecklenburg). Der ehemals minden-ravensbergische Teil wurde zum Nordteil des Regierungsbezirks Minden (Teile der Kreise Bünde, Minden und Halle (Westf.) sowie vollständig Rahden)
Gliederung in die Arrondissements

Das Departement war um 1811 in vier Arrondissements (auf Deutsch auch als Distrikt oder Unterpräfektur bezeichnet) mit insgesamt 42 Kantonen unterteilt, die wiederum in Mairien (Bürgermeistereien) untergliedert waren:

ArrondissementEinwohner
(1811)
KantonMairien (Bürgermeistereien)
Osnabrück131.557BramscheBramsche, Engter
DissenDissen, Borgholzhausen, Hilter, Wellingholzhausen
EssenEssen, Barkhausen, Buer, Lintorf, Oldendorf
IburgIburg, Bissendorf, Borgloh, Glane, Hagen, Holte, Oesede
LengerichLengerich, Lienen, Ladbergen
MelleMelle, Gesmold, Neuenkirchen, St. Annen, Riemsloh
Osnabrück-StadtOsnabrück
Osnabrück-LandKirchspiel Dom (mit Schinkel), Kirchspiel St. Johannis (mit Harderberg), Kirchspiel St. Marien (mit Hellern), Kirchspiel St. Cathrinen (mit Hasbergen)
OstbevernOstbevern, Einen, Glandorf, Greven, Milte, Telgte, Westbevern
OstercappelnOstercappeln, Bohmte, Hunteburg, Schledehausen, Venne
TecklenburgTecklenburg, Ledde, Leeden, Lotte, Wersen, Westerkappeln
VersmoldVersmold, Bockhorst, Hesselteich, Hörste, Füchtorf, Laer
Lingen81.680BevergernBevergern, Brochterbeck, Rheine, Riesenbeck, Saerbeck, Salzbergen
FrerenFreren, Baccum, Beesten, Hopsten, Messingen, Schale, Schapen, Thuine
FürstenauFürstenau, Berge, Bippen, Merzen, Neuenkirchen, Schwagstorf, Ueffeln, Voltlage
HaselünneHaselünne, Herzlake, Holte
IbbenbürenIbbenbüren, Halverde, Mettingen, Recke
LingenLingen, Bawinkel, Bramsche, Lengerich, Plantlünne, Spelle, Venhaus
MeppenMeppen, Bokeloh, Lathen
PapenburgPapenburg, Aschendorf, Dörpen
SögelSögel, Börger, Lorup, Werlte
Minden104.808BündeBünde, Hiddenhausen, Kirchlengern, Rödinghausen
EngerEnger, Herford, Jöllenbeck, Schildesche
LevernLevern, Alswede, Dielingen, Wehdem
LübbeckeLübbecke, Blasheim, Börninghausen, Gehlenbeck, Holzhausen, Oldendorf
MennighüffenMennighüffen, Dehme, Eidinghausen, Volmerdingsen, Wulferdingsen
MindenMinden, Bergkirchen, Dützen
PetershagenPetershagen, Buchholz, Friedewalde, Hartum, Hille, Ovenstädt, Schlüsselburg
QuernheimQuernheim, Hüllhorst, Klosterbauerschaft, Oberbauerschaft, Schnathorst
RahdenRahden, Auburg, Diepenau, Ströhen, Warmsen
UchteUchte, Kirchdorf
WertherWerther, Halle, Spenge, Wallenbrück
Quakenbrück97.793AnkumAnkum, Alfhausen, Bersenbrück
CloppenburgCloppenburg, Cappeln, Emstek, Molbergen
DiepholzDiepholz, Aschen, Barver, Dörrieloh, Groß Lessen, Jacobidrebber, Lemförde, Rehden, St. Hülfe, Schmalförden, Varrel, Wetschen
DinklageDinklage, Lohne, Steinfeld
FriesoytheFriesoythe, Altenoythe, Barßel, Markhausen, Ramsloh, Scharrel, Strucklingen
LöningenLöningen, Lastrup, Lindern
QuakenbrückQuakenbrück, Badbergen, Essen, Menslage
VechtaVechta, Bakum, Barnstorf, Cornau, Dickel, Dörpel, Eydelstedt, Goldenstedt, Heiligenloh, Langförden, Lutten, Oyte
VördenVörden, Damme, Gehrde, Neuenkirchen
WildeshausenWildeshausen, Großenkneten, Huntlosen, Visbek
  • Antoinette Joulia: Ein französischer Verwaltungsbezirk in Deutschland. Das Oberemsdepartement (1810–1813), in: Osnabrücker Mitteilungen 80 (1973), S. 21–102
  • Helmut Stubbe-da Luz: „Franzosenzeit“ in Norddeutschland (1803–1814). Napoleons Hanseatische Departements. Bremen 2003, ISBN 3-86108-384-1.
  • Albrecht Friedrich Ludolph Lasius: Der Französische Kayser-Staat unter der Regierung des Kaysers Napoleon des Großen im Jahre 1812. Ein Geographisch-Historisches-Handbuch, Erste Abtheilung, Osnabrück: Johann Gottfried Kißling, 1813, Seite 168 (Google Books)

Einzelnachweise

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  1. Peter Adolph Winkopp (Hrsg.): Der Rheinische Bund
  2. Almanach Impérial 1812, Paris, S. 399 (Bibliothèque nationale de France)

Koordinaten: 52° 30′ N,  51′ O