Dörnitz

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Dörnitz
Stadt Möckern
Wappen von Dörnitz
Koordinaten: 52° 12′ 29″ N, 12° 11′ 44″ O
Höhe: 74 m ü. NHN
Fläche: 17,37 km²[1]
Einwohner: 204 (31. Dez. 2018)[2]
Bevölkerungsdichte: 12 Einwohner/km²
Eingemeindung: 1. Januar 2009
Postleitzahl: 39291
Vorwahl: 039225
Westlicher Ortsausgang – Bergstraße in Richtung Altengrabow (2015)
Westlicher Ortsausgang – Bergstraße in Richtung Altengrabow (2015)
Ansicht der Dorfkirche von der westlich liegenden Straße Am Kirchberg (2015)

Dörnitz ist eine Ortschaft und ein Ortsteil von Möckern im Landkreis Jerichower Land in Sachsen-Anhalt.[3]

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dörnitz liegt etwa neun Kilometer südwestlich von Ziesar und 35 km östlich von Magdeburg am Rande vom Truppenübungsplatz Altengrabow. Durch den Ort fließt die Gloine. Zu Dörnitz gehörte der Ortsteil Altengrabow.

Der Jahresniederschlag liegt bei 566 mm und ist damit vergleichsweise niedrig, da er in das untere Viertel der in Deutschland erfassten Werte fällt. An 14 % der Messstationen des Deutschen Wetterdienstes werden niedrigere Werte registriert. Der trockenste Monat ist der Februar, die meisten Niederschläge fallen im Juni. Im Juni fallen 1,8 mal mehr Niederschläge als im Februar. Die Niederschläge variieren kaum und sind sehr gleichmäßig übers Jahr verteilt. An nur sieben Prozent der Messstationen in Deutschland werden niedrigere jahreszeitliche Schwankungen registriert.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahre 1447 wurde der Ort in einer Belehnung eines Dietrich Kross erstmals urkundlich erwähnt. Eine weitere Belehnung dieses Herrn findet sich im Jahre 1461 und im Jahre 1467, letztere allerdings auf den Namen Jan Kross. In allen drei Urkunden wird der aus dem slawischen stammende Ortsname Dernitz genannt.[4]

Im Jahr 1847 wurde „Dörniz“ im „Topographisch-statistischen Handbuch des Preussischen Staats“ gelistet. Zum Kirchdorf zählten ein Rittergut, eine Papiermühle, eine Mahlmühle, 21 Häuser und 130 Seelen.[5]

Der Truppenübungsplatz wurde ab 1893 eingerichtet und über Jahrzehnte ausgebaut. Genutzt wurden die Einrichtungen im Ersten und Zweiten Weltkrieg zeitweise als Kriegsgefangenenlager (Stalag XI A), HJ-Ausbildungslager, Heeresbauamt, Heeresforstamt, Munitionsfabrik mit Zwangsarbeiterinnenlager für ukrainische und polnische Frauen und Mädchen. Nach dem Zweiten Weltkrieg war hier bis 1994 ein Standort der Sowjetarmee (GSSD) und danach der Bundeswehr.

Am 1. Januar 2009 wurde die zuvor selbstständige Gemeinde Dörnitz nach Möckern eingemeindet.[6]

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ortsbürgermeister ist Frank König.[7]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung: „In Gold zwei gekreuzte schwarze Kanonenrohre mit silbernen Zündlöchern über einem achtspeichigen roten Mühlrad.“[8]

Das Wappen wurde 2004 vom Kommunalheraldiker Jörg Mantzsch gestaltet und am 25. Januar 2008 durch den Landkreis genehmigt.

Die Farben der Gemeinde sind – ausgehend von der Tingierung des Wappens Rot – Gold (Gelb).

Flagge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flagge ist gelb – rot – gelb (1:4:1) gestreift (Querform: Streifen waagerecht verlaufend, Längsform: Streifen senkrecht verlaufend) und mittig mit dem Gemeindewappen belegt.[8]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zur Bundesstraße 107, die Genthin mit Coswig (Anhalt) verbindet, sind es in nordöstlicher Richtung ca. 13 km. Die Bundesautobahn 2 mit der Anschlussstelle Ziesar (76) wird in elf Kilometern erreicht.

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Bernhard Baatz (1910–1978), später SS-Obersturmbannführer, Kriegsverbrecher (u. a. Führer des Einsatzkommandos 1).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Dörnitz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Ortschaften der Stadt Möckern. Stadt Möckern, abgerufen am 17. Januar 2019.
  2. Stadt Möckern – Hauptamt (Hrsg.): Entwicklung der Einwohner in den Ortsteilen und Ortschaften der Stadt Möckern – Basis: Einwohnermeldedatei der Stadt – Stand 31.12.2018. 25. Januar 2019.
  3. Hauptsatzung der Stadt Möckern in der Fassung vom 25. September 2014 – einschließlich 1. und 2. Änderung. 1. Juni 2018 (Volltext [PDF; 115 kB; abgerufen am 28. Dezember 2018]).
  4. Gustav Reischel: Wüstungskunde der Kreise Jerichow I und Jerichow II. Selbstverlag der Historischen Kommission, Magdeburg 1930, S. 26 (online [abgerufen am 9. April 2013]).
  5. Eduard Messow: Topographisch-statistisches Handbuch des Preussischen Staats. Erster Band: A–K. Verlag von Emil Baensch, Magdeburg 1846, S. 155 (Digitalisat in der Google-Buchsuche [abgerufen am 23. Januar 2019]).
  6. StBA: Gebietsänderungen am 01.01.2009
  7. Ortsbürgermeister. Stadt Möckern, abgerufen am 30. September 2019.
  8. a b Amtsblatt des Landkreis Nr. 7/2008 Seite 143