DDR-Museum Berlin

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DDR-Museum Berlin
DDR-Museum (Berlin) Schriftzug.jpg
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Daten
Ort Berlin
Art Zeitgeschichte
Eröffnung 15. Juli 2006
Leitung Gordon Freiherr von Godin
Website www.ddr-museum.de
ISIL DE-MUS-706312
DDR-Museum an der Spree

Das DDR Museum ist ein Museum in Berlin-Mitte. Es behandelt in seiner Dauerausstellung das Leben und die Alltagskultur der DDR. Das DDR Museum befindet sich an der Uferpromenade unter der Karl-Liebknecht-Brücke im DomAquarée, gegenüber dem Berliner Dom auf dem Gelände des ehemaligen Palasthotels. Nach der Statistik des Institutes für Museumsforschung und der Berliner Senatskanzlei gehört es mit 504.564 Besuchern zu den meistbesuchten Museen und Gedenkstätten Berlins.[1]

Das Museum umfasst die Themenbereiche „Staatsgrenze der DDR“, Berlin, Verkehr, Mauer, Stasi, Konsum, DDR-Produkte, Ernährung, Bauen, Wohnen, Partnerschaft, Familie, Gleichberechtigung, Private Nische, Medien, Literatur, Bildung, Kindheit, Jugend, Arbeit, Mode, Kultur, Freizeit, Musik, Urlaub, Gesundheit, Armee, Opposition, Partei, Staat, Ministerium für Staatssicherheit, Ideologie, Bruderstaaten, DDR-Opposition, Strafvollzug, Wirtschaft, Umwelt und Obrigkeit. Im Unterschied zu anderen Museen kann bei dieser Ausstellung ein Großteil der Ausstellungsstücke berührt werden: Man kann sich in einen Trabant setzen, in der Plattenbauwohnung in den Schränken stöbern oder Kleidungsstücke aus dem Kleiderschrank mit einem digitalen Spiegel anprobieren.

Das Haus wirbt mit einem belegten Besucherzitat von sich als eines der interessantesten Museen der Welt: One of the most interesting museums in the world.

Besondere Ausstellungselemente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wohnzimmer im Museum
Gefängniszelle im Museum
Trabant 601 im Museum
  • Erster Ausstellungsraum (Plattenbausiedlung im verkleinerten Maßstab) und zweiter Ausstellungsraum (Vor und hinter den Kulissen)
  • WBS 70-Plattenbauwohnung (Wohnzimmer, Schlafzimmer, Kinderzimmer, Küche, Bad)
  • Kino
  • Trabant mit Fahrsimulation
  • Stasi-Abhöreinrichtung
  • Multitouch-Tisch
  • Volvo
  • Gefängniszelle und Verhörraum

Besondere Exponate[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Druckmaschine der Umweltbibliothek
  • Filmprojektor des Staatsrates der DDR
  • Trabant
  • Mangeltagebuch
  • Schulranzen mit Schularbeiten, Zeugnissen und Hausaufgabenheft
  • Wandbild „Lob des Kommunismus“ von Ronald Paris
  • Erdmine von der Deutsch-Deutschen Grenze
  • 1-Megabit-Chip
  • Volvo 264 TE aus dem Ministerfuhrpark

Generell stehen in der Ausstellung nicht unbedingt die einzelnen Exponate, sondern die szenische Zusammenstellung der Exponate im Vordergrund. Diese vermittelt das Erlebnis.

Das Archiv umfasst nach den offiziellen Angaben über 200.000 Objekte, die nach konservatorischen Aspekten archiviert werden. Auf der Internetseite des Museums befindet sich ein digitaler Katalog.

Ausstellungsgestaltung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von einer Eingangsebene steigt der Besucher hinab in eine inszenierte Plattenbausiedlung im Maßstab 1:20. Jeder Plattenbau beinhaltet einen anderen Themenbereich, in jedem Einzelnen sind zahlreiche Schubläden, Klappen, Türen, Fenster oder Medien. Hinter diesen Elementen finden sich die Exponate und Informationen. Neben den Plattenbauten gibt es noch einen Trabant zum Hineinsetzen mit Fahrsimulation, ein Kino und eine WBS 70-Plattenbauwohnung. Die gesamte Ausstellung ist interaktiv aufgebaut. Ab Oktober 2010 war der Ausstellung auch ein Erlebnisrestaurant angeschlossen, in dem die Besucher auch die DDR-typische Küche erfahren konnten. Dieses wurde zum 31. März 2015 geschlossen, da die Räume für eine Erweiterung der Ausstellung umgebaut wurden, welche im August 2016 eröffnet wurde. Bemerkenswerte Ausstellungsobjekte sind u.a. das Mangeltagebuch, eine Deckenleuchte aus dem Palast der Republik sowie eine Funktionärslimousine vom Typ Volvo 264 TE. Auch ein 9 Meter langes Wandbild [2] von Ronald Paris aus dem Jahr 1969 mit dem Titel Lob des Kommunismus, das sich früher im DDR-Amt für Statistik befand, wurde in mühevoller Arbeit ins Museum umgesetzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Projekt DDR Museum wurde von dem Freiburger Ethnologen Peter Kenzelmann ins Leben gerufen. Laut Medienberichten habe er auf einer Berlin-Reise ein Museum zur DDR gesucht und keines gefunden. Eröffnet wurde das Haus am 15. Juli 2006. Direktor ist seit Mai 2016 Gordon Freiherr von Godin und Wissenschaftlicher Leiter ist Dr. Stefan Wolle.

Am 14. Juli 2007 feierte das Museum sein einjähriges Bestehen und gab an, im ersten Jahr 180.000 Besucher empfangen zu haben. Das DDR Museum wurde 2008 und 2012 für den European Museum of the Year Award nominiert.[3] und ist im Jahr 2015 von internationalen Gästen bei der Umfrage der Deutschen Zentrale für Tourismus (DZT) auf Platz 44 und im Jahr 2016 auf Platz 36 der Top 100 Reiseziele gewählt worden. Am 26. August 2008 begrüßte das DDR Museum seinen 500.000 Besucher.[4] Am 23. Dezember 2009 hatte das Museum seinen einmillionsten Besucher.[5] Der zweite Teil der Dauerausstellung mit zahlreichen neuen Themengebieten und neuen Medienstationen wurde am 10. Oktober 2010 eröffnet. Am 14. September 2015 begrüßte das DDR Museum seinen viermillionsten Besucher.

Sein zehnjähriges Jubiläum feierte das Museum am 14. Juli 2016. Im August 2016 wurde der dritte Teil der Dauerausstellung eröffnet, der eine WBS 70-Plattenbauwohnung zeigt, in der man wieder viel selbst ausprobieren kann.

Träger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das DDR Museum ist eine private Initiative und verzichtet auf staatliche Förderung. Träger ist die DDR Museum Berlin GmbH, mit den beiden Geschäftsführern Gordon Freiherr von Godin und Quirin Graf Adelmann v. A. (Stand Mai 2016).[6]

Zur Unterstützung gibt es einen gemeinnützigen Förderverein, den DDR Museum Berlin e. V. Ferner besteht ein DDR Museum Verlag, der die Publikationen des Museums veröffentlicht.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Robert Rückel (Hrsg.): DDR Museum: Führer durch die Dauerausstellung „Alltag eines vergangenen Staates zum Anfassen“. DDR Museum Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-939801-00-3.
  • Robert Rückel (Hrsg.): The GDR Museum: a guide to the permanent exhibition A hands-on experience of everyday life. DDR Museum Verlag, Berlin 2006, ISBN 3-939801-01-1.
  • Robert Rückel (Hrsg.): DDR-Führer. Alltag eines vergangenen Staates in 22 Kapiteln. DDR Museum Verlag, Berlin 2009, ISBN 3-939801-13-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: DDR-Museum – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. 'Pressemitteilung der Senatskanzlei', abgerufen am 6. Januar 2014
  2. Wandbild "Lob des Kommunismus" von Ronald Paris
  3. ddr-museum.de (PDF; 129 kB)
  4. ddr-museum.de (PDF; 76 kB)
  5. sz-online.de
  6. offizielle Webpräsenz: Impressum, abgerufen am 28. Mai 2009

Koordinaten: 52° 31′ 8,2″ N, 13° 24′ 8,1″ O