DHL Home Delivery

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Delivery
Rechtsform GmbH
Gründung 2008[1]
Sitz Bonn, Deutschland
Leitung Beate Seeher, Karsten Haberkorn, Frank Esderts, Ole Nordhoff, Albert Bachmann[2]
Mitarbeiter 1.600[3]
Umsatz 217 Mio. €[2]
Branche Logistik / Paketzustellung
Stand: 2013 Vorlage:Infobox Unternehmen/Wartung/Stand 2013

Die DHL Home Delivery GmbH ist ein deutsches Unternehmen für Post-Logistik und Zustelldienste. Mit der Deutschen Post AG besteht ein Beherrschungs- und Ergebnisabführungsvertrag.[1] Als Tochterunternehmen übernimmt sie weitestgehend die Aufgaben von DHL. Sie fungiert als De-facto-Arbeitgeber für ca 10.000 DHL-Mitarbeiter, die monatlich mehr als eine Million Pakete zustellen.[4]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Dach der Delivery Home GmbH wurden im Januar 2015 insgesamt 49 DHL Delivery Regionalgesellschaften gegründet.[5] Die Delivery übernimmt im Wesentlichen die gleichen Aufgaben wie DHL, ihre Mitarbeiter sind aber nicht an den Haustarifvertrag der Deutschen Post AG und DHL gebunden.[6] Die Bezahlung erfolgt nach den schlechteren Regionaltarifen der Speditions- und Logistikbranche.[7] Die Übernahme vieler Zustellbezirke durch Delivery wurde durch das Post-Management durchgesetzt, obwohl ihr der bislang größte Tarifstreit bei der Deutschen Post mit mehr als zwei Monaten Dauerstreik vorausgegangen war.[4]

Zu den ersten Regionen, in denen Delivery Bezirke für die Paketzustellung übernahm, gehörten unter anderem Rostock, Berlin, Hamburg, Bremen, Frankfurt am Main, Wiesbaden, Nürnberg und Karlsruhe. Das bei der Gründung formulierte Ziel besagt, dass in Deutschland bis zum Jahr 2020 bis zu 10.000 neue Paketzusteller eingestellt werden. Ein Anstieg auf bis zu 20.000 Mitarbeiter ist bis 2025 im Bereich des Möglichen.[7]

Aufgrund der unterschiedlichen Bezahlung kam es bei Delivery zu mindestens einem Arbeitskampf. Im Januar 2018 streikten in Bremen und Bremerhaven Zusteller für höhere Löhne. Laut Gewerkschaft ver.di übte Delivery indirekt auf die betroffenen Arbeitnehmer Druck aus, indem die Firma mit einer Standortverlagerung gedroht habe. Wenn die Beschäftigten ein Interesse daran hätten, dass ihre Arbeitsplätze erhalten blieben, sollten sie sich überlegen, ob sie sich am Streik beteiligen.[8]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ab 1. Mai 2018 sollen laut einem Bericht der Welt die nach dem Haustarifvertrag angestellten Mitarbeiter der Deutschen Post AG unmittelbar mit den Kollegen der Billig-Tochterfirma Delivery zusammenarbeiten. Unter dem Dach einer Postniederlassung arbeiten dann Kollegen mit unterschiedlichen Stundenlöhnen, Wochenarbeitszeiten und Pausenzeiten zusammen.[9]

Die Gewerkschaften vermuten, dass das Post-Management auf Dauer das Lohnniveau senken und die Arbeitsbedingungen verschlechtern will. Dies sei eine weitere Aushöhlung der Tarifverträge der Deutschen Post AG.[10]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Gemeinsamer Bericht des Vorstands der Deutsche Post AG un der Geschäftsführung der DHL Home Delivery GmbH
  2. a b Jahresabschluss zum 31. Dezember 2013 DHL Home Delivery GmbH
  3. Mitarbeiter der Posttochter DHL Home Delivery bekommen mehr Geld, Börse Online 20.09.2013
  4. a b Post will Mitarbeiter offenbar in Billig-Tochter auslagern. In: sueddeutsche.de. 2018, ISSN 0174-4917 (sueddeutsche.de [abgerufen am 13. März 2018]).
  5. Stephan Teuscher: Tarifkonflikt bei der Deutschen Post AG, Ver.di, 8. Oktober 2015. (PDF)
  6. Sophie Anfang: Subunternehmen DHL-Delivery: Weniger Lohn: Deutsche Post lagert Paketzusteller aus, Abendzeitung München, 17.03.2015
  7. a b LOGISTIK HEUTE-Redaktion: KEP: Speditionstarif für DHL-Zusteller. Abgerufen am 12. März 2018.
  8. Zusteller streiken: Rund 2.400 Pakete bleiben liegen. In: buten un binnen. 23. Januar 2018 (butenunbinnen.de [abgerufen am 12. März 2018]).
  9. Unternehmensumbau : Zusteller der Deutschen Post sollen in neuen Betrieb ausgelagert werden. In: Spiegel Online. 12. März 2018 (spiegel.de [abgerufen am 12. März 2018]).
  10. tagesschau.de: Deutsche Post: Gesamtbetrieb mit Billigtochter geplant. Abgerufen am 12. März 2018 (deutsch).