DJI (Unternehmen)

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DJI
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Rechtsform Compagnie
Gründung 2006
Sitz Shenzhen, Guangdong
Leitung Frank Wang, Gründer
Mitarbeiter > 6000[1]
Umsatz ca. 930 Mio. EUR (2015)[2]
Branche Elektronik
Website www.dji.com

DJI Phantom 2 Vision+ mit integrierter Kamera

Dà-Jiāng Innovations Science and Technology Co., Ltd, kurz DJI, ist ein chinesisches Technologieunternehmen, das im Jahr 2006 von Frank Wang gegründet wurde. Es hat sich auf die Entwicklung und Herstellung unbemannter Luftfahrzeuge, insbesondere Quadrocopter, zur Luftbildfotografie und -videografie im privaten und professionellen Einsatz spezialisiert.[3]

Produkte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DJI hat sich seit seiner Gründung über einen reinen Hersteller von Drohnen hinaus zu einem Technologieunternehmen entwickelt. Dabei wurde der Fokus stets auf neue Möglichkeiten des Filmens gelegt. Kerngeschäft ist jedoch die Produktion der Multicopter (Quadrocopter, Hexacopter, Octocopter). Gimbals (Kardanische Aufhängungen) für Drohnen als auch für handgehaltene Action- und Filmkameras (Osmo/Ronin) sind dabei ebenso Erweiterungen als auch Kooperationen mit anderen Herstellern (Wärmebildkamera-Spezialist FLIR). DJIs Produkte sind sowohl im gewerblich-professionellen als auch im Hobbybereich im Einsatz.[4]

Controller[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Unternehmen entwickelt auf den professionellen und amateurhaften Einsatz abgestimmte Controller zur Steuerung von Videodrohnen. Diese bestehen wie beim aktuellen Modell A2 aus einem Haupt-Controller, einem PMU, einem GPS-Controller, einem IMU sowie einem LED-Bluetooth-Indikator.[5]

Phantom[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DJI Phantom 3 Advanced

Diese Quadrocopter-Serie ist für den Privatpiloten und Anfänger ausgelegt, da sie einfach zu bedienen ist und dadurch auch von unerfahrenen Personen gesteuert werden kann. Das Flugsystem besteht aus dem Quadrocopter (Propeller, Motoren, Controller, GPS-Empfänger, Kompass, Gyroskop und dem Akku) und der Fernbedienung des Piloten.

1. Generation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

2012 veröffentlichte DJI den Phantom 1. Er verfügte nicht über ein integriertes Kamerasystem, sondern lediglich über eine ungedämpfte Aufhängung für einen Action-Camcorder. Optional konnte ein gedämpftes 2/3-Achsen-Gimbal ergänzt werden.

2. Generation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2013 wurde der Phantom 2 vorgestellt. Er bekam einen neuen Akku, der die Flugzeit gegenüber dem Vorgänger nahezu verdoppelte. Der Phantom 2 wurde in der Grundversion ohne Kamera verkauft.

Der Phantom 2 Vision wurde mit einer vertikal schwenkbaren Kamera ausgestattet und der Pilot konnte per Videosignalübertragung im FPV (First Person View) fliegen.

Der Phantom 2 Vision+ erschien 2014 und bot eine Gimbaltechnik, die eine horizontal ausbalancierte Kameraführung, unabhängig von der Fluglage ermöglichte. Erstmals wurde eine Full-HD-Kamera verwendet.

3. Generation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DJI Phantom 3 mit Zubehör, Akkus und Fernsteuerung
Phantom 3 Professional kurz vor dem Start

Basierend auf den Erfahrungen mit der Vision+ veröffentlichte DJI im April 2015 mehrere neue Phantom-3-Varianten:

  • Phantom 3 Standard: Das Einstiegsmodell besaß eine Gimbal-gelagerte 2.7k-Kamera bei einfacher Videoübertragung
  • Phantom 3 Advanced: Hier wurde die Lightbridge HD-Videoübertragung integriert (höhere Reichweite bei höherer Auflösung)
  • Phantom 3 Professional: Zur Lightbridge-Technologie hält eine 4K-Kamera Einzug
  • Phantom 3 4K: 2016 eingeführtes neues Einstiegsmodell mit 4K-Kamera; basiert technisch auf dem Phantom-3'Standard, wurde aber durch das Vision Positioning System und die aktuelle Fernsteuerung ergänzt
  • Phantom 3 SE: 2017 eingeführte Fortsetzung der Phantom 3; fast identisch mit der Phantom 3 Professional, bessere Akkulaufzeit, bessere Bildübertragung

4. Generation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DJI Phantom 4

Im März 2016 stellte DJI die aktuelle Generation, den Phantom 4 vor. Die Serie verfügt über alle Funktionen der Phantom 3 Professional. Sie unterscheidet sich durch ihr schlichteres Design und das glänzende Gehäuse. Die Gimbal-Einheit wurde teilweise in das Gehäuse integriert und ist aus leichterem Magnesium gefertigt. Die wesentlichste Neuerung des Phantom 4 ist ein Anti-Kollisionssystem, die neuen Quick-Release-Propeller können deutlich einfacher und schneller als beim Vorgänger de- und montiert werden.

  • Phantom 4: Durch zwei Kameras an der Front kann sie Flughindernisse erkennen und so automatisch Kollisionen vermeiden. Die 4K-Kamera ist nahezu identisch zum Phantom 3 Professional und wurde nur durch einen 120-fps-Modus für 1080p-Videos ergänzt. Die Akkukapazität wurde auf 5350 mAh erhöht und die Flugzeit liegt nun bei etwa 28 Minuten.
  • Phantom 4 Pro: Am 15. November 2016 wurde der verbesserte Phantom 4 Pro vorgestellt. Die Akkukapazität wurde auf 5870 mAh erhöht und die Flugzeit auf 30 Minuten. Das Anti-Kollisionssystem arbeitet mit zusätzlichen Sensoren nun auch seitlich und nach hinten. Die Kamera verfügt nun über einen CMOS-Sensor der „1-Zoll-Größenklasse“ mit 20 Megapixeln und über ein Objektiv mit verstellbarer Blende, mechanischem Zentralverschluß und Autofokus. Die Phantom 4 Pro wird in zwei Varianten angeboten. Die teuere Plus-Version verfügt über ein 5,5″-1080p-Display, das fest in die Fernsteuerung integriert ist.
  • Phantom 4 Advanced: Im April 2017 vorgestellt, ist die Phantom 4 Advanced die Kombination des Flugchassis der bisherigen Phantom 4 mit der Kamera der Phantom 4 Pro. Auch wird bei dieser Ausführung serienmäßig der 5870-mAh-Akku der Phantom 4 Pro mitgeliefert.

Mavic Pro[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DJI Mavic Pro

Am 27. September 2016 stellte DJI in New York City den Quadrocopter Mavic Pro vor.[6] Er ist deutlich portabler als die Phantom-Serie und verfügt über einklappbare Propellerarme, sodass er wesentlich kleiner ist. Trotz des kompakteren Aufbaus liegt er technisch auf gleicher Höhe mit dem Phantom 4. Die Kamera des Mavic hat gegenüber der des Phantom 4 einen leicht verkleinerten Blickwinkel (entspricht dem eines 28-mm-Objektivs im Kleinbildformat) und verfügt erstmals bei einer serienmäßig in einer Drohne dieser Klasse verbauten Kamera über einen echten Auto-Fokus statt der bisher üblichen, hyperfokal eingestellten festen Vorfokusierung. Der Mavic besitzt eine 3-achsig gelagerte 4K-Kamera mit 12 Megapixeln und erreicht mit seinem Akku eine Flugzeit von etwa 27 Minuten, sowie laut DJI eine Flug-Reichweite von bis zu 7 km. Die Fernsteuerung wurde ebenso verkleinert und bietet nun neben einer Halterung für Smartphones zusätzlich ein Monochrom-Display. Der Mavic Pro kann mit einer eingeschränkten Reichweite auch per Smartphone über eine WLAN-Verbindung gesteuert werden. Erstmals wurde die OcuSynch-Technologie für den Datentransfer zwischen Quadrocopter und Fernsteuerung eingesetzt, die gegenüber dem bisherigen LightBridge Verfahren eine höhere Reichweite und im Nahbereich eine verbesserte Übertragungsqualität ermöglicht. Zudem lassen sich Steuerbefehle per Handgesten visuell übermitteln.[7] Im September 2017 wurde eine weitere Variante vorgestellt: Die Mavic Pro Platinum. Diese fliegt 3 Minuten länger und ist 4 db leiser.

Spark[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DJI Spark
DJI Spark

Spark ist der derzeit (September 2017) kleinste, leichteste und günstigste Quadrokopter von DJI. Eine 12MP-Kamera ist an einem 2-Achsen-Gimbal integriert, Videos werden bis 1080p @30fps aufgenommen. Das Gewicht des Kopters beträgt 300g. Die Steuerung erfolgt wahlweise über einen Controller oder ein Smartphone, zusätzlich ist die Steuerung über Handgesten möglich.[8]

Inspire[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Inspire-Serie bietet Quadrocopter, die hauptsächlich für den professionellen Gebrauch ausgelegt wurden. Im Vergleich zur Phantom-Serie bieten sie um 360° schwenkbare Kameras und außerdem die Möglichkeit, mit einer zusätzlichen Fernsteuerung die Kamera separat zu steuern.

Inspire 1[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DJI Inspire 1

Ende 2014 brachte das Unternehmen den Inspire 1 auf den Markt, einen aerodynamischer Quadrocopter zur professionellen Erstellung von Luftbildern. Die integrierte Kamera erstellt Aufnahmen in 4K und in 12 Megapixeln.[9]

Das Kamerasystem Inspire 1 Pro ist bei den Modellen Zenmuse X5 und X5R mit sehr kleinen digitalen Kameragehäusen des Micro-Four-Thirds-Systems ausgestattet, die speziell für Luftaufnahmen entwickelt wurden.[10]

Inspire 2[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die zweite Generation des Inspires wurde am 15. November 2016 vorgestellt. Der Quadrocopter erreicht eine Spitzengeschwindigkeit von 94 km/h. Die neue Kamera Zenmuse X4s und X5s nimmt Bilder mit bis zu 5,2 k auf und verfügt über eine Auflösung von 20,8 Megapixeln.

Der Inspire 2 ist mit nach unten, oben und vorn gerichteten Sensoren zur automatischen Hinderniserkennung ausgestattet und verfügt über einen Bajonettanschluss für Objektive des Standards Micro Four Thirds.

Flame Wheel[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Flame-Wheel-Serie umfasst Multicopter-Plattformen, die auf Luftaufnahmen ausgelegt sind, jedoch keine Kamera integriert haben. 2013 veröffentlichte DJI insgesamt drei Flame Wheels: den Hexacopter Flame Wheel F550 sowie die Quadrocopter Flame Wheel F330 und Flame Wheel F450.[11]

Spreading Wings[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Spreading Wings S800 in der Luft

Für Luftaufnahmen mit schwereren Kameras, Rettungseinsätzen mit vermissten Personen und zur Überwachung hat DJI die „Spreading Wings“-Serie entwickelt. 2013 erschienen zwei Modelle der Hexacopter, die Spreading Wings S800 sowie die Spreading Wings S800 EVO.[12] Die Besonderheit dieser Serie gegenüber anderen Oktokoptern dieser Klasse liegt darin, dass die Arme, das GPS-Modul, sowie das Landegestell eingeklappt werden und so die Portabilität des Kopters deutlich erhöht wird. Daher kommt auch der Name (Spreading Wings (englisch) = ausbreitende Flügel).

Ronin[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Ronin ist ein Handheld-Gimbalsystem zur Stabilisierung von Videoaufnahmen. Das System beinhaltet drei Motoren, die die Kamera stabil halten.[13]

Osmo[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Herbst 2015 veröffentlichte DJI eine handgehaltene Kamera mit dreiachsiger, bildstabilisierender kardanischer Aufhängung (Gimbal); abgeleitet aus den Phantom- und Inspire-Kameras.

Osmo Mobile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DJI Osmo Mobile mit iPhone 7

Seit September 2016 ist der Osmo Mobile erhältlich, ein günstigeres Modell, das anstatt einer integrierten Kamera eine Gimbal-Halterung für ein Smartphone besitzt.

Agras[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Octocopter Agras MG-1 mit acht Rotoren ist auf Agrarkunden zum Spritzen von Pflanzenschutzmitteln ausgerichtet. Mit einem zehn Liter großen Tank kann das vor Staub und Wasser abgedichtete System autonom bis zu vier Hektar Land pro Stunde überfliegen.[14] Laut Herstellerangaben ist er damit um das 40-Fache effizienter, als die Arbeit manuell auszuführen. Programmiert man eine Flugroute über die Felder ein, verrichtet das System die Arbeit vollkommen autonom und kehrt selbstständig zum Laden und Nachfüllen der Flüssigkeitstanks zurück. Der Agras wird zuerst in China und Korea und später auf weiteren Märkten für etwa 15.000 US-Dollar erhältlich sein.[15]

Matrice[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Matrice 100 ist ein Quadrocopter, der sich an Programmierer richtet. Das Modell bietet eine API, die es dem Benutzer ermöglicht, den Copter mit diversen Programmiersprachen zu programmieren. Für den Matrice 100 ist Zubehör wie eine zusätzliche Akkuhalterung, die eine Flugzeit bis zu 30 Minuten ermöglicht, ein Minicomputer, ein Antikollisionssystem oder eine Halterung für die Inspire-Kameras (X3, X5, XT und X5R) erhältlich. Der Preis des liegt bei etwa 3500 US-Dollar mit einem Akku und einer Fernsteuerung.

Zugriff der chinesischen Regierung auf Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im April 2016 räumte ein Sprecher von DJI ein, dass die chinesische Regierung auf die Daten der Filmaufnahmen Zugriff haben könne, die die DJI-Kunden mit den Drohnen aufgenommen haben. Chinas Staatspräsident Xi Jinping hatte kurz zuvor in einer Grundsatzerklärung gesagt, dass das Internet mit all seinen Daten in China unter Kontrolle des Staates stehe.[16]

Trivia[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: DJI – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. About DJI (deutsch) dji.com, abgerufen am 13. Februar 2017
  2. As China's Drone Market Takes Off, Leader DJI Still Flies Far Above The Competition
  3. Frank Wang's Quest To Put DJI Robots Into The Sky (englisch) forbes.com, abgerufen am 26. Mai 2015
  4. Produkte (deutsch), abgerufen am 6. März 2016
  5. A2 dji.com, abgerufen am 25. Mai 2015
  6. Mavic Pro: DJI stellt klappbaren 4K-Quadcopter für 1.200 Euro vor – Golem.de. Abgerufen am 28. September 2016.
  7. DJI Mavic Pro: Mein Testbericht im Drohnen-Vergleich! In: Drohnen-Vergleich. Abgerufen am 21. November 2016.
  8. Spark - Spezifikationen, FAQ, Tutorials und Downloads. Abgerufen am 29. September 2017.
  9. Inspire 1 dji.com, abgerufen am 25. Mai 2015
  10. Inspire 1 Pro / Raw – Luftfotografie neu definiert, DJI.com, abgerufen am 5. Februar 2016
  11. Flame Wheel dji.com, abgerufen am 25. Mai 2015
  12. Spreading Wings dji.com, abgerufen am 25. Mai 2015
  13. Ronin dji.com, abgerufen am 25. Mai 2015
  14. Informationen zum Agras-Oktokopter golem.de, abgerufen am 17. Februar 2016
  15. DJI Introduces Company’s First Agriculture Drone. In: dji.com. 27. November 2015, abgerufen am 3. Februar 2016 (englisch).
  16. a b FAZ.net 21. April 2016: Chinas Regierung bekommt Zugriff auf unsere Drohnen-Bilder
  17. Rock am Ring dji.com, abgerufen am 14. Juni 2015
  18. Supporting Companies, four-thirds.org, abgerufen am 9. Juli 2015
  19. spiegel.de 28. Januar 2015: Betrunkener Pentagon-Mitarbeiter lenkte abgestürzte Drohne