DKW SB 200/250/300/350

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von DKW SB 200)
Zur Navigation springen Zur Suche springen
DKW
DKW SB 200 1938.jpg
DKW SB 200, Baujahr 1938
DKW SB 200/250/300/350
Hersteller DKW (Auto Union)
Verkaufsbezeichnung DKW SB 200/250/300/350
Produktionszeitraum 1933 bis 1938
Klasse Motorrad
Bauart Motorrad
Motordaten
Einzylinder-Zweitaktmotor
  • 190 cm³ mit 7 PS, 82–90 km/h
  • 245 cm³ mit 7,5 PS, 90–95 km/h
  • 290 cm³ mit 9 PS, 95–100 km/h
  • 342 cm³ mit 11 PS, 100–110 km/h
Getriebe Dreigang-Blockgetriebe
Antrieb Kette
Bremsen Innenbacken vorn und hinten
Vorgängermodell DKW Block 200/300 bzw.
DKW Sport 350
Nachfolgemodell DKW NZ 250/350
DKW SB 250 von 1938 bei der Internationalen ADAC Moselschiefer Classic 2015

Die DKW SB 200, SB 250, SB 300 und SB 350 sind Motorräder der SB-Reihe, die DKW in Zschopau von 1934 bis 1938 baute. Neben der SB 250 wurde zeitgleich auch eine in der Ausstattung nur geringfügig geänderte Variante als DKW Sport 250 angeboten.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die SB-Baureihe entstand in Anlehnung an die DKW Block und wurde in der ersten Modellreihe nur in Details wie dem Lenker, den Handhebeln und durch den Antriebsstoßdämpfer gegenüber der DKW Block verändert. Der Antriebsstoßdämpfer im Motorblock bewirkte ein ruckarmes Anfahren und unterstützte den Fahrkomfort beim Gangwechsel. Es wurden zu den jeweiligen Typen auch Luxusausführungen hergestellt, die eine Dynastartanlage, verchromte sowie demontierbare Auspufftöpfe, einen verchromten Tank, Tachometer und Uhr als Armaturen haben.[1]

Der Rahmen ist ein aus neun Teilen bestehender Pressstahl-Profilrahmen mit Unterzug, geschraubten Verbindungen und Anschluss für einen Seitenwagen. Grundsätzlich sind zwei Versionen zu unterscheiden: bis in das Produktionsjahr 1936 mit kurzem Rahmen und folgend mit verlängertem Rahmen und Radstand.[1][2] Bezüglich Seitenwagen schrieb der Hersteller 1935 in der Betriebsanleitung: „Auf Grund unserer Erfahrungen empfehlen wir den Anbau von Seitenwagen nur für Zweizylindermaschinen.“ – Damit war die DKW SB 500 gemeint.[2]

Die Modelle haben einen Einzylinder-Zweitaktmotor mit der für DKW lizenzierten Schnürle-Umkehrspülung. Der Verbrauch sank um etwa 40 % gegenüber herkömmlichen Konstruktionen und rückte in den Bereich der damaligen Viertaktmotoren.[3] Die Kraft wird über Zahnräder vom Motor zu einem mit dem Motor verblockten Dreiganggetriebe übertragen, das Hinterrad wird über eine Kette angetrieben. Der Handschalthebel wird in einer Kulisse am Tank geführt.[2] Alle Motoren haben eine Doppelport-Auspuffanlage.

Bei den Modellen mit verlängertem Rahmen gab es größere Scheinwerfer, veränderte Armaturenhalter und einen größeren Tank. Es wurden auch die demontierbaren Auspufftöpfe der vorherigen Luxusversion für alle Modelle übernommen. Ab 1938 wurde das Chrom am Tank durch polierte Hydronaliumstreifen ersetzt. Ferner gab es bei diesen Modellen eine kombinierte Hand-/Fußschaltung.[1]

Die DKW Sport 250 unterscheidet sich vom Modell SB 250 lediglich durch einen durchlaufenden Unterzug unter dem Motor-Getriebe-Block, verstärkte Kupplung (3 statt 2 Lamellen) sowie „Amal-Sportgasgriff“.[1]

Technische Daten[1][2]
Modell SB 200 SB 250(a) SB 300 SB 350
Baujahre 1934–1938 1936–1938 1936–1938 1934–1938
Motor Einzylinder-Zweitakt
Hubraum 190 cm³ 245 cm³ 290 cm³ 342 cm³
Bohrung × Hub 60 × 68 mm 68 × 68 mm 74 × 68 mm 76 × 76 mm
Schmierung Gemischschmierung 1 : 20–25
Vergaser Amal
Kühlung Luftkühlung (Fahrtwind)
Rahmenbauart Pressstahl-Profilrahmen mit Unterzug
Radaufhängung vorn Parallelogrammgabel mit Schraubenfeder
Radaufhängung hinten Starrrahmen
Leergewicht 115 kg 120 kg 130 kg
Bremsen-Ø vorn/hinten 150/150 mm 150/170 mm
Bremsen-Backenbreite vorn/hinten 22/22 mm 22/25 mm
(a) Angaben gelten auch für die Variante Sport 250

Geländesportmodelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

DKW SB 250 in GS-Ausführung

Die SB-Modelle, inklusive der Sport 250, wurden vom Hersteller auch in Geländesportausführung gefertigt. Die wesentlichen Unterschiede sind: hochgelegte Auspuffanlage mit Hitzeschutzblechen, tiefer profilierte Bereifung, verkürzter Vorderradkotflügel, Motorschutzblech und kombinierte Hand- und Fußschaltung. Es gab überdies eine „zweite Ausführung“, bei der zudem Lichtmaschine, Regler und Batterie gegen Wasser abgedichtet sind und der Vergaseransaugstutzen höher liegt.[2]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Frank Rönicke: DKW-Motorräder 1920–1970 (= Typenkompass). 1. Auflage. Motorbuch, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02633-9, S. 7–14, 62–63, 70–73.
  • Auto Union A-G Werk DKW: Betriebsanleitung für DKW Motorräder Modell SB. 1. Februar 1935 (Digitalisat [PDF]).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b c d e Frank Rönicke: DKW-Motorräder 1920–1970 (= Typenkompass). 1. Auflage. Motorbuch, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-613-02633-9, S. 62–63, 70–73.
  2. a b c d e Auto Union A-G Werk DKW: Betriebsanleitung für DKW Motorräder Modell SB. 1. Februar 1935 (Digitalisat [PDF]).
  3. Siegfried Rauch: DKW – Die Geschichte einer Weltmarke. 3. Auflage Motorbuch Verlag, Stuttgart 1988, ISBN 3-87943-759-9, S. 62.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: DKW SB 200 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: DKW SB 250 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: DKW Sport 250 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Commons: DKW SB 350 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien