Darktable

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Darktable

Darktable icon.svg
Screenshot Darktable 2.2.2.png
Bildschirmfoto der deutschen Darktable-Version 2.2.2
Basisdaten

Maintainer Johannes Hanika
Erscheinungsjahr 12. April 2009[1][2]
Aktuelle Version 2.6.3[3]
(20. Oktober 2019)
Betriebssystem Linux, Microsoft Windows, macOS, FreeBSD, Solaris, OpenBSD[4]
Programmiersprache C[5], Lua[6]
Kategorie Digital Imaging
Lizenz GPL
deutschsprachig ja
darktable.org

Darktable ist eine Freie Software zur Aufbereitung und Verwaltung von Digitalfotos. Das Programm ist auf die Verarbeitung von Rohbilddaten (RAW) spezialisiert, welche digitale Spiegelreflexkameras (DSLR), Systemkameras, einige Kompaktkameras oder Smartphones ausgeben können.

Darktable ist als Freie Software unter den Bedingungen von Version 3 oder späteren der GNU General Public License (GPL) auch im Quelltext verfügbar. Es ist für die Unix-artigen Betriebssysteme FreeBSD, Linux, macOS und Solaris und seit Version 2.4.0 auch für Windows erhältlich.

Funktionsbereiche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Oberfläche ist in mehrere Bereiche gegliedert. Zwei davon stellen die Hauptarbeitsumgebungen dar – der „Leuchttisch“ und die „Dunkelkammer“.

Daneben gibt es noch „Tethering“ zur Fernsteuerung von Kameras,[7] „Karte“ zur Georeferenzierung per Ziehen und Ablegen, „Diaschau“ und „Drucken“.

Leuchttisch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Bereich dient der Bildverwaltung. Bildbestände können in Sammlungen organisiert, mit Dateifiltern sortiert, kategorisiert und bewertet werden.

Zusätzlich sind Werkzeugmodule eingebunden wie ein Metadaten-Editor, sowie ein Verschlagwortungswerkzeug („Tag Editor“).

HDRI-Erzeugung aus Belichtungsreihen und Dynamikkompression sind möglich.

Exporte sind möglich in verschiedenen gängigen Grafikformaten. Neben der Speicherung auf dem eigenen Rechner unterstützt Darktable direkte Exporte zu diversen Onlinediensten und Social Media Plattformen.

Exporte sind über Plug-Ins erweiterbar. Beispiele sind die Zusammenführung von Belichtungsreihen mit Enfuse oder Panoramaerzeugung mit Hugin.

Dunkelkammer[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der „Dunkelkammer“-Ansicht findet die Bearbeitung einzelner Bilder statt.

Über 60 Funktionsmodule stehen zur Verfügung, unter anderem sind dies Module für Weißabgleich, Entrauschen, Schärfen, Helligkeits- oder Farbkorrekturen.

Die Anwendung der Module ist mit diversen Überblendmodi einstellbar. Auch unterstützt Darktable Maskierungen:

  • Gezeichnete Masken (Verläufe, Kreise, Ovale und gezeichnete Flächen und Linien)
  • Parametrische Masken, welche auf Bildteile mit bestimmten Eigenschaften Anwendung finden (z. B. nur auf helle oder dunkle Bildbereiche wie sogenannte „Luminanzmasken“ in Photoshop)

Die meisten Module in Darktable nutzen den Lab-Farbraum.

Darktable unterstützt ICC-Farbprofile[8] sowie Lookup-Tabellen für Farben (CLUT). Es kann mit Lua-Skripts gesteuert werden, um beispielsweise bei bestimmten Ereignissen eine Folge von Anweisungen auszuführen. Das Programm verfügt über anpassbare Tastaturkürzel.

Für die Entzerrung von Objektivverzeichnungen können Objektivdaten aus der offenen LensFun-Datenbank eingebunden werden.

Tethering[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Bereich importiert von einer Kamera aufgenommene Bilder per USB-Kabel und verfügt über Aufnahmesteuerungen per Live-View.

Karte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Dieser Bereich dient der Georeferenzierung von Bildern. Es verfügt über eine Weltkarte und kann Geodaten aus Bildern auslesen oder welche zu Bildern hinzufügen.

Darktable nutzt Kartenmaterial von OpenStreetMap.

Diaschau[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Diaschau spielt alle Bilder der aktuellen Sammlung im Vollbildmodus ab. Dabei sind Bildreihenfolge und Filter einstellbar.

Drucken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Für den Ausdruck sind in diesem Bereich Parameter wie Papierformate oder ICC-Farbprofile einstellbar.

Oberfläche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Oberfläche ist in Deutsch und 20 andere Sprachen übersetzt und hält zu fast allen Funktionen Tooltips bereit.

Technik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Darktable ist in der Programmiersprache C geschrieben. Die Bedienoberfläche basiert auf GTK+. Bilddaten werden intern mit 32 Bit Farbtiefe berechnet. Berechnungen können mittels OpenCL durch den Grafikprozessor beschleunigt werden. Kameraanbindung wird durch gPhoto vermittelt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste öffentliche Version (0.1) wurde im April 2009 von Johannes Hanika auf SourceForge veröffentlicht. 2011 nahm Darktable am Google Summer of Code teil. Ab Version 1.4 sind handgezeichnete Masken verfügbar. Für Version 1.6 wurde neben vielen anderen Funktionen die macOS-Unterstützung verbessert. Mit Version 2.4.0 wird Windows seit Dezember 2017 unterstützt.[9]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Darktable – Sammlung von Bildern

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ralph Altmann, Sascha Steinhoff: Open-Source-Raw-Konverter. Vergleich der Bildqualität. In: c’t Digitale Fotografie. Nr. 2 (März/April). Heise Zeitschriften Verlag GmbH & Co. KG, Hannover 2015, S. 74–93.
  • A RAW Feast on the Linux Darktable (Photo Editor). In: Carla Schroder. Abgerufen am 28. April 2012.
  • Ник Вейч: Darktable. In: Linux Format, русская редакция. Band 130, Nr. 4, 2010, ISSN 1062-9424, S. 97 (russisch).

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. sourceforge.net.
  2. initial proof-of-concept darktable checkin. basic functionality is there..
  3. Release 2.6.3. 20. Oktober 2019 (abgerufen am 21. Oktober 2019).
  4. ports.su.
  5. The darktable Open Source Project on Open Hub: Languages Page. In: Open Hub. (abgerufen am 14. Juli 2018).
  6. www.openhub.net. In: Open Hub. (abgerufen am 9. September 2018).
  7. How to Remote Control Your Camera with Darktable on Linux. In: Carla Schroder. Abgerufen am 30. April 2014.
  8. Darktable For Open-Source Photography. In: Michael Larabel. Abgerufen am 15. März 2012.
  9. darktable 2.4.0 released. Abgerufen am 28. Dezember 2017.