SourceForge

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
SourceForge
Logo von SourceForge
http://sourceforge.net/
Beschreibung Webportal zur Verwaltung einer Vielzahl an Softwareprojekten
Registrierung Optional
Sprachen englisch
Eigentümer Dice Holdings, Inc.
Status Aktiv

SourceForge (englisch für Quelltextschmiede) ist ein Repository in Form einer Website, welche Programmierern die Möglichkeit bietet, quelloffene Softwareprojekte zu erstellen und zu verwalten. Es basiert auf dem gleichnamigen Softwareentwicklungssystem und wird vom US-amerikanischen Unternehmen Dice Holdings betrieben.

Software[Bearbeiten]

Die Software SourceForge wird von Dice Holdings (bis 2012 GeekNet) entwickelt und vertrieben. Sie stellt ein Portal zu einer Dienstleistungspalette zur Verfügung und integriert eine Anzahl von Open-Source-Anwendungen (z. B. GNU Mailman, Trac). Als Versionsverwaltung für Quelltext (SCM) werden CVS, SVN, Bazaar, Git und Mercurial angeboten.[1]

Bis Version 3 war SourceForge als freie Software verfügbar, wurde danach jedoch kommerziell und proprietär vertrieben von VA Software. Im Jahr 2007 verkaufte VA Software die SourceForge Enterprise Edition an die kalifornische CollabNet Inc.[2] Außerdem entwickelt ein SourceForge-Programmierer die Software aber auch unter dem Namen GForge als Open-Source-Projekt weiter. Unter dem Namen GForge AS entstand abermals eine proprietäre Software mit dem Namen. Um der Verwirrung um den Namen zu entgehen, wird die freie Version des ursprünglichen GForge als FusionForge weitergeführt. Die Free Software Foundation stellte mit Savannah eine Alternative für die proprietäre SourceForge-Software, welches auf GNU Savannah verwendet wird. Savannah basiert auf der Version 2 der SourceForge-Software.

Im Juni 2012 wurde vorgeschlagen, die Neuimplementierung der SourceForge-Software namens Allura, dem Apache-Projekt zu übergeben.[3] Seit dem 22. April 2013 werden die bei Sourceforge liegenden Projekte auf Allura migriert.[4]

Portal[Bearbeiten]

Das Webportal SourceForge.net dient zur Entwicklung von Open-Source-Programmen und wird von vielen Software-Entwicklern zur Verwaltung ihrer Projekte genutzt. Die Website wird von SourceForge, Inc. gehostet und nutzt die SourceForge-Software. Die Software bietet unterschiedliche Systeme für die Versionsverwaltung, wie etwa CVS, SVN, Bazaar oder Git. Des Weiteren kann jedes Projekt ein eigenes Wiki anlegen und es kann auf eine eigene MySQL-Datenbank zugegriffen werden.

Viele große Open-Source-Projekte werden von SourceForge gehostet, aber es gibt auch kleine oder inaktive Projekte. Zu den größten Projekten gehören unter Anderem eMule, Vuze und Ares Galaxy mit jeweils mehreren hundert Millionen Downloads.[5]

Sperrungen des Zugriffs auf SourceForge[Bearbeiten]

Die chinesische Regierung hatte den Zugriff auf die Seite im Zuge vom Projekt Goldener Schild gesperrt, doch die Sperre wurde im darauffolgenden Jahr wieder aufgehoben.[6] Im Juni 2008 war das Portal von China aus erneut nicht erreichbar und es wurde über Zusammenhänge mit einem Programmierer von SourceForge, welcher die Chinesische Regierung negativ kritisierte, spekuliert.[7]

Da die US-Regierung seit längerer Zeit Handelsverbote und Sanktionen gegen so genannte Schurkenstaaten verhängt, verkündete SourceForge im Januar 2010 die Benutzer aus jenen Ländern, die auf der Sanktionsliste des US-amerikanischen Außenministeriums gelistet sind, von der Benutzung auszuschließen.[8] Im Januar 2010 war die Seite somit im Iran, in Kuba, Syrien, Nordkorea und im Sudan nicht abrufbar. Auf Grund teils heftiger Reaktionen der Community und dem Bekenntnis von SourceForge zu dem Open-Source-Prinzip des freien Informationsaustauschs [9] gab Sourceforge am 7. Februar 2010 bekannt, dass diese Länder nicht mehr generell vom Download der Software ausgeschlossen sind, sondern jeder Projektadministrator diese Einschränkung selber für sein Projekt vornehmen kann.

Kritik[Bearbeiten]

Seit August 2013 bietet SourceForge sog. Drive-by-Installer an,[10] die bei der Installation außer der gewünschten Software auch Adware von Drittanbietern zur Installation vorschlägt. Unter den verbreiteten Programmen befinden sich u. a. die Ask-Toolbar und das VPN-Tool HotspotShield. Diese Programme sind werbefinanziert und zeigen beim Surfen im Internet permanent Werbebanner bzw. sammeln Nutzerdaten.[11] Die Verwendung des Drive-by-Installers ist optional und muss vom Entwickler explizit aktiviert werden (opt-in).[12][13]

Auch in Downloads der Software GIMP befindet sich von Sourceforge hinzugefügte Schadsoftware, dessen Einbindung jedoch nicht von den GIMP-Entwicklern autorisiert ist.[14][15]

Ähnliche Projekte[Bearbeiten]

  • Bitbucket ist eine Collaboration-/Hosting-Plattform für beliebige Projekte von der Firma Atlassian, die das Versionsverwaltungssystem Mercurial verwenden.
  • CodePlex, eine Hosting-Website von Microsoft für Open-Source-Projekte.
  • Freecode stellt einen Katalog für Open-Source-Projekte dar. Dieser wird, wie SourceForge selbst, durch die Open Source Technology Group, Inc. (OSTG) gehostet (ein Tochterunternehmen von SourceForge, Inc.). Freecode wurde am 18. Juni 2014 eingestellt. Die Inhalte bleiben online, werden aber nicht mehr aktualisiert.
  • GitHub, eine speziell auf das Git-Versionsverwaltungssystem ausgerichtete Hosting-Plattform.
  • Gna!, auf derselben Software wie Savannah basierend und von der Free Software Foundation France betrieben.
  • GNU Savannah ist eine weitere Hosting-Plattform für Open-Source-Projekte, die eine Lizenz wählen, die den Vorstellungen der Free Software Foundation entsprechen.
  • Google Code, von Google Inc. betriebenes Portal. Google Code wird am 25. Januar 2016 abgeschaltet; Neuanmeldungen sind nicht mehr möglich.
  • JavaForge ist ein Collaboration Portal mit der Einschränkung auf Java-Open-Source-Projekte (Funktionsweise ansonsten wie SourceForge). Ermöglicht jedoch zusätzlich den direkten Zugang zu IDEs über zusätzliche Plugins (Eclipse und NetBeans)
  • Launchpad, eine Hosting-Plattform für Open-Source-Projekte von der Firma Canonical, Hersteller der Linux-Distribution Ubuntu.
  • Origo ist ein an der ETH Zürich entwickeltes System, auf dem auch Closed-Source-Projekte erlaubt sind.
  • RubyForge, eine weitere Hosting-Plattform, beschränkt auf Ruby-Projekte.
  • tigris.org, von CollabNet, dem Hersteller von Subversion, betriebene Hosting-Plattform.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: SourceForge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. What is Source Code Management – sourceforge - unterstützte SCM-Systeme
  2. Darryl K. Taft: CollabNet Acquires SourceForge. eWeek.com, 24. April 2007, abgerufen am 7. Februar 2014.
  3. Allura submitted to the Apache Incubator. 18. Juni 2012, abgerufen am 9. September 2012 (englisch).
  4. Final project upgrades push starts April 22nd. 5. April 2012, abgerufen am 27. April 2013 (englisch).
  5. Top Downloads - For all time, updated daily. Abgerufen am 7. Mai 2010 (englisch).
  6. China says asta la vista to Altavista. 6. September 2006, abgerufen am 7. Mai 2010 (englisch).
  7. Sourceforge.net Blocked In Mainland China. 26. Juni 2008, abgerufen am 7. Mai 2010 (englisch).
  8. Sourceforge verbannt Nutzer aus sogenannten Schurkenstaaten. 26. Januar 2010, abgerufen am 7. Mai 2010 (englisch).
  9. sourceforge: Some good news: SourceForge removes blanket blocking. sourceforge, abgerufen am 10. Oktober 2013 (englisch): „Our action provoked a strong, angry reaction from those it affected and from the community at large. We at SourceForge are fully committed to the ideals of free and open source software, including the principle of free exchange of information.“
  10. Presseerklärung von SourceForge bzgl. des Adware-Programms, abgerufen am 2. Oktober 2013
  11. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatSourceforge: Streit um Adware-Installer. In: golem.de. 27. August 2013, abgerufen am 22. Februar 2015.
  12. Sourceforge turns evil – DICKE Warnung! In: thingybob.de. 28. August 2013, abgerufen am 22. Februar 2015.
  13. Gimp zieht sich von SourceForge zurück. In: heise.de. 8. November 2013, abgerufen am 22. Februar 2015.
  14. Sourceforge packt weiter Schadsoftware in Gimp-Downloads. www.pro-linux.de, 28. Mai 2015, abgerufen am 28. Mai 2015.
  15. Sourceforge bündelt Adware in Gimp-Downloads. www.golem.de, 28. Mai 2015, abgerufen am 1. Juni 2015.