Das Märchen vom Schlaraffenland (2016)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Filmdaten
OriginaltitelDas Märchen vom Schlaraffenland
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Erscheinungsjahr2016
Länge60 Minuten
AltersfreigabeFSK 0[1]
Stab
RegieCarsten Fiebeler
DrehbuchBrinx/Kömmerling
ProduktionCarsten Staudt
MusikThomas Klemm
KameraDominik Schunk
SchnittCarmen Vieten
Besetzung

Das Märchen vom Schlaraffenland ist ein deutscher Märchenfilm von 2016, der für die ARD-Reihe Sechs auf einen Streich entstand. Der Film basiert auf dem Gedicht „Vom Schlaraffenlande“ von Hoffmann von Fallersleben und auf Motiven des „Märchens vom Schlaraffenland“ von Ludwig Bechstein.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Paul lebt mit seinen Eltern und seiner Schwester in größter Armut und Not. Er soll in der Stadt Reisig verkaufen, um mit dem Geld Medizin für seine kranke Schwester kaufen zu können. In der Stadt trifft er den fahrenden Gaukler „Meister Feuerstein“, der ihm für ein paar Taler den Weg in das Schlaraffenland zeigen will, wo es keine Sorgen gibt. Da Paul kein Geld hat, gibt er dem Gaukler die Ziege Berta und muss dann aber erkennen, dass er wohl betrogen worden ist, als er auf dem Weg ins Schlaraffenland an einer Felswand ankommt, wo es nicht mehr weitergeht.

Ein Holzfäller erzählt ihm schließlich, dass nur ein „sehender Blinder“ ihm den Weg ins Schlaraffenland zeigen kann. Paul irrt tagelang durch den Wald, bis er einen blinden alten Mann trifft, der ihm nach einer Prüfung den Weg zeigen will. Paul lässt sich darauf ein und muss ihm drei Rätselfragen beantworten, was ihm schnell gelingt. Der alte Mann verschwindet plötzlich und vor Paul findet sich eine Wand aus Grießbrei, durch die er sich kurzerhand hindurch frisst und so im Schlaraffenland landet. Zu seiner Verwunderung findet er nicht nur Würste, die an den Bäumen hängen, sondern auch einen schwebenden Mann, der sich als „Debreziner“ vorstellt und an eine Spielfigur erinnert. Paul überquert einen Bach, in dem Milch statt Wasser fließt und er begegnet „Pralina“. Sie verliebt sich in ihn und ginge mit ihm am liebsten in die „Drübenwelt“, da es ihr in der sorgenfreien Welt des Schlaraffenlandes zu langweilig ist, wo man sich für nichts anstrengen muss und einfach in den Jungbrunnen steigt, wenn man sich zu alt fühlt.

Vom „Debreziner“ erfahren die beiden, dass es nach dem Verlassen des Schlaraffenlandes kein Zurück gibt. Trotzdem fragt „Pralina“ ihren Vater nach dem Weg nach „draußen“, der jedoch nicht versteht, was sie dort will. Paul wird in der Zwischenzeit von „Camembert“ in weitere Annehmlichkeiten des Landes eingeweiht, doch will er ihn damit nur verführen sein Vorhaben, in seine Welt zurückzukehren, aufzugeben. Schließlich ist zu befürchten, dass weitere „Drübenweltler“ den Weg zu ihnen finden könnten. Beinahe gelingt es „Camembert“ Paul so zu betören, dass dieser gar nicht mehr zurück will, doch „Pralina“ kann ihn aus seiner Lethargie befreien. Sie hat gerade den alleswissenden „Debreziner“ gefragt und so erfahren, dass sie durch das Loch, durch welches Paul gekommen war, das Schlaraffenland auch wieder verlassen können. Doch dieses würde sich bald schließen und so müssen sie sich beeilen. „Camembert“ will ihre Flucht verhindern, was ihm aber nicht gelingt.

Paul und „Pralina“ fliegen durch die Öffnung am Horizont und gelangen in die Menschenwelt. „Meister Feuerstein“ will seinen Augen nicht trauen, als er die beiden vor sich stehen sieht. Damit Paul ihm verrät, wie man in das Schlaraffenland gelangt, gibt er ihm sein Geld sowie die Ziege und den Gauklerwagen samt Pferd. Da sie ja nichts aus „Pralinas“ Welt mitbringen durften, haben sie nun trotzdem genug, um für Pauls Schwester die heilende Medizin zu kaufen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schlitz Auerhahn Brauerei, Drehort für Pauls düsteren Wohnort
Schlitz, das Rathaus und das Fachwerkhaus An der Kirche, Drehort für den Standort des Gauklerwagens

Die Dreharbeiten fanden vom 20. Juli bis 24. August 2015 in Frankfurt, Schlitz und im Taunus statt. Der Film wurde vom hr produziert.[2] Die Erstausstrahlung erfolgte am 26. Dezember 2016.[3] Die aufwendigen Studioarbeiten für die virtuelle Welt des Märchens erfolgten zehn Tage lang im HR-Studio in Frankfurt in einer Bluebox.[4]

Das Märchen vom Schlaraffenland und Hans im Glück sind neben Frau Holle bisher die einzigen Filme der Reihe, die bereits im Vorjahr für die alljährliche Staffel produziert worden sind.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Tittelbach von tittelbach.tv meinte anerkennend: „Die Handlung ist überaus reich an sozialen Lesarten und steckt auch im Detail voller Konnotationen. Die Darbietung dieser Geschichte einer verspielten Liebesanbahnung als knallbunte, kinderaffine Wunderland-Fabel macht diese Verfilmung zu einem echten Familienprogramm.“ Der Zuschauer erfährt in bunten Bildern, dass ein Schlaraffenland besser nie Wirklichkeit werden sollte, denn: „Der Ort sorgloser Glückseligkeit erweist sich […] als ein oberflächliches Reich der Gleichförmig- und Gleichgültigkeit, der Faulheit und des exzessiven Konsums.“[5]

Die Redaktion von TV Spielfilm beurteilte das Märchen kommentarlos mit dem „Daumen nach oben“.[6]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Das Märchen vom Schlaraffenland. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (PDF; Prüf­nummer: 163280/V).Vorlage:FSK/Wartung/typ nicht gesetzt und Par. 1 länger als 4 Zeichen
  2. Der HR verfilmt „Das Märchen vom Schlaraffenland“@1@2Vorlage:Toter Link/www.rbb-online.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis., rbb, abgerufen am 21. Juni 2016
  3. Das Märchen vom Schlaraffenland bei fernsehserien.de. Abgerufen am 27. Dezember 2016.
  4. Hinter den Kulissen zum hr-Märchendreh in der alten Auerhahn-Brauerei bei osthessen-news.de, abgerufen am 16. Februar 2017.
  5. Rainer Tittelbach: Björn Ingmar Böske, Klara Deutschmann, Fiebeler. Naturalismus trifft Disneyland Filmkritik bei tittelbach.tv, abgerufen am 16. Februar 2017.
  6. TV Spielfilm: Filmkritik@1@2Vorlage:Toter Link/www.tvspielfilm.de (Seite nicht mehr abrufbar, Suche in Webarchiveni Info: Der Link wurde automatisch als defekt markiert. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis. bei TV-Spielfilm.de, abgerufen am 16. Februar 2017.