Das blaue Licht

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Dieser Artikel behandelt das Märchen aus den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm. Weitere Bedeutungen siehe Das blaue Licht (Begriffsklärung)

Das blaue Licht ist ein Märchen (ATU 562). Es steht in den Kinder- und Hausmärchen der Brüder Grimm an Stelle 116 (KHM 116). Ein tapferer Soldat ist die Hauptfigur dieses Märchens.

Hans Christian Andersen hat eine andere Variante der Geschichte in Das Feuerzeug erzählt. Unter anderem sind Soldat, Hexe und die zu niederen Diensten gezwungene Prinzessin dieselben Figuren. Bei Grimm erfüllt ein Männlein die Wünsche, bei Andersen sind es drei groteske Hunde.

Inhalt[Bearbeiten]

Ein Soldat wird invalid und wird von seinem König schnöde abgedankt. Er zieht davon und kommt im Wald zu einem Hexenhaus. Die Hexe stellt ihm drei Aufgaben, an zweien scheitert er, die dritte ist, ihr ein blaues Licht aus einem trockenen Brunnen heraufzubringen. Er wird herabgelassen, findet das Lämpchen, wird aber argwöhnisch und will es erst aushändigen, wenn er auf festem Boden stehe. Die erboste Hexe lässt ihn daraufhin mit dem Licht abstürzen. Als er sich verzweifelt seine Tabakspfeife am blauen Licht ansteckt, erscheint ein kleines, schwarzes Männchen und fragt: „Herr, was befiehlst Du?“ Der Soldat lässt sich befreien, Gold verschaffen und die Hexe verbrennen, zieht dann in die Königsstadt und lässt sich dreimal nachts die Königstochter aufs Zimmer bringen, damit sie ihm Mägdedienste verrichte. Vor dem Morgengrauen bringt sie das Männlein jedes Mal zurück. Beim dritten Mal lenkt sie den König auf die Spur, der Soldat wird gefasst und zum Galgen geführt. Seine letzte Bitte (er darf nicht um sein Leben bitten) ist dort, sich eine Pfeife anzünden zu dürfen. Das Männchen erscheint abermals, alles geht gut aus, und er erhält die Prinzessin und das Königreich.

Herkunft und Vergleiche[Bearbeiten]

Grimms Anmerkung notiert Aus dem Mecklenburgischen. Sie vermuten die Wurzel des Pfeifenmotivs in der Flöte, wie in KHM 91 Dat Erdmänneken, das blaue Licht ist ein Irrlicht, was mit Geistern und Zwergen zu tun hat. Albertus Magnus in Görres Meisterliedern holt sich die französische Prinzessin und entkommt durch ein magisches Garnknäuel, als der König Paris weiß streichen und seine Tochter die Hände in rote Farbe tauchen lässt. Pröhle Nr. 11 und 67; Andersen Das Feuerzeug; Gaal Nr. 1.

Zum Flötenmotiv vgl. KHM 28, 91, 96, 126, 181, zum Kampf gegen Hexen und Könige KHM 71, 134.

Sonstiges[Bearbeiten]

Das blaue Licht ist eines der 36 von 228 Märchen aus der Sammlung der Brüder Grimm, in dem die Todesstrafe verhängt wurde.[1]

Rezeption[Bearbeiten]

  • In der im Jahr 2000 hergestellten Zeichentrick-Serie SimsalaGrimm, die die Grimmschen Märchen neu und witzig interpretiert, ist Das Blaue Licht die 19. Folge.

Leni Riefenstahls Film Das blaue Licht basiert auf einer anderen Geschichte.

Literatur[Bearbeiten]

  • Brüder Grimm: Kinder- und Hausmärchen. Ausgabe letzter Hand mit den Originalanmerkungen der Brüder Grimm. Mit einem Anhang sämtlicher, nicht in allen Auflagen veröffentlichter Märchen und Herkunftsnachweisen herausgegeben von Heinz Rölleke. Band 3: Originalanmerkungen, Herkunftsnachweise, Nachwort. Durchgesehene und bibliographisch ergänzte Ausgabe, Reclam, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-003193-1, S. 208–209, 490.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Barbara Beier: Der nicht natürliche Tod und andere rechtsmedizinische Sachverhalte in den deutschen Volksmärchen, Dissertation, abgerufen am 17. Dezember 2010
  2. Jürgen Krätzer: Franz Fühmann: Die Richtung der Märchen. In: Die Horen, Bd. 1/52, Nr. 225, 2007, ISSN 0018-4942, S. 136.

Weblinks[Bearbeiten]

 Wikisource: Das blaue Licht – Quellen und Volltexte