Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande

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Filmdaten
Deutscher Titel Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande
Originaltitel Olsen-bandens sidste bedrifter
Produktionsland Dänemark
Originalsprache Dänisch
Erscheinungsjahr 1974
Stab
Regie Erik Balling
Drehbuch Henning Bahs, Erik Balling
Produktion Bo Christensen
Musik Bent Fabricius-Bjerre
Kamera Henning Kristiansen
Schnitt Ole Steen Nielsen
Besetzung

Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande ist eine dänische Kriminalkomödie aus dem Jahr 1974. Es handelt sich um den sechsten Film mit der Olsenbande. Wie der Titel andeutet, sollte es ursprünglich der letzte Film der Reihe werden; allerdings entstand schon ein Jahr später der nächste Teil Die Olsenbande stellt die Weichen, weshalb der deutsche Titel um das Wort voraussichtlich ergänzt wurde.

Handlung[Bearbeiten]

Die Olsenbande auf Mallorca bei Dreharbeiten zum Film Der (voraussichtlich) letzte Streich der Olsenbande.

Zwar sind Egon, Benny sowie Kjeld mit seiner Familie nach dem letzten Abenteuer sicher in Spanien angekommen, verfügen jedoch über kein Geld. Daher versucht Egon den Tresor des wohlhabenden dänischen Restaurantbesitzers „Schweine-Hansen“ zu knacken, wird jedoch auf frischer Tat ertappt, verhaftet und zurück nach Dänemark überführt.

Nach seiner Haftentlassung wird Egon zum Erstaunen von Kjeld und Benny von einer großen Limousine vom Gefängnis abgeholt und tut so, als würde er sie nicht kennen. Wie sich herausstellt, hat er während seiner Haft Kontakt zu dem nach außen hin seriösen Geschäftsmann Holm-Hansen jr. hergestellt. Dieser hat von Egons Meisterschaft im Öffnen von Franz-Jäger-Tresoren erfahren und engagiert ihn daher für das Aufbrechen eines Geldschrankes, den sein kurz zuvor verstorbener Geschäftspartner in einer Schweizer Villa hinterlassen hat.

In der Kopenhagener Børse werden die Diamanten übergeben.

In der Schweiz angekommen, meistert Egon die ihm gestellte Aufgabe mit Bravour, wird jedoch zu seinem Entsetzen in der Villa zurückgelassen und der Polizei ausgeliefert. Im letzten Moment kann er fliehen und sich nach Dänemark durchschlagen, wo er zu Kjeld und Benny zurückkehrt. Sein Ziel ist es, an Holm-Hansen jr. Rache für den Bruch der Abmachungen zu üben. Bei dem Inhalt des Tresors handelte es sich um nichts Geringeres als die seit Jahrzehnten weltweit gesuchten Bedford-Diamanten, die Holm-Hansen nun für 15 Millionen Dollar bzw. 100 Millionen Kronen an einen arabischen Fürsten verkauft.

Auf der Knippelsbro gelingt es Egon, die Juwelen aus dem Wagen des Scheichs zu rauben. Als er sie jedoch später zurück zu Holm-Hansen bringen will, um ihn damit zu erpressen, enthält die Tasche statt der Diamanten nur wertlosen Tand. Yvonne hat die Juwelen „vorsorglich“ vertauscht und zu Hause gut versteckt. Zu allem Überfluss finden Egon, Kjeld und Benny heraus, dass sie den Schrank, in dem die Juwelen aufbewahrt wurden, zum Trödler gebracht hat.

Unterdessen wird das Dumme Schwein von Holm-Hansen beauftragt, für Egons Verschwinden zu Sorgen. Benny und Kjeld brechen mit Egon, der mittlerweile den Verstand verloren hat, zu dem besagten Trödler auf. Während es ihnen gelingt, die echten Juwelen wiederzubeschaffen, wird Egon vom Dummen Schwein gekidnappt. Erst in letzter Sekunde befreien ihn Kjeld und Benny.

Egon hat nun einen neuen Plan: Kjeld und Benny verkleiden sich als Polizisten und gehen mit Egon als angeblichem „Delinquenten“, der gegen Holm-Hansen ausgesagt hat, zu selbigem. Während Holm-Hansen von Benny „verhört“ wird, kann Egon unbemerkt seinen Tresor knacken und die drei Koffer mit den 100 Millionen Kronen herausholen. Als die Olsenbande mit diesen verschwindet, ruft Holm-Hansen die Polizei. Diese entdeckt jedoch in Holm-Hansens Tresor die lang gesuchten Bedford-Diamanten, so dass Holm-Hansen verhaftet wird. Unterdessen können Egon, Benny, Kjeld, Yvonne und Børge wohlbehalten und um 100 Millionen Kronen reicher nach Mallorca zurückkehren.

Deutsche Synchronisation[Bearbeiten]

Dieser Film wurde in der DDR nur im Fernsehen gezeigt, und zwar erst zu Weihnachten 1977, als der nachfolgende Film bereits im Kino gelaufen war. Daher kam das Wort „voraussichtlich“ in den deutschen Titel. Die Hauptrollen waren in beiden Filmen mit denselben Sprechern besetzt: Karl Heinz Oppel als Egon, Peter Dommisch als Benny, Erhard Köster als Kjeld, Helga Hahnemann als Yvonne und Michael Pan als Børge.

Die deutsche Fassung wurde gegenüber der dänischen um etwa sechs Minuten gekürzt.

Bedeutung[Bearbeiten]

Der Film sollte eigentlich den Abschluss der Reihe bilden und ist auch so konzipiert. Gleichzeitig aber sind viele Figuren und Handlungselemente, die für alle späteren Olsenbandenfilme prägend waren, in diesem Film zum ersten Mal vorhanden; so zum Beispiel Ole Ernst als Kriminalassistent Holm, der regelmäßig von seinem fatalistischen Vorgesetzten belehrt wird; Ove Verner Hansen als Dummes Schwein, das Egon stets mit einer besonders ausgefallenen Methode aus dem Weg räumen will; sowie Bjørn Watt-Boolsen als scheinbar ehrenwerter, tatsächlich aber skrupelloser Hauptgegenspieler der Olsenbande.

Anmerkungen[Bearbeiten]

  • Die Touristin, die am Anfang des Films Benny nachstellt, ist Morten Grunwalds Ehefrau Lily Weiding. Kirsten Walthers Ehemann Palle Wolfsberg hatte in den Mallorca-Szenen ebenfalls eine kleine Rolle als Schweine-Hansen.
  • Zwar wurden auch einige Szenen in der Schweiz gedreht (Feldbach und Herrliberg); die Villa, aus deren Tresor Egon die Diamanten holt, befand sich jedoch im Kopenhagener Stadtteil Klampenborg.
  • Im Jahr 1975 entstand mit Olsenbandens siste bedrifter eine norwegische Neuverfilmung.
  • Die Darsteller der Olsenbande in den norwegischen Remakes, Arve Opsahl, Sverre Holm und Carsten Byhring, haben einen Gastauftritt als betrunkene Touristen.
  • Die ursprüngliche Fassung der DEFA ist ca. 6 Minuten kürzer als das Original. In der neueren DVD- und Fernsehfassung (ab 2005) wurden einige Sequenzen wieder eingefügt, vor allem die fehlenden Teile von Egons Reise in die Schweiz, die man ohne Probleme einfügen konnte da Ove Sprogøe auch im Original auf Deutsch spricht.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Ove Sprogøe erhielt eine Bodil als bester Hauptdarsteller.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]