Die Olsenbande steigt aufs Dach

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Filmdaten
Deutscher Titel Die Olsenbande steigt aufs Dach
Originaltitel Olsen-banden går i krig
Produktionsland Dänemark
Originalsprache Dänisch
Erscheinungsjahr 1978
Altersfreigabe FSK 12
Stab
Regie Erik Balling
Drehbuch Henning Bahs, Erik Balling
Produktion Bo Christensen
Musik Bent Fabricius-Bjerre
Kamera Jeppe M. Jeppesen
Schnitt Ole Steen Nielsen
Besetzung

Die Olsenbande steigt aufs Dach ist eine dänische Kriminalkomödie aus dem Jahr 1978. Es ist der zehnte Film mit der Olsenbande.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Königin hat Geburtstag, weswegen Egon früher als gewöhnlich aus der Haft entlassen wird. Er ist darüber gar nicht glücklich, da er noch keine Zeit hatte, einen neuen Plan zu entwickeln. Wohl oder übel muss er daher an einem von Benny entwickelten Plan mitarbeiten, der sich zahlreiche Methoden von Egon abgeschaut hat und sich nun schon fast als neuer Bandenchef fühlt. Egon gelingt es, Bennys Plan zum Scheitern zu bringen und sich erneut verhaften zu lassen.

Egons neuer Plan, den er bei seinem erneuten Gefängnisaufenthalt entwickelt hat, dreht sich darum, einen Mikrofilm aus der so genannten „Reichsregistratur“ zu stehlen, einer Art zentralem Archiv, in dem sämtliche Informationen über Dänemark und seine Bewohner gesammelt werden. Dieser Mikrofilm enthält den „Arealplan“, auf dem verzeichnet ist, wo in Dänemark in den nächsten zehn Jahren Ferienobjekte errichtet werden sollen. In einem bisher geheimen Projekt wird geplant, Dänemark in einen einzigen riesigen Ferienpark umzugestalten. Der Ingenieur Bang-Johansen, der sein Büro im Kopenhagener Rathaus hat, will schon vor dem offiziellen Beginn des Projektes den Arealplan an ausländische Geschäftsleute, die durch den so genannten Schwarzen Baron vertreten werden, verkaufen.

Das Kopenhagener Rathaus am Rådhuspladsen

Der Diebstahl des Arealplans aus der Reichsregistratur funktioniert tadellos, jedoch vertauscht Egon den Mikrofilm versehentlich mit Kjelds privaten Urlaubsbildern, weshalb die Übergabe schiefgeht. Das Dumme Schwein, der Handlanger Bang-Johansens, sowie der Schwarze Baron binden Egon daher an der Rathausuhr fest, um ihm zum Reden zu zwingen. Ihm bleibt eine halbe Stunde Zeit, bis er vom großen Zeiger herunter gestoßen wird. Nur mit viel Mühe gelingt Kjeld und Benny die Rettung.

Am Ende des Films verwechselt die Polizei während eines Besuches Egons bei der Polizei dessen Geldkoffer mit der Angelausrüstung Kommissar Jensens, der nach Kanada auszuwandern gedenkt. Als er diesen Irrtum bemerkt, ist er wieder einmal sehr wütend und zieht daher durch die Straßen Kopenhagens, wo er schließlich das Schaufenster eines Porzellanladens einschmeißt und sich danach wieder einmal mehr oder weniger freiwillig verhaften lässt. Bei der Ankunft am Gefängnis gibt es noch eine kleine Überraschung: Anlässlich seiner zehnten Verhaftung (bzw. dem zehnten Olsenbandenfilm) wird er von einer Gefangenenband sowie dem Gefängnisdirektor persönlich begrüßt.

Entstehungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Grundidee, bei der eine Figur an einem Uhrzeiger hängt, ist dem Stummfilm Safety Last (deutscher Titel: Ausgerechnet Wolkenkratzer!) mit Harold Lloyd aus dem Jahr 1923 entnommen.

Für den Film wurde die Uhr des Kopenhagener Rathauses in vergrößerter Form auf dem Gelände der Nordisk Film A/S in Valby nachgebaut. Die Szenen wurden dabei zum Teil an einem senkrecht stehenden, zum Teil aber auch auf einem waagerecht liegenden Zifferblatt gefilmt.[1] Erik Balling und Henning Bahs wollten die Zeiger für diese Uhr bei einem Schmied in Valby anfertigen lassen. Es stellte sich heraus, dass dessen Großvater die Zeiger des Vorbildes am Kopenhagener Rathaus geschmiedet hatte und der Enkel noch über die originalen Konstruktionszeichnungen verfügte. Die originalgetreue Kopie war deshalb kein Problem[2].

Deutsche Synchronisation[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Olsenbande steigt aufs Dach wurde wie alle Filme der Reihe von der DEFA synchronisiert, war jedoch einer von drei Olsenbandenfilmen, die in der DDR nicht im Kino, sondern nur im Fernsehen zu sehen waren. Egon, Benny und Kjeld wurden wie üblich von Karl Heinz Oppel, Peter Dommisch und Erhard Köster gesprochen, Yvonne zum einzigen Mal von Micaëla Kreißler.

Mehrere Elemente dieses Filmes fielen in der DDR der Zensur zum Opfer:

  • Der Titel, der wörtlich „Die Olsenbande zieht in den Krieg“ bedeutet, musste geändert werden, da die Verantwortlichen das Wort „Krieg“ als anstößig empfanden.
  • 1982 wurde aus dem deutschen Vor- und Abspann die Auflistung der Synchronsprecher entfernt, da Micaëla Kreißler in die Bundesrepublik ging.
  • Die von der Olsenbande erbeuteten zehn Millionen waren D-Mark, auch dies wurde aus den deutschen Dialogen komplett entfernt.
  • Die Originalzeile „Die Reichsregistratur bewahrt sämtliche Informationen über Dänemark und die Dänen auf, sowohl gewöhnliche Informationen als auch geheime Informationen, die für die Polizei, die NATO, die EG und befreundete ausländische Mächte von Interesse sein könnten.“ durfte wegen der Nennung der NATO und der EG so nicht verwendet werden. Daraus wurde in der DEFA-Synchronisation „Hier werden sämtliche Informationen über Dänemark und die Dänen aufbewahrt, wichtige Informationen und völlig belanglose, allgemein zugängliche ebenso wie solche, die so geheim sind, dass niemand weiß, ob man überhaupt wissen darf, dass man das gar nicht wissen darf.“


Anmerkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herlev Hospital; im Film die „Reichsregistratur“
  • Die Reichsregistratur ist eine Erfindung der Drehbuchautoren. Das gezeigte Gebäude war in Wahrheit ein Krankenhaus in Herlev. Das 1976 erbaute Herlev Hospital ist mit 30 Stockwerken und einer Höhe von 120 Metern das höchste Gebäude in Dänemark.
  • Der im Film eine wichtige Rolle spielende Plan, nach dem Dänemark in ein riesiges Feriengebiet umgewandelt werden soll, trägt den Namen „Operation Daisyland“. „Daisy“ war ein Spitzname der jungen Königin Margrethe II.
  • Ove Sprogøes Sohn Henning arbeitete an diesem Film als Produktionsassistent mit und hat eine Komparsenrolle als Busfahrgast. Später wurde er selbst Schauspieler.
  • Die Gefangenenband am Ende des Films war Papa Bue’s Viking Jazzband, die 1968 die erste Fassung der Olsenbanden-Titelmelodie aufnahm.[3].
  • Die im Film gezeigte Rathausuhr war ein vergrößerter Nachbau. Die echte Uhr des Kopenhagener Rathauses ist wesentlich kleiner.
  • Am 27. August 2008 veröffentlichte Post Danmark eine Briefmarke zu Ehren Erik Ballings, die neben einem Porträt des Regisseurs eine Szene mit Yvonne und Egon aus diesem Film zeigt.[4]
  • Der Film wurde in Norwegen neu verfilmt unter dem Titel: Olsenbanden og Dynamitt-Harry mot nye høyder (Die Olsenbande und Dynamit-Harry zu neuen Höhen) als zehnte Fortsetzung in der Filmreihe der Olsenbande (Norwegen).[5]

Eine komödiantische Nebenhandlung ist, das Kjeld von Yvonne auf Diät gesetzt wird, er aber immer wieder bei der Ausführung von Egons Plan mit leckerem Essen konfrontiert wird. Ein Highlight ist das verzweifelte Öffnen der verschweißten Flugzeugnahrung.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Frank Eberlein: Das große Lexikon der Olsenbande, S. 325–327
  2. Morten Grunwald: Meine Tage in gelben Socken, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2014, ISBN 978-3-86265-374-4, S. 167
  3. Morten Grunwald: Meine Tage in gelben Socken, Schwarzkopf & Schwarzkopf 2014, ISBN 978-3-86265-374-4, S. 151ff.
  4. Briefmarke von Erik Balling erschienen. olsenbandenfanclub.de, 27. August 2008, abgerufen am 14. September 2015.
  5. Hauke Lange-Fuchs: „Ich habe einen Plaan!“, Seite 147 bis 149 und Seite 8 bis 9; Lübeck 1997, ISBN 3924214484