Herrliberg

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Herrliberg
Wappen von Herrliberg
Staat: Schweiz
Kanton: Zürich (ZH)
Bezirk: Meilen
BFS-Nr.: 0152i1f3f4
Postleitzahl: 8704
UN/LOCODE: CH HBG
Koordinaten: 688989 / 238012Koordinaten: 47° 17′ 13″ N, 8° 36′ 54″ O; CH1903: 688989 / 238012
Höhe: 464 m ü. M.
Fläche: 8,97 km²
Einwohner: 6289 (31. Dezember 2015)[1]
Einwohnerdichte: 701 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Bürgerrecht)
21,5 % (31. Dezember 2015)[2]
Website: www.herrliberg.ch
Reformierte Kirche und Anlegestelle der ZSG

Reformierte Kirche und Anlegestelle der ZSG

Karte
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Herrliberg ist eine politische Gemeinde in der Schweiz. Sie liegt am unteren rechten Zürichseeufer an der sogenannten Goldküste im Bezirk Meilen im Kanton Zürich. Zur Gemeinde zählt auch der Weiler Wetzwil.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fläche: 897 ha, davon 56 % Landwirtschaft, 24 % Wald, 16 % Siedlungen und 4 % Verkehr.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herrliberg 1794

Herrliberg wird erstmals 1153–55 als Hardiperc erwähnt, Mitte des 15. Jahrhunderts hiess die Gemeinde Härliberg.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blasonierung

In Gold übereinander drei schwarze Doppeljoche.

Das Wappen der Gemeinde Herrliberg wurde erstmals im Wappenbuch von Gerold Edlibach erwähnt, das Ende des 15. Jahrhunderts erschien. Die Doppeljoche verweisen auf das früher bedeutsame Bauerntum in Herrliberg. Mitte des 19. Jahrhunderts verdrängte als Folge der wachsenden Bedeutung des Weinbaus ein Wappen mit einer Weintraube das traditionelle Gemeindewappen, das dann aber ab 1934 wieder verwendet wurde.

Demografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1634 1760 1850 1888 1900 1950 2000 2005 2010
Einwohnerzahl 512 979 1144 964 985 2298 5499 5585 6069

Altersgruppen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabelle mit prozentualer Anzahl der Einwohner pro Altersgruppe

0 bis 19 20 bis 64 über 64
21,4 % 62,6 % 16 %

Sprachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tabelle mit prozentualem Anteil der Bevölkerung mit der jeweiligen Sprache als Muttersprache

Deutsch Englisch Französisch
89,2 % 2,9 % 2,2 %

Der Ausländeranteil beträgt 12 %. Konfessionszugehörigkeit: 42,2 % evangelisch-reformiert, 26,9 % römisch-katholisch, 30,9 % andere oder keine konfessionelle Zugehörigkeit (Stand: 2010).

Kirchen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In Herrliberg gibt es drei Kirchen:

  • Die reformierte Kirche Herrliberg geht auf einen mittelalterlichen Bau zurück, der im Jahre 1370 erstmals urkundlich erwähnt wurde.
  • Die reformierte Kirche Wetzwil ob Herrliberg war im Mittelalter dem Hl. Bartholomäus geweiht. Wandmalereien aus dem ersten Viertel des 15. Jahrhunderts wurden nach der Reformation zwar übertüncht, 1930 jedoch wieder freigelegt. Sie zeigen die Schutzmantel-Madonna mit seitlichen Engeln und darunter die Anbetung durch die Heiligen Drei Könige.
  • Die katholische Kirche St. Marien stammt aus dem Jahr 1956 und wurde von den Architekten Walter Rieger und Ferdinand Pfammatter im Stil der französischen Beton-Gotik errichtet. Sie enthält ein monumentales Glasgemälde des Künstlers Hans Stocker.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Entfernung zum Zürich Hauptbahnhof beträgt 13 Kilometer.[3]

Durch Herrliberg führt die Rechtsufrige Zürichseebahn mit den Linien S6 und S16 der S-Bahn Zürich. Es ergibt sich ein 15-Minuten-Takt von 6 bis 21 Uhr, ansonsten ein 30-Minuten-Takt. Die S6 fährt von Zürich kommend weiter nach Uetikon, während die S16 (meist) in Herrliberg endet. Der Bahnhof Herrliberg-Feldmeilen liegt knapp ausserhalb der Gemeindegrenze in der Gemeinde Meilen.

Es verkehren zudem Motorschiffe der Zürichsee-Schiffahrtsgesellschaft (im Sommer ungefähr im Zweistundentakt, im Winter nur eine Verbindung).

Pflugstein[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pflugstein

Oberhalb von Herrliberg steht der Pflugstein, der mit rund 1000 m3 sichtbarem Fels der grösste Findling des Kantons. Er liegt auf einer Höhe von 560 Metern, besteht aus rötlichem Melaphyr und wurde vor ca. 15'000 Jahren während der letzten Eiszeit aus dem Kärpfgebiet aus den Glarner Alpen durch den Linthgletscher hierher getragen.

Die Linde neben dem Felsblock wurde 1832 als Andenken an den Ustertag von Erich Graf von Betzel-Sternau gepflanzt. Am 1. August 1939 wurde der Pflugstein unter Schutz gestellt und entging so einer geplanten Sprengung. Auch die Linde steht unter Schutz. Zwischen dem Restaurant Pflugstein gleich unterhalb des Steines und dem Stein verläuft die Grenze zwischen den Gemeinden Herrliberg und Erlenbach.[4]

Gemäss einer Sage soll der Stein dort entstanden sei, wo zwei Liebende durch den Fluch des strengen Vaters vom Blitz getroffen wurden und in der Erde versanken. Um Mitternacht sollen die Liebenden in stillen Nächten manchmal eng umschlungen um den Stein schreiten und leise ihre Klagen in die Nacht hinausrufen. Deshalb wird der Stein mitunter auch Fluchstein genannt.[5]

Galerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

wohnhaft:

wirkte vor Ort:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hermann Fietz: Die Kunstdenkmäler des Kantons Zürich, Band II: Die Bezirke Bülach, Dielsdorf, Hinwil, Horgen und Meilen. (= Kunstdenkmäler der Schweiz. Band 15). Hrsg. von der Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1943. DNB 365803049.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Herrliberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  2. Daten zur Wohnbevölkerung nach Heimat, Geschlecht und Alter (Gemeindeporträt). Statistisches Amt des Kantons Zürich, abgerufen am 13. April 2016.
  3. Hans G. Wägli: Schienennetz Schweiz und Bahnprofile CH+. 2010, ISBN 978-3-909111-74-9.
  4. http://www.vvherrliberg.ch/rundgang/punkt-68.html Verschönerungsverein Herrliberg
  5. http://www.steinkreis.ch/fotos/index.php?intOrtDetailNr=28 Steinkreis.ch>