Der Duft von Holunder

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Filmdaten
Originaltitel Der Duft von Holunder
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Erscheinungsjahr 2011
Länge 88 Minuten
Stab
Regie Petra Katharina Wagner
Drehbuch Edda Leesch
Produktion Iris Kiefer
Musik Helmut Zerlett
Kamera Peter Polsak-Lohmann
Schnitt Andrea Fahning
Besetzung

Der Duft von Holunder ist ein deutsches Fernseh-Drama, der im Auftrag der ARD gedreht und erstmals am 24. Juni 2011 ausgestrahlt wurde. Die Hauptrolle spielte Melika Foroutan.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als die erfolgreiche Restaurantkritikerin Sofie Möller die Nachricht vom Tod ihrer Großmutter Helene erhält, bei der sie aufgewachsen ist, muss sie nach Brunstorf reisen, wo sie mit ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. Damals war sie eine Außenseiterin und wurde wie eine Aussätzige behandelt. Lange Zeit war Tom Sommer ihr einziger Freund und Vertrauter, bis auch er es vorzog, lieber mit den Anderen zusammenzusein.

Als Sofie zum Begräbnis ihrer Oma zurück an den Ort ihrer Kindheit kommt, werden die alten Erinnerungen wieder wach. Weil sie damals die selbst genähten Kleider ihrer Oma tragen musste, wurde sie von ihren Klassenkameraden „Motten-Sofie“ genannt. Der Begriff wurde von Ute geprägt, die ihn jetzt wieder neu aufleben lässt – zum Leidwesen von Sofie, die sich diesmal aber besser zu wehren versteht.

Sofie begegnet auch Tom wieder, in den sie schon als Kind verliebt war, und wirft ihm vor, weder damals noch diesmal zu ihr gestanden zu haben. Immer wieder kommt es zwischen beiden zu Disharmonien, doch wird schnell klar, dass sie sich all die Jahre gegenseitig vermisst haben und ihre Liebe flammt neu auf.

Die negativen Kindheitserinnerungen von Sofie sind jedoch nicht auf ihre einstigen Klassenkameraden begrenzt, sondern sie hat seit jeher auch ein extrem schlechtes Verhältnis zu ihrer Mutter Agnes, die sie damals im Stich gelassen hat. Schließlich aber kommt es zur Aussprache der beiden Frauen und die Mutter erzählt Sofie, wie die Dinge sich damals tatsächlich zugetragen haben: Agnes war erst 19, als sie schwanger wurde, und Sofies Vater anderweitig verheiratet. Als er von der Schwangerschaft erfuhr, brach er den Kontakt ab. Mutter Agnes hat sich darauf in ihr Studium und die Arbeit geflüchtet und reiste zwei Jahre um die Welt. Vater Heinz hat gedroht, Agnes zu enterben und wollte sie nicht mehr sehen. Das war der Grund, weshalb sie Sofie so selten besuchte.

Bald werden noch weitere Familiengeheimnisse offenbar: weil Agnes‘ vermeintlicher Vater erst im Oktober 1955 aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft nach Hause kam, sie aber bereits im April 1956 geboren wurde, findet sich bald heraus, dass Heinz nicht ihr leiblicher Vater sein kann. Und er war seither auch nicht mehr der Mann, dem die Liebe von Sofies Großmutter galt, die verfügt hatte, nicht neben ihrem Mann begraben zu werden, sondern an einer anderen Stelle, neben der eine zweite Grabstätte freigehalten wurde. Schließlich findet Agnes heraus, dass dieser Platz für Pastor Sevenig reserviert ist, der auch ihr leiblicher Vater ist.

Die Liebe zwischen ihm und Helene entstand im Frühjahr 1955, als der Pastor eine neue Dienststelle in Brunstorf antrat und niemand ahnen konnte, dass Omas Ehemann Heinz jemals wieder heimkehren würde. Der Pastor erzählt Agnes von jenen Tagen: „Die Luft war angefüllt mit Duft. Der Holunder schneite.“

Nach einigen Tagen im Haus ihrer Oma, das entrümpelt und eigentlich verkauft werden sollte, will Sofie mit dem Bus abreisen. Doch Sofie lässt den Bus abfahren und entschließt sich im letzten Moment, doch zu bleiben. Sie weiß nun, dass sie zu Tom gehört.

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Film bereits bei seiner Erstausstrahlung im Juni 2011 von 5,14 Millionen Menschen gesehen wurde und somit einen Marktanteil von 18,4 Prozent verbuchen konnte, erreichte die im Juli 2013 gezeigte Wiederholung immerhin noch einmal 3,81 Millionen Zuschauer und 15,7 Prozent Marktanteil.[1]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Wenn die ARD sich wieder einmal darauf besinnt, dass der Auftrag der öffentlich-rechtlichen Grundversorgung auch ein junges Publikum einschließt, das sonst eher weniger zum Kreis der Bedachten gehört, dann kommt so etwas wie «Der Duft von Holunder» heraus.“

Quotenmeter.de, 6/2011[2]

„(Fernseh-)Familiendrama mit romantischen Neigungen um die Wandlung einer jungen Frau, die allmählich ihren seelischen Schutzpanzer öffnet.“

Lexikon des internationalen Films[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Einschaltquoten: Melika Foroutan als ARD-Trumpf
  2. Filmbesprechung bei Quotenmeter.de
  3. Der Duft von Holunder. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 2. März 2017.