Helmut Zerlett

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Helmut Zerlett mit Tochter Jana Zerlett, 2016
Helmut Zerlett (2009)

Helmut Werner Zerlett (* 29. März 1957 in Köln) ist ein deutscher Keyboarder, Komponist, Musikproduzent und Filmkomponist. Bekannt wurde er als Bandleader in den Shows von Harald Schmidt. Zerlett spielt Hammond-Orgel, Fender Rhodes und Synthesizer.

Leben und Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Musikausbildung von Helmut Zerlett begann 1962 an der elektronischen Orgel, später dann auch an der Kirchenorgel und dem Klavier. Ab 1974 machte er diverse Studioaufnahmen und Alben mit Jaki Liebezeit (Can) und Reebop Kwaku Baah (Traffic, The Rolling Stones). Es folgten Arbeiten mit Stockhausenschüler Holger Czukay und David Sylvian. Ab 1981 arbeitete er vermehrt als Musikproduzent in London (Abbey Road Studios/Matrix Studios). 1983 komponierte er mit Reebop Kwaku Baah und Stefan Krachten den Dancefloor-Klassiker „Masimbabele“. Seine erste Filmmusik komponierte er mit Sheldon Ancel 1984 für den Kurzfilm „The Last Trip to Harrisburg“ mit Udo Kier und Rainer Werner Fassbinder. Zur Zeit der Neuen Deutschen Welle (NDW) gehörte er zur Band von Joachim Witt und nahm mit diesem 1983 das Album Märchenblau auf. Von 1987 bis 2005 gehörte er zur Studioband von Marius Müller-Westernhagen und begleitete ihn bei seinen Bühnenauftritten. 1990 und 1991 arbeitete er mit dem deutschen Sänger Stephan Remmler an dessen Album Projekt F – Auf der Suche nach dem Schatz der verlorenen Gefühle, das Cover-Versionen von Freddy Quinn enthält. 1993 produzierte er mit Gottfried und Nicole Tollmann unter dem Namen „Baked Beans“ mehrere elektronische Alben auf dem Sven Väth-Label EYE Q RECORDS. Mit dem Joseph Beuys Schüler Walter Dahn komponierte er zu dieser Zeit als #9 DREAM auch mehrere Tonträger. Die offizielle Nürburgring-Hymne „King of the Ring“ wurde von Zerlett und Reamonn-Sänger Rea Garvey produziert, er selbst fuhr auch beim Alfa 147 Cup auf dem Nürburgring und mehreren anderen Rennstrecken [1] mit.

Von 1995 bis 2003 war er Musical Director, Sidekick und Bandleader bei der Harald Schmidt Show. In der Mediensatire „Late Show“ von Helmut Dietl aus dem Jahr 1999 trat er als Bandleader mit seiner Band in der Hannes-Engel-Show des Privatsenders Tele C auf. Im Jahre 2004 spielte er eine Nebenrolle im Kinofilm 7 Zwerge – Männer allein im Wald. Ab 2006 war er (in jeder Folge) Überraschungsgast bei der RTL-Comedy Frei Schnauze. Im Oktober 2007 kehrte Zerlett als Musical Director und Bandleader der neuen Late-Night-Show Schmidt & Pocher zu Harald Schmidt zurück und begleitete ihn auch nach deren Ende in der Nachfolgesendung Harald Schmidt (2009–2011) musikalisch. In der zweiten Laufzeit der Harald Schmidt Show, die von September 2011 bis April 2012 auf Sat. 1 und von September 2012 bis März 2014 auf Sky Deutschland ausgestrahlt wurde, war Zerlett als Bandleader wieder Teil der Sendung.[2]

Seit Mitte der 1990er Jahre konzentriert sich Zerlett auf die Komposition, Produktion und Orchestration von Filmmusiken.

Helmut Zerlett ist der Sohn von Helmut und Katharina Zerlett und hat drei Schwestern. Er ist verheiratet und Vater von drei Töchtern, zwei aus erster Ehe mit Anja Zerlett (Isis und Jana) sowie eine aus seiner zweiten Ehe mit Natallia Zerlett (geb. Bahamolava).[3][4]

Bandleader in Fernsehshows[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Diskografie (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1977: Richard Schneider Jr.: Dreamlike Land
  • 1980: Richard Schneider Jr.: Fatamorgana
  • 1983: Joachim Witt: Märchenblau
  • 1983: The Unknown Cases: Masimbabele
  • 1989: Westernhagen: Halleluja
  • 1990: Westernhagen: Live
  • 1990: Jule Neigel Band: Wilde Welt
  • 1991: Karl Keaton: Just Another Love Affair
  • 1991: Stephan Remmler: Projekt F
  • 1991: Jule Neigel Band: Nur nach vorn
  • 1992: Westernhagen: JaJa
  • 1994: Jule Neigel Band: Herzlich Willkommen
  • 1994: Westernhagen: Affentheater
  • 1996: Westernhagen: Keine Zeit
  • 1998: Helmut Zerlett: Die Diebin – Ms. Diamond (Film-Soundtrack)
  • 1998: Westernhagen: Radio Maria
  • 2001: The Unknown Cases & Phew: Koyasan
  • 2004: WIZO: Anderster
  • 2005: Westernhagen: Nahaufnahme
  • 2008: The Unknown Cases: Masimbabele Jubilee Edition

Filmmusik Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zerlett komponierte und arrangierte zahlreiche Filmmusiken

Filmmusik TV und Werbung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1995–1996: Lollo Rosso
  • 1996: Der Clown (Pilot Film)
  • 1996–2000: Der Clown (Serie)
  • 1998: Die Diebin
  • 2003: Der Dicke (Titelmusik)
  • 2004–2005: Maja (Serie)
  • 2004: Jetzt erst Recht! (Serie)
  • 2005: Tote haben keine Lobby
  • 2005: Freunde für Immer – Das Leben ist rund (Serie)
  • 2006: Switch Reloaded (Serie)
  • 2006: Crash Kids – Trust No One
  • 2006: Mein Traum von Venedig
  • 2007: Die besten Frauen der Welt
  • 2007: Maddin in Love (Serie)
  • 2007: Die Schnüfflerin – Peggy kann's nicht lassen
  • 2008: Rennschwein Rudi Rüssel
  • 2009: Der Duft von Holunder
  • 2010: Niemand ist eine Insel
  • 2011: Herbstkind
  • 2011: Weihnachten … ohne mich, mein Schatz!
  • 2012: Utta Danella – Die Himmelsstürmer
  • 2013–2016: Die Kanzlei
  • 2013: Nachbarn Süss Sauer
  • 2013: Utta Danella Von Kerlen und Kühen
  • 2014: Mutter auf Streife
  • 2014: Utta Danella – Lisa schwimmt sich frei
  • 2014: Die Staatsaffäre
  • 2015: Allianz - #Titeltraum (Werbefilm)
  • 2015: Breuninger – Männer, die Düsseldorf gut aussehen lassen (Werbefilm)
  • 2015: Hotel Heidelberg – Kramer gegen Kramer
  • 2015: Hotel Heidelberg – Kommen und Gehen
  • 2015: Mord in bester Gesellschaft – Bitteres Erbe
  • 2015: Das Beste Stück vom Braten
  • 2016: Für jede Lösung ein Problem
  • 2016: Über die Grenze – Alles auf eine Karte
  • 2017: Mord in bester Gesellschaft – Winters letzter Fall

Bandprojekte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alben
  • Solid Gold Easy Action (1994)
  • Paramount (1996)
  • Musique legère (1999)
  • Driving South (2000)
  • Meant to be like this (2003)
  • Orange (2008)

Auszeichnungen und Nominierungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 2005 – Klavierspieler des Jahres
  • 2007 – Deutscher Comedypreis als Ensemblemitglied von Frei Schnauze XXL (Beste Comedy-Show)
  • 2008 – Bester internationaler Fußballfilm für „Die besten Frauen der Welt“
  • 2008 – EMIL für „Rennschwein Rudi Rüssel“
  • 2011 – Nominierung Preis der Deutschen Filmkritik für „Jerry Cotton“
  • 2013 – Bayerischer Filmpreis 2012 für „Das Haus der Krokodile“
  • 2013 – Goldener Spatz für „Das Haus der Krokodile“
  • 2013 – Nominierung Deutscher Filmpreis für „Das Haus der Krokodile“
  • 2013 – Nominierung Preis der Deutschen Filmkritik für „Das Haus der Krokodile“

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Helmut Zerlett – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Auto Bild über Zerlett beim Alfa 147 Cup
  2. Harald Schmidt kostet ab 4. September 34 Euro. In: Focus vom 17. Juni 2012.
  3. Ausnahme-Musiker Zerlett und sein Liebes-Spagat. In: Express vom 22. August 2008.
  4. Ehe! Baby! Super-Zerlett. In: Express vom 23. November 2015.