Detlef Siegfried

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Detlef Siegfried (* 22. Oktober 1958 in Hohenwestedt[1]) ist ein deutscher Zeithistoriker.

Leben und Wirken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detlef Siegfried studierte Geschichte, Soziologie und Germanistik. 1991 wurde er an der Universität Kiel zum Dr. phil. promoviert, 2006 an der Universität Hamburg für Neuere Geschichte habilitiert.

Von 1993 bis 1996 war er Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Körber-Stiftung in Hamburg und von 1996 bis 2010 Associate Professor für Neuere Deutsche Geschichte und Kulturgeschichte an der Universität Kopenhagen. 2000 war er Fellow am German-American Center for Visiting Scholars am Deutschen Historischen Institut Washington und von 2002 bis 2005 Wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Seit 2011 ist er Professor für Neuere Deutsche und Europäische Geschichte an der Universität Kopenhagen.

Detlef Siegfried arbeitet vor allem zur Geschichte der Alltags- und Massenkultur, zur Jugendkultur, zur Mediengeschichte, zum Linksradikalismus und zur Ethnizität. Er ist Mitglied der Königlich Dänischen Akademie der Wissenschaften und der wissenschaftlichen Beiräte der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg, des Archivs der deutschen Jugendbewegung Burg Ludwigstein und des Geschichtswettbewerbs des Bundespräsidenten.

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • 1992: Preis der Philosophischen Fakultät der Christian-Albrechts-Universität Kiel für die beste Dissertation des akademischen Jahres 1991/1992
  • 2002: Historisches Buch des Jahres 2002 der Zeitschrift Damals in der Kategorie Innovation/Provokation für Der Fliegerblick
  • 2007: Das Historische Buch 2007 von H-Soz-Kult in der Kategorie Zeitgeschichte für Time Is on My Side
  • 2010: Historisches Buch des Jahres 2010 der Zeitschrift Damals in der Kategorie Überblick für Deutsche Kulturgeschichte. Die Bundesrepublik 1945 bis zur Gegenwart
  • 2016: Geisteswissenschaften International – Preis zur Förderung der Übersetzung geisteswissenschaftlicher Werke durch den Börsenverein des Deutschen Buchhandels, die Fritz Thyssen Stiftung und das Auswärtige Amt für die Übersetzung von Moderne Lüste ins Englische[2]
  • 2016: Humboldt-Forschungspreis der Alexander von Humboldt Stiftung[3]

Schriften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Detlef Siegfried veröffentlichte etwa 80 Artikel, gab Anthologien heraus und schrieb mehrere Bücher.

  • Zwischen Einheitspartei und „Bruderkampf“. SPD und KPD in Schleswig-Holstein 1945/46 (= Veröffentlichungen des Beirats für Geschichte der Arbeiterbewegung und Demokratie in Schleswig-Holstein. Band 12). Dissertation. Universität Kiel 1991. Neuer Malik-Verlag, Kiel 1992, ISBN 3-89029-925-3.
  • mit Axel Schildt, Karl Christian Lammers (Hrsg.): Dynamische Zeiten. Die 60er Jahre in den beiden deutschen Gesellschaften. Herausgegeben von der Forschungsstelle für Zeitgeschichte in Hamburg. Christians, Hamburg 2000, ISBN 3-7672-1356-7.
  • Der Fliegerblick. Intellektuelle, Radikalismus und Flugzeugproduktion bei Junkers 1914 bis 1934 (= Politik- und Gesellschaftsgeschichte. Band 58). Dietz, Bonn 2001, ISBN 3-8012-4118-1 (Vorwort, Inhaltsverzeichnis und Register auf deutschesfachbuch.de).
  • Trau keinem über 30. Konsens und Konflikt der Generationen in der Bundesrepublik der langen sechziger Jahre. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2003 (online).
  • Das radikale Milieu. Kieler Novemberrevolution, Sozialwissenschaft und Linksradikalismus 1917–1922. Deutscher Universitäts-Verlag, Wiesbaden 2004, ISBN 3-8244-4567-0.
  • mit Axel Schildt (Hrsg.): Between Marx and Coca-Cola. Youth Cultures in Changing European Societies, 1960–1980. Berghahn Books, New York u.a. 2006, ISBN 1-8454-5333-6.
  • mit Lothar Dittmer (Hrsg.): Spurensucher. Ein Praxisbuch für die historische Projektarbeit. Körber-Stiftung, Hamburg 2005, ISBN 3-89684-332-X. (Rezension auf der Website der Körber-Stiftung)
  • Time is on my side. Konsum und Politik in der westdeutschen Jugendkultur der 60er Jahre. Wallstein, Göttingen 2006, ISBN 3-8353-0073-3.
  • Sound der Revolte. Studien zur Kulturrevolution um 1968. Juventa, Weinheim, München 2008, ISBN 978-3-7799-1137-1.
  • mit Axel Schildt: Deutsche Kulturgeschichte. Die Bundesrepublik – 1945 bis zur Gegenwart. Hanser, München 2009, ISBN 978-3-446-23414-7.
  • mit Sven Reichardt (Hrsg.): Das Alternative Milieu. Antibürgerlicher Lebensstil und linke Politik in der Bundesrepublik Deutschland und Europa 1968–1983. Wallstein, Göttingen 2010, ISBN 978-3-8353-0496-3.
  • mit Anna Sandberg (Hrsg.): Tysk kulturhistorie fra 1648 til i dag. Gyldendal, København 2012, ISBN 978-87-02-101959.
  • Moderne Lüste. Ernest Borneman – Jazzkritiker, Filmemacher, Sexforscher. Wallstein, Göttingen 2015, ISBN 978-3-8353-1673-7.
  • mit Knud Andresen: Apartheid und Anti-Apartheid – Südafrika und Westeuropa. In: Zeithistorische Forschungen. Heft 2, 2016, S. 195–209.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Vademekum der Geschichtswissenschaften. Steiner, Stuttgart 2000, S. 570.
  2. Ausgezeichnete Werke Oktober 2016 auf boersenverein.de, abgerufen am 14. Januar 2017
  3. Professor Detlef Siegfried tildelt stor tysk forskningspris auf hum.ku.dk, 3. Januar 2017, abgerufen am 14. Januar 2017 (dänisch)