Jörg Schüttauf

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Jörg Schüttauf auf der Berlinale 2020

Jörg Schüttauf (* 26. Dezember 1961 in Karl-Marx-Stadt) ist ein deutscher Schauspieler. Seinen Durchbruch hatte er 1992 durch die Titelrolle in Egon Günthers Lenz. Einem breiten Publikum wurde er vor allem durch die Fernsehreihe Tatort als Frankfurter Kommissar Fritz Dellwo bekannt. Er spielte bislang in über 130 Film- und Fernsehproduktionen mit.

Leben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Herkunft und Ausbildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jörg Schüttauf, Sohn eines Arbeiters und einer Krankenschwester, wuchs mit zwei Schwestern auf. Sein Grundschullehrer schickte ihn zum Pioniertheater in Karl-Marx-Stadt, wo er mit sechs Jahren zum ersten Mal auf der Bühne stand. Nach dem Abschluss der zehnten Klasse nahm er eine Lehre als Bühnentechniker am dortigen Opernhaus auf, der sich der Wehrdienst bei der Nationalen Volksarmee anschloss. Danach besuchte er ab 1981 die Theaterhochschule „Hans Otto“ Leipzig, die er 1985 mit einem Diplom abschloss[1].

Privates[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schüttauf ist verheiratet und hat zwei Töchter. Er lebt mit seiner Familie in Caputh bei Potsdam. Mit seinem Schauspielkollegen Dirk Schoedon, mit dem er zusammen an der Theaterhochschule in Leipzig studierte, lebte er zeitweise in einer gemeinsamen Wohngemeinschaft.[2]

Karriere[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach Abschluss seiner Schauspielausbildung erhielt Schüttauf eine fünfjährige Anstellung am Hans Otto Theater in Potsdam, wo er u. a. die Titelrollen in Amadeus und im Revisor von Nikolai Gogol spielte. Nach fünf Jahren wechselte er an das Maxim-Gorki-Theater in Berlin.

Parallel war Schüttauf auch in mehreren Filmen und im Fernsehen der DDR zu sehen. Sein Filmdebüt gab er 1985 unter der Regie von Peter Kahane in dem DEFA-Spielfilm Ete und Ali, wo er an der Seite von Thomas Putensen die Titelrolle des Bernhard „Ete“ Brenner verkörperte. 1992 gelang ihm schließlich durch die Hauptrolle in Lenz, für die er den Adolf-Grimme-Preis erhielt, der gesamtdeutsche Durchbruch. Seitdem spielt er in zahlreichen weiteren Film- und Fernsehproduktionen. Für seine schauspielerische Leistung des Hans-Peter Laux in dem zweiteiligen Fernsehfilm Warten ist der Tod erhielt Schüttauf in der Kategorie Bester Schauspieler Hauptrolle Fernsehfilm/Mehrteiler den Deutschen Fernsehpreis 2000. 2002 war er in dem ZDF-Fernsehvierteiler Liebesau – Die andere Heimat in der Rolle des Sozialisten Karli Schönstein zu sehen. 2017 verkörperte er den kommunistischen Politiker und Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker an der Seite von Hedi Kriegeskotte als Margot Honecker in der Filmkomödie Vorwärts immer!. Diese Rolle brachten ihm den Bayerischen Filmpreis als Bester Darsteller und den Deutschen Schauspielpreis 2018 in der Kategorie Schauspieler in einer komödiantischen Rolle ein.

Seit den 1990er-Jahren erhielt Schüttauf mehrere feste und wiederkehrende Rollen in Film- und Fernsehreihen. Von 1994 bis 1997 zählte er als Hauptfigur Thomas Becker in der Vorabendserie Der Fahnder zur Stammbesetzung. 1998 und 2001 war Schüttauf in der Krimireihe Tatort in den Folgen Jagdfieber und in Gute Freunde (beide mit Ulrike Folkerts als Lena Odenthal) als Mörder zu sehen. Von 2002 bis 2010 übernahm er an der Seite von Andrea Sawatzki die feste Rolle des Frankfurter Kriminalhauptkommissar Fritz Dellwo. 2006 spielte er – noch während seines festen Engagements innerhalb der Krimireihe – im hochgelobten Münchener Tatort-Fall Außer Gefecht (mit Miroslav Nemec und Udo Wachtveitl) den „Sterbehelfer“ Johannes Peter Peschen. Er wirkte auch in mehreren Kinder- und Jugendproduktionen mit, wie 2009 als Hofnarr in dem Märchenfilm Schneewittchen der ARD-Filmreihe Sechs auf einen Streich.

Schüttauf ist Mitglied im Bundesverband Schauspiel (BFFS).[3]

Filmografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kino[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehfilme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fernsehserien und -reihen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Theatrografie (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hörspiele und Features[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • F.-B. Habel, Volker Wachter: Lexikon der DDR-Stars. Schauspieler aus Film und Fernsehen. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 1999, ISBN 3-89602-304-7.
  • F.-B. Habel, Volker Wachter: Das große Lexikon der DDR-Stars. Die Schauspieler aus Film und Fernsehen. Erweiterte Neuausgabe. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2002, ISBN 3-89602-391-8.
  • Manfred Hobsch, Ralf Krämer, Klaus Rathje: Filmszene D. Die 250 wichtigsten jungen deutschen Stars aus Kino und TV. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2004, ISBN 3-89602-511-2, S. 383 ff.
  • F.-B. Habel: Lexikon. Schauspieler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin 2009, ISBN 978-3-355-01760-2.
  • Der ungeteilte Himmel. Schauspieler aus der DDR erzählen. Verlag Neues Leben Berlin, 2009. ISBN 978-3-355-01764-0

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Jörg Schüttauf – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Jörg Schüttauf bei crew united, abgerufen am 22. Dezember 2021
  2. Mit dem Herzen in der Lausitz. Lausitzer Rundschau, 22. Juli 2008, abgerufen am 11. September 2020.
  3. Mitgliederliste. (Memento vom 19. Juli 2018 im Internet Archive) Bundesverband Schauspiel, abgerufen am 14. Dezember 2015.
  4. Betriebsbedingt gekündigt (Memento vom 15. Juni 2010 im Internet Archive) bei hoerspieltipps.net
  5. Kritik zum Hörspiel Popshot.over-blog.de vom 22. September 2013
  6. Die Magdeburgische Hochzeit - Kammerspiele Magdeburg
  7. https://www.mdr.de/kultur/themen/lesezeit-wagner-sintflut-in-sachsen-100.html – abgerufen am 15. Mai 2019
  8. Deutscher Schauspielpreis: Die Nacht der Gewinner. Artikel vom 14. September 2018, abgerufen am 14. September 2018.