Die Unbestechlichen (1976)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Die Unbestechlichen
Originaltitel All the President's Men
Produktionsland USA
Originalsprache Englisch
Erscheinungsjahr 1976
Länge 138 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Alan J. Pakula
Drehbuch William Goldman
Produktion Walter Coblenz
Jon Boorstin
Michael Britton
Musik David Shire
Kamera Gordon Willis
Schnitt Robert L. Wolfe
Besetzung

Die Unbestechlichen ist eine Film-Adaption des Buches Die Watergate-Affäre (Originaltitel: All the President’s Men) von Carl Bernstein und Bob Woodward aus dem Jahre 1976, die von Dustin Hoffman und Robert Redford verkörpert werden.

William Goldman schrieb das Drehbuch nach dem Tatsachenbericht über den Polit-Skandal für Regisseur Alan J. Pakula. Zusammen mit Klute (1971) und Zeuge einer Verschwörung (1974) bildet Die Unbestechlichen die sogenannte „Paranoia-Trilogie“ in Pakulas Werk.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Film beschreibt die mehrjährigen Recherchen der Journalisten Carl Bernstein und Bob Woodward von der Washington Post seit dem US-Präsidentschaftswahlkampf 1972. Sie deckten auf, dass Mitarbeiter des Weißen Hauses das Wahlkampfbüro der oppositionellen Demokratischen Partei abhören wollten, was schließlich zum Rücktritt des US-Präsidenten Richard Nixon führte. Dabei trifft sich Woodward öfter mit einem geheimnisvollen Informanten, der nur unter dem Decknamen Deep Throat genannt wird, und dessen Identität zum Zeitpunkt der Dreharbeiten nicht bekannt war.

Erfolg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der acht Millionen Dollar teure Film spielte allein in den USA 70 Millionen Dollar ein. Unter anderem wurde Die Unbestechlichen für acht Oscars, vier Golden Globes und zehn British Academy Film Awards nominiert und ging bei der Oscarverleihung 1977 in vier Oscar-Kategorien als Sieger hervor. Ende 2010 wurde der Film in das National Film Registry der US-Kongressbibliothek aufgenommen. Die Begründung: Es sei das seltene Beispiel, dass ein Bucherfolg in einen Kinohit und ein Kulturphänomen übertragen wurde.

Deutsche Fassung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die deutsche Synchronbearbeitung entstand 1976.[2][3]

Rolle Darsteller Synchronsprecher
Bob Woodward Robert Redford Rolf Schult
Carl Bernstein Dustin Hoffman Manfred Schott
Harry M. Rosenfeld Jack Warden Edgar Ott
Ben Bradlee Jason Robards Gottfried Kramer
Howard Simons Martin Balsam Martin Hirthe
Judy Hoback Jane Alexander Hallgard Bruckhaus
„Deep Throat“ Hal Holbrook Lothar Blumhagen
Donald Segretti Robert Walden Wilfried Herbst
Martin Dardis Ned Beatty Heinz Theo Branding
Hugh Sloan Stephen Collins Thomas Danneberg
Joe, FBI-Agent Jess Osuna Joachim Cadenbach
  • Harry M. Rosenfeld (* 1929) und Howard Simons (1929–1989) waren wie Benjamin "Ben" Bradlee (* 1921) Chefs oder leitende Redakteure bei The Washington Post.
  • Judy Hoback arbeitete als “bookkeeper” für das committee to re-elect President Nixon.
  • Martin Dardis, Florida, ein prosecutor bzw. general attorney
  • Deep Throat: Es wurde erst 2005 bekannt, dass Mark Felt der bedeutende Informant in der Watergate-Affäre war.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Zwei amerikanische Journalisten, die hartnäckig und gegen starke Widerstände eine zunächst vage Spur verfolgen, decken ein Komplott in höchsten Regierungskreisen auf. Kriminalfilm vor dem Hintergrund des authentischen Watergate-Skandals, der 1974 zum Sturz Nixons führte. Spannend, […] ausgezeichnet gespielt. […] ein Politthriller von hoher Qualität und Dichte.“

„Es ist der Musterfall eines gelungenen Dokumentarspiels […].“

  • Die Zeit 1976: Pakula gelingt es erstaunlicherweise, aus sattsam bekannten Details und unter Verzicht auf jegliche Dramatisierung einen spannenden Film zu machen, der viel über amerikanisches Selbstverständnis und Presseverständnis aussagt. Pakulas Handikap: Allzuoft artet sein Film in Telephonorgien aus, die dem Talent seiner Stars nicht sehr viel Raum lassen.[6]

Auszeichnungen (Auszug)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Oscar

Auszeichnungen

Nominierungen

  • Bester Film: Walter Coblenz
  • Beste Regie: Alan J. Pakula
  • Beste Nebendarstellerin: Jane Alexander
  • Bester Schnitt: Robert L. Wolfe

Writers Guild of America

  • Bestes adaptiertes Drehbuch: William Goldman

New York Film Critics Circle Awards

  • Bester Film
  • Beste Regie: Alan J. Pakula
  • Bester Nebendarsteller: Jason Robards

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung für Die Unbestechlichen. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft, April 2006 (PDF; Prüf­nummer: 48 401 V/DVD).
  2. Thomas Bräutigam: Lexikon der Film- und Fernsehsynchronisation. Mehr als 2000 Filme und Serien mit ihren deutschen Synchronsprechern etc.. Schwarzkopf & Schwarzkopf, Berlin 2001, ISBN 3-89602-289-X, S. 369–370
  3. Die Unbestechlichen. In: synchronkartei.de. Deutsche Synchronkartei, abgerufen am 2. März 2017.
  4. Die Unbestechlichen. In: Lexikon des internationalen Films. Zweitausendeins, abgerufen am 9. Juli 2017.
  5. Hellmut Haffner: Hollywood wird aggressiv. Unterhaltungsfilme, die den Menschen zum Nachdenken anregen. In: Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt. Nr. 13/1977, 21. März 1977, Kulturmagazin, S. 18.
  6. Chaplin, Kinder, Buffalo Bill. In: Die Zeit, Nr. 29/1976